Ich will laufen. Die Klamotten und die Schuhe liegen seit dem Morgen bereit. Aber es ist zu heiß. Über 30 Grad im Schatten. Da hole ich keinen neuen Rekord, allenfalls einen Hitzetod. Es heißt ja joggen, nicht quälen – oder gar sterben.

Also warte ich, bis die Sonne hinter dem Fremersberg verschwindet, ohne sofort alles Tageslicht mitzunehmen. Ein Fenster von vielleicht einer halben, dreiviertel Stunde tut sich auf, in dem ich noch nicht wie ein Depp mit einer Lampe am Stirnband joggen muss. Rein in die Laufkleidung. Gibt es ein Gegenstück zu „pellen“? Ich ächze und schiebe alle Probleme auf das Kompressions-Shirt.  [weiterlesen]



Am 5.3.2017 habe ich diesen Blog nach einem halbjährigen Semi-Sabbatical mit neuem Look und neuer Kraft wieder aufgemacht. Seither habe ich fast 80 Beiträge veröffentlicht, darunter sehr wenige Minis. Nach meinem Gefühl ist das alles recht substanziell und abwechslungsreich gewesen.

Es hat mich sehr gefreut, dass sich meine Leserschaft auch wieder eingefunden hat. Am Anfang fand ich die Reaktionen etwas schleppend, aber es zeigt sich, dass die Kommentare kommen – wenn die Leser etwas zu sagen haben.

Aktuell plane ich ja auch wieder ein paar größere Geschichten, z.B. über die deutschen Genre-Produktionen der Privatsender in den 90ern.  [weiterlesen]



Die sollte ein fröhlicher, entspannter Beitrag für einen fröhlichen, entspannten Sonntag sein. Nun widme ich ihn den Opfern von London, „meiner“ Stadt.

Zum Sonntag gibt’s mal wieder was auf die Ohren. Und weil ich ein äonenalter Mann bin, kommen die heutigen Stars „straight outta the 80’s“. Es ist durchaus erstaunlich, was sich auch heute noch auf den Bühnen von Retro-Festivals und Fernsehshows herum treibt – und wie das immer noch die Hütte rockt.

So war mir völlig entgangen, dass Frankie goes to Hollywood sich 2004 noch mal für ein Charity Concert zusammen gefunden hatten.  [weiterlesen]



Dieser Artikel beschäftigt sich genau genommen mit zwei verschiedenen, aber verwandten Phänomenen. Es geht um die digitale Manipulation von Alterserscheinungen im Hollywood-Kino.

Fangen wir mit den Frauen an. Früher war es durchaus auffällig, dass einige Darstellerinnen, wenn sie ins angeblich „beste Alter“ kamen, keine Szene ohne erkennbaren Weichzeichner absolvierten. Das führte zu teilweise krassen Brüchen zwischen kristallklaren, porenscharfen Darstellungen der Männergesichter und träumerisch wolkigen Aufnahmen von Halle Berry, Jennifer Lopez, Jennifer Aniston, Nicole Kidman etc.

Wo der Weichzeichner nicht mehr half oder unangebracht war, griff man zu Botox und Lifting, was allerdings der schauspielerischen Leistung nicht immer zuträglich war.  [weiterlesen]



Ich habe in den letzten Wochen und Monaten natürlich auch wieder Bilder zu eurer Unterhaltung gemacht.

So fanden sich im Industriemuseum in Manchester diese zwei drolligen Zitate:

Vor diesem grandios depperten Videocover hab ich in den 80ern und 90ern wahrlich oft genug gestanden:

Wenn man genau hinguckt, kann man sehen, dass hier zwischen dem brennenden Kreuz und dem Flammenstab irgendetwas grob herausgeschnitten wurde. Es war die Zeit vor Photoshop. Und siehe da, eine Google-Suche enthüllt das düstere Geheimnis – man wollte ein Mitglied des Ku Klux Klan nicht allzu prominent auf dem Cover haben:

Langjährige Leser wissen: ich habe kein nennenswertes Problem mit „targeted advertising“.  [weiterlesen]



Jetzt hört auf zu lachen! Ich meine das ernst! Ja, Chris de Burgh! Nein, dafür muss ich mich nicht schämen. Nein, ich bin auch nicht retro-ironisch dahin gegangen. War ein Valentinstags-Geschenk meiner Lady in Red. Romantische Sache für ein Ehepaar im besten Alter. Ach, rutscht mir doch den Buckel runter. Ich muss mich schließlich nicht vor euch rechtfertigen…

Ich gestehe aber, dass ich vor dem Besuch des Konzerts durchaus darüber nachgedacht habe, mit welcher Einstellung man dem mittlerweile schwer auf die 70 zugehenden de Burgh begegnen muss. Fakt ist: Ich war in den 80ern echt Fan,  [weiterlesen]



Heute probiere ich „Matcha Kekse“ von Attila Hildmann – die sind nicht nur vegan, bio, laut Packungsaufschrift „ohne Tiere drin“, sondern auch aus voll hochwertigen Zutaten und von Behinderten gebacken. Das soll kein Zynismus sein, das steht auf der Webseite!

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Unsere Putzfrau fragte mich vor einigen Wochen: „Macht Ihnen das Joggen denn auch Spaß?“. Ich dachte kurz nach und entschied mich für eine ehrliche Antwort: „Ich hasse es. Ich würde es nie freiwillig machen. Aber ich sehe die Notwendigkeit ein und tröste mich damit, dass ich zwar nicht gerne jogge, aber hinterher gerne gejoggt bin. Mich treibt nicht der Weg, sondern das Ziel.“

Das ist nicht neu. Eigentlich könnt ihr euch diesen Artikel von vor viereinhalb Jahren noch mal durchlesen. Gleiches Problem, gleicher Lösungsansatz, gleiche Motivation. Ich habe das alles schon einmal versucht – und bin krachend gescheitert.  [weiterlesen]



Bei den meisten Menschen fallen die Entscheidungen, was man am Liebsten mag, in der Kindheit: Lieblingsfarbe, Lieblingsbaum, Lieblingstier. Auch grundlegende Fragen werden beantwortet und damit der Charakter festgelegt. Für immer, dachte ich.

Tatsächlich fällt mir immer häufiger auf, dass sich mein Geschmack auch in elementaren Dingen durchaus geändert hat. So war ich als Kind und Jugendlicher ein Freund der Nacht. Ich konnte es kaum abwarten, bis es wieder früher dunkel wird und ich dann durch die Gegend stromern kann. Die Nacht war „meine“ Zeit. I am Batman.

Mittlerweile bevorzuge ich lange Sommerabende und bringe keine wirkliche Begeisterung für Herbst und Winter auf,  [weiterlesen]



Logan

Ich glaube, „Logan“ ist der erste Superheldenfilm seit Jahren, der mich zwar interessiert hat, den ich im Kino aber verpasst habe. Das ist umso kurioser, da hier genau das versprochen wird, was ich seit Ewigkeiten einfordere: Solo-Filme innerhalb eines Superhelden-Universums, die eher wie Graphic Novels erzählt werden und sich endlich auch mal wieder an Erwachsene richten. Nach dem Erfolg von „Deadpool“ traut man sich „hard r“ und hier wird das nicht mal mit einer humorigen Grundeinstellung übertüncht.

Der Vorgänger „The Wolverine“ versuchte Ähnliches, krankte in meinen Augen aber an einer unentschlossenen „sowohl als auch“-Haltung.  [weiterlesen]