18
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (18)

Es muss mal Schluss sein mit dem ewigen Trash – ich trete heute mit der Absicht an zu beweisen, dass der Wortvogel auch gute, wertvolle Filme besitzt. Und bereit ist, diese abzugeben:
streichel mich
Einmal Michael Caine, einmal David Bowie, einmal Krimi-Farce, einmal SciFi-Existentialismus, zweimal 100 Prozent 70er. Diesmal auch auf deutsch, weil ja nicht immer nur die Sprachkünstler bedient werden können.

Der Trailer zu “The Man who fell to Earth” ist primär von sich selbst und von David Bowie besoffen – bezaubernd:

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Auch der drollige Trailer zu “Pulp” ist mehr daran interessiert, sich selbst zu feiern, als den Film vorzustellen:

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Als kleiner Bonus hier ein Ausschnitt der Serie “The Trip”, in dem sich Steve Coogan und Rob Brydon nicht einigen können, wie man Michael Caine korrekt imitiert:
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17
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (17)

Heute tut es wieder weh – ich trenne mich von zwei Biographien, die ich aus Amerika mitgebracht habe und die für jeden B-Movie-Fan absolute Schmöker sind. Sam Arkoff und William Castle waren zwei der fleißigsten, einfallsreichsten und unterhaltsamsten Produzenten liebevollen Schrotts.
streichel mich
Einmal Hardcover, einmal Taschenbuch – und ganz viele tolle Anekdoten über die Seitenstraßen von Hollywood, über nicht immer gelebte Träume und über ganz großes kleines Kino. Nicht umsonst basiert John Goodmans Produzent in Joe Dantes Film “Matinee” auf William Castle:
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16
Dezember 2014

Cannon und die Folgen Double Feature:
“Electric Boogaloo” & “Stonehearst Asylum”

Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films

eb1Australien 2014. Regie: Mark Hartley. Beteiligte: Olivia d’Abo, John G. Avildsen, Martine Beswick, Richard Chamberlain, Bo Derek, Sybil Danning, Lucinda Dickey, Michael Dudikoff, Robert Forster, Elliott Gould, Tobe Hooper, Just Jaeckin, Dolph Lundgren, Franco Nero, Molly Ringwald, Robin Sherwood, Catherine Mary Stewart, Alex Winter, Franco Zeffirelli u.a.

Kritik: Wer in den 80er Jahren als Junge aufgewachsen ist, liebt Cannon Pictures. Geht nicht anders. Cannon-Filme waren Fleisch gewordene pubertäre Fieberträume voller Selbstjustiz, Superhelden und Ninjas. Die größten Waffen, die prallsten Explosionen, die debilsten Gags versprachen immer die Filme des Duos Golan & Globus. Dabei war uns schon klar, dass Cannon-Filme nicht gut gut waren, sondern eher gut schlecht. “Rambo” war allemal besser als “Missing in Action”, “Star Wars” besser als “He-Man” und “Flashdance” besser als “Breakin'”. Praktisch jeder Action-Star, der sich bei dem Studio unter Vertrag nehmen ließ, lieferte Filme ab, für die er sich bis heute schämen muss. Für ihre Kinokarriere in den 80ern haben Chuck Norris und Charles Bronson ebenso teuer bezahlt wie Christopher Reeve und Sylvester Stallone. Nur die kleinen Action-Aufsteiger vom Schlage van Damme, Dudikoff und Lundgren hätten sicher ohne die Jungs aus Israel niemals die Erfolge gehabt, von denen sie noch heute zehren.

Cannon – das waren Comics. Bunt und laut, schrill und simpel. Nie ganz so gut wie die Poster, aber nah genug dran, um auch den nächsten Kinobesuch zu rechtfertigen. Und der Versuch des Studios, mit Filmen von Zeffirelli und Mailer zeitgleich “in Kunst zu machen”, verstärkt die Absurdität des Konstrukts noch mehr.

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“Lifeforce”, “Die Feuerwalze”, “American Fighter”, “Runaway Train”, “City Cobra”, “Hercules”, “Barfly”, “Bolero”, “The Apple” – die 80er wären ohne Cannon ganz schön dröge gewesen. Und mit den 80ern starb auch Cannon, wie es sich gehört an totaler Selbstüberschätzung und Zechprellerei auf höchstem Niveau. Das Monster, das sie geschaffen hatten, fraß sie am Ende selbst.

In den 90ern habe ich das exzellente Buch “Hollywood a Go Go” gelesen, das die ruinösen Geschäftspraktiken von Cannon anhand von Einspielergebnissen und Bilanzen minutiös auseinander nahm. Seither bin ich nicht nur von den Cannon-Filmen fasziniert, sondern auch von dem “Modell Cannon”, das viele andere Firmen – aber nur wenige so erfolgreich – adaptiert haben.

2015 erwarten uns zwei große Dokumentationen zum Thema Cannon. Filmchronist Mark Hartley arbeitet nach der Geschichte des australischen Trashfilms und den philippinischen Exploitation-Streifen mit “Electric Boogalo” die Ära Cannon auf, während Hilla Medalia bei “The Go-Go Boys” sogar auf die Unterstützung von Golan und Globus selbst zählen konnte.

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Leider kann “Electric Boogaloo” die hoch gesteckten Erwartungen nicht ganz erfüllen. Der Film ist strikt chronologisch aufgebaut, nutzt für mehr als die Hälfte der Laufzeit die typischen “talking heads” und füllt den Rest mit Filmclips, Trailern und dem wenigen, was es aus der Zeit an “behind the scenes footage” gibt. Das ist bestenfalls dokumentarische Hausmannskost ohne wirkliches Thema oder eine wirkliche Erkenntnis. “Electric Boogaloo” ist derart erpicht darauf, die Geschichte von Cannon abzubilden, dass darüber hinaus gar nichts erzählt wird. Nicht über die Zeit, nicht über das Kino, nicht über die Menschen.

Von Vorteil ist, dass man ohne die offizielle Unterstützung der Cannon-Führung richtig die Sau rauslassen kann. Mit offensichtlichem Gusto erzählen Beteiligte, wie bescheuert viele der Produktionen waren, was für ein Drecksack Michael Winner war, wie zugekokst und besoffen Sylvia Kristel ihre Rollen vergeigte, etc. Es ist heutzutage kaum vorstellbar, wie “Arsch auf Eimer” bei Cannon Projekte entwickelt und in Produktion geprügelt wurden.

Das alles ist monströs unterhaltsam und präsentiert einen guten Überblick von den Anfangstagen bis zum blamablen Ende der Company – aber es ist eben auch nur ein Überblick. 15 Jahre Cannon lassen sich nicht in 107 Minuten erzählen, da geht zuviel verloren (“The Go Go Boys” wird sogar nur 86 Minuten lang sein!). Gerade Filmfans, die über das allseits Bekannte hinaus mehr von Cannon wissen wollen, über die Deals und die Desaster, kommen zu kurz. Abgesehen von ein paar Zahlen und ein paar saftigen Anekdoten hat “Electric Boogaloo” nicht EINEN Aspekt gebracht, den ich nicht kannte. Es ist ein “best of”, keine sorgsam kuratierte Werkschau, leider. So kommt Harry Alan Towers, der in Südafrika viele Filme für Cannon drehte, gar nicht vor, die Rolle von Michael Dudikoff als “cash cow” des Studios kommt zu kurz, das Geschäftsmodell wird viel zu knapp angerissen. Alles bleibt Oberfläche. Mit dem oben erwähnten Buch ist man deutlich besser bedient, auch wenn die Veröffentlichung von 1987 zwangsläufig den Untergang der Firma nicht mehr dokumentieren kann.

In Zeiten von Streaming und Silberscheibe gibt es eigentlich keinen Grund mehr, Dokumentationen auf Spielfilmlänge zu beschränken. Das zeigen sehr schön die Dokus zu “Alien” (zweieinhalb Stunden) und “Aliens” (drei Stunden), sowie das opus magnum “Never sleep again” über die “Nightmare”-Filme, das satte vier Stunden ohne Füller oder Durchhänger unterhält. Heutzutage, wo man selbst die obskursten Fakten in der IMDB oder der Wikipedia nachschlagen kann, sollte man nicht weniger erwarten.

So amüsiert man sich zwar prächtig und erinnert sich nostalgisch an die guten Zeiten von Videotheken und hausgemachten Autostunts, bleibt aber primär daran hängen, wie verdammt gut Michael Dudikoff (60), Sybil Danning (62) und Catherine Mary Stewart (55) noch aussehen – schlafen die nachts in Tupperware?!

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Fazit: Eine extrem unterhaltsame, freche und anekdotenreiche Doku über das Entertainment-Imperium der 80er, deren viele Lücken und Oberflächlichkeiten primär der viel zu kurzen Laufzeit geschuldet sind. Ich erwarte eine massiv umfangreichere DVD Special Edition!

Nun zur Frage, warum ich die Doku über Cannon ausgerechnet mit dem Review eines Gruselfilms präsentiere. Ganz einfach: “Stonehearst Asylum” ist von Millennium, einer Firma, die das Geschäftsmodell von Cannon weitgehend kopiert hat – und fleißig dabei ist, sich mit den gleichen Fehlern in die Scheiße zu manövrieren. Eitle Star-Projekte, überteuerte Einkäufe, Kino-Großstarts für B-Produktionen und zu viele Füller prägen das Programm. Wer weiß, vielleicht dreht in 20 Jahren jemand die Doku “The Millennium Bug – the batshit crazy story of Millennium Films”…

Stonehearst Asylum

sa0USA 2014. Regie: Brad Anderson. Darsteller: Kate Beckinsale, Jim Sturgess, Michael Caine, Ben Kingsley, David Thewlis, Brendan Gleeson, Jason Flemyng u.a.

Story: Der junge Arzt Edward Newgate will im abgelegenen Stonehearst Asylum die Abgründe des menschlichen Wahnsinns verstehen und behandeln lernen. Der Leiter Dr. Lamb nimmt Newgate unter seine Fittiche und verstört den Neuling mit so radikalen wie sanften Methoden – in Stonehearst werden die Patienten nicht gebrochen, sondern in ihrem Wahn respektiert. Newgate verliebt sich in die schöne Eliza Graves, die in Hysterie ihrem Mann ein Ohr abgebissen. Nach und nach entdeckt der junge Arzt, dass diese scheinbare Paradies für psychisch Kranke mehr als ein dunkles Geheimnis birgt…

Kritik: Ich muss gestehen, das ist wieder mal so ein Film, der eigentlich genau auf meiner Spur liegt und den ich dennoch total verpasst hatte. Und es ist ein Film, dessen missglückte Vermarktung viel über das “System Hollywood” aussagt. Schaut euch mal das Poster an. Fällt euch was auf? Der Film hieß bis kurz vor der Veröffentlichung “Eliza Graves”, obwohl ebendiese nur eine Nebenfigur im Geschehen ist. Sie ist als Katalysator nicht wichtig und kommt in der Original-Story auch nicht vor. Trotzdem war der Film nach ihr benannt und schiebt sie auch aggressiv in den Vordergrund (bei den Pressefotos übrigens auch). Kate Beckinsale und Michael Caine dominieren trotz vergleichsweise kleiner Rollen die Artwork. Wer meine Inhaltsangabe gelesen, der wird erkannt haben, dass Ben Kingsley und vor allem Jim Sturgess die eigentlichen Hauptdarsteller sind.

“Stonehearst Asylum” hat den Fehler gemacht, sich zu sehr über die Starpower von Beckinsale und Caine zu verkaufen – und damit den eigentlichen Fokus zu verwischen. “Eliza Graves”, das klingt nach viktorianischer Romanze, nach Jane Austen und eng geschnürten Miedern, mit Michael Caine als väterlichem Freund. Erst kurz vor dem tatsächlichen Release hat man umgesteuert. “Stonehearst Asylum” – da ahnt man den gotischen Grusel, mittelalterliche und menschenfeindliche Behandlungsmethoden, wehende Schreie in endlosen Gängen.

Tatsächlich handelt es sich bei “Stonehearst Asylum” um eine Adaption der Poe-Geschichte “The System of Doctor Tarr and Professor Fether“, einigen vielleicht bekannt durch das Alan Parsons Project:

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Um die Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge zu bringen, wurde das Konzept deutlich gestreckt, um die Liebesgeschichte Newgate/Eliza erweitert und bei den Behandlungsmethoden hat man sogar die Abfolge umgekehrt: Im Original ist es die “soothing method”, die durch die “strict method” ersetzt wird – im Film ist es anders herum. Und tatsächlich macht das auch mehr Sinn. Schließlich setzt der Film auch noch einen Twist ins Finale, der aber seltsam stumpf und inkonsequent wirkt.

Wie schon so oft, ist die Dehnung einer literarischen Momentaufnahme auf Spielfilmlänge im Endprodukt deutlich sichtbar: Die große Überraschung kommt zu früh, im zweiten Akt tritt die Dramaturgie auf der Stelle und letztlich fehlt das große Konzept, das große Motiv – das die Kurzgeschichte nicht brauchte. Seit Poes Zeiten ist das Thema “The lunatics have taken over the asylum” ja auch schon des öfteren präsentiert worden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Liebesgeschichte an der mangelnden Chemie von Beckinsale und Sturgess leidet und Regisseur Anderson sich schwer tut, die Spannungsmomente überzeugend umzusetzen. Wo Horror und Erschrecken in die Welt von Stonehearst einbrechen müssten, belässt er es bei milder Gänsehaut und beiläufiger Überraschung. Über weite Strecken ist keine Steigerung erkennbar, keine Erhöhung des Einsatzes für die Beteiligten.

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Nun könnte man “Stonehearst Asylum” damit als missglückte Poe-Adaption ohne Eier abkanzeln – wäre der Film nicht so wunderschön anzuschauen, so prächtig ausgestattet und so respektabel gespielt. Man hat mitunter das Gefühl, die riesigen Sets und die gemälde-artigen Bilder kämpften gegen die mangelnde Substanz, versuchten Schwere und Tiefe zu suggerieren, wo das Drehbuch sie alleine lässt. Optisch und akustisch ist “Stonehearst Asylum” ein üppiges viktorianisches Schauermärchen, das – wie “Automata” – zeigt, zu was Millennium mittlerweile in der Lage ist. Der in Bulgarien gedrehte Film muss sich weder hinter “Woman in Black” noch “The Awakening” verstecken, mit denen er viele Gene teilt.

So bleibe ich hin- und hergerissen zurück: Als Showcase für die Fähigkeiten von Millennium Films ist “Stonehearst Asylum” beeindruckend und als gotischer Grusler durchaus unterhaltsam. Ben Kingsley hat sichtlich Freude, mal wieder in einer Produktion mit Anspruch dabei zu sein. Aber zu viele Cannon-Fehler recken ihr hässliches Haupt: Das Skript ist bestenfalls halbgar und man hat zu viele Konzessionen für die Hauptdarstellerin gemacht, die es letztlich auch nicht raus reißen kann.

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Fazit: Ein wunderschön anzusehender, klassischer Grusler, dem es ein wenig an dramatischem Impact sowohl bei den Schocks als auch bei der Romanze fehlt. Gutes Kontrastprogramm zur Weihnacht mit der Freundin.

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16
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (16)

Zuerst einmal muss ich mich bei den ersten Gewinnern entschuldigen, die täglich an der Haustür sitzen und auf den Postboten warten – ich konnte die Advents-Geschenke 1-14 erst gestern los schicken. Asche auf mein Haupt, man möge mir verzeihen.

Die zweite Entschuldigung geht an die Damenwelt, denn das heutige Quadrupel-DVD-Pack ist eindeutig für die ewigen Jungs – schleimige Monster, hoher Ekelfaktor, viele nackte Frauen und Szenen, die den Katholischen Filmdienst zur zuverlässigen Empfehlung “Wir raten ab.” bringen würden:
streichel mich Frauen duschen, haben lesbischen Sex, spielen mit Tentakeln, lassen sich anknabbern, vergewaltigen und hängen in der Sauna rum. Das ist unweihnachtlich und beschämend, das muss raus, bevor ich 2015 heirate.

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15
Dezember 2014

BILD und die Blutsverwandtschaft: Der Wortvogel rät Al Pacino zum Vaterschaftstest

Ich habe schon länger nichts mehr über die BILD geschrieben – primär deswegen, weil ich sie nicht lese. Heute bin ich bei der Recherche zu einem Artikel aber wieder auf so einen Mangel an journalistischer Trennschärfe gestoßen, für den die BILD nur deswegen nicht rot wird, weil sie schon rot ist.

Es geht mal wieder um die unbedingte Bereitschaft, Bilder scharfen Weibsvolks, die man kostenlos von Firmen zwecks ebenso kostenloser Werbung gestellt bekommen hat, irgendwie ins Blatt oder auf die Webseite zu prügeln.

So schafften es heute Bilder der Mode-Firma Ossira vom Model Camila Morrone auf die Titelseite bei BILD.de, ohne als Anzeige gekennzeichnet zu werden. Musste ja auch nicht sein, denn die Redakteure der BILD halten das für knallharten Journalismus, weil:

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Camila Morrone soll die Tochter des Paten sein – der Pate in diesem Fall Schauspieler Al Pacino. Auch das wäre nicht wirklich eine Story wert. Wenn es wenigstens stimmen würde. Warum heißt die junge Frau eigentlich Morrone und nicht Pacino?

Schon im Anreißer zum eigentlichen Artikel rudert BILD zurück:

Bild2

So schnell wird aus dem Vater der “Stiefpapa in spe”. Und von ihm hat Camila also “das Posen gelernt”. DAVON Fotos – das wäre vielleicht eine Story gewesen. Oder die Tatsache, dass Al Pacino offensichtlich Heiratspläne hat?

Leider nein – BILD rudert weiter strikt im Rückwärtsgang:

Bild3

Lassen wir mal außen vor, dass ich es für wahrscheinlicher halte, dass Camila das Posen von ihrer 35jährigen Schauspielerin/Model-Mama gelernt hat und nicht vom 74jährigen Geliebten ihrer Mutter: Liiert, nicht verlobt. Nun ist also das “in spe” auch eher so mittel wahr.

Tja, aber “Irgendein Model, dessen Mutter einen alternden Schauspieler poppt, hat sich für eine Klamottenfirma fotografieren lassen und nun haben wir die Bilder umsonst bekommen” wäre als Story vermutlich selbst der BILD zu dünn gewesen. Und uns wäre diese grandiose Formulierung entgangen:

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Die Altherrenriege von der BILD ist noch nicht im Weihnachtsurlaub, soviel steht fest.

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15
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (15)

Gönnen wir uns zum Wochenstart mal wieder ein richtiges Leckerchen:
streichel mich “Industrial Light & Magic: The Art of Special Effects” ist eines der frühen Werke über Technik und Kunst von Kino-Spezialeffekten, in diesem Falle aus der Schmiede von George Lucas. Hardcover, Großformat, bis unter die Dachkante angefüllt mit spektakulären Bilder, die sich teilweise fast postergroß ausklappen lassen. Und dank der Entstehung des Bandes in den 80ern regiert hier auch nicht Kollege Computer. Traditionelle Matte Paintings, Modelle, Miniaturen – wer Spezialeffekte liebt, wird kein schöneres Buch finden.
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14
Dezember 2014

Drunken Rage: Schöne Bescherung

Ich mag Speyer. Eigentlich. Ist eine schöne, kleine Stadt, viel alte Architektur, überschaubar, gute Restaurants, alle relevanten Geschäfte in Gehweite, okayer Asia-Grill, okayer Pizza-Service. Bei den Behörden muss man nie lange warten und am Rhein gibt es im Sommer einen Strand-Bar.

Das Problem ist das Pack.

Es gibt in Speyer eine unangemessen große Menge sauffreudigen Gesindels, das die vielen Stadtfeste und jetzt auch den Weihnachtsmarkt primär dazu nutzt, Alkoholkonsum als Leidenschaft zu leben. Von Freitag bis Montag ist eigentlich jede Nacht vor unserem Fenster Remmidemmi: Lautes Geschrei, gerne auch Beziehungskonflikte, die mit 140 Dezibel diskutiert werden müssen, oder einfach mal den Fiat Panda mit 90 durch die 30er Zone nageln. Hat Speyer bei irgendwer bei irgendwas gewonnen, vom Fußball bis zum Lotto, muss es jeder wissen. 4 Uhr morgens. Etwas betankteres Jungvolk versucht sich gerne mal im “Asiaten klatschen”, als wäre man nicht in der Pfalz, sondern in Sachsen.

Kurzum: Entertainment für die ganze Familie – sofern sie auf Nachtschlaf verzichten kann.

Eine Präsenz der Ordnungsmacht ist eigentlich nur an der Anzahl der verteilten Parkknöllchen zu erkennen – die Stadtkasse profitiert prächtig davon, der Bevölkerung eine skandalös geringe Menge an Stellflächen zu bieten.

Man lernt, damit zu leben. Speyer ist nicht München, hat auch keine Universität, da muss man sich den regionalen Gepflogenheiten anpassen. In meinem Fall heißt das: Fenster zu und Ohrstöpsel rein.

Vor einem halben Jahr, ich wohnte noch keine zwei Monate hier, wurde das erste mal mein Fahrrad umgetreten – da war wohl jemand sauer, dass es gut genug angekettet war, um sich nicht ad hoc zur Heimfahrt fremdverpflichten zu lassen. Rücklicht im Arsch, Speichen verbogen.

Mit meinem Motorroller bin ich vorsichtiger. Zwar steht er gewöhnlich auf der Straße, an Silvester, Fasching oder zum Feuerwerk des Stadtfests schiebe ich ihn aber auf einen Hinterhof. Da kann er provisorisch übernachten, ohne bequeme Sitzfläche für vorbeiziehende Spacken zu sein.

Leider ist der Weihnachtsmarkt in Speyer nah, lang und alkoholisiert wie eine Fußball-WM. Heute morgen kam ich aus dem Haus und fand meinen Roller so vor:
2014-12-14 08.31.52In die Hausecke geschoben und dann mit Wumms vor die Mauer.
Außenspiegel zerbrochen und ab, Scheinwerfer zerbrochen und ab, die komplette Vorderverkleidung am Arsch:
2014-12-14 08.34.03Es wird erstmal schwer werden, hier in der Gegend eine Werkstatt zu finden, die meinen China-Kracher reparieren kann. Von der Frage, ob sich das lohnt, ganz abgesehen. Übernimmt so etwas die Versicherung? Keine Ahnung, muss ich erstmal die Police lesen.

Apropos Police: Fuck the.

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14
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (14)

Zum Sonntag und Dritten Advent steigt der Wortvogel ins Schmuck- und Accessoire-Geschäft ein:
streichel mich
Vielleicht ist ja was für die Liebste dabei oder den Mann von Welt? Eine metallene Visitenkarten-Box mit Spider-Man drauf, ein Schlüsselring mit Mainzelnmännchen, ein United Federation of Planets-Pin und satte vier metallene “dog tags” von den X-Men (Wolverine, Magneto, Storm, Rogue).

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13
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (13)

Das nächste Superhelden Double Feature – eine mit Extras vollgepackte Special Edition (shiny shiny) von “X-Men” und die komplette, so grandiose wie depperte Superhelden-Sitcom “The Tick”:

streichel mich

“I’m telling you – Falco died! Sí! Amadeus, Amadeus. He is a dead person!”

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12
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (12)

Und schon wieder ein DVD-Double Feature mit Extras zum “dran dusselig gucken”! Höhe- und Tiefpunkte der Superhelden-Schwemme, Mucki-Monster mit massiven Massakern an Mensch und Material!

streichel mich

Der Hulk von Ang Lee ist bis heute umstritten, gilt als verkopft und zu existentialistisch:
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“Citizen Toxie” hingegen ist – for better or worse – unumstritten:

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Can you afford NOT to have this?!

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11
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (11)

Ich freue mich, dass die “DC Vault” dieser Tage eine solche Begeisterung ausgelöst hat – schauen wir mal, ob die “Marvel Vault” das auch schafft:

streichel mich

Leider habe ich diesmal kein akzeptables Video gefunden, um das Buch zu präsentieren, aber seid versichert: Auch dieser Band ist knackevoll mit tollen Sachen, hochwertigen Texten und bunten Bildern von Männern mit dicken Muckis. Satisfaction guaranteed!

Teilen, liken, verlinken – hohe Beteiligung erfreut den Vogel!

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10
Dezember 2014

Recommended Reading: Filmblogs

Wer mein Blog lange genug liest, der kennt auch ein paar der Filmblogs, die ich mag und uneingeschränkt empfehle. Badmovies, den Original Video Junkie und so Zeug. Aber manche dieser Blogs werden irgendwann eingestellt, andere nehmen eine Richtung, die mir nicht passt. Vor allem aber: Es kommen immer wieder neue dazu, die in meine permanente Linkliste wandern. Und von denen wollte ich euch heute ein paar empfehlen. Für lange Winterabende.

1000 Misspent Hours And Counting ist ein Klassiker, die Webseite gibt es schon seit über 10 Jahren. Das Design ist mit spartanisch freundlich umschrieben, dafür kann man die Reviews alphabetisch oder chronologisch sortieren – ein Feature, das längst zum Standard gehören sollte. Die Auswahl der Filme ist sehr eklektisch und deckt die letzten 110 Jahre ab. Was Scott Ashlins Seite auszeichnet, ist die Expertise ihres Betreibers: Der Mann hat nicht nur massiv viel Ahnung von Filmgeschichte, er kann auch außerordentlich tiefgehend analysieren. Er bespricht Trash, ohne sich auf dessen Niveau zu begeben – und ohne von oben darauf hinab zu schauen.

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Good Efficient Butchery ist eine Neuentdeckung, die ich William vom Video Junkie und Facebook verdanke. Mark Tinta hat ein einfaches, aber sehr lesefreundliches Blog-Template am Start und bespricht so ziemlich alles (von Steven Seagal bis Roger Moore) gleichermaßen kompetent wie lesenswert. Es wäre mir eine Freude, eines Tages seine Präzision und Trennschärfe zu erreichen.

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Checkpoint Telstar von Tim Lehnerer ist wie eine Steigerung der vorangegangenen beiden Angebote. Das Layout wieder simpel, die Spalte etwas zu breit – dafür Reviews, denen der Begriff  “ausführlich” nicht gerecht wird. Anders als bei Badmovies, wo meist die elaboraten Inhaltsbeschreibungen den meisten Platz einnehmen, konzentriert sich Lehnerer auf Kontext und Analyse. Das ist allemal lehrreich und hoch kompetent, aber auch so fordernd, dass ich mir die Reviews manchmal als papiernes Buch wünschen würde, um sie in Ruhe auf dem Klo zu lesen. Am Bildschirm ist das etwas ermüdend.

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Made for TV Mayhem geht in eine ganz andere Richtung. Die Seite ist so hässlich wie die meisten Produktionen der primär 70er Jahre, die hier besprochen werden. Aber das ist alles gut und richtig, denn wie der Titel andeutet, geht es um TV-Filme. Obskure, billige, oft genug niemals auf Kassette oder Scheibe veröffentlichte TV-Filme. Das mag nicht jedermanns Teetasse sein, aber ich steh drauf. Und ähnlich wie die Filme sind die Reviews straff und nicht allzu komplex.

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Johnny LaRue’s Crane Show ist eigenwillig benamst und auch nicht von einem Johnny LaRue betrieben, sondern von Marty McKee. Ihn zeichnet eine sehr knackige, lesefreundliche Schreibe aus, die auch gut in Printmagazine passt. Außerdem bespricht er kommerzielle, aber gerne kleinere Produktionen wie “Thunder Run”, “US Seals” und Hunderte von TV-Produktionen. Da macht die Mischung den Unterhaltungswert.

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By John Charles sammelt, erwartungsgemäß, Texte von John Charles. Meistens Reviews, die früher z.B. in “Video Watchdog” veröffentlicht wurden. Das erklärt auch die knappe, präzise Schreibe, die gut zu seinem aufgeräumten Blog-Template passt. Als Bonus ergänzt Charles seine Reviews, wenn es mittlerweile neue Releases der Filme gibt.

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The Digital Bits stellt weniger Reviews in den Vordergrund, sondern die Release-Daten neuer Filme auf DVD und BluRay. Dabei wird besonderer Augenmerk darauf gelegt, welche Perlen die Studios aus ihren Archiven kramen, welche Filme restauriert werden, etc.

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Zu den Webseiten, die man lesen sollte, obwohl sie kein neues Material mehr bereit stellen, gehören Beyond Hollywood und Pause.Rewind.Obsess. von “Video Watchdog”-Chef Tim Lucas. Bei den Recherchen habe ich gerade übrigens festgestellt, dass es 2013 auch ein Pause.Rewind.Obsess.2 gab. Hurra, neuer Lesestoff! Jeremy Milks Webseite Cult Trailers ist wohl auch nicht mehr aktiv, aber es gibt dort immer noch tonnenweise seltene Plakate und – genau – Trailer zu finden. Freunde gepflegter Schlägereien lesen noch bei Fist of the B-List nach, bevor der Content offline genommen wird. Gleiches gilt für das Lost Video Archive, das primär von VHS-Obskuritäten berichtete.

Es lohnt sich übrigens, bei den meisten dieser Webseiten in den Linklisten nach weiteren Perlen zu suchen.

So, das waren meine Empfehlungen. Habe ihr noch welche?

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10
Dezember 2014

An Freunde, verloren und doch unvergessen

Ich neige nicht zu kitschiger Sentimentalität, versende keine Bilder mit Einhörnern und fordere bei Facebook niemanden auf, “hugs” zu teilen. Täglich “inspirierende Sinnsprüche” zu posten, die beim näheren Nachdenken oft keinen Sinn machen, ist ein guter Weg, von meiner Freundesliste zu fliegen.

Aber manchmal, selten, aber doch, flattert ein ins Bild gefasster Gedanke an mir vorbei, der mich innehalten lässt. Weil er das ganze dreckskomplizierte Leben so simpel klammert, weil er Weltformel und Trost zugleich ist.

Das hier ist so einer:
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Was für eine bezaubernde Vorstellung.

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10
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (10)

Ich bin sehr froh, dass eine der heutigen Serien in der gestrigen Gewinner-Antwort erwähnt wurde, weil das für so eine schöne Kontinuität sorgt. Es gibt ein rein britisches Quadrupel-Pack zu gewinnen.

streichel mich

Die Kult-Space-Sitcom “Red Dwarf” erwischt ihr mit den Staffeln 2 und 3 auf dem genau richtigen Fuß, denn nach der noch etwas mauen ersten Staffel findet die Serie hier ihre ersten Höhepunkt. Mit der dauerhaften Hinzunahme des Androiden “Kryten” in Staffel 3 geht es dann richtig los:
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Kaum zu glauben, dass es auch 2015 neue Folgen geben wird – 25 Jahre nach der Erstausstrahlung!

“My hero” ist eine etwas verquere Mischung aus stoffeliger britischer Familien-Sitcom und Superhelden-Show – und entwickelt genau daraus ihren Charme. Nicht so hip wie “No heroics“, aber immer wieder einfallsreich, wenn es um die häuslichen Probleme von “Thermo Man from the Planet Ultron” geht:
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Die beiden DVD Boxen enthalten die komplette Staffel 3.

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9
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (9)

Noch ist es ein Gimmick, aber wer weiß – vielleicht gelingt es mir, diese Woche zur “superhero week” zu machen. Ich bleibe mal so lange an dem Thema, wie ich kann.

streichel mich

Zwei lesenswerte Biographien, beide englisch, eine Hardcover – vom gescheiterten “Man of Steel” und vom “Dark Knight”, der lernte, das Rampenlicht zu lieben.

Aus Adam Wests Buch wurde seinerzeit auch ein grandios-beknackter TV-Film gemacht, der ein ganz besonderes Schmankerl für Batfans bereit hielt – die Original-Testaufnahmen mit Lyle Waggoner als Bruce Wayne.

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