Der Zauber sich kreuzender Synapsen

Gepostet am 31. Juli, 2009 um 11:44 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

Mal rein hypothetisch.

Szene: Man sitzt gemütlich im Park zweisam auf der Decke. Nach einer Weile kramt sie eine Plastiktüte raus, in der sich noch warme, frisch im Ofen aufgebackene Erdnüsse befinden. Sie riecht dran.

ER: “Und?”

SIE: “Riecht nach Nüssen und Plastik.”

ER: “Wie bei einem Blowjob mit Kondom?”

Wäre das lustig genug, um zugeben zu können, dass ich der “er” bin, ohne mich schämen zu müssen?

Mal rein hypothetisch.

“Lotta in Love” – Redux

Gepostet am 30. Juli, 2009 um 13:12 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit.

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Für Veteranen meines Blogs ist das Thema lange durch, aber anhand der Suchbegriffe in der Web-Statistik habe ich festgestellt, dass wieder häufiger User auf der Suche nach “Lotta in Love” hier landen. Meine Telenovela läuft ja derzeit täglich auf Viva um 20.00 Uhr (Wiederholung am folgenden Tag um 14.30 Uhr).

Aus diesem Grund verlinke ich an dieser Stelle noch einmal zu meiner erschöpfenden, wenn auch absolut subjektiven Mega-Meta-Reportage namens “Lotta in Love – eine Story mit Folgen”.

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, und Teil 5.

Verschollene Perlen: “Royal Destiny”

Gepostet am 29. Juli, 2009 um 19:44 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Dieses Filmplakat allein sollte schon reichen, um Trash-Fans den Kopf platzen zu lassen:

destiny

Der österreichische Multi-Produzent/Regisseur/Darsteller Otto W. Retzer (“Babystrich im Sperrbezirk”, “Die Säge des Todes”, “Ein Schloss am Wörthersee”) mit seiner gelegentlichen Leinwand-Partnerin Julia Kent (“Her mit den kleinen Schweinchen”, “Der blaue Diamant”) in einem Hongkong-Actionkracher ohne Rechtschreibprüfung von Vincent Leung (“Fight the Kickboxer”)?! Und nichts davon ist in der IMDB verzeichnet?!

Die putzige Webseite der Vertriebsfirma IDF Films verkündet immerhin stolz: “Our motion pictures have won high renown and merits among the international and professional distributors as “Visually Outstanding and Emotionally Entertaining.”"

Mag sein – nur gesehen hat den Film anscheinend noch niemand. Obwohl er 1997 entstanden sein soll.

Der Trailer dürfte Hardcore-Trashologen wie Doc Acula und Onkel Filmi die Knie weich werden lassen:

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Ich habe mal versucht, die Entstehung dieses Prachtstücks nachzurecherchieren: Resteverwerter Joseph “Ninja-King” Lai hat seine Finger drin, also ist zu vermuten, dass hier mal wieder mehrere Filme zu einem neuen Gesamtkunstwerk verwurstet wurden – darauf lässt auch die Tatsache schließen, dass Julia Kent offensichtlich ihren Bruder (aus dem Plot eines anderen Films) rächen will.

Die Anwesenheit von Bruce Fontaine und Jonathan Isgar könnte auf die Verwendung von Material aus “Catman” oder “EU Strike Force” hindeuten, ich vermute aber eher, dass es sich um Szenen aus einem nicht fertiggestellten Projekt handelt.

Die Kombination von Retzer, Kent und Harmstorf in Tateinheit mit dem Produktionsjahr bringt mich zu der Annahme, dass die “deutschen” Szenen seinerzeit im Umfeld der Dreharbeiten von “Klinik unter Palmen” auf den Philippinen runtergekurbelt wurden, als die ARD-Serie dort 1996 vor die Kameras ging, und alle drei Darsteller am selben Set rumlungerten. Retzer hatte vermutlich die Idee, irgendwas auf die Beine zu stellen, weil man vom deutschen Fernsehen eh schon eine Reise zu exotischen Locations bezahlt bekam.

Sowas wird also (teilweise) von unseren Gebühren finanziert!

It’s a fate!

Jetzt neu: süßer statt saurer Regen!

Gepostet am 29. Juli, 2009 um 11:24 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Schon kurios: als ich eben in den Briefkasten schaue, fällt mir auf, dass die mehrere Meter meiner Straße mit weißen brösligen Brocken übersät sind:

zucker

Eine genauere Prüfung ergibt: Würfelzucker! Allerdings so gleichmäßig und wuchtig zerkrümelt, dass eine geplatzte Einkaufstüte als Ursache auszuschließen ist. Nur in den grasigen Spalten zwischen dem Kopfsteinpflaster haben ein paar Würfel in ihrer namensgebenden Form überlebt.

Rattengift? EU-Überschuss? Sponti-Kunst? Twilight Zone? “Zucker”?

“Landidee” – Wortvogel macht auf nachhaltiger Öko-Journalismus

Gepostet am 28. Juli, 2009 um 18:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Ich durfte ja nix drüber sagen, weil – hoch geheime Entwicklung. Aber in den letzten Wochen habe ich fleißig für das neue Magazin “Landidee” in die Tasten gehauen:

landidee

In der Erstausgabe finden sich u.a. Artikel von mir über die Invasion der grauen Eichhörnchen, die Besonderheiten von Marienkäfern, und die Ästhetik antiker Badewannen. Hat Spaß gemacht: mal was anderes als Trash-Filme und Promi-Titten.

Ab 6. August liegt das Heft zweimonatlich am Kiosk, es kostet 3,30 Euro, und die Druckauflage beträgt gesunde 200.000 Stück.

Bildersturm: Aus Wortvogels Wühlkiste

Gepostet am 28. Juli, 2009 um 11:52 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Abt.: Warum soll der Kram auf meiner Festplatte verschimmeln?

Die sensationelle Sketch-Show “The State” ist endlich auf DVD erhältlich! Leider musste man aus rechtlichen Gründen wohl kleinere Segmente neu synchronisieren, und immer wieder Bildelemente digital verwischen, um keinen Ärger mit Rechteinhabern zu bekommen. Das sieht im Extremfall dann schon mal so aus:

state

Es gab in den USA mal eine sehr kurzlebige Sitcom namens “Movie Stars”. Im Trailer wird Hauptdarsteller Harry Hamlin gezeigt, wie er für seinen neuen Film gegen ein böses Monster antreten muss:

moviestars

Das Vieh kommt mir doch verdächtig bekannt vor – und siehe da, es stammt aus der “Babylon 5″-Episode “Infection”:

b5infection

Diese Schlagzeile von 2004 ist ganz speziell für meinen langjährigen Leser Stephan, für den sie vermutlich umgedreht werden müsste:

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Über “Brut des Bösen” mit Christian Anders hatte ich ja neulich erst geschrieben – vor ein paar Tagen ist mir dann noch dieses hübsche Videocover in die Hände gefallen:

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Sage übrigens keiner, dem Film mangele es an einer ausreichenden Motivation für den körperlich arg klein geratenen Drogenboss van Bullock:

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Man mag sich kaum noch erinnern (wollen), aber der hier sollte wirklich mal im Kino laufen:

MrBoogie

In einem letzten Anfall von gesundem Menschenverstand wurde der Film aber dann doch als “unguckbar” deklariert, und ist bis heute verschollen.

Andere Filme hingegen sind nicht verschollen, sollten es aber sein – die Pornobranche schämt sich wirklich für nix:

gaytanamo

Und wo wir gerade beim Thema sind – eine Großaufnahme des Covers von “Born for Love” verdeutlicht sehr schön, wie glücklich die beiden ehemaligen Mainstream-Schauspielerinnen Karin Schubert und Sibylle Rauch sind, endlich vor der Kamera kopulieren zu dürfen:

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Wortvogel-Sabotage: Wenn armselige Wichte wütend walten…

Gepostet am 27. Juli, 2009 um 19:28 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Um 18.04 Uhr wurde hier ein Kommentar gepostet, den ich sofort wieder gelöscht habe, weil er mir irrelevant und konfrontativ erschien. Unter dem Namen “Dein Freund” hieß es da:

“nur mal so: für jemanden der gerne Haarspaltereien betreibt sollte es doch eigentlich klar sein, dass man keine TV-Ausschnitte auf Vimeo posted. Du gehst ja auch nicht zum Kacken in die Küche, oder?”

Der Kommentar kam unter der Email-Adresse tomghf (at) gmail.com von einer Alice-IP.

Das roch nach Ärger. Um 18.48 Uhr kam eine Email von Vimeo. Darin heißt es unter anderem:

“Your account has been removed by the Vimeo Staff for violating the Rules of Vimeo.com”.

Mein Account ist seither gesperrt, die bei Vimeo gehosteten Videos nicht mehr abrufbar.

Das ist kein Drama, allenfalls ärgerlich: sollte ich bei anderen Hostern nicht unterkommen, kann ich die Videos auch auf dem Server meines IT-Experten ablegen. Mehr Traffic, ein wenig mehr Kosten, aber damit hat es sich auch schon. Anders ausgedrückt: Entschuldigt die Unannehmlichkeiten, aber der Schaden hält sich in Grenzen.

Mich interessiert eigentlich eher, wie armselig, kleinschwänzig, feige, gehässig, und schlichtweg asozial jemand sein muss, der versucht, einem Blog zu schaden, indem er es beim Videohoster anschwärzen geht? Gibt es wirklich Trolle, die sowas machen, und sich dann für ganz große Nummern halten? Deppen, die ernsthaft Selbstbewusstsein aus der Sabotage anderer Leute beziehen, statt sich eine ordentliche Runde zu schämen?

Kulturcrash: Iron Man & Wolverine Anime

Gepostet am 27. Juli, 2009 um 16:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Nein. Nein, nein, nein. Und nochmals: nein.

Schon von der visuellen Anmutung passen die krachledernen Marvel-Helden nicht in weibisch-homophile Anime-Produktionen. Das sind Welten ohne Schnittmengen. Unter der Ägide von Warren Ellis wird es nun trotzdem probiert – und die ersten Trailer sehen erwartungsgemäß scheiße aus.

Action und Aufwand in allen Ehren – aber Iron Man ist eben nicht Guyver, Wolverine nicht Hellsing, und New York nicht Neo-Tokio.

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll…

Wolverine:

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Iron Man:

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Kino-Kritik: “Inglorious Bastards” (1978) vs. “Inglorious Basterds” (2009)

Gepostet am 26. Juli, 2009 um 19:49 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Wann immer man dieser Tage von Tarantinos vielbeachtetem neuen Film “Inglorious Basterds” spricht, wird gerne im Nebensatz eingeworfen, es handele sich dabei um das Remake eine obskuren italienischen Kriegsfilms aus den 70ern namens “Inglorious Bastards”. Da ich kürzlich die Gelegenheit hatte, mir “Basterds” anzusehen, entschloss ich mich, auch das Original zu sichten, und beide Filme zu vergleichen.

Ein Haufen verwegener Hunde (aka Dirty 7, aka Inglorious Bastards)POSTER-INGLORIOUS-BASTARDS

Italien 1978. Regie: Enzo G. Castellari. Darsteller: Bo Svenson, Fred Williamson, Peter Hooten, Debra Berger, Raimund Harmstorf

Frankreich, 1944: Eine Handvoll Deserteure und Kriegsverbrecher soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Eine Fliegerattacke gibt Yeager, Canfield und ein paar anderen jedoch die Gelegenheit zur Flucht. Auf dem Weg in die neutrale Schweiz schließt sich ihnen der Deutsche Adolf Sachs an. Es kommt zu einem Scharmützel mit einer Nazi-Patrouille – die sich als eine verkleidete Einheit Amerikaner herausstellt, die im Geheimauftrag das Leitsystem einer V2-Rakete aus einem Zug stehlen sollte. In der Hoffnung auf Begnadigung entschließen sich die “sieben verwegenen Hunde”, den Auftrag selbst auszuführen…

Zuerst einmal gibt es keinen Grund zur Häme – “Inglorious Bastards” ist mitnichten der obskure Billigschrott, für den ihn Kritiker erklären, die ihn offensichtlich selber nicht gesehen haben. Der internationale Cast hat durchaus solides B-Niveau, der betriebene Aufwand an Kostümen und Fahrzeugen (Flugzeuge, Panzer, Züge, Motorräder) ist beachtlich, und die gelegentlich verwendeten Modelle und Matte Paintings können überzeugen. Die Pyrotechniker haben sichtlich Überstunden geschoben – der Film ist eine regelrechte Materialschlacht. “Bastards” punktet besonders bei den vielfältigen einfallsreichen Stunts, die oft genug von den Stars selber ausgeführt wurden.

Natürlich ist die Story banal, und erinnert eher an eine Mischung aus “Dirty Dozen” und den alten Kriegscomics von Marvel – eine Handvoll Geächteter zeigt halt den Nazi-Schweinen, was Sache ist. Aber alles ist schön bunt, die Typen sind cool, und Regie-Veteran Castellari treibt das Geschehen effizient und fettfrei voran. “Bastards” ist ein reinrassiger Actionfilm, der niemals zur Ruhe kommt, und genügend “Twists” aufweist, um auch Zuschauer interessiert zu halten, die Kriegsfilmen sonst gar nichts abgewinnen können (ich zum Beispiel). Es zahlt sich aus, dass der Film in drei gleichermaßen unterhaltsame Teile zerfällt: Einführung und Flucht der “Hunde”, Begegnung mit den Deutschen und Sabotage ihrer Anlagen, und schließlich der große Geheimauftrag als Höhepunkt.

Die Charaktere sind eindeutig-zweidimensional genug gezeichnet, um nach einer kurzen Einführung unterscheidbar zu sein. Und tatsächlich: wenn ein “verwegener Hund” ins Gras beißt, tut uns das wirklich leid.

Obendrauf gute Kameraarbeit, schmissige Musik, und Hundertschaften von Nazi-Komparsen, die mit “aarrgghh!!!” und “iiiihh!!!” in die Rabatten fallen – sicher kein großartiger Film, aber unterhaltsam und routiniert gemacht.

Kurzum: 96 Minuten räudiges Remmidemmi für Genre-Fans.

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Inglorious Basterds

basterdsUSA 2009. Regie: Quentin Tarantino. Darsteller: Brad Pitt, Christoph Waltz, Melanie Laurent, Diane Krüger, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Daniel Brühl, Mike Myers, Eli Roth

Frankreich, 1944. Aldo Raine stellt im Auftrag der Alliierten eine Truppe von Halsdurchschneidern zusammen, deren einzige Aufgabe es ist, Nazis brutal zu massakrieren (und zu skalpieren), um die deutsche Besatzungsmacht in Angst und Schrecken zu versetzen. Das funktioniert auch ganz gut, bis sich eher durch Zufall die ganz große Chance bietet: Hitler selbst hat sich angekündigt, um in Paris der Premiere des Propaganda-Films “Stolz der Nation” beizuwohnen. Eine ideale Gelegenheit, den Führer ins Jenseits zu bomben, und dadurch den Krieg zu beenden. Keiner der Basterds ahnt, dass die jüdische Besitzerin des Kinos einen ganz ähnlichen Plan verfolgt. Und dann ist da noch Gestapo-Mann Landa, der eine gute Nase für Lügner und Verschwörer hat…

Ihr habt es sicher schon gemerkt: mit “Inglorious Bastards” hat “Inglorious Basterds” nicht viel zu tun. Ich würde bestreiten, dass der Film überhaupt als Remake durchgehen kann. Sogar die entliehenen Motive sind so verwässert worden, dass man die Ähnlichkeiten mit der Lupe suchen muss.

Viel schlimmer aber: “Basterds” ist ein echter Tarantino der neueren Schule (also seit “Jackie Brown”). Der Maestro kidnapped ein Genre, das er in seiner Zeit als Videothekar bis zum Umfallen geliebt hat, schmeißt 60 Millionen Dollar, ein paar Stars, und geschliffen-sarkastische Dialoge drauf – und übersieht geflissentlich, dass die Originale funktioniert haben, weil ihre unterhaltsamen Defizite nicht Absicht, sondern produktionsbedingt waren. Blaxploitation (“Jackie Brown”), Grindhouse (“Death Proof”), Hongkong-Action (“Kill Bill”), und Nazi-Action sind nur dann cool, wenn sie einem nicht so penetrant hip, überteuert, und mit ständigem Augenzwinkern in den Hals gerammt werden.

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“Basterds” ist totales Chaos, und filmisch gesehen ein praktisch ungenießbarer Eintopf. Statt einer durchgehenden Story erzählt der Film seine Handlung als “Kapitel”, und springt dabei von einer statischen Sequenz zur nächsten – nur um Tarantino ausgiebig Gelegenheit für seine gewohnt souveränen, aber ständig bis ins Exzess überdehnten Dialog-Konflikte zu geben, die unausweichlich in plakativen Gewaltausbrüchen enden.  Bewegung zwischen den “set pieces” findet fast nicht statt, Aufwand und Tempo bleiben bis zum (zugegebenermaßen furiosen) Finale im erschreckend überschaubaren Maße.

Auch stilistisch greift der Film immer wieder daneben: die Western-Musik nervt, und ist völlig unpassend, der Vorspann allein hat schon fünf verschiedene Fonts, und immer wieder sind gewollte Stilbrüche kein Zeichen von inszenatorischer Überlegenheit, sondern lediglich genau das – arg gewollte Stilbrüche. Ich bin echt nicht zimperlich, aber die von den Basterds verübten Brutalitäten sind nicht modern-schick, sondern gerne mal eklig. Im erzählerischen Kontext ist das unentschuldbar – denn es gibt keinen.

Kritik an der Story, der Plausibilität, den historischen Details lässt Tarantino gar nicht erst zu, in dem er “Basterds” zu einem “Märchen” erklärt. Darum erübrigt sich jeder Hinweis darauf, dass eine “Brigitte” plötzlich mit “Bridget” unterschreibt, ein Deutscher “Genghis” statt “Dschingis Khan” notiert, und im Pariser Kino ein fast zehn Jahre alter deutscher Film läuft.  Von der Tatsache, dass Goebbels niemals einen so plumpen Propaganda-Film wie “Stolz der Nation” unterstützt hätte, mal ganz abgesehen. Und die Deutschen dürfen durch die Bank widerlichstes Vieh sein, für das ein grausamer Foltertod noch eine Gnade darstellt. Ist ja alles nur ein Märchen, alles nicht ganz ernst gemeint.

Schade nur, dass in der unverdaulichen Suppe ein paar wirklich großartige Einzelsequenzen schwimmen, von großartigen darstellerischen Leistungen mal ganz abgesehen. Wer es schafft, Gedeon Burkhard und Diane Krüger überzeugend agieren zu lassen, hat meinen Respekt verdient. Brad Pitt hingegen spielt Aldo Raine (ja, Quentin, schon kapiert – du magst Aldo Ray ganz furchtbar) genauso dünn und lausbübisch grinsend, als hätte von vorneherein verstanden, dass mit der Rolle des coolen Kommandanten kein Staat zu machen ist. Und Til Schweiger als Hugo Stiglitz (ja, Quentin, schon kapiert – du magst Hugo Stiglitz ganz furchtbar) spielt mit dem Facettenreichtum eines Backsteins. Positiv überraschen Melanie Laurent und ausgerechnet Daniel Brühl.

Und Christoph Waltz? Ich gönne ihm den Oscar, den er vermutlich bekommen wird. In der Tat: sein “Hans Landa” ist für Tarantino offensichtlich Dreh- und Angelpunkt  der Geschichte. Aber mal ehrlich: ein gefährlich ruhiger, gebildeter, und höflicher Gestapo-Offizier von totaler Amoral, der jederzeit zu cholerischen Ausbrüchen in der Lage ist? Sind die Gestapo-Leute in amerikanischen Filmen jemals ANDERS dargestellt worden? Und muss Tarantino diese Figur gar so offensichtlich super finden?

Total ins Klo gegriffen hat Tarantino allerdings mit der Darstellung von Hitler als hysterischem Schreihals (dagegen war Helge Schneider subtil!), und mit Mike Myers als General Ed Fenech (ja, Quentin, schon kapiert – du magst Edwige Fenech ganz furchtbar), der sich scheinbar aus dem nächsten “Austin Powers”-Film reingebeamt hat.

Das ist aber auch kein Wunder, denn trotz der üppigen Laufzeit hat “Basterds” erschreckend wenig Zeit, seine Charaktere vorzustellen, geschweige denn sie zu entwickeln. Die Helden bekommt ein paar Eigenschaften zugewiesen, der Rest wird in Dialogen abgewickelt. Moralische Fragen, Character Arc, Human Journey? Nicht in diesem Film. Dafür sind Tarantino die 148 Minuten scheinbar noch zu kurz.

Natürlich ist die (wenige) Action gut choreographiert, natürlich ist die Kameraarbeit überzeugend, die Ausstattung prachtvoll – aber wer bei so einem Projekt weniger erwartet hat, sollte woanders spielen gehen.

Ich will gar nicht bestreiten, dass Tarantino eine Ausnahme-Begabung ist: trotz der Lauflänge hat “Basterds” praktisch keine Durchhänger, und im großen Showdown kommt schon Freude auf. Aber es ist Talent ohne Kontrolle, ein zu selbstverliebtes Vertrauen in die eigene Genialität.

Kurzum: 148 Minuten Tarantino-Selbstbeweihräucherung mit sehenswerten Momenten, aber auch widerlicher Gewaltpornographie im Namen der “guten Sache”.

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Nun habe ich beide Filme besprochen – kommen wir zum direkten Vergleich.

“Inglorious Bastards” (1978) schlägt “Inglorious Basterds” (2009). Locker. In jeder Beziehung. Er ist kürzer, schneller, aufwändiger (!), kohärenter, effektiver, und kongruent, was Absicht und Ergebnis angeht.

“Inglorious Basterds” hingegen hat zwar Momente von Brillanz und großem Kino, aber diese versauern in einem selbstverliebten Machwerk, das zu lang und zu sehr von sich überzeugt ist. Mit viel mehr Aufwand wurde hier viel weniger erreicht.

Es ist wirklich an der Zeit, dass man Tarantino die Budgets runterkürzt, und seine Laufzeit vertraglich bei 120 Minuten kappt. Endschnitt darf er auch nicht mehr machen. Remakes und Hommagen werden für ihn gesperrt. DANN, dann vielleicht macht Tarantino mal wieder einen Film, der seinem Talent für geschliffenes Charakter-Drama gerecht wird.

Past Promos – Rohrkrepierer der 90er (4)

Gepostet am 26. Juli, 2009 um 13:28 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Zur vorläufig letzten Folge meiner kleinen Reihe…

(Beginnen wir mit einem echten Highlight, das gar nicht von meinen VHS-Kassetten kommt: “Primevals” ist ein klassischer Abenteuer-Fantasyfilm mit viel Stop Motion, an dem der (mittlerweile verstorbene) Effekt-Guru David Allen über einen Zeitraum von 30 Jahren immer wieder mal arbeitete. Weil sich Technik und Trends weiterentwickelten, und weil Produzent Charles Band nie genug Geld aufbrachte, um das Projekt in einem Rutsch zu beenden, wird “The Primevals” wohl auf ewig “verschollen” bleiben – ein paar Filmdosen, ein paar Effekt-Spulen, aber nicht ausreichend Material, um einen ganzen Film daraus zu schneiden.

Jetzt ist aber Material aus einem Trailer aufgetaucht, den Band (vermutlich in den frühen 90ern) hat zusammenstellen lassen – und es gibt erstmals (und letztmals) einen guten Einblick in das, was “Primevals” sein sollte. Am Ende fehlen leider einige Teile:)

(Video auf Bitten eines Rechteinhabers entfernt)

Gleiches Genre – deutlich weniger Herzblut: “Sinbad” lief zwei Staffeln lang auf ProSieben. Nur Staffel 2 fand ich erträglich (da wurde es deutlich düsterer), und sehr, sehr selten schaffte es die Serie, die Spielfreude der alten Fantasyfilme mit den Effekten von Ray Harryhausen zu beschwören. Die Skripts waren meist erschütternd kindisch, und die Sets zu offensichtlich aus Sperrholz. Hauptdarsteller Zen Gesner hat mir allerdings gefallen.

In dieser Promo-Rolle zur Serie ist noch vieles unfertig – einige Effekte fehlen, die Tonmischung ist unter aller Sau, und der Schnitt allenfalls provisorisch. Wer bis zum Ende durchhält, wird wenigstens mit ein paar Effekt-Tests belohnt:

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Zurück in die Gegenwart – oder besser gesagt: in die Cyber-Frühzeit der 90er. Im Fahrwasser von “The Net” und “Conspiracy Theory” wollten diverse TV-Produzenten rund um die Welt von der mysteriösen neuen “virtual reality” profitieren (und wussten oft genug nicht mal, was das genau sein sollte). Hier nur ein Beispiel, das nie umgesetzt wurde:

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Manchmal bekam ich auch “proof of concept”-Promos auf den Schreibtisch, die nur die Möglichkeiten einer bestimmten Technologie aufzeigen sollten – weiß der Geier, um welches Projekt es bei dieser Echtzeit-Motioncapture-Animation ging:

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Und nun noch drei Promos von Projekten, die zwar umgesetzt wurden, aber nicht sehr erfolgreich waren. Trotzdem liegen sie mir am Herzen.

“Rag and Bone” basiert auf dem Buch von “Interview with a Vampire”-Autorin Anne Rice. Es war als Serie geplant, mit Dean Cain als Cop, und Robert Patrick als Geist, aber am Ende wurde doch nur eine spielfilmlange Pilotepisode daraus, die weltweit als TV-Film vermarktet wurde:

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“Mercy Point” war eine extrem schräge Idee: “E.R.” im Weltraum! Nur sieben von acht produzierten Folgen wurden 1999 ausgestrahlt, hierzulande lief die Serie auf Premiere und TV Berlin (hatte nicht ursprünglich ProSieben zugegriffen?). Man kann über das Konzept sicher den Kopf schütteln, aber gut gemacht war es allemal:

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“Action” ist eine Sitcom, von der ich damals das Pilot-Drehbuch bekam, und mir einfach nicht vorstellen konnte, dass sowas tatsächlich gedreht wird – noch dazu für eines der großen Networks in den USA! Wurde es aber – mit Gaststars wie Keanu Reeves und Sandra Bullock. Die DVD der 13 Episoden kann ich jedem Fan zynischer und bösartiger Hollywood-Sitcoms nur an Herz legen:

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Und zum Abschluss was aus einer ganz anderen Ecke: ich habe euch ja neulich ein paar Blooper-Rollen gezeigt. Dabei bin ich noch auf ein ganz allerliebstes Extra aus “House” gestoßen. Wie es scheint, machen sich Lisa Edelstein (Cuddy) und Jennifer Morrison (Cameron) ab und an den Spass, einige ihrer Szenen im überdrehten “Valley Girl”-Stil à la Britney Spears zu spielen. Hier eine Kompilation davon:

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Daily Show: vergeigt, versemmelt, versaut

Gepostet am 24. Juli, 2009 um 15:17 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Ich poste ja gerne die Intros von Craig Ferguson – heute gehe ich allerdings mal in eine ganz andere Richtung. In der “Daily Show” mit Jon Stewart gibt es einmal in der Woche eine Video-Schalte zur Übergabe an den folgenden “Colbert Report”. Meist harmloses Geplänkel, sorgfältig gescriptet und einstudiert von zwei Vollprofis.

Gestern ging die Sache aber voll in die Hose:

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Daily/Colbert – Universal Health Care
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political Humor Joke of the Day

Ups! FUCK! Ähhh… Blooper Reels!

Gepostet am 24. Juli, 2009 um 14:04 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Das älteste mir bekannte Blooper Reel (in horribler Bild- und Tonqualität) stammt von der originalen “Star Trek”-Serie aus den 60ern, und wurde in den 80ern sogar einzeln auf Video verhökert. Dabei ist es eher schwachbrüstig:

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Vor der DVD-Ära waren Blooper Reels meistens dafür gedacht, das Team bei der großen “Wrap up”-Party zum Staffelende zu unterhalten. Die wenigen Reels, die es auf Cons und Filmbörsen schafften, galten als Kostbarkeiten.

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DVD hat das alles verändert, Blooper Reels werden heute professionell zusammengestellt, und sind “Extras”.

Eigentlich wollte ich euch nur das witzige Reel zur zweiten Staffel “Burn Notice” zeigen, weil die Serie nicht penetrant genug gelobt werden kann:

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Dann dachte ich mir: “Kost ja nix, noch eine Handvoll anderer Reels dazu zu stellen”. Von vielen Serien gibt es bei YouTube noch weitere Sammlungen.

Als notorisch albern gelten die Outtakes von “Highlander”:

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Blooper Reels zu Sitcoms sind schwierig, weil die Szenen ja sowieso lustig sein sollen – “How I met your Mother” schafft’s:

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Gerade bei Science Fiction-Serien wie “Babylon 5″ ist es entspannend, wenn sich das Drama mal in kindischem Gelächter entlädt:

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Die witzigsten Blooper hat in meinen Augen ausgerechnet “House” – da geht es am Set genau so zu, wie ich mir das immer erhofft hatte:

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Überlasst es den Comedy-Göttern Fry und Laurie, aus dem Konzept von Bloopern einen Sketch zu machen – hier der Outtake einer Telekolleg-Sendung der frühen 70er:

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Wer jetzt “Lust auf mehr” bekommen hat, findet unter dem Stichwort “Blooper Reel” bei YouTube noch Dutzende von weiteren Beispielen (die meisten allerdings nicht so gut wie die hier präsentierten).

Perlen des deutschen Films (2): Heilig!!!

Gepostet am 23. Juli, 2009 um 15:59 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Als ich vor einigen Jahren meinen DVD-Festplattenrekorder kaufte (1000 Euro mit 80GB – da rächt sich das “early adopter”-tum), suchte ich die zu konvertierenden Videokassetten nach persönlicher Wertschätzung aus.

Zuerst einmal war das N3-Special “Gib Gas, ich will Spass” dran, weil es mein Nr. 1-Partytape war, und der Nachwelt dringend erhalten bleiben musste.

Danach kam die Kassette mit dem “Professor Zamorra”-Film in den Rekorder, auf der ich auch noch die unausgestrahlte “John Sinclair”-Episode “Der Gerechte” untergebracht hatte.

Schon auf der dritten Kassette befanden sich zwei Spielfilme, die seinerzeit schwer(st) zu bekommen waren. Wann immer ich an einem Treffen von Bad Movie-Fans teilnehme, ist diese DVD-R nicht weit. Wenn dann einer lässig von “scheißesten Filmen” redet, zücke ich den Silberling, und lasse ihn für mich, und die gerechte Sache des Kinos sprechen.

Da ist zuerst einmal der unglaubliche “Brut des Bösen” – von, mit, und über Schlagersänger und Teilzeit-Guru Christian Anders. Er wollte der neue Bruce Lee werden, und seine kämpferischen Fähigkeiten sind durchaus beeindruckend – aber für einen Film hätte es halt ein Drehbuch, einen Regisseur, und ein wenig Charisma gebraucht.

In diesem Trailer fehlt mir eigentlich nur die Szene, in der “Frank Mertens” mit seinem T-Shirt an einem Rosenbusch (!) hängenbleibt, und es sich wütend vom Leib reißt:

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Wunderschön, dass Anders so unauffällig synchronisiert wurde.

Ach ja: Anders zerschmettert im Film (mit bloßer Faust!) den Plattenspieler, der seinen eigenen Soundtrack spielt…

Weiter hinten auf der Kassette war damals “Macho Man” untergebracht, das Vanity-Projekt des Proll-Boxers “der schöne” René Weller. Ein lokal gedrehter Knaller über einen Box-Meister und einen Karateka, die nach anfänglichen Schwierigkeiten (wegen Tussen, klar) den Kampf gegen die Nürnberger Drogenmafia aufnehmen.

Bei der auf YouTube zur Verfügung stehenden Auswahl weiß man gar nicht, wo man anfangen soll – vielleicht beim Intro, das uns Appetit auf die bevorstehenden filmischen Delikatessen macht:

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Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Kleinstädter zur Paarungszeit – exemplarisch vorgeführt von Danny und Sandy:

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Mein absolutes Highlight: Danny (in der eigenvermarkteten “ReWell”-Jacke!) rettet Sandy vor ein paar Dealern, nur um sie dann im Auto so unglaublich plump anzubaggern, dass kein Zweifel bleibt – so ist die Welt, wie René Weller sie sieht:

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Aber nicht nur für die Romantik ist gesorgt – es gibt auch ordentlich Äktschn:

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Keine Film – ein Dokument unglaublicher Eitelkeit, erdacht von einem Ego in der Größe eines Flughafen-Rollfelds, gedreht mit den Eiern. Klasse und Männlichkeit, definiert an den Maßstäben von Zuhältern und Türstehern. René Weller war der “original playa”, der “pimp”.

Er “sang” damals auch den “Boxer-Rap”, eine eingedeutschte Fassung von Mel Brooks “Hitler-Rap” aus “Sein oder Nicht Sein”. In diesem TV-Auftritt ist auch sein Kumpel Peter Althof (der mittlerweile eine Security-Firma besitzt) aus “Macho Man” wieder dabei:

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Meine Lieblingszeile: “Dass die Krone für die Schwarzen nicht gepachtet war…” (2:57)

Random Charts (8): Hollywood Legends that hit rock bottom – hard

Gepostet am 22. Juli, 2009 um 10:51 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Random Charts.

Ich hatte schon angekündigt, dass ich über enttäuschend verlaufene Karrieren auch eine Männer-Version machen würde. Allerdings will ich nicht auf Schauspieler eingehen, die ihr Potential nie erfüllen konnten, sondern auf echte Filmstars der alten Schule, die gegen Ende ihrer Karriere in ziemlich fragwürdigen Produktionen mitmachten, um die Rechnungen (oder den Dealer) zu bezahlen.

Es geht in diesem Beitrag nicht um Häme – ganz im Gegenteil: jedem dieser Darsteller hätte ich einen würdigeren Abgang gegönnt.

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Ray Milland (+1986) ist so einer. Kein “romantic lead” wie Cary Grant oder Rock Hudson, trotzdem überzeugend in “Der Major und das Mädchen” mit Ginger Rogers. Und was der nicht sonst noch alles drauf hatte: die erschütternde Alkoholiker-Studie “Das verlorene Wochenende”, der Gruselklassiker “Der unheimliche Gast”, der Spionagefilm “Ministry of Fear”, der Thriller “Bei Anruf Mord”. Billy Wilder, Fritz Lang, Alfred Hitchcock – Milland hat mit allen Super-Regisseuren gedreht.

Über viele Fernsehauftritte landete er schließlich bei Corman, als die Ära der großen Hollywood-Stars zu Ende ging. Aber er blamierte sich auch in “Lebendig begraben” und “Der Mann mit den Röntgenaugen” nicht.

Was Milland dann in den 70ern an Aufträgen annahm, war weniger schön: “Look what happened to Rosemary’s baby”, “Frogs”, “Der Bucklige vom Horror-Kabinett”, und “Die Nacht der lachenden Leichen”.

Seine Bankrotterklärung aus dieser Ära ist sicher der hier:

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Joseph Cotten (+1994) gehört in eine ähnliche Liga wie Milland. Auch seine Filmographie weist ein paar absolute Highlights auf: “Citizen Kane”, “Der dritte Mann”, “Das Haus der Lady Alquist”, “Im Schatten des Zweifels”, “Niagara”, “Duell in der Sonne”.

Auch er begann in den späten 50ern mit kleineren Jobs beim Fernsehen, und verkaufte seine Talente in den 60ern dann an jeden, der ihm einen Scheck ausstellte. Dazu gehörten auch die Macher solcher Heuler wie der japanische “U 4000 – Panik unter dem Ozean”, und der italienische “Der Vernichter”. Das kann man alles noch rechtfertigen, wenn man milde sein will, aber endgültig abwinken hätte Cotten spätestens bei sowas müssen:

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Mel Ferrer (+ 2008) war nicht nur ein Hollywood-Star, sondern zu allererst einmal der Ehemann von Audrey Hepburn. Aber mit Filmen wie “Krieg und Frieden”, “Lili”, “Die unheimlichen Hände des Dr. Orlak”, und “Die Ritter der Tafelrunde” spielte er sich eine Zeit lang aus der B-Klasse heraus. Dann aber suchte er sein Glück primär in Südeuropa – und fand viele, viele schlechte Drehbücher: “Der schwarze Korsar”, “Guyana – Kult der Verdammten”, “Der Fluss der Mörderkrokodile”, “Großangriff der Zombies”. Kino der Sondermüllklasse.

“Lebendig gefressen” steht gleich zweimal in seiner Filmographie – einmal als italienische Schlachtplatte von 1980, und dann als Tobe Hoopers Heuler “Eaten Alive” von 1977:

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Anthony Perkins (+1992) war immer zu weich und schlaksig, um in Hollywood ein echter Leading Man zu sein. Aber trotzdem (oder gerade deshalb) gelang es ihm immer wieder, saftige Rollen einzufahren: “Die Nacht kennt keine Schatten”, “Der Prozess”, “Catch-22″ – und natürlich “Psycho”. Norman Bates hat ihn unsterblich gemacht, und man kann es als besonders bösen Fehler seiner Karriere auffassen, dass er sich 22 Jahre später breitschlagen ließ, den Charakter für eine unnötige Fortsetzung erneut zu spielen. In den 80ern drehte machte er “Psycho” zur Franchise, drehte Teil 3 gleich selbst, und sank für Teil 4 auf TV-Niveau runter. Im albernen Slasher-Film “Destroyer” parodierte er das Klischee des ewig entnervten B-Regisseurs – genau mit der Sorte sollte er sich in seinen letzten Jahren wahrlich genug rumschlagen müssen: Mit Tobe Hooper drehte er den TV-Thriller “Im Bann des Grauens”, mit Stuart Gordon den Fernseh-Grusler “Daughter of Darkness”.

Am schmerzhaftesten ist aber, dass eine seiner letzten größeren Rollen die Jekyll/Hyde-Bastardisierung “Edge of Sanity” von Harry Alan Towers war, den meine Leser ja zur Genüge kennen. “Double the terror – double the fun!”? I don’t think so:

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Jack Palance (+2006) war ebenfalls kein Leading Man – dafür war er zu grobschlächtig, zu brutal, zu massig. Aber er schaffte es, konstant gute Arbeit als “heavy” abzuliefern: “Mein großer Freund Shane”, “Attila”, “Der silberne Kelch”, und in der TV-Version von “Requiem for a Heavyweight”. Auch seine Interpretation Draculas in der Adaption von Dan Curtis wurde hoch gelobt.

In späteren Jahren ließ seine Rollenauswahl dann massiv zu wünschen übrig: die Filmwelt wäre ohne “Der Dämon des Grauens”, “Zwei Supertypen räumen auf”, “Nackte Eva”, und “Africa Express” sicher nicht schlechter dran.

Auch Palance machte den Fehler, sich mit dem Schlemihl Harry Towers einzulassen, und drehte mit ihm unsäglichen Dummfug wie “Justine”,  “Delta III”, und “Der Geächtete von Gor”.

In den 80ern bekam er noch einmal die Kurve, überzeugte in “Tango und Cash” genau so wie in “Batman”, und sackte für “City Slickers” sogar einen späten Oscar ein (seine einarmigen Liegestütze bei der Verleihung sind legendär).

Palance hätte es damit gut sein lassen können. Auf seiner Straußenfarm in Kalifornien gab es sicher genug zu tun. Aber nein, er wollte weiter filmen – und prompt landete er 1998 noch ein letztes mal bei Harry Alan Towers:

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Es hätte noch genügend andere Kandidaten gegeben, von Tony Curtis bis Kirk Douglas, vor Orson Wells bis Rock Hudson. Aber die Diskussion darüber überlasse ich gerne euch.

Vielleicht hätten die aufgelisteten Darsteller einfach früher sterben sollen, wie Alan Ladd oder Humphrey Bogart. Oder zeitig aus dem Rampenlicht treten, wie Cary Grant. Oder in Semi-Pension gehen, wie Sinatra und Astaire.

It’s better to burn out than to fade away – especially in crappy movies…

Craig Ferguson – totally spaced out!

Gepostet am 22. Juli, 2009 um 00:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Craig spielt wieder Kindergeburtstag – diesmal zu Ehren der Mondlandung vor 40 Jahren, und mit dem Titelsong der alten Puppentrick-Serie “Fireball XL-5″:

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