Ich werde versuchen, meine Gedanken zum Corona-Virus mit launigen Reviews von Schrottfilmen abzuwechseln. Karmischer Ausgleich und so.

Was liegt heute an? Vielleicht das. Gestern ging bei uns das Internet aus. Wir haben den Atem angehalten, denn am Netz hängt momentan nicht nur unser soziales Miteinander, sondern auch unser Beruf. Home Office, ihr erinnert euch. Ohne Netz kein Job.

Nach drei Minuten war das Netz wieder da.

Die augenblickliche und intensive Panik, die wir verspürt haben, machte mich darauf aufmerksam, dass die Sorge um Lebensmittel und Klopapier in einem wirklichen Ernstfall sekundär ist.  [weiterlesen]



Auch ich muss mich angesichts der Corona-Quarantäne beschäftigen. Für Sniper-Aktionen ist unsere Terrasse zwar exzellent geeignet, aber da bekomme ich nur wieder Ärger mit der LvA. Und weil meine exorbitanten Reviews zu den 80er-Totalausfällen EIN KAKTUS IST KEIN LUTSCHBONBON und TERMINUS seinerzeit so gut ankamen, versaue ich mir einfach noch mal ein paar Nachmittage mit dem schlechtesten, was Papas Kino so zu bieten hatte. Die Fallhöhe ist erwartungsgemäß beträchtlich.

Heutiges Exponat: Die "Polit-Satire" IS WAS KANZLER!?! von 1984, die ich seinerzeit gerne gesehen hätte – ich war 15, links und dumm, als der Streifen in die Kinos kam und das Plakat sah prima nach frechem Nasedrehen zum Establishment aus:

Es sollte nicht sein und am Ende dauerte es satte 35 Jahre,  [weiterlesen]



Ich spüre so ein Kratzen im Hals. Da steckt was drin. Da will was raus. Kein Virus. Ich kenne das schon. Es ist eine Widerrede – meine unangenehme Angewohnheit, gerade besonders vernünftigen und nachvollziehbaren Aussagen entgegen zu treten, sie zu packen, in der Hand zu drehen und zu denken "was kann ich denn damit NOCH anfangen?". Manche nennen das blanken Opportunismus, ich sehe es als rhetorische und intellektuelle Fingerübung. Und es ist mal wieder an der Zeit.

Momentan teilt sich die Welt, so scheint’s mir, in zwei Lager auf: Die hysterischen Hamsterkäufer – und wir, die wir uns in unendlich vielen Facebook-Postings und Memes über sie lustig machen und/oder sie verteufeln.  [weiterlesen]



Ihr wisst, dass ich es gerne digital mag. Ich halte die Verlegung von Information, Unterhaltung, Wissen und Wellness in den Cyberspace für eine tolle Sache, weil es Platz, Ressourcen und Aufwand spart, während es gleichzeitig globale Verfügbarkeit ermöglicht. Wann immer ich Bestände aus meinem Haushalt in die Cloud verlegt habe (von Zeitschriften über Akten bis hin zu Anleitungen), hat sich das in kürzester Zeit bewährt. Ein Lexikon im Schrank braucht einen Regalmeter und verlangt händische Suche – ein Lexikon im Netz braucht nix und verlangt Strng+F.

Aber es gibt Sachen, die vermisse ich in der realen Welt, weil sie uns zunehmend abhanden kommen.  [weiterlesen]



73310_bienert24_122_399lo

Das hier fällt mir schwer – weil ich den Deppen-Preis eigentlich nur an Leute vergebe, die mir auf die Nerven gehen. Heute verleihe ich den Schandorden allerdings an jemanden, den ich gemeinhin gut leiden kann.

Vor mittlerweile auch schon zehn Jahren habe ich für die längst eingestellte Zeitschrift TV SÜNDE (deren wechselhafte Geschichte ihr hier nachlesen könnt) ein Interview mit der Schauspielerin Katja Bienert geführt, die in den 70er Jahren durch harmlose Nackedei-Rollen bekannt geworden war (man entschuldige den krassen Fehler im Namen der Aktrice im Titel, das hier ist die noch unkorrigierte Version des Artikels):

Das Interview habe ich dann auch hier auf dem Blog bereit gestellt.  [weiterlesen]



Es ist die erste wirkliche Pandemie, die ich miterlebe. Veranstaltungen abgesagt, in anderen Ländern bleiben die Schulen zu, Grenzen werden abgeschottet. Die Menschen horten Klopapier und Nudeln, in Arztpraxen wird das Desinfektionsmittel geklaut.

Was vor sechs Wochen noch nach einem Exotenproblem klang, das uns nur betrifft, weil wir über das Internet vom Weltgeschehen erfahren, ist angekommen. Ich komme mir vor wie im Vorspann der englischen Serie SURVIVORS von 1975, in der ein Ausbruch und die Verbreitung der Seuche perfekt in sparsame Bilder gepackt wurde:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.  [weiterlesen]



Deutschland 2020. Regie: Dani Levy. Darsteller: Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Henry Hübchen, Bettina Lamprecht, Carmen-Maja Antoni u.a.

Story: Kleinkünstler Kling bekommt eines Tages einen unerwarteten Mitbewohner: ein sprechendes Känguru. Dessen große Klappe und politisches Klassenbewusstsein wird schnell zum Katalysator im Streit mit dem Baulöwen und Rechtspopulisten Jörg Dwigs, einer Mischung aus Donald Trump und Robert Geiss. Der will nämlich den bequemen Altbau-Kiez für ein Hochhaus abreißen lassen.

Kritik: Das deutsche Film-Feuilleton, es ist ein parasitäres, rückgratloses und feiges Volk. Hilflos hasst es sich selbst,  [weiterlesen]



USA 2020. Regie: Dave Wilson. Darsteller: Vin Diesel, Guy Pearce, Eiza González, Sam Heughan, Talulah Riley, Toby Kebbell, Lamorne Morris u.a.

Story: Ray Garrison ist ein verdienter Spezialsoldat, der erfolgreich Missionen in Krisengebieten meistert und sich ansonsten die Zeit mit seiner scharfen Freundin vertreibt. Zumindest glaubt er das. Als er bei einem Einsatz ums Leben kommt und als Nanobot-Superfighter einer zwielichtigen Hightech-Firma erwacht, stellen sich nicht nur die Fragen nach gut oder böse neu…

Kritik: Vin Diesel ist einer dieser Schauspieler, die besser in Franchises funktionieren als in Einzelfilmen,  [weiterlesen]



Dass die BILD Kampagnen gegen Ideen, Menschen und Parteien führt? Geschenkt. Dass die BILD Hass schürt, um sich dann über Hasstaten zu empören? Bekannt. Dass die BILD ein Klima des "wir gegen die" fördert, weil sich Konflikte besser verkaufen lassen als Konsens? Abgenickt.

GEGEN wen die BILD ist, das ist nicht schwer auszumachen, wenn man die Schlagzeilen liest: sie ist – um des Populismus willen – gleichzeitig gegen Asylanten und gegen die AfD. Sie ist gegen Sozialschmarotzer genauso wie gegen höhere Steuern für Besserverdienende. Sie ist gegen die Politik genauso wie gegen den Politikverdruss.

Aber WOFÜR ist BILD?  [weiterlesen]



Die Meldung ist für sich genommen ja schon mal nerdgeil: über 20.000 VHS-Tapes sind für das von mir schon mehrfach hochgelobte Projekt archive.org digitalisiert worden. So können die Magnetbänder nicht mehr dem analogen Verfall anheim fallen und bleiben der Nachwelt erhalten.

Natürlich ist da viel Spreu im Weizen und nicht alles, was flackert und unscharf ist, ist Tape-Gold. Bei einigen Uploads darf man auch durchaus die Frage nach der Legalität stellen – die komplette Serie MASH hat sicher noch Rechteinhaber, die in der näheren Zukunft mal kritisch den Zeigefinger heben werden. Ist mir wurscht –  [weiterlesen]