Das letzte Mal habe ich einen solchen Beitrag Ende 2011 verfaßt. Damals hatte ich mir meinen ersten Motorroller aus chinesischer Produktion gekauft, den Nachbau einer Vespa Primavera 50. Leider habt ihr mitbekommen, dass dem Scooter kein schönes Leben beschieden war. Mehrfach von besoffenen Rowdys beschädigt und harschem Wetter ausgesetzt, alterte er so schnell, dass er jetzt nach fünf Jahren kaum noch mit mehr als „fahrfähig“ beschrieben werden kann. Aus diesem Grund habe ich auch im Februar das neue Nummernschild erstmal nicht abgeholt und den Roller auf dem Hof stehen gelassen.

Es stellte sich die Frage: Was nun?  [weiterlesen]



Über Nina Hagens musikalisches Können und ihre musikhistorische Bedeutung kann ich nichts sagen – ich kenne zu wenig von ihr, um kompetent zu sein. Das bisschen, was ich kenne, finde ich manchmal erfrischend rebellisch, manchmal aber auch maßlos affektiert.

Der „öffentliche Mensch“ Nina Hagen ist mir allerdings schon immer ungeheuer auf den Keks gegangen, weil die Frau eine Eigenschaft hat, die mich triggert: sie taumelt von einer Scheißidee zu nächsten, von der Sucht in die Sekte, mutiert von der Anarcho-Braut zur Volks-Mama – und verlangt für jeden ihrer Hirnfurze lautstark Respekt. Zumindest, bis sie ihr infantiles Gemüt dem nächsten Schnickschnack widmet.  [weiterlesen]



Langjährigen Lesern meines Blogs ist bekannt, dass bei uns daheim bevorzugt britische Dokumentationen geschaut werden. Natur, Kultur, Kulinarik – irgendwie scheinen die englischen Sender deutlich breiter und besser aufgestellt, wenn es darum geht, die vergangene und aktuelle Welt abzubilden und aufzuarbeiten. Das gilt besonders, seit sich bei uns das widerliche Stilmittel durchgesetzt hat, zu wirklich jedem Thema irgendein paar unbeteiligte Spaßnasen vorgefertigte Sprüche absondern zu lassen:

„Bismarck? Wieso Kanzler? Ich dachte, der hat den Hering erfunden!“

Lange Zeit unterstellte ich, dass Deutschland vielleicht zu wenig Themen hat, zu wenig relevante Geschichte(n) jenseits des totdokumentierten Dritten Reichs samt folgendem Wirtschaftwunder mit den immer gleichen Aufnahmen von Trümmerfrauen und Mauerbau.  [weiterlesen]



Die LvA schenkt mir zu Weihnachten gerne Sachen, von denen wir beide was haben. Unter dem Christbaum 2016 lag deshalb eine Reise nach Island. Hatte ich jetzt nicht wirklich als einen der „100 places to go before you die“ auf dem Zettel, aber man ist ja flexibel und neugierig. Island also. Es hilft, dass ein paar meiner Romane teilweise auf Island spielen – mal schauen, wie sehr ich bei der Beschreibung daneben gelegen habe.

Eigentlich war geplant und gebucht, nach zwei Tagen Reykjavik mit dem Wagen zur Ostseite der Insel zu fahren. Einer der Gründe: die LvA wollte unbedingt mal zu den Gletschern,  [weiterlesen]



Okay, weil heute anscheinend jeder noch mal den ESC rekapituliert, hier meine 2 Cents:

Ein guter Jahrgang, in dem deutlich mehr regionale Aspekte und Lokalkolorit präsentiert wurden. Ich begrüße die geringere Anzahl an Power-Balladen und Faux-Musical-Nummern, bei denen Damen in langen Kleidern melodramatisch die angespannten Hände gen Himmel strecken. Diesmal keine reine Gag-Nummer. Tolle virtuelle (durch reale Requisiten ergänzte) Bühnenbilder.

Auf der Minus-Seite: Entsetzliche Moderatoren. Die zweigeteilte Punktevergabe ist scheiße, bitte zurück zum alten System.

Ich kann mit dem Siegersong gut leben, habe die vielleicht einen Tacken zu hippe Heulnummer gestern so beschrieben: „Ein Song,  [weiterlesen]



Ich gehe ungefähr so gern zum Friseur, wie ich zum Zahnarzt gehe. Das Problem ist beim Friseur allerdings weniger der drohende körperliche Missbrauch, sondern der mühsame Versuch von Smalltalk. Ich kann keinen Smalltalk. Da ich über den Friseur nichts weiß und er nichts über mich, gibt es allerdings auch nichts anderes als Smalltalk, über das/den man reden könnte. Darum habe ich vor einigen Jahren begonnen, mir Friseure zu suchen, die ihr Handwerk nicht als plauderigen Zeitvertreib sehen, sondern als Akkordarbeit.

Kurden, missgelaunt und verschwitzt, ziehen mir seitdem grob den Bartschneider über den Hinterkopf (9 Millimeter), sprühen dann oben ein bisschen,  [weiterlesen]



In den letzten drei, vier Jahren bin ich von einem großen Befürworter von Superhelden-Verfilmungen zu einem weitgehend schweigenden Kritiker geworden. Und heute will ich über die Gründe schreiben. Anlass ist dieser Teaser Trailer für eine NEUE Marvel X-Serie von Brian Singer:

Das sieht nicht schlecht aus, auch wenn der endgültige Trailer am 15.5. sicher eine bessere Einordnung zulässt. Trotzdem war meine Reaktion:

„fer fucks‘ seek, not anuther ‚un!!!“

Ich brauche eigentlich gar nicht zu argumentieren – es reichen die Zahlen. Hier die 2017 in die Kinos gekommenen/kommenden Superhelden-Blockbuster:

  • Logan
  • Lego: Batman Movie
  • Guardians of the Galaxy 2
  • Thor 3: Ragnarok
  • Justice League
  • Wonder Woman
  • Spider-Man: Homecoming
  • Bloodshot

Dabei zähle ich nicht mal die Quasi-Superhelden-Verfilmungen wie „Power Rangers“  [weiterlesen]



Originaltext Januar 2014:

Die Branche rüstet auf, immer mehr Spiele verzichten vorab auf einen Kaufpreis, um hintenrum mit Bonus Content und Einkäufen direkt im Spiel – und damit beim Spieler – abzusahnen. Extreme Beispiele wie „Angry Birds go!“ zeigen bereits, wo die Grenzen gezogen werden – nach oben offen.

Fun-Racer sind seit „Super Mario Kart“ ein beliebtes Genre für Gamer, die schnell einsteigen und viel Adrenalin investieren wollen. Das gilt auch für „Angry Birds go!“. Gute Grafik und packendes Gameplay überzeugen beim Kurztest. Aber schnell wird klar: Ohne teure Extras kommt man schwer voran,  [weiterlesen]



Heute geht es eher um einen exemplarischen Deppen. Einen von der Sorte, wie man sie auf Facebook täglich trifft. Einer, der seine Meinung grundsätzlich nicht sagt, sondern pöbelt, und dabei auf lässliche Details wie „Argumente“ gut verzichten kann. Und das mit einer Grammatik, die der deutschen Leitkultur nicht zuträglich sein kann (wobei es sich in diesem Fall um einen Schweizer handelt – wusste gar nicht, dass im Land von Edelweiß und Schokolade auch Vollspacken wachsen).

Es geht auch um meine Art, mit solchen Leuten umzugehen – weil ich manchmal doch nicht anders kann, als ein wenig zu sticheln.  [weiterlesen]



Ich nehme die offensichtlichsten Antworten mal vorweg: Wach. Mit den Augen. Betrunken. Ohne Scham.

Aber ich meine etwas anderes. Ich interessiere mich für eure Abläufe, eure Routinen. Weil ich mich beim Fantasy Filmfest dieser Tage mit dem Doc Acula unterhalten habe, wie er so viele Filme in so kurzer Zeit wegschafft. Multitasked er etwa? Ja, stellt sich raus: Nach seiner Aussage schaut er in jeden Film konzentriert rein, aber wenn er nicht „gepackt“ wird, fängt er nach spätestens 20 Minuten an, nebenher noch andere Sachen zu machen.

Das könnte ich nicht. Nicht aus cineastischen oder moralischen Gründen –  [weiterlesen]