Marko Heisig, Jahrgang 1971, arbeitet seit vielen Jahren als Illustrator. Sein Schwerpunkt ist das Entwerfen und Gestalten von Artworks für Cover, Bücher, CDs und DVDs — kurz, für alles, was Bilder braucht. In seiner Freizeit zeichnet er mit Vorliebe Comics und Bilder aus dem Fantasybereich oder bastelt zur Entspannung an seinem Commodore 64 herum. Er lebt mit seiner Familie im Norden Hamburgs.

(Anmerkung Torsten Dewi: Das Design des Wortvogels ist auch von ihm)

Ich hatte schon immer vor, ein Buch zu schreiben. Als Schüler, als Student, während meines Jobs. Zeit und Ideen hatte ich genug, Lust und Laune auch. “Leider” bin ich einer dieser kreativ unentschlossenen, die sich bei allem austoben müssen, was nach Selbstverwirklichung schreit, so dass mein Trieb zum Schreiben zwar immer da war, aber immer nur einer von vielen: Ich war Mitglied einer Band, habe ein paar Kurzgeschichten veröffentlicht, Comics gezeichnet und mich schließlich als Illustrator selbständig gemacht.

Vermutlich ist dieses »Alles-kreative-ausprobieren-was-nicht-bei-drei-auf-den-Bäumen-ist« der Grund dafür, dass ich dann, als ich mich endlich an einen Roman wagte, nicht einfach nur schreiben konnte (und wollte). Ich fing an, ein Buchcover zu gestalten. Ich skizzierte die Charaktere und erstellte ein Logo. Zeitweise spielte ich sogar mit dem Gedanken, das ganze Projekt als Comic umzusetzen … doch da hatte ich mich schon auf angenehme Weise in der Stimmung meiner geschriebenen Geschichte verloren (sprich: Ich fand meine Texte klasse), und so blieb es bei der Romanform. Tadaa:

Was ich bei heutzutage neu erscheinenden Büchern schade finde, ist ihre – zumeist – recht einfallslose Online-Präsentation. Klar, es sind nur Bücher, da erwartet niemand eine stimmungsvolle Webseite, wie sie bei Kinofilmen üblich ist … oder?

Nunja. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber bevor ich den Roman eines mir unbekannten Autors lese, möchte ich etwas mehr wissen, als der knappe Klappentext preisgibt. Wer sind die Protagonisten, wo spielt das ganze, was für ein Stil erwartet mich? Eine nette Sache wären doch Charakterbeschreibungen und Leseproben, ansprechend auf einer kleinen Webseite aufbereitet.

Also baute ich so eine.

Ich packte alles rein, was ich an Material rund um meine Geschichte erschaffen hatte: Klappentext. Eindrücke der Location. Charakterbeschreibungen und -bilder. Ein paar Infos über mich, einen Trailer (den mir ein befreundeter Musiker großartig mit passender Musik unterlegt hat) und natürlich zwei Leseproben. Das alles bastelte ich für den potentiellen Leser, damit er einen Eindruck der Geschichte bekommen kann, und natürlich auch für mich, um das Projekt “runder” zu machen und mich zu motivieren, weiterzuschreiben. Kleine Randnotiz: Bei der technischen Umsetzung der Webseite half mir schnell und umsichtig der fabelhafte Spuddl, der sich auch um die Technik des Wortvogel-Blogs kümmert.

Klar, das alles verzögerte (und verzögert, denn ich schreibe ja noch) die Fertigstellung des eigentlichen Romans. Über den Weg einer Veröffentlichung habe ich mir auch noch keine Gedanken gemacht: Eigenverlag? Ebook? Literaturagent? Oder einfach auf klassische Art Verlage anschreiben? Keine Ahnung. Das ist alles noch nicht zu Ende gedacht.

Aber mich hetzt(e) ja keiner, und bislang habe ich das gute Gefühl, dass das Projekt so aussieht, wie ich es mir vorstelle. Insbesondere beim Ausknobeln der Charakterportraits und bei der Trailererstellung hatte ich viel Freude (wobei ich natürlich einräumen muss, dass der Trailer keinem “echten” Trailer gerecht wird, da ich weder Regisseur noch Cutter noch sonst in irgendeiner Weise filmaffin bin). Die Webseite zum Buch ist inzwischen online, ebenso wie eine kleine Facebookseite dazu; ich muss nun also tatsächlich “nur” noch das Buch zu Ende schreiben. Hurra! 😉

… hm, was? Worum es in dem Buch geht? Ach … schaut doch selbst!

Neugierig? Hoffentlich! Mehr Eindrücke gibt’s auf www.elfenzucht.com.

Und ich schreibe jetzt erstmal weiter …



39 “ Wortvogels Gastarbeiter (2): Marko Heisig ”

  1. 6

    Wow, ich finds beeindruckend dass du wirklich versuchst, den „Bann“, den das ja offensichtlich auf dich ausübt, über die HP und Trailer und Musik auf deine Leser zu übertragen. Ist mal ne neue Herangehensweise, find ich stark.

    Aber pass bloß auf bei Online-Rezensionen später…..das ist alles ne MAfia 😉

  2. 13

    Kompliment! Werkstatt-Einblicke sind hier immer toll. Wer und was sich hinter „Marko“ verbirgt, finde ich sehr beeindruckend. Mir fallen sofort Leute aus meinem Freundes- und Familien-Kreis ein, die sich für dieses Buch interessieren würden. Die Präsentation ist erstklassig. Stehender Applaus von mir.

  3. 16
    Comicfreak

    ..guck mal bei amazon nach „valerie j. long“

    Das begann ganz harmlos vor 4-5 Jahren in nem Forum mit der Aufgabe „Bringe folgende 10 Begriffe in einer Kurzgeschichte unter“.

    In dem Forum hat Val auch sehr genau alle Schritte und Vor- und Nachteile bei Selbstveröffentlichung etc. aufgeführt; wenn du magst, stelle ich einen Kontakt her.

    Du kannst sie aber auch auf facebook anschreiben 🙂

  4. 17

    Absolut nicht mein Fall (und ich muss zugeben, daß mich Titel und Design auch zunächst an irgendeine Hentai-Geschichte denken liessen), aber wünsche natürlich trotzdem viel Erfolg.

  5. 19

    @ Marko: Du musst das konsequenter machen – nenn es „Elfenficken“, aber die Viecher werden geschlechtslos gezüchtet und die Bücher sind ab 6. Das sorgt dann für ordentlich Kontroverse…

  6. 27

    Finde Trailer und Seite ganz cool – und anscheinend bin ich der Einzige hier, der tatsächlich !keine! Schmuddel-Assoziationen beim Titel gehabt hat. (Liegt vielleicht auch daran, dass mein Hirn immer noch die Eindrücke von „Dear Esther“ verarbeitet.)

    Über den Nachfolger-Titel „Elfenglied“ solltest du aber nachdenken 🙂

  7. 31

    So es muss mal eine Frauenstimme her (sollte einer der Kommentatoren zuvor weiblich sein, bitte ich vielmals um Entschuldigung!):
    Ich finde die crossmediale und sehr liebevolle (!!!) Aufbereitung ästhetisch, beeindruckend und schlau obendrein. Obwohl Elfenfantasy normalerweise nicht zu meiner Lesekost gehört, bin ich neugierig WIE HÖLLE worum es in dem Buch geht und würde es mir dementsprechend auch kaufen. Trailer, Teaser und Texte haben also ihr Ziel nicht verfehlt. Vielleicht wäre auch eine interaktives e-Book eine Idee, wo du dich auch gestalterisch, soll heißen mit Comicelementen und Illustrationen, parallel zum Fließtext austoben könntest. Oder gar in Richtung eines „Watchmen“ gehen? 🙂 Auf jeden Fall bin ich gespannt auf die Entwicklung des Projektes und natürlich auf das fertige Buch; dafür wünsche ich dir viel Glück und Durchhaltevermögen. 🙂

  8. 32

    Vielen Dank für das zahlreiche Feedback, sowohl hier als auch in einigen Mails, die ich seit Montag bekommen habe! Es freut mich sehr, dass mein Projekt neugierig macht. 🙂

    Hat hier eigentlich jemand mal in die Leseproben reingelesen? Dass ich Dinge gut präsentieren kann, weiß ich ja (ist schließlich mein Job 😉 ), aber zu meinen aktuellen Fähigkeiten als Schreiberling äußert sich leider kaum einer (und immerhin GEHT es bei dem ganzen ja eigentlich um ein Buch in spe). Das kann natürlich daran liegen, dass jeder die Leseproben schrecklich findet … oder dass sie keiner liest.

    Was auch immer: Über ein paar Meinungen würde ich mich auch dazu freuen!

  9. 36
    Howie Munson

    Ich hatte den Prolog gelesen (und jetz nochmal überflogen), stellenweise fand ich ihn etwas langatmig aber zum ende hin war ich ganz gut in der Handlung „drin“.

    Grob gesagt gesagt, wäre es mir lieber gewesen wenn bis seite 13 vielelciht ein Zeile pro Seite weniger verwand worden wäre um dieselbe Handlung zu erzählen, aber das ist wohl Geschmackssache.

    Der „Überrauschung, aber dumme Frage“ satz von Roberto auf seite 13 hätte ich beispielsweise ganz weggelassen der hatte mich beim Lesen eher irritiert und der „Bösewicht-Monolog“ ist schon bisschen sehr lang.

    Das gilt nur falls der Prolog (und eventuell das erste Kapitel mit dann wieder neuen Akteuren) nicht mit Absicht etwas langsamer als der Rest des Buches macht. Aber kann auch sein das andere das langsame Tempo sogar für besser halten, dann wär ich halt nicht die Zielgruppe. *g*

  10. 38

    @ Dietmar: Da ich mich um eine möglichst simpel programmierte Webseite bemüht habe, die in hoffentlich so ziemlich jedem Browser gut funktionieren sollte, würde mich interessieren, wieso sie bei Dir nicht richtig „auf“ (?) ging. Vielleicht habe ich ja einen Fallstrick übersehen. Was genau war denn das Problem, wenn ich fragen darf?

    @ Howie: Vielen Dank für das Feedback! Für Anfänger wie mich ist das Zuviel-drumrum-reden ja einer der klassischen Fehler, und ich fürchte auch, dass ein guter Lektor an zahlreichen Stellen gnadenlos kürzen würde. Ich persönlich mag es schon, wenn in Romanen ausführlich erzählt wird, aber es darf den Leser natürlich nicht langweilen … ich werde das verstärkt im Hinterkopf behalten. Aktuell ist der Roman ungefähr halb „fertig“ geschrieben, eine kürzende Überarbeitung wird zum Ende hin sicher nötig sein. Dankeschön, wie gesagt, für Deinen Eindruck.

    Über weitere Meinungen würde ich mich natürlich weiterhin freuen! 🙂



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