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Ich habe mir gestern Abend die Mühe gemacht, die erste Episode der dritten Staffel von DISCO anzuschauen. Und die Formulierung "die Mühe gemacht" ist dabei nicht zufällig gewählt. In den letzten Wochen habe ich ja auch STAR TREK LOWER DECKS geschaut (wohl LDS abgekürzt). Ich könnte nun zwei Reviews schreiben, aber selbst wenn die seitenlang wären, wären sie zu kurz. Weil sie zu kurz greifen würden. Die aktuellen Star Trek-Serien zu besprechen braucht Kontext. Und darum erstmal nur kurz:

STAR TREK LOWER DECKS: Eine launige, stilistisch eindeutig TNG verpflichtete Zeichentrickserie, die weder die Brillanz von FUTURAMA noch den Zynismus von RICK &..  [weiterlesen]

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Ich gestehe: das hier ist schon sehr speziell. Andererseits: WENN ihr drauf anspringt, ist euer Wochenende gerettet.

Dass ich das britische Fernsehen liebe, ist bekannt. Ich habe in den 70ern mit "Das Haus am Eaton Place" angefangen, mit den "Profis", später mit "Der Doktor und das liebe Vieh". Vor der Jahrtausendwende war das englische Fernsehen allerdings oft eine Geduldsprobe: billig produziert, mit grausamen Frisuren, schlechten Zähnen und viel beige, orange und braun. Eine TV-Kultur wie der Gelsenkirchener Barock. Die deutliche Verbesserung in Sachen Budgets und Inhalte ist der zunehmenden Internationalisierung in den letzten 30 Jahren zu verdanken…  [weiterlesen]

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Manchmal ergeben sich eher zufällig Dinge, die zu einem (kleinen) Artikel führen. So kam es ja gestern in den Kommentaren zu einer Diskussion über die (oft mangelnde) Qualität von Pizzen. Da gibt es ja eine relativ klare Hackordnung: Restaurant vor selbstgemacht vor geliefert vor aufgebacken. Die TK-Pizza steht in den Charts ganz weit hinten und verdankt ihre Beliebtheit primär dem Preis und der Bequemlichkeit des Kunden. Full disclosure: Ich habe noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen, die ich auch nur im gegebenen Rahmen "lecker" bewertet habe. Ausnahme: die "Ristorante Calabrese Salame" von Dr. Oetker, die es wohl aktuell nicht mehr gibt…  [weiterlesen]

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Ich hatte das "Pech", mit einer Mutter aufzuwachsen, die selber nicht gerne kochte. Das bisschen, was sie kochte, kochte sie gut – aber Bandbreite oder gar kulinarische Experimentierfreudigkeit waren bei uns zu Hause kein Thema. Auch deshalb, weil meine Mutter immer noch nebenher arbeiten gehen musste und einfach keine Zeit war, mit den Söhnen wie in der Fernsehwerbung lachend die Kekse in den Ofen zu schieben. Ich beschwere mich nicht, ich erkläre es nur.

Meine eigene kulinarische Sozialisierung war entsprechend. Kochen bedeutete zwar Topf aufsetzen und Backofen anschmeißen, aber letztlich meistens nur für Fertiggerichte. Wobei auch Fertiggericht nicht gleich Fertiggericht ist –..  [weiterlesen]

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Vor Jahren habe ich mal angemahnt, dass nicht nur die deutsche Kulturgeschichte, sondern gerade auch die Quasi-Monopol-Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender ein viel breiteres Spektrum an unterhaltsamen Dokumentationen ermöglichen sollte. Ich listete damals spontan folgende Ideen:

  • Der lange Weg nach Deutschland: Das Heilige Römische Dritte Weimarer Kaiserreich der Bundesrepublik
  • Dichter und Denker: Die große Schriftsteller, die großen Entdecker, die großen Erfinder, die großen Philosophen
  • Deutschland als Filmnation: der deutsche Stummfilm, Film im Dritten Reich, das Nachkriegs-Kino, der Neue Deutsche Film, das Kino der DDR
  • Die Studentenbewegung der 60er Jahre
  • Die sexuelle Revolution in Deutschland
  • Die Friedensbewegung
  • Die Geschichte der deutschen Parteien
  • Die Edgar Wallace-Filme
  • Varieté,
  • ..  [weiterlesen]

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Ich berichte immer wieder darüber, dass ich mich auf Streits und Diskussionen mit Leuten einlasse, die es provozieren. Ich weiß, dass das weder für meinen Blutdruck noch für meine Reputation günstig ist. Aus diesem Grund versuche ich in letzter Zeit sehr bewusst, mich nicht in Sachen einzumischen, die mich zwar ärgern, aber nichts angehen.

Es gelingt mir eher so mittel.

Gerade komme ich vom Einkaufen und musste gleich dreimal korrigierend in den Tagesablauf meiner Umwelt eingreifen:

  • In der Metzgerei wollte eine Verkäuferin eine nicht sichtbar benachteiligte Kundin vorwinken, die sogar explizit darauf hinwies,
  • ..  [weiterlesen]

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So, heute machen wir den Deckel drauf – zumindest bis die meedia-Redaktion einen weiteren Beitrag der Journalisten-KiTa freischaltet.

Titel:

Ihr Medien-Entscheider*innen müsst BIPoC-Journalist*innen fördern!

Hatten wir das nicht letztes Mal schon? Können die sich nicht mal in den ersten vier Beiträgen so koordinieren, dass sie nicht redundant werden? Andererseits: da diese jungen Schreiberlinge nur die eigenen Befindlichkeiten als Themen kennen, ist die Bandbreite sowieso beschränkt.

Der Journalismus in Deutschland ist sehr weiß. Das zeigt auch die Berichterstattung über Rassismus.

Ich ahne mal vorab: Den kurzen Weg von der Behauptung zum Beleg wird die Autorin nicht gehen wollen,..  [weiterlesen]

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Es scheint, als würde ich momentan primär "Wortvogel gegen die Welt"-Beiträge veröffentlichen, die mich wie einen frühzeitig vergreisten Menschenfeind aussehen lassen. Falls sich jemand Sorgen macht: das täuscht. Mir geht es gut. Meine Laune ist intakt. Ich verspreche, dieser Tage auch mal was Nettes zu schreiben.

Aber nicht heute.

Heute nehme ich mir den dritten "OK Boomer"-Beitrag von meedia vor.

Der Titel:

Weiß, cis, hetero, ungenügend – ein Plädoyer für mehr Diversität im Journalismus

Wie… überraschend. Eine weiße Jungjournalistin bezeichnet die eigenen Privilegien als ungenügend…  [weiterlesen]

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Ihr seid Geier. Ihr wartet nur darauf, dass sich wieder mal jemand mit mir anlegt, damit für euch eine lustige Geschichte dabei rum kommt. Der Dewi gegen die Welt – großes Entertainment.

Und ich geb’s zu: raue Konflikte kann ich. Um es mit Sting zu sagen:

Takes more than combat gear to make a man
Takes more than a license for a gun
Confront your enemies, avoid them when you can
A gentleman will walk but never run

That’s me. Never start a fight –..  [weiterlesen]

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Die Diskussion über den OK BOOMER-Artikel zur Gendersprache führte neulich ja zu heftigen Diskussionen. Ich entschied mich daraufhin, auch mal die anderen OK BOOMER-Beiträge der Journalistenschüler durchzulesen. Sind aktuell nur drei – und die sind durch die Bank durchtränkt von einer scheuklappigen Selbstbezogenheit und einem Gefühl der postpubertären Allwissenheit, dass ich sie in den nächsten Tagen alle mal auseinander puzzeln werde. Während ich einerseits denke, dass man den Nachwuchs nicht zu hart rannehmen sollte, graust mich auf der anderen Seite die Vorstellung, dass DAS die Ansichten sind, die den Journalismus ab 2025 prägen werden.

Nun gut…  [weiterlesen]