Es ist mal wieder ein wenig Vorgeschichte nötig. Ich habe den SPIEGEL Mitte der 80er zu lesen begonnen. Damals bekam ich die gesammelten alten Ausgaben immer von meinem Großvater (und ausgelesene Playboys von meinem Vater, aber das ist eine andere Geschichte). Am Kiosk neu kaufen konnte ich mir mit 8 Mark Taschengeld im Monat nicht leisten. Warum ausgerechnet mein knochenkonservativer und politisch nur mäßig interessierter Opa das Hamburger Nachrichtenmagazin las, verstehe ich bis heute nicht. War mir aber damals und heute egal.

Der SPIEGEL hat, und das kann man nicht genug betonen, mein Verständnis zu Staat, Kirche und Journalismus geprägt.  [weiterlesen]



Nachfolgend ein Text, den ich im April 2014 für die Webseite Topf voll Gold geschrieben habe. Mittlerweile ist das Korrektiv der Klatschpresse bei Übermedien untergekommen – ich fand es als singuläre Stimme kräftiger.

Damit mein Beitrag nicht dem digitalen Vergessen anheim fällt, habe ich mich entschlossen, ihn an dieser Stelle in mein Blog zu übernehmen.

Worum es geht? Um die Klatschpresse natürlich. Um die kleinen Lügen und großen Unterstellungen, um Lesertäuschung und Selbstverleugnung. Ausnahmsweise aber lösungsorientiert und nicht nur anprangernd.

Nachzügler unter den Lesern kann ich empfehlen, vorher diesen und diesen Beitrag zu lesen,  [weiterlesen]



Da fahre ich ganz entspannt nach einer harten Woche Reportagen von Hamburg Richtung Marburg und sehe plötzlich in Höhe Staufenberg einen Truck mit einer seltsam anmutenden Ladung vor mir her zuckeln:

Je näher ich komme, desto klarer wird mir, dass hier mein Handy ran muss:

Hat irgendjemand von euch auch nur eine blasse Ahnung, was das ist?!

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Selbst Kai Meyer meinte neulich in einem Facebook-Kommentar, ich sei ein Nostalgiker – mittlerweile kommen mir plausible Gründe abhanden, das zu bestreiten. Je älter man wird, desto größer ist die Zahl der Jahr(zehnt)e, auf die man zurückblicken kann – und desto größer wird die Zahl derer, die diese Jahr(zehnt)e nicht erlebt haben. Das Leben drängt mich fast zwangsläufig in eine „zu meiner Zeit…“-Position.

Gestern zum Beispiel. Da haben wir für eine Reportage ein saucooles Shabby Chic Café mit zugehörigem Antiquitätenhandel besucht. Und was liegt da in einer Scheune? Eine gut erhaltene Bravo von November 1978:

Pflichtbewusst habe ich jede einzelne Seite fotografiert und in ein PDF umgewandelt.  [weiterlesen]



Mein erster Roller war ein Sym (auch Sanyang) Flash 50. So ein Baumarkt-Scooter in knallrot und Plastik, der eigentlich zu klein für einen erwachsenen Mann war und an der Ampel keine 16jährige beeindrucken konnte. Mir war das egal, weil ich den Roller 1997 nur deswegen gekauft hatte, um mal anzutesten, ob so ein Gefährt zu mir passt. 899 Deutschmark bei der Metro, wenn ich mich recht erinnere.

Häme bin ich grundsätzlich mit dem Hinweis entgegen getreten, dass man sich seiner Männlichkeit SEHR sicher sein muss, um so einen Plastikschrabbel zu fahren. Der Kleine machte ja auch,  [weiterlesen]



Es gehört zu den Vorzügen einer Beziehung, vermisst zu werden. Früher, wenn ich lange unterwegs war, kam ich in ein kaltes und leeres Haus zurück. Klar konnte das auch entspannend sein, aber in den letzten Jahren wärmt es doch das Herz, wenn hinter der Tür jemand aufgeregt auf und ab springt, weil man endlich wieder da ist. Und aufgeregt auf und ab springen, das kann die LvA gut.

Und nicht nur die.

Wir sind es gewohnt, dass unsere Katzen sich merklich freuen, auch wenn wir nur einen Tag lang nicht daheim waren. Dann schleichen sie uns um die Beine,  [weiterlesen]



Vorwort: Ich sitze in einem Hotel in Niedersachsen. Gestern Abend fiel mir wieder ein, wann ich das letzte Mal in einem Hotel in Niedersachsen gesessen habe: in der US-Wahlnacht 2016. Ich kann mich gut erinnern, es ist einer dieser „wo warst du, als…?“-Momente gewesen. 

Um 3.00 Uhr morgens, Ablauf und Ergebnis der Wahl schienen ausgemacht, schrieb ich den nachfolgenden Text. Gegen 4.30 Uhr war mir klar – ich werde ihn nicht veröffentlichen können. Um 5.00 Uhr schaltete ich den Fernseher aus. Fassungslos.

Es sind seither acht Monate vergangen –  [weiterlesen]



Ich habe es anderswo schon angedeutet – nach den letzten sechs Läufen hatte ich vor, eine Pause von fünf Tagen einzulegen, damit meine Muskulatur und meine Gelenke sich etwas erholen können. Leider wurde das torpediert, als ich gleich am ersten Ruhetag für eine Reportage auf das Nebelhorn musste. Bergwandern ist zwar eine schöne Abwechslung, aber ein Abend in der Badewanne wäre besser gewesen.

Danach folgt eine Phase brutaler Leibesschwere. Ich komme kaum aus dem Bett, meine Beine fühlen sich wie altgriechische Tempelsäulen an und meine Motivation ist =<0. So ist es auch kein Wunder, dass ich meinen nächsten Lauf mit mangelnder Energie und nur unter physischem wie psychischen Protest antrete.  [weiterlesen]



Da ich in den nächsten 9 Tagen in der Republik unterwegs bin und kaum dazu komme, substanzielle Beiträge zu schreiben, werde ich nicht die Klappe halten (das wäre vernünftig, aber spaßfrei), sondern einfach mild kuriose bis irrwitzige Anekdoten aus meinem Leben teilen. Die Idee verdanke ich dem Herrn Spiegelberg, der mich heute dahingehend provoziert hat.

Fangen wir mit dem Tag im Jahre ca. 1997 an, an dem ich drei Eier mit Wasser in einen kleinen Kochtopf warf, alles auf den Herd stellte – und dann zur Arbeit ging.

Picture this.

Ich komme nach acht Stunden ermattet heim,  [weiterlesen]



Originaltext Oktober 2013:

Privatfernsehen, Internet und Videospiele haben dem klassischen Romanheft vom Kiosk schwer zugesetzt. Die Verlage setzen auf neue Vertriebswege, um Jerry Cotton, Perry Rhodan & Co. einer neuen Lesergeneration nahe zu bringen. Als eBooks machen die Romane ihre Schwächen zu Stärken – und auch die Autoren sehen neue Chancen.

Endstation Altpapiercontainer?

Lange Zeit sah es nicht gut für den Groschenroman aus, der spätestens mit der Umstellung auf den Euro keine Groschen mehr kostet, sondern 1,60 bis 1,80 Euro. Seit den Hochzeiten in den 70er und 80er Jahren sind die Auflagen von üppig fünfstellig auf breiter Front in den vierstelligen Bereich abgesackt,  [weiterlesen]