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Abtlg.: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?

Tatsächlich scheint es einige Leute zu interessieren, was ich esse, worauf ich schlafe, und womit ich fahre. Üblicherweise ist meine Morgentoilette in diesem Themenmix tabu, aber wenn sich wirklich mal was ändert, fühle ich mich zur Mitteilung verpflichtet.

Rasieren war bei mir immer ein heikles Thema. Ich rasiere nass. Aus Prinzip. Männer machen das so. Maschinen sind was für Memmen. Einzige Ausnahme: wenn ich arg lange mal nicht zum Rasierer gegriffen habe, werden die zu langen Stoppeln mit einem Bartschneider aus dem Gesicht geraspelt…  [weiterlesen]

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Wie ihr alle wisst, bevorzugen wir daheim "low tech", weil wir weder hohe Ansprüche haben noch die Lust, uns auf komplexe Systeme einzulassen oder viel Geld auszugeben. Unser LG-Flachbildfernseher ist mittlerweile zehn Jahre alt und hat keinerlei Smart TV-Funktionen. Wir benutzen Fire-Tablets von Amazon für 60 Euro und haben mittlerweile vier Amazon Echo im Betrieb, zwei Show 5 und zwei Dot. Einen Google Nest Mini habe ich geschenkt bekommen, ich sehe allerdings keinen Nährwert, den anzuschließen. Meine Fernsprechanlage im Auto ist ein Bluetooth-Transmitter für 15 Euro. Unsere Küchenlampe hat eine Fernbedienung für Helligkeit und Farbton…  [weiterlesen]

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Nach meinem Test der authentisch schmeckenden Gustavo Gusto-Pizza meldete sich auf Twitter erstaunlicherweise Dr. Oetker zu Wort – und war von mir menschlich enttäuscht:

Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass man einem Nahrungsmittel-Giganten mit mehreren Milliarden Euro Umsatz derart schnell auf die Füße steigen kann. Es mag damit zusammen hängen, dass Oetker gerade versucht, mit der "Mia Grande"-Linie verlorenen Boden wieder gut zu machen. Diese Pizza-Variante ist derart offensichtlich auf die Klientel von Gustavo Gusto ausgerichtet, dass es fast schon wieder den Sprung von "frech" zu "witzig" schafft:

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Okt 2020

Auf der einen Seite ist es nur ein alberner Nebenkriegsschauplatz, eigentlich kaum der Rede wert. Andererseits zeigt sich an diesem Beispiel wieder mal, wie unterschiedlich und willkürlich die Grenzen von "Meinungsfreiheit" und "Anstößigkeit" ausgelegt werden können.

Dass Facebook bei seinen Maßstäben so amerikanisch wie albern ist, haben wir ja schon oft genug erlebt. Man kann ein Nazi sein und die Vernichtung von unerwünschten Minderheiten fordern – aber das ästhetische Bild einer weiblichen Brustwarze posten? Wo kämen wir denn da hin?! Die Verrohung der Jugend beginnt nicht im Kopf, sondern zwischen den Beinen. Sagen darf man (fast) alles,..  [weiterlesen]

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Ich habe mir gestern Abend die Mühe gemacht, die erste Episode der dritten Staffel von DISCO anzuschauen. Und die Formulierung "die Mühe gemacht" ist dabei nicht zufällig gewählt. In den letzten Wochen habe ich ja auch STAR TREK LOWER DECKS geschaut (wohl LDS abgekürzt). Ich könnte nun zwei Reviews schreiben, aber selbst wenn die seitenlang wären, wären sie zu kurz. Weil sie zu kurz greifen würden. Die aktuellen Star Trek-Serien zu besprechen braucht Kontext. Und darum erstmal nur kurz:

STAR TREK LOWER DECKS: Eine launige, stilistisch eindeutig TNG verpflichtete Zeichentrickserie, die weder die Brillanz von FUTURAMA noch den Zynismus von RICK &..  [weiterlesen]

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Ich gestehe: das hier ist schon sehr speziell. Andererseits: WENN ihr drauf anspringt, ist euer Wochenende gerettet.

Dass ich das britische Fernsehen liebe, ist bekannt. Ich habe in den 70ern mit "Das Haus am Eaton Place" angefangen, mit den "Profis", später mit "Der Doktor und das liebe Vieh". Vor der Jahrtausendwende war das englische Fernsehen allerdings oft eine Geduldsprobe: billig produziert, mit grausamen Frisuren, schlechten Zähnen und viel beige, orange und braun. Eine TV-Kultur wie der Gelsenkirchener Barock. Die deutliche Verbesserung in Sachen Budgets und Inhalte ist der zunehmenden Internationalisierung in den letzten 30 Jahren zu verdanken…  [weiterlesen]

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Manchmal ergeben sich eher zufällig Dinge, die zu einem (kleinen) Artikel führen. So kam es ja gestern in den Kommentaren zu einer Diskussion über die (oft mangelnde) Qualität von Pizzen. Da gibt es ja eine relativ klare Hackordnung: Restaurant vor selbstgemacht vor geliefert vor aufgebacken. Die TK-Pizza steht in den Charts ganz weit hinten und verdankt ihre Beliebtheit primär dem Preis und der Bequemlichkeit des Kunden. Full disclosure: Ich habe noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen, die ich auch nur im gegebenen Rahmen "lecker" bewertet habe. Ausnahme: die "Ristorante Calabrese Salame" von Dr. Oetker, die es wohl aktuell nicht mehr gibt…  [weiterlesen]

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Ich hatte das "Pech", mit einer Mutter aufzuwachsen, die selber nicht gerne kochte. Das bisschen, was sie kochte, kochte sie gut – aber Bandbreite oder gar kulinarische Experimentierfreudigkeit waren bei uns zu Hause kein Thema. Auch deshalb, weil meine Mutter immer noch nebenher arbeiten gehen musste und einfach keine Zeit war, mit den Söhnen wie in der Fernsehwerbung lachend die Kekse in den Ofen zu schieben. Ich beschwere mich nicht, ich erkläre es nur.

Meine eigene kulinarische Sozialisierung war entsprechend. Kochen bedeutete zwar Topf aufsetzen und Backofen anschmeißen, aber letztlich meistens nur für Fertiggerichte. Wobei auch Fertiggericht nicht gleich Fertiggericht ist –..  [weiterlesen]

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Vor Jahren habe ich mal angemahnt, dass nicht nur die deutsche Kulturgeschichte, sondern gerade auch die Quasi-Monopol-Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender ein viel breiteres Spektrum an unterhaltsamen Dokumentationen ermöglichen sollte. Ich listete damals spontan folgende Ideen:

  • Der lange Weg nach Deutschland: Das Heilige Römische Dritte Weimarer Kaiserreich der Bundesrepublik
  • Dichter und Denker: Die große Schriftsteller, die großen Entdecker, die großen Erfinder, die großen Philosophen
  • Deutschland als Filmnation: der deutsche Stummfilm, Film im Dritten Reich, das Nachkriegs-Kino, der Neue Deutsche Film, das Kino der DDR
  • Die Studentenbewegung der 60er Jahre
  • Die sexuelle Revolution in Deutschland
  • Die Friedensbewegung
  • Die Geschichte der deutschen Parteien
  • Die Edgar Wallace-Filme
  • Varieté,
  • ..  [weiterlesen]

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Ich berichte immer wieder darüber, dass ich mich auf Streits und Diskussionen mit Leuten einlasse, die es provozieren. Ich weiß, dass das weder für meinen Blutdruck noch für meine Reputation günstig ist. Aus diesem Grund versuche ich in letzter Zeit sehr bewusst, mich nicht in Sachen einzumischen, die mich zwar ärgern, aber nichts angehen.

Es gelingt mir eher so mittel.

Gerade komme ich vom Einkaufen und musste gleich dreimal korrigierend in den Tagesablauf meiner Umwelt eingreifen:

  • In der Metzgerei wollte eine Verkäuferin eine nicht sichtbar benachteiligte Kundin vorwinken, die sogar explizit darauf hinwies,
  • ..  [weiterlesen]