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Gestern war ein lieber alter Freund zu Besuch und wie das manchmal so ist, wenn man sich in den letzten 15 Jahren vielleicht dreimal gesehen hat – wir kamen schwer ins Anekdoteln. Schließlich kennen wir uns ungefähr, seit wir 16 Jahre alt waren. Wir haben zusammen viele schlechte Filme gesehen, waren gemeinsam in Berlin und in London, haben Superhelden gespielt, auf dem Fantasy Filmfest gehockt – und bei einer ganz bestimmten Geburtstagsparty haben wir Sachen gemacht, die die Nachwelt wirklich gar nichts angehen (Video vorhanden).

Je später der Abend, desto obskurer wurden die Clips und Fotos, die ich von der gemeinsamen Zeit aus meinem Digi-Archiv wühlte…  [weiterlesen]

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Ich bekomme immer noch viele Newsletter von Produktionsfirmen und Verleihern, die ich meistens kurz überfliege, bevor sie in den digitalen Papierkorb wandern. Manchmal wundert mich, was da von PR-Leuten formuliert wird, um sich um die offensichtlich dümmsten Ideen herum zu schwadronieren.

Neulich erst regte ich mich darüber auf, dass immer mehr Filmklassiker zu Serien verwurstet werden, auch wenn die Storys das im Einzelfall gar nicht hergeben. Klar, WESTWORLD kann man über mehrere Staffeln ziehen, bei SNOWPIERCER wird es schon schwieriger – aber DAS BOOT? Was soll das? Und nun wird auch noch David Cronenbergs Gynäkologie-Horror DIE UNZERTRENNLICHEN in Häpppchen gepresst und dabei mit einem feministischen Twist versehen,..  [weiterlesen]

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USA 2020. Regie: Dean Parisot. Darsteller: Keanu Reeves, Alex Winter, Samara Weaving, Brigette Lundy-Paine, Kristen Schaal, William Sadler, Erinn Hayes u.a.

Story: Eigentlich hätten die Teenager Bill und Ted, aka die Wyld Stallyns, mit einem kraftvollen Rocksong die Menschheit, die Erde und die Zukunft retten sollen. Dummerweise sind sie nie dazu gekommen, den Song tatsächlich zu schreiben und nun droht die völlige Auflösung aller Realitäten – in 77 Minuten. Weil für die Arbeit im Studio keine Zeit bleibt, kapern die beiden alt gewordenen Slacker eine Zeitmaschine, um den Song quasi von sich selbst zu klauen…  [weiterlesen]

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Bisher habe ich die Proteste in Berlin als Zeitvertreib tumber Hetzer mit einem corona-bedingten Mangel an tatsächlicher Beschäftigung gesehen – und Attila Hildmann als den Clown in diesem Zirkus. Aber seit dem Wochenende hat das eine andere Qualität bekommen. Der Versuch einer "Erstürmung" des Reichtags durch Nazis und anderes Pack muss alle Alarmglocken läuten lassen. Es muss unvorstellbar bleiben, dass dereinst in den Geschichtsbüchern steht:

"Am 29. August 2020 versuchten erstmals Rechtsradikale, den Reichstag zu stürmen und das demokratisch gewählte Parlament abzusetzen."

Das hier soll und darf sich nicht wiederholen:

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Ich hatte ja schon erzählt, dass ich mich in letzter Zeit (und eigentlich erstmals in meinem Leben) mit richtigem Kochen & Backen beschäftige. Es ist nicht so, dass ich als Single-Mann (bevor ich eine Frau heiratete, die sowohl kochen als auch backen kann) nur von LIDL-Pizza gelebt habe: Kartoffeln, Frikadellen, Spaghetti Bolognese, Fisch und ein paar Kuchen – ich kam klar. Das meiste war allerdings Fertigfutter. Neue Sachen nach Rezept – da fehlte mir immer die Geduld und vor allem die Gesellschaft, in der ich das genießen konnte.

Das hat sich auch deshalb geändert,..  [weiterlesen]

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Ich habe ein paar Tage frei (Resturlaub abfeiern) und obwohl ich die Fotostorys lieber homöopathisch auf das Jahr verteile, fühle ich das Kribbeln in mir, erneut in die Retzer-Hölle abzusteigen. Ganz besonders deshalb, weil DREI SCHWEDINNEN AUF DER REEPERBAHN so eine Art Seelenverwandter von DIE SCHULMÄDCHEN VOM TREFFPUNKT ZOO ist: gerade mal ein Jahr später gedreht, gleicher Autor, gleicher Regisseur, teilweise gleiche Darsteller. Auch hier wird der billige Bumsfilm mit sozialkritischen Ansätzen aufgehübscht und statt fröhlicher Urlaubsatmosphäre der damals so beliebten Ferienkomödien konzentriert man sich auf urbane Trostlosigkeit: dort die Gegend um den Bahnhof Zoo,..  [weiterlesen]

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Ersparen wir uns die übliche Einleitung, warum ich mir so etwas antue. Ich bin sehenden Auges in dieses Screening gegangen, hatte eine ziemlich präzise Vorstellung, was mich erwartet – I have no one to blame but myself.

Das Thema Otto W. Retzer hatten wir ja schon mehrfach, allerdings meistens im Kontext seiner harmlosen Bums & Blödel-Filme, die zwar gerne subkutan unfassbar menschenfeindlich und zynisch sind, nach außen jedoch nur spielen wollen. Das deckt aber lediglich eine Seite von Retzers Schaffen ab – der Mann hat rührselige TV-Filme ebenso produziert wie Asia Trash:

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Abt.: Das hätte ihm gefallen…

Kurz nach der Beerdigung von Doc Acula bekam ich Nachricht aus dem Badmovies-Team – man bemühe sich, Oliver Kalkofe über Social Media zu kontaktieren, damit er vielleicht in der neuen Staffel SchleFaz eine kleine Huldigung des verstorbenen Webmasters offeriere. Schließlich war Kalkofe selber Leser der Badmovies-Seite und hatte kundgetan, dass er die Idee zur Verwurstung von ATOR einem Review des Docs entnommen hatte:

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Leider klappte das mit der Kontaktierung über Facebook und Twitter nicht…  [weiterlesen]

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Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich im Rahmen des großen Fantasy Filmfest 2017 den chinesischen SF-Actionfilm RESET besprochen. Mit 8 von 10 Punkten kam der hochoktane Streifen bei mir sehr gut weg – was wohl auch der deutsche Vertrieb der Blu-ray dachte:

Das freut mich. Auch wenn mich ein Hinweis darauf und vielleicht eine Dankes-Scheibe noch mehr beeindruckt hätten. Die hätte ich hier verlost.

Es ist übrigens nicht so, dass dieses Zitat eine besondere Wertschätzung oder Stellung widerspiegelt (darum ist der Titel dieses Beitrags ironisch zu verstehen). Schon die zweite Kritik zu einem FFF-Film anno 2007,..  [weiterlesen]

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Es ist eine wahrlich gut dokumentierte Geschichte, dass ich meinen ernsthaften beruflichen Werdegang bei der Fernsehzeitschrift GONG begonnen habe. Von 1990 bis 1995 habe ich in der Nordendstraße in Schwabing gearbeitet – da sitzt der Verlag auch schon seit 20 Jahren nicht mehr.

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, etwas Hintergrund: Der GONG wurde 1948 als reine Radio-Zeitschrift gegründet, erst fünf Jahre später kam das erste Fernsehprogramm dazu. Eher konservativ in der Ausrichtung (auch aufgrund einer Beteiligung der Kirche am damaligen Verlag), hatte der GONG immer ein etwas truschiges Image – trotz Fotoromanen zu Serien wie STAR TREK und einer Beraterseite des Sex-Gurus Ernst Bornemann…  [weiterlesen]