Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen!

gong-cover-jan10Ich bin also nun „fester“ Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein „(bek. aus „XY“)“ ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift „die2“ ein.

Ich bin deswegen nur in Anführungsstrichen „fester“ Redakteur, weil ich den missverständlichen Status „fester Freier“ habe. Ein Aufgabengebiet ist mir damit sicher, aber ich arbeite auf Rechnung. Krank feiern, Urlaub nehmen – das geht alles komplett auf meine eigenen Kosten. Krankenversicherung ist ebenso mein Problem wie Rente. Streng genommen ist das rechtlich sehr fragwürdig, und so manches mal sind wir Redakteure uns einig, dass nur mal jemand einen Musterprozess gegen das System anstrengen müsste, um es zu Fall zu bringen. Aber dafür verdienen wir alle zu gut.

In der Tat befinde ich mich in der letzten Phase der „goldenen Ära“ klassischer Programmzeitschriften. Zwar erodieren die Auflagen schon ein wenig, seit es die brandneuen und sehr schicken Konkurrenten von TV Movie und TV Spielfilm gibt, aber unser GONG hat als Vollpreisler eine erstaunliche Gewinnmarge, und einen großen Abonnentenstamm. Wer seit teilweise mehr als 20 Jahren hier arbeitet, ist praktisch unkündbar, und verdient ein kleines Vermögen. Vielen Kollegen merkt man beides an.

Bei aller Begeisterung für meinen neuen „Beruf“ (wenn man das Abtippen von Programmspalten so nennen will) bin ich natürlich nicht damit ausgelastet, den ganzen Tag „16.00 SAT.1 Blick, 16.30 Zapp mit Frank Laufenberg“ in die Tastatur zu hämmern. Weil ich sehr flott und präzise arbeite, kann ich das Wochenpensum in lässigen zweieinhalb Tagen schaffen. Die Leerzeit wird mit den Kollegen verratscht, im Archiv gekruscht – oder bei Presseterminen rumgebracht.

rtl

Einer der Vorteile dieser Arbeit ist nämlich: Ständig flattern Einladungen ins Haus, und vielen Kollegen ist der Feierabend zu heilig, um auf Veranstaltungen zu gehen. Mangels eines Freundeskreises in München werde ich bald zum Staubsauger für die a5-Flyer und nehme alles mit, was geht: Drei bis vier Kinobesuche die Woche sind normal, bei RTL „Zum heißen Stuhl“ sitze ich ebenso im Publikum wie bei der Präsentation einer neuen SAT.1-Tierdokumentation. Ich bekomme im Arri-Kino die ersten beiden Folgen der „Highlander“-TV-Serie vorgeführt, und futtere mich in der Journalisten-Lounge beim „Glücksrad“ durch. Ich erlebe die Gründung des Kabelkanals, und das (vorläufige) Ende von Tele5. Beim Konzert der „New Kids on the Block“ überrage ich die Zielgruppe so signifikant, dass ich einen tollen Blick bis zur Bühne habe.

Es ist eine geile Zeit: Ich freunde mich mit einer Praktikantin an, die meinen Filofax (sowas hatte man damals noch) der letzten Leerstellen beraubt: Ich gehe auf Partys, ins Theater, in Konzerte, und in Bars. Geld ist genug da, und vor 10 Uhr brauche ich eigentlich nie in der Redaktion auftauchen. Prüft auch niemand, solange ich meine Arbeit gut mache.

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Dienstags findet man eine Handvoll Kollegen und mich meistens zur Happy Hour im „Juleps„, wo wir uns in uanständigem Maße „die Kante geben“. Und am Wochenende hocken wir oft genug in der Redaktion zusammen, weil es da einen Großbildfernseher und Bundesliga live dank Pay-TV gibt.

Ich lerne in dieser Zeit Dinge, die ich früher bestritten hätte: Der Wert eines Kollegen misst sich nicht an seiner Freundlichkeit, sondern an seiner Kompetenz und seinem Willen, diese Kompetenz weiterzugeben. Der Redakteur, der meine Randspalten redigiert, ist ein ziemlich aufgeblasener Wichtigtuer, der auf großer unverstandener Autor machte, aber nie wirklich den Arsch hoch bekommt. Er haut mir jeden Kommafehler mit sadistischem Genuss um die Ohren. Aber genau deswegen entwickle ich den Ehrgeiz, besser zu werden, denn er hat ja RECHT. Manchmal kommen Vertretungen, wenn er in Urlaub ist, die erheblich entspannter an die Endkorrektur gehen – dafür bekomme ich dann einen dreimal so fetten Einlauf verpasst, wenn deswegen ein Tippfehler im gedruckten Heft landet.

Außerdem ist es IMMER ein Vorteil, erfahrenen Kollegen gut zu zu hören, auch wenn sie viel schwadronieren. Die wichtigsten Faustregeln für eine gute Geschichte bekomme ich von einem Textchef, der im Restaurant immer als erstes seinen Kuli rausholt, um die Speisekarte zu redigieren.

Trotzdem ist es nicht immer einfach: Ich bin immer noch ein Muttersöhnchen, immer noch mit dem Herzen (und fast jedes Wochenende) in Düsseldorf, und immer noch Zielscheibe blöder Sprüche früh verbitterter Senior-Redakteure. Eines Morgens komme ich um 10.00 Uhr in mein Büro, nur um völlig irrational von meinem mies gelaunten Programmchef angepflaumt zu werden, warum ich so spät (also so spät wie alle anderen) dran sei. Ich will mich zuerst irgendwie wegducken, aber diesmal habe ich einfach die Schnauze voll, und als er „Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja abhauen!“ schreit, klappe ich meinen Koffer zu (ja, es ist die Zeit, in der jeder Depp mit Aktenkoffer rumläuft), und sage entschieden: „Okay, dann mache ich das doch mal“. Der Vorteil: Ich bin „Freier“, er hat keine arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Andererseits: Ich bin damit augenblicklich arbeitslos.

Nach drei oder vier verdödelten Tagen beginne ich an der Cleverness dieser Kraftprobe zu zweifeln. Dann ruft der Textchef an: „Der Chef hat gestern Abend völlig besoffen in der Runde kund getan, dass es ihm leid tut – mehr kannst du echt nicht erwarten“. Ich erwarte aber mehr. Trotzdem will ich nicht gar so bockig sein, und mache mich nochmal auf den Weg in die Redaktion, um „Sachen aus meinem Schreibtisch zu holen“. Der Programmchef sieht mich, und knurrt mich nur an: „Wenn du Arbeit brauchst – dein Schreibtisch ist noch frei“. Ich mache mich wortlos dran, die verlorenen vier Tage aufzuholen. Hernach werde ich nicht mehr als „der Jungspund“ verarscht.

Ach ja, der Programmchef: Um Sprüche ist er nie verlegen. Urlaubsanträge werden grundsätzlich mit „Entfällt wegen Bodennebel!“ abgeschmettert, dumme Fragen mit „Bin ich Jesus – wächst mir Gras aus der Tasche?“, und zu lahme Redakteure mit „Wir machen hier eine Zeitschrift – keinen Kalender!“. Zur Motivation brüllt er gerne mal in unser Büro „Seid ihr Männer oder Mäuse?“, woraufhin wir im Chor und mit erhobenen Fäusten zurück geben: „MÄUSE!“.

Und sogar der aufgeblasene Korrekturredakteur hat seine Spuren in meinem Sprachschatz hinterlassen – noch heute sage ich nach einem langen Arbeitstag gerne vernehmlich: „Alle Zeilen sind, so scheint’s, geschrieben.“

Mittwochs um 11.00 Uhr ist Redaktionskonferenz. Da sitzen die Mantelteil- und die Programmredakteure mit den Chefs beisammen, und die möglichen Themen für das neue Heft werden besprochen. Wir Programmies sind eigentlich nur dazu da, aus den Programminfos vorzulesen, was neu startet. Dann vergibt der Chefredakteur die Artikel an die Mantelredakteure. Ist nicht so spannend, aber es weht immerhin ein Hauch von echtem Journalismus durch das Konferenzzimmer. Irgendwann startet auf SAT.1 die Serie „Superboy„, und als der Chefred fragt, warum das interessant ist, rattere ich eine kurze Historie der Superman-Verfilmungen herunter, die er mit der Frage quittiert: „Meinst du, du kannst eine halbe Seite drüber schreiben?“. So komme ich zu meinem ersten richtigen Artikel für den Gong – den ich gleich (gottseidank unbemerkt) vergeige, weil ich Max und Richard Fleischer verwechsle:

Ich schwitze (unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen) Blut und Wasser, bis der Text sitzt. Schon zwei Wochen später bekomme ich den nächsten Auftrag: eine halbe Seite über 200 neue Folgen „Nachbarn“.

Der Damm ist gebrochen, ich schreibe in immer kürzeren Abständen kleine und größere Artikel. Ich interviewe Wolf Larson zur neuen „Tarzan“-Serie, fliege nach Hamburg zur Präsentation des SAT.1-Jugendmagazins „Mag“, bin sogar in London vor Ort, als die Besetzung der „Scarlett“-Verfilmung vorgestellt wird (Timothy Dalton!). Flugreisen werden auf Zuruf gebucht, Taxischeine gibt es ohne Nachfrage. Alles sehr lässig, sehr leger.

Es ist schade, dass ich 15 Jahre brauche, um zu begreifen, dass das Leben kaum angenehmer sein kann.

Wie unglaublich viel Geld  in der Branche unterwegs ist, kann man auch daran sehen, dass der GONG überall Korrespondentenbüros hat. LA und Hamburg kann ich noch nachvollziehen, aber Paris? London? Frankfurt? Aus dieser Ecke kommt doch praktisch nie ein relevantes Thema. Und wenn doch mal eine Knallerserie in London gedreht wird, ist es allemal billiger, einen Redakteur wie mich kurzfristig dorthin zu schicken. Aber solche Fragen werden gar nicht erst gestellt.

spasstvErfreulich finde ich, dass die Redakteure je nach Kompetenz und Interesse immer wieder auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So kommt eines Tages der Ehapa Verlag auf uns zu – man sucht eine TV-Redaktion, die eine 16seitige Beilage für die „Micky Maus“ gestalten kann. Zusammen mit Katrin Kaiser fahre ich nach Stuttgart, befrage Schulklassen, und identifiziere bald eines der Grundprobleme einer solchen Beilage: Soll die Auswahl der Sendung nach dem erfolgen, was die Eltern für den Nachwuchs wollen, oder soll sie sich nach dem Geschmack der Kids selbst richten? Die Differenzen sind beträchtlich: Eltern wünschen sich für ihre Kinder „Sesamstraße“ und „Janosch“, während die Zielgruppe selbst schon längst „Knight Raider“ und „A-Team“ sehen will. Wir entscheiden uns, den Pimpfen den Vorrang zu geben, und die „Spass-TV“ wird für eine Weile lange in großer Erfolg.

Irgendwann kommt der Chefred (zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr Markwort) in mein Büro, und klatscht mir ein Heft von Bastei namens „TV Serien-Hits“ auf den Tisch: „Was könnten wir damit machen?“. Es stellt sich heraus, dass der GONG-Verlag die Möglichkeit hat, den Titel zu kaufen, und nach eigenem Gusto umzubauen. Aufgrund meiner Serienkenntnisse werde ich so etwas wie ein Entwicklungsredakteur. Das Ergebnis ist die „TV Serien“ – ein monothematisches zweiwöchiges Programmmagazin, das von der Soap bis zur Science Fiction alles covert, was da kreucht und fleucht.

KolumneDie „TV Serien“ wird ein großer Erfolg, und ich schreibe nicht nur die meisten Artikel, sondern bekomme auch eine eigene Kolumne namens „Scharf hingeguckt“. SAT.1 schickt mich mit David Hasselhoff nach Fuerteventura, ich interviewe die ersten Stars, die von „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ hervorgebracht werden. Vor Ort sehe ich die deutsche Version von „Eine schrecklich nette Familie“ entstehen, und beim Abbruch der Sets von „Star Command“ bin ich ebenfalls dabei.

Das ist übrigens kein fetter Pickel an meinem linken Ohr – ich habe zwei Stecker im Fleisch, und meine Haare wachsen erstmals lang genug für einen Pferdeschwanz.

Über 250.000 Ausgaben verkaufen wir alle 14 Tage, und weil ich für jeden Artikel üppig und extra bezahlt werde, spült das zeitweise pro Monat eine fünfstellige Summe auf mein Konto. Zu keiner Zeit wird mir bewusst, wieviel Geld das ist. Geld hat für mich keine nennenswerte Relevanz, solange ich mein Leben komfortabel gestalten kann. Es freut mich lediglich, dass ich mir nun alle Ausgaben der „Cinefantastique“ leisten kann, die ich haben möchte. Und Bücher. Ich kaufe VIELE Bücher. Zumeist über amerikanische Filme und Serien. Schierer Platzmangel ist es daher auch, der mich nach zwei Jahren dazu bringt, aus meinem Apartment auszuziehen. Das neue Domizil liegt auf der Nymphenburgerstraße gemütlich in einem begrünten Hinterhof, hat ein Zimmer mehr, und eine Tiefgarage. Ich finde das schon sehr mondän:

Wohnung3

Das Beste: keine drei Minuten Fußweg zum Cinema Kino – und damit zum Fantasy Film Fest. Und weniger als zwei Minuten zu meinem liebsten Irish Pub „Fiddler’s Green“.

Mein Ruf als Experte für Science Fiction verbreitet sich nicht nur in der Redaktion, sondern auch nach außen. Grund dafür ist der Anruf eines Kumpels, der in gewisser Weise (mehr darf ich dazu nicht sagen) mit der Synchronisation der Star Trek-Serien zu tun hat. „Star Trek TNG“ läuft derzeit mit mäßigem Erfolg im ZDF, und als ich meinen Kumpel an der Strippe habe, teilt er mir mit, dass die neuen Synchronisationsaufträge nicht mehr aus Mainz, sondern von SAT.1 kämen. Ich zähle 2 + 2 zusammen, ziehe dem Privatsender ein (sehr widerwilliges) Statement aus der Nase, und habe eine Exklusiv-Geschichte: SAT.1 wird der neue Haussender von Star Trek!

trekromanA propos: Bei Trekkern ist der GONG unter anderem deswegen legendär, weil er in den 70ern Episoden der alten Serie zu Foto-Romanen verwurstet hat. Auch zu den Kinofilmen gab es diese Pseudo-Comics. Die Filmdosen mit den Negativen finde ich irgendwann auf einem zugestaubten Regal im Archiv. Ein Blick in die alten Ausgaben befreit mich allerdings von jeder Nostalgie: Die Fotoromane sind entsetzlich stümperhaft, mit hanebüchenen Dialogen und teilweise gänzlich falschen Bildern (die Enterprise wird fast schon störrisch häufig auf dem Kopf stehend dargestellt). Ich frage meinen Chefred, wer das denn verbrochen habe. Er lacht: „Das habe ich damals mit unserem Kinoredakteur gemacht, wenn die Feier zum Druckschluss durch war. Meistens waren wir total betrunken, und konnten uns am nächsten Tag nicht mal mehr erinnern, was wir da getextet haben“. Soviel dazu.

Zurück zum Thema: Von 1992-1994 bin ich eine wahre „Schreibmaschine“. Ich verfasse einen Artikel nach dem anderen, Interviews, Reportagen, Kritiken, Kolumnen. Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm, ziehe immer mehr Kompetenzen auf mich. Weil ich so ziemlich der Einzige bin, der eine Spielekonsole bedienen kann, darf ich auch Videogames besprechen. Also bekomme ich SNES, Sega Mega Drive, Gameboy – alles „unbefristet“ gestellt, plus regelmäßig die neuen Spiele. Sony fliegt mich drei Tage nach Mallorca, damit ich einen neuen Camcorder teste.

Ach ja, der Camcorder-Test: Man drückt uns sieben Journalisten für drei Stunden je ein Gerät in die Hände mit der vagen Aufforderung, dessen Alltagstauglichkeit zu testen. Hinterher sollen die Aufnahmen gesichtet werden. Meine Kollegen filmen allesamt emsig mallorquinische Landschaften. Das ist mir zu wenig – ich schnappe mir den Presse-Sprecher der Firma und improvisierte ein wenig:

Ich weiß, es ist peinlich. Aber das war alles vor Ort und im Augenblick improvisiert, also stellt euch nicht so an. Ist schließlich kostenlos.

Es gibt auch Rückschläge: Irgendwann glaubt Ehapa, die „SpassTV“ auch allein erstellen zu können, was ihr baldiges Ende ankündigt. Eines Tages taucht der Chefred persönlich in der Redaktionskonferenz der „TV Serien“ auf, und ich ahne schon: Das war’s. Zwar hat sich das Heft gut verkauft, aber es kam zu wenig Geld über Anzeigen rein. Das hat sich nicht gerechnet. Ich vermute, dass das auch daran liegt, dass wir einen unguten Spagat zwischen den wöchentlichen und den täglichen Serien versucht haben. „Star Trek“ und „California Clan“ gehören einfach nicht in ein Heft.

Irgendwie verzettel ich mich auch langsam, denn zwischen den Artikeln, Kommentaren und Presseterminen schreibe ich weiterhin stur die Randspalten für SAT.1. Urlaub ist praktisch nicht drin, ich schaffe es in diesen Jahren gerade ein mal auf die Malediven, wo allerdings eine Luftblase in der Backenzahnfüllung schmerzhaft verhindert, dass ich auf Tauchgang gehen kann. Ich tanze in der Redaktion auf einem Dutzend Hochzeiten, und langsam aber sicher wird mir schwindelig.

Ich spüre, dass sich was ändern muss. Dass ICH was ändern muss.



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Burner
Burner

Danke für Teil 3! Grandioser Beitrag mit hochinteressanten Einblicken. Und zum Video: Spätestens bei “ Hier junge Ostdeutsche, die ihren Körper für ein paar Bananen feilbieten…“ lag ich fast am Boden. Was habt ihr Jungs da wohl geraucht. 😉

Uli
Uli

Waren die „Biker Mice from Mars“ Kostüme oder etwa lebensgroße Figuren?
Ansonsten wieder mal ein grandioser Beitrag, das reicht ja bald für eine Biographie.

Bernhard
Bernhard

1) „Spass TV“ war dein Werk? Dann bist Du Schuld, dass ich damals aufhörte mir die Micky Maus von meinem Taschengeld zu kaufen. 😉

2) „TV Serien“ fand ich dann wieder total gut, auch wenn es zum Teil sehr oberflächlich gemacht war. Oder verwechsel ich das jetzt ??? Es muss so 1993 / 1994 gewesen sein, da hatte ich ein Heft mit Gillian Anderson (Akte X) auf dem Cover in der Hand.

zu 1) Damals hatte ich mir das Disney-Blättchen regelmäßig gekauft und dann machten die auf einmal Fernsehprogramm mit ins Heft. Im Vorfeld wurde das ja richtig gehypt durch Ankündigungen und dann gabs für mich große Enttäuschung. Meine Erwartung war damals ja, dass die Micky Maus das Fernsehprogramm vollständig abdruckt. Eben die Programmspalten, wie ich die aus der Hörzu kannte. Nur eben an die Bedürfnisse von uns Kids angepasst. Stattdessen gab es (wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht) eine Sammlung von Fernsehtipps. Die mich aber nicht im Ansatz begeistern konnten. Ganz ehrlich, ich empfand das damals als Betrug. Das Heft wurde teurer und den angeblichen Mehrwert habe ich nicht als solches empfunden.

Marcel
Marcel

Schöne Geschichte, Torsten. Falls du mal deine Memoiren druckst: Ich würde sie lesen.

Achim
Achim

Ach ja, ich stellte mir ja auch mal vor, dass ich Journalist werden könnte, aber an fünfstellige Verdienste hätte ich nie gedacht, ich wollte ein Journalist werden, der so drei- bis viertausend Mark im Monat verdient, oder Fachjournalist, der keine 3000 DM verdient, weil es zu wenige Leser gibt, aber ich wäre Fachmann gewesen, in einem Metier, was mich (damals sehr) interessiert(e).

Und TV Spielfilm war da, dann kam erst die TV Schmuddel, die Reihenfolge ist falsch! TVS ist ja jetzt auch bei Burda, wenn du noch da schreiben würdest, würdest du vielleicht auch dafür schreiben.

Dann hoffe ich doch mal, dass du jetzt eine schicke Eigentumswohnung dein eigen nennst, von den fünfstelligen Verdiensten.

Wie immer, brilliant geschrieben!

CF
CF

Sehr schön erzählt. Das erklärt also auch, warum Serien wie „Brisco County, Jr.“ und „Raumschiff Enterprise“ regelmässig im SpassTV besprochen wurden.

Die Bilder zu TNG und DS9 aus dem Gong haben meine Kumpels und ich damals immer ausgeschnitten, gesammelt und getauscht, ähnlich wie die Panini Sticker. Einen ganzen Schuhkarton voll habe ich heute noch bei mir im Schrank stehen.

Da ich ebenfalls riesiger Fan der“Superboy“-Serie bin und deinen ersten Artikel noch nicht kenne, würde ich mich sehr freuen, wenn du ihn hier veröffentlichen könntest. Danke!

Johannes
Johannes

„fliege nach Hamburg zur Präsentation des SAT.1-Jugendmagazins “Mag”“
Wenn ich mich richtig erinnere, hießen die zu Beginn noch „Super Mag“, dann hat irgendwer geklagt und danach wurde die Sendung umbenannt in „Super !!!“ oder so ähnlich…
Auf jeden Fall eine großartige Sendung 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Johannes: Das kann sehr gut sein-mein Gedächtnis ist da nicht mehr 100 Prozent. Ich weiß aber noch, dass die uns zur Promo Schokoriegel in „Mag“-Verpackung gaben – und ich enttäuscht war, dass drunter nur normales Mars war. Generell war „Mag“ ultra schräg – kein Wunder, dass das nicht lief. Da dürfte die Zielgruppe schön dumm geguckt haben.

@ Achim: Ich habe die Zeitschriften aufgezählt, nicht chronologisch gelistet. Natürlich war die Spielfilm vor der Movie da. Wieso sollte die „TV Serien“ jetzt bei Burda erscheinen? Das wäre mir neu.

@ Uli: Die Biker Mice waren Typen im Kostüm. Das war, wenn ich mich recht erinnere, entweder bei einer Funkausstellung in Berlin, oder bei einer Präsentation in Hamburg.

@ CF: Ich bin auf der Suche nach dem „Superboy“-Artikel. Irgendwo habe ich die Fotokopie. Ich wollte mit diesem Beitrag aber nicht länger warten.

@ Berhard: Ich verstehe dein Problem. Ich hielt es damals schlicht für falsch, der Micky Maus einen kastrierten TV-Teil zu geben, weil die Kids sich an der TV-Zeitschrift ihrer Eltern orientieren. Das hatte mich seinerzeit schon an der „Siehste“ gestört, deren Programmteil nicht mit dem der „Hörzu“ mithalten konnte. Den habe ich auch konsequent nicht genutzt, sondern nur den Mantelteil gelesen.

Jau, „TV Serien“ war damals sehr oberflächlich. Die Zeitschrift war nicht für Geeks gedacht, sondern eher für weibliche Normalo-Konsumenten. Da hatten wir oft genug Streit wegen. Man darf aber auch nicht vergessen: mangels Internet war es damals brutal schwer, überhaupt an substantielle Informationen über Stars und Serien zu kommen.

Lari

Ah, schön. 8)

Nur zur zeitlichen Einordnung: Ich habe mal eben im Inducks (http://coa.inducks.org/) nachgeschlagen, dieser Micky-Maus-TV-Teil kam 1995.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lari: Ich gestehe, dass ich viele der genauen Abläufe zwischen 1991 und 1995 chronologisch nicht mehr ordnen kann. Darum habe ich bei diesem Teil auch drauf verzichtet, genauere Angaben zu machen. Wann ich z.B. mit Sony auf Mallorca war? Keine Ahnung. Ich kann nur sagen, dass damals selbst der deutsche Pressesprecher noch nicht von der Playstation wusste, als ich ihn darauf ansprach.

Achim
Achim

@Wortvogel
Ich hege den Verdacht, dass du mich absichtlich falsch verstanden hast, die TVS, die jetzt bei Burda, bzw. angegliedert erscheint, ist selbstverständlich die TV Spielfilm.

Wortvogel
Wortvogel

@ Achim: Hege, was du willst.

Stephan
Stephan

Toller Artikel, für das Micky Maus TV-Dingens war ich dann wohl schon einen Tacken zu alt. Aber den Gong hat meine Mutter heute noch abonniert, hat mich in die wunderbare Welt des Fernsehens eingeführt.

Und ich weiß, niemand mag Klugscheißer, aber da Du ja darauf eingehst, wie gut Dir die Korrekturen getan haben:
„und vor 10 Uhr brauche ich eigentlich nie in der Redaktion auftauchen“

Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Stephan: Hak es unter Sprachrebellion ab 🙂

coooool
coooool

toller beitrag 🙂 spass-tv kenne ich noch 🙂 war ->meine<- fernsehzeitung 😀
ps: bin 26 😉

Lari

„Super Mag“ (bzw. später dann nur noch „Super“) war übrigens eine ausnehmend großartige Show, jedenfalls aus der Perspektive eines damals 14(?)jährigen:
http://www.youtube.com/watch?v=s0VDJqH1st8 – ab 5:17 mit multiplem WV-Bezug.

heino
heino

Oh Gott, das Video ist ja der Hammer. Woher hattest du bloss diese Gruselige Sonnebrille?:-)

Wortvogel
Wortvogel

@ Heino: Das bin NICHT ICH! Das ist der Pressemensch von Sony! Ich habe das Video GEDREHT!

heino
heino

oh sorry, wie peinlich:-((

die Brille ist trotzdem krass………

Andi
Andi

„Vor Ort sehe ich die deutsche Version von ‚Eine schrecklich nette Familie‘ entstehen“

Oh mein Gott, das war so schlimmschlimmschlimm… Original-Folgen 1:1 nachgespielt, was völlig witzlos war, weil die Originale eben schon so oft gelaufen waren, dass die Zielgruppe sie halbwegs mitsprechen konnte. Das tut mir für Lutz Reichert heute noch leid. (Die Serie war glaube ich auch meine erste bewusste Konfrontation mit „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg. Jaja, späte Geburt und so.)

Soweit ich mich erinnere, gab es doch auch ein gleichartiges Remake irgendeiner anderen US-Serie, oder?

PabloD
PabloD

@Andi: RTL hat damals ein Double-Feature zusammen mit „Wer ist hier der Boss“`verbrochen.

Johannes

Ein interessantes Gefühl, zu erfahren, wer damals die Sachen für „Spass TV“ in der Micky Maus geschrieben hat. So liest man sich wieder, Herr Wortvogel! (Anderer dummer Spruch: „Man liest sich immer zweimal im Leben“)

Comicfreak
Comicfreak

..von der programmspalte zu der großartigen Nibelungen-Saga in diesem taeuschend „schlichten“ Sprachstil war es aber ein weiter weg, das verheißt noch viele Kapitel..

trackback

[…] ich möge doch den allerersten Artikel auftreiben, den ich je für den GONG geschrieben habe. Ist geschehen. Trackback-URL kein Kommentar << Farewell to Sin: Das Ende der “TV […]

Wortvogel
Wortvogel

@ CF: Superboy-Artikel ist drin!

CF
CF

@Wortvogel
Dankeschön! Ich freue mich auch nach 1,5 Jahren noch über den Artikel.

flo
flo

Bisher immer nur stiller Mitleser gewesen aber jetzt muss ich einfach mal schreiben!
Spass-TV hab ich so geliebt als es los ging! Hat mir etliche schöne Stunden als Kind beschert. Und jetz findet man einfach den Mitautor in seinem Blog – wie klein die Welt doch ist!

Danke dafür !

Achim
Achim

Grad nochmal gelesen, wann gibt es den Wortvogel im Buch?
Was der Kaminer kann, das kannst du auch. Kaminer lese ich auch immer wieder. Und Kaminer kann wohl keine Romane, wie es scheint.

trackback

[…] dann auch irgendwann mal mit Micky Maus und Ehapa zu tun hatte: 1995 war ich einer der Entwickler und leitenden Redakteure der Beilage SpassTV, die Kinder für das boomende Privatfernsehen begeistern, aber auch für qualitativ hochwertige […]