09
Jul 2022

Hollywood Requiem: You’re done! Und dann?

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ein neuer Mel Gibson-Film wurde gerade veröffentlicht:

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Und ein neuer Bruce Willis-Film:

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John Travolta? Dreht fleißig. Schwarzenegger? Bei der Arbeit.

Aber wir leben nicht mehr im Jahr 1985. Oder 1990. Oder 1995. Was die alten Action-Recken – mit Ausnahme von Nicolas Cage – abliefern, ist meistens nur fader Schein. Filme, deren Poster und Trailer den Glanz vergangener Tage simulieren und die müde ihre Klischees kauen in der Hoffnung, irgendein Allesgucker werde auch hier zugreifen und der internationale Markt werde die lustlosen Fließbandprodukte schon in die schwarzen Zahlen hieven.

Man nennt diese Filme "geezer teasers" – Rohrkrepierer mit Altstars als Köder.

Ich habe vor ein sieben Jahren schon über das zynische Geschäftsmodell von Emmett/Furla geschrieben, das mittlerweile einige Nachahmer gefunden hat. Aktuell punktet die LA Times mit einem großartigen Enthüllungsartikel über die Produktionsfirma, die de facto als Pflegeheim für Hollywoods Senioren funktioniert. Absolute Pflichtlektüre.

Das Konzept ist nicht neu. Die erste große Runde dieser frankenstein’schen  Reißbrett-Reißer gab es um die Jahrtausendwende, als mit "stupid German money" lauter Starvehikel auf den Markt kamen, die eher der Eitelkeit als der Notwendigkeit geschuldet waren und die kaum ein Schwein sehen wollte.

Stallone drehte gleich mehrere Flops am Zuschauergeschmack vorbei:

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Bruce Willis versuchte erfolglos den Imagewechsel:

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Und John Travolta durfte mit dieser Gurke seiner Kirche huldigen:

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Aber darum geht es mir heute gar nicht. Ich möchte eine viel simplere Frage stellen – wann wurden die Stars zu Altstars? Wann hörten ihre Filme auf, Events zu sein? Wann begannen sie, vom Ruhm vergangener Tage zu zehren? Wann hörten die Zuschauer auf, nur für den Namen Geld an der Kinokasse zu zahlen? Und wie gingen die Stars mit diesem Wandel um?

Ich stelle den Wendepunkt zur Diskussion, den Zenit, den Anfang vom Ende.

Auffällig ist dabei, dass sich kein Muster erkennen lässt. Jeder der Stars hat einen eigenen Weg gewählt, der mal besser, mal schlechter funktionierte.


John Travolta

Travolta ist sicher schwierig zu bewerten. Seine Karriere ab 1977 war eine bemerkenswerte Achterbahn, ein Wechsel von Triumphen und Wachkoma. Für jeden SATURDAY NIGHT FEVER ein ZWEI VOM GLEICHEN SCHLAG, für jeden LOOK WHO’S TALKING ein THE EXPERTS, für jeden PULP FICTION ein MICHAEL. Müsste ich den Finger auf die Wunde legen – das hier 2003 war seine letzte "high profile"-Studioarbeit, die mit ihm als Star Kasse machen sollte:

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Der Film spielte weltweit etwas mehr als 40 Millionen Dollar ein. Seither ist Travolta primär als Bösewicht, in Komödien oder in unabhängig finanzierten Filmen zu sehen. Ein Tiefpunkt für ihn UND für Sharon Stone (deren eigene "heiße Phase" nur von 1992 bis 1999 dauerte) – LIFE ON THE LINE:

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Richtig blamiert hat er sich allerdings erst mit dem hier:

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He went full retard. Never go full retard.

Aber immerhin: 25 Jahre – mit Unterbrechungen – sind eine solide Karriere.


Sylvester Stallone

Auch Sly weiß, wie es sich ganz oben und ganz unten anfühlt. Im Gegensatz zu Travolta hatte er aber den Vorteil, immer wieder auf Franchises zurück greifen zu können. Stallone IST Rambo. Stallone IST Rocky. Das ist auch der Grund, warum man ihn heute nicht als abgehalftert bezeichnen kann. Er kann jederzeit neue EXPENDABLES und andere etablierte Marken reaktivieren. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Fakt ist: es war ein Fehler, dass Stallone sich in den 80ern an Cannon verkauft hat. Das brachte ihm zwar eine Mordskohle, aber weder LOCK UP noch OVER THE TOP noch CITY COBRA waren Highlights, mit denen er seine Karriere in die 90er verlängern konnte. Überraschungshits wie CLIFFHANGER und von der Kritik hoch gelobte Streifen wie COPLAND mussten die Scharten von Flops wie STOP OR MY MOM WILL SHOOT und OSCAR auswetzen. Nach meiner Meinung waren JUDGE DREDD und DAYLIGHT um 1996 die letzten Versuch der großen Studios, Stallone als Zugpferd zu nutzen:

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Danach kam die Phase des "stupid German money", die Stallone wie kein zweiter Hollywood-Star mitnahm: GET CARTER, DRIVEN, D-TOX, AVENGING ANGELO. Zur Ehrenrettung pumpte er überraschend frisches Blut in RAMBO und ROCKY und baute mit EXPENDABLES seine nächste Franchise, die allerdings bereits deutlich auf die Nostalgie seines älter werdenden Publikums setzt.

Ja, Stallone hat es ganz gut geschafft, bis ins hohe Alter relevant zu bleiben. Aber man darf nicht vergessen, dass auch er mittlerweile drei (!) ESCAPE-PLAN-Heuler nach dem Emmett/Furla-Strickmuster gedreht hat.

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So ist Stallones Karriere nicht beendet, aber seit 25 Jahren ist er nicht mehr der "box office draw", dem man blind 100 Millionen Budget anvertrauen kann.


Mel Gibson

In meinen Augen ist Mel Gibsons Karriere bis heute unterbewertet: MAD MAX, LETHAL WEAPON, dazu Dramen wie EIN JAHR IN DER HÖLLE und Komödien wie EIN VOGEL AUF DEM DRAHTSEIL. Der Mann konnte – im Gegensatz zu Stallone – wirklich jedes Genre bedienen. Von 1979 bis 2002 hatte er deutlich weniger "Auszeiten" gehabt als Schwarzenegger oder Travolta.

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Seine Regiearbeit APOCALYPTO war 2006 das letzte Feuerwerk des "alten" Mel Gibson, des Hollywood-Lieblings. Was danach kam, war allerdings weniger einer sich verändernden Filmlandschaft oder schlecht gewählten Projekten geschuldet – Gibson schoss sich mit Alkoholexzessen und diversen Ausfällen sexistischer und antisemitischer Natur ins Abseits. Er wurde toxisch und niemand wollte mehr mit ihm drehen. Was umso tragischer ist, weil ich immer überzeugt war, dass er das Zeug gehabt hätte, dem Zeitgeist zu trotzen.

Aber Gibson ist zäh. Die Hollywood-Elite mag ihn verstoßen haben, aber das schmälert nicht sein Talent. Und so hat er sich mittlerweile wieder als alternder Charakterdarsteller neu erfunden und unfassbare Performances u.a. in THE PROFESSOR AND THE MADMAN und DRAGGED ACROSS CONCRETE abgeliefert. Nichtsdestotrotz muss er in B-Ware wie DANGEROUS die zweite Geige spielen:

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Ich bin sehr gespannt, ob LETHAL WEAPON 5 (bei dem er auch Regie führt) ihn wieder an die Spitze des Boxoffice zurück bringt.


Arnold Schwarzenegger

Wieder ein ganz eigener Karriereverlauf. Wie Stallone, Travolta und Gibson machten ihn die 80er zum Megastar, er war der TERMINATOR und CONAN, konnte aber auch in Komödien (halbwegs) überzeugen. Auch bei ihm kam es Mitte der 90er zu einem Knick, als sich Blockbuster im Stil von JURASSIC PARK und INDEPENDENCE DAY durchsetzten, die nicht mehr auf Starpower setzen mussten. 6TH DAY, END OF DAYS und ERASER waren allesamt nicht die Erfolge, als die sie konzipiert worden waren. Man schaue nur mal, wie wenig Schwarzenegger im END OF DAYS-Trailer zu sehen ist:

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Nun muss man allerdings einwerfen, dass Schwarzeneggers Zeit als Gouverneur von Kalifornien eine Zwangspause bedeutete, die eine Bewertung der Filmkarriere im neuen Jahrtausend praktisch unmöglich macht. Und als TERMINATOR ist er immer wieder in großen Kinoproduktionen zu sehen, selbst wenn das nichts über seine Popularität aussagt. Der T-800 geht halt nicht ohne ihn.

Subtrahiert man die TERMINATOR-Sequels, dann dauerte Schwarzeneggers Glanzzeit gerade mal von 1982 bis 1996.

Dass Schwarzenegger nach seiner Zeit als Politiker keine triumphale Rückkehr in Hollywood schaffte, verwundert wenig: von allen hier präsentierten Darstellern ist er der schlechteste Schauspieler und sein schwerer Akzent macht es fast unmöglich, trotz seines großartigen Alters-Looks eine Charakterkarriere wie Eastwood oder eben Gibson hinzulegen.

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Ich rechne ihm aber hoch an, dass er auch nicht zwanghaft versucht, sich mit zweitklassigem Käse ins öffentliche Bewusstsein zu drängen, wie Travolta und Willis das tun.


Nicolas Cage

Eine Ausnahme und ich habe durchaus mit mir gehadert, ob er in diese Liste gehört. Cage war immer eher ein exzentrischer Schauspieler, dessen Ruf als Blockbuster-Star fast komplett auf THE ROCK, FACE/OFF und CON-AIR basiert und damit magere zwei Jahre Mitte der 90er umfasst. Aber da Cage auch erfolgreich Komödien, Dramen und Arthouse konnte, war seine Reputation deutlich umfangreicher:

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Es lässt sich argumentieren, dass Cages große Hollywood-Zeit um die Jahrtausendwende mit CORELLIS MANDOLINE und WINDTALKERS ein Ende fand und nur vom Erfolg der NATIONAL TREASURE-Filme künstlich am Leben erhalten wurde. Zwar investieren die Studios immer mal wieder in Filme wie THE SORCERERS APPRENTICE und GHOST RIDER, aber man kann nicht bestreiten, dass Cage keinen "pull" mehr hat.

Was Cage von seinen Kollegen unterscheidet: Er hat sich nie in das billige Action-Ghetto zerren lassen, sondern dreht mit bewundernswerter Konsequenz so ziemlich alles, was ihm unter die Finger kommt und sein Interesse erregt. Mal Kappes, mal Kunst. Aktuell kulminiert es in diesem Meisterstück – Cage als Cage:

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Bruce Willis

Willis macht mich traurig. Und wütend. Der war ein "late comer" unter den Actionstars, explodierte in die Szene, als Schwarzenegger und Stallone den Markt eigentlich schon untereinander aufgeteilt hatten:

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Wie bei so vielen Stars, die von ihrem Charme leben, wurde schnell klar, dass Willis hinter den Kulissen ein ziemlich unangenehmer Sack war, der rücksichtslos sein eigenes Ding durchzog. Der Flop von HUDSON HAWK war ein früher Dämpfer. Aber Willis hatte das Glück der richtigen Rollenwahl und wurde – anders als Stallone und Schwarzenegger – dank PULP FICTION und TWELVE MONKEYS auch immer als Schauspieler ernst genommen.

Seine Zeit als Blockbuster-Actionkasper mag 1996 mit MERCURY PUZZLE und THE JACKAL weitgehend rum gewesen sein, aber er reüssierte immer wieder als sichere Bank in Hits wie ARMAGEDDON und als sensibler Mime in Ausbrechern wie SIXTH SENSE. Mit UNBREAKABLE war er 2000 dann aber auch relativ durch.

Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen, die man diskutieren kann. A GOOD DAY TO DIE HARD und DEATH WISH waren Versuche, ihn noch einmal in die Multiplexe zu katapultieren, aber der Erfolg blieb überschaubar.

Nach einer Dürrezeit war Willis 2006 der erste echte Star, der sich der Emmett/Furla-Methode unterwarf. Er hat seither über 40 (!) Filme gedreht. Für 2022 allein listet die IMDB 10 (!) Filme, darunter PARADISE CITY mit John Travolta. Der Kreis schließt sich. Immer das gleiche Strickmuster: mehrere Millionen Dollar Gage, ein bis drei Drehtage, wenig Dialoge, viel Double, keine Vermarktung als "Star" auf dem Poster oder im Marketing.

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Wir alle haben uns über die Filme lustig gemacht, waren entgeistert, dass jemand wie Willis sich für so einen kruden Kram her gibt. Die sichtliche Lethargie des Ex-Stars machte uns regelrecht wütend. Mittlerweile wissen wir: Willis leidet an Aphasie und konnte mit nachlassender mentaler Befähigung keine größeren Rollen mehr spielen. Das gibt dem Ganzen eine gewisse Tragik – auch wenn völlig unklar bleibt, warum Willis sich das antun musste, denn er KANN keine Geldprobleme haben, die es nötig machen, vor der nun erzwungenen Rente noch schnell abzukassieren. Mit den Emmett/Furla-Schinken hat er de facto seine grandiose Karriere auf der Zielgeraden noch beschmutzt.


Und damit sind wir durch. Was haben wir gelernt? Es gab eine ganz klare Ära der Action-Starpower. Diese wurde Anfang der 80er geboren und starb Mitte der 90er. Ersetzt wurde sie durch Effekt-Blockbuster, bei denen die Regisseure und die Effekte mehr wogen als die Hauptdarsteller.

Die Schauspieler, die wir heute als Legenden feiern, mögen noch präsent sein, haben ihre beste Zeit aber meistens schon 20 Jahre hinter sich. Jeder hat seinen Weg gefunden, damit umzugehen. Manche sind in Semi-Rente, andere werfen sich den Streamern an den Hals – und Nicolas Cage gibt weiter Nicolas Cage.

Manchmal frage ich mich, ob die Stars es wohl gemerkt haben. Ob sie bei diesem oder jenem Film am Set standen und missmutig dachten: "Vor zwei Jahren hätte ich die Rolle noch abgelehnt."

Werden wir in 20 Jahren mit der gleichen Nostalgie, mit der gleichen stillen Verehrung über den Rock denken, über Chris Hemsworth, über Will Smith und John Cena?

Mir ist klar, dass das hier als "think piece" nicht wasserdicht ist. Ich werde Aspekte vergessen oder unterschlagen haben, die Kürze des Beitrags erzwingt auch eine gewisse Vereinfachung, und man kann das ganze Thema sowieso komplett anders sehen. Sehr ihr das komplett anders?



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Spandauer
Spandauer
9. Juli, 2022 13:26

Hmm, bin zwiegespalten.
Warum die alten Herren nicht weitermachen lassen, wem es gefällt der schaut es.
Bin mir nicht sicher ob es bei manchen Geldprobleme sind, oder einfach der Spaß am Drehen.
Macnhe werden im Alter auch besser, Dirty Harry als Beispiel

Kleiner Typo "Wwie"

Spandauer
Spandauer
9. Juli, 2022 13:36
Reply to  Torsten Dewi

Direkt nicht, aber für mich klang das so.
Kann mich auch getäuscht haben.

dermax
dermax
9. Juli, 2022 14:10
Reply to  Spandauer

Zumindest bei Cage sind’s doch definitiv Geldprobleme, oder?

Marko
9. Juli, 2022 13:52

Mel Gibson hat mit "Boss Level" und "Blood Father" zwei aktuelle und sehr unterhaltsame Filme gemacht, die ich ihm gar nicht mehr zugetraut hätte. Im Gegensatz zu Schwarzenegger und Willis hat er seiner Karriere damit heute tatsächlich noch gutes hinzugefügt – sobald jetzt ein neuer Gibson-Film angekündigt wird, werde ich (wieder) neugierig. Gibson altert einfach gut.

Marcus
Marcus
9. Juli, 2022 14:12

Bevor ich weiterlese, danke schonmal für den Tipp zum LA Times-Artikel.

Mencken
Mencken
9. Juli, 2022 21:41

Bei Stallone und Schwarzenegger würde ich es schlichtweg am Alter festmachen, früheren Stars ging es da noch sehr viel schlechter. Harrison Ford würde ich auch mit reinnehmen, gehört für mich viel eher zu den alten Actionhelden als Travolta oder Cage, die beide eigentlich durchgängig Höhen und Tiefen in ihrer Karriere hatten. Keanu Reeves ist auch noch ein interessanter Fall, aber eben auch noch deutlich jünger.

Heino
Heino
10. Juli, 2022 18:02
Reply to  Mencken

Bei Ford ist die richtige Karriere als Zugpferd auch schon lange vorbei. Der hat sich zum Glück aber auch nie im B-Bereich prostituiert, sondern dann eher auf größere Nebenrollen wie in "Ender’s game" konzentriert und dadurch seinen guten Namen behalten.

jimmy1138
jimmy1138
10. Juli, 2022 22:31
Reply to  Heino

Naja, hauptsächlich wickelt Ford noch seinen alten Franchises/IPs (Star Wars, Blade Runner, Indiana Jones) ab.
Apropos: The Fugitive war offensichtlich als großes Ford-Starvehikel konzipiert und wurde dann zur Tommy Lee Jones-Franchise…

heino
heino
11. Juli, 2022 06:28
Reply to  jimmy1138

Das mit den alten IPs stimmt natürlich, aber das hat Willis mit Die hard ja auch gemacht (von Stallone ganz zu schweigen) und Ford ist trotzdem nicht in den C-Bereich abgeglitten

Zeddi
Zeddi
10. Juli, 2022 01:13

Ich hab das Gefühl das ich mich sehr unbeliebt mache, aber ich habe die beiden "R.E.D." Teile mit Willis sehr gemocht. Ich glaube auch "Das fünfte Element" ist tief in meinem herzen.
Zum rest kann ich nicht so viel sagen, alles etwas vor meiner Zeit und nur die "Ganz großen" (Terminator) bei mir so richtig bekannt.

Bei sehr vielen hab ich so im "Nachgang" den Hype nie so richtig verstanden.

Heino
Heino
10. Juli, 2022 17:56
Reply to  Torsten Dewi

Nicht zu vergessen den großartigen "16 Blocks"

heino
heino
11. Juli, 2022 06:26
Reply to  Torsten Dewi

ah, das wusste ich nicht. Aber das war dann eine für sie untypische Produktion, oder?

jimmy1138
jimmy1138
10. Juli, 2022 13:01

Also in die Filmografie geschaut:
Bei Travolta dürfte die letzte Hochzeit 2007 gewesen sein mit Wild Hogs und Hairspay, die beide recht erfolgreich waren. From Paris With Love (2010) war wohl der letzte Actioner mit einem halbwegs vernünftigen Budget, wo er der Star des Films war.
Bei Stallone muß ich 100% recht geben – bis auf seine drei Franchises Rambo, Rocky (und da mittlerweile auch nur mehr als Nebenfigur) und Expendables läuft da im Kino seit ca. 2000 nicht mehr wirklich was. Wobei Sly sich noch von den Altstars gefühlt am wenigsten verkauft. Mit "Tulsa King" hat er sogar eine Hauptrolle in einer Streaming Serie geangelt.
Mel Gibson kann wie gesagt froh sein, daß er noch eine Karriere hat. Aber der dreht jetzt einen zweiten Teil zu "Passion of the Christ" und wie gesagt soll ein Lethal Weapon 5 auch kommen.
Bei Schwarzenegger ist schade, daß nie was aus einem "King Conan" Film wurde. Zuerst hatte er wohl keine Zeit, dann hat das gescheiterte Remake vermutlich andere Kinoprojekte verhindert.
Bei Nic Cage ist es überhaupt seltsam, daß der jemals Actionstar wurde. Von Leaving Las Vegas zu The Rock – sehr schräg. Und der mußte ja auch so ziemlich alles drehen, weil er riesige Schulden hatte.
Bruce Willis – da würde ich sagen, daß er noch so bis um 2010 (mit R.E.D.) ein richtiger Star war, der letzte Top Film war wohl Looper 2012.

Und um es mal umzudrehen: Welche Schauspieler gibt’s noch, denen man "ein 100 Million Budget blind anvertrauen kann"? Selbst Tom Cruise hat Die Mumie komplett in den Sand gesetzt. Apropos: Welche Stars dieser Generation gibt es, die noch absolute A-Lister sind? Tom Cruise, Denzel Washington, Tom Hanks (obwohl der nie Action Star war)?

jimmy1138
jimmy1138
11. Juli, 2022 11:12
Reply to  Torsten Dewi

Okay. Wenn man’s wirklich reduziert auf Filme, die nicht auf bestehenden IPs/Franchises basieren und die der Star quasi alleine trägt – quasi ein Poster nur mit dem Star, ein Titel wie aus dem Zufallsgenerator und man latscht vorbei und denkt sich "Boah geil, den schau ich mir an" – dann ist mit etwas guten Willen in meinen Augen "Surrogates" der letzte Bruce Willis-Film, auf den das zutreffen könnte.
Aber wieviele Filme dieser Sorte gibt es heutzutage noch? Und wieviele Stars, die diesen Status haben? The Rocks hat’s mit Rampage, Skyscraper und San Andreas probiert – aber diese Filme waren jetzt nicht die Überhits. Sonst?

Joris
Joris
10. Juli, 2022 17:17

Müsste Tom Cruise hier nicht auch Erwähnung finden? Er ist sicher seit einiger Zeit der Action Star schlechthin, sogar etwas älter als z.B. Cage, noch immer ziemlich groß im Geschäft und bekannt für seine Stunts, selbst in fortgeschrittenem Alter.

Übrigens haben sich RedLetterMedia kürzlich auch mit dem Thema Geezer Teaser und Willis beschäftigt, bevor seine Diagnose bekannt wurde. Fand ich sehr kurzweilig.
https://youtu.be/cd1eNS9HtXo

Dr. Nick
Dr. Nick
11. Juli, 2022 10:47

What about Liam Neeson? Der haut mit seinen 70 Jahren einen Actioner nach dem anderen raus. Hat aber in den angesprochenen 80 – Mitte 90ern eigentlich gar nix in der Richtung gemacht.

jimmy1138
jimmy1138
11. Juli, 2022 11:28
Reply to  Dr. Nick

Bei Neeson war’s der Zufallstreffer Taken, das x Sequels und Kopien verursacht hat.
Wo wäre z.B. Keanu Reeves, wenn er nicht mit John Wick auch einen kompletten Zufallstreffer gelandet hätte? Abseits davon produziert er ja einen (Box Office) Flop nach dem anderen. Das demonstriert ja auch, wie wichtig Franchises und Subgenres auch für Schauspieler sind.
Wie oben gesagt: Die Zeiten als man bloß den Star mit Knarre in der Hand aufs Poster klatschen mußte, Titel und Handlung quasi aus dem Zufallsgenerator kamen und die Leute trotzdem ins Kino liefen, sind in meinen Augen großteils vorbei. Franchises sind wichtiger als Stars und (?vermeintliche?) Stars funktionieren abseits ihrer Franchises nicht wirklich.

Matts
Matts
11. Juli, 2022 16:45

Sehr interessanter Überblick. Was ich mich frage ist: Wer ist mit seinem Geld am besten umgegangen? Was nämlich zu der Frage führt, wie sehr Geldsorgen in die Gurken-Film-Phase hineingespielt haben.
Bei Cage war das – zumindest eine Zeit lang – wohl definitiv der Fall. Warum ist das bei Willis denn so konsequent auszuschließen? Seine Glanzzeit liegt schon eine Weile zurück, und er muss bestimmt einiges an Alimenten zahlen…

Gast
Gast
12. Juli, 2022 04:07

SATURDAY NIGHT FEVER, nicht LIVE.

Squirrelius
Squirrelius
12. Juli, 2022 19:53

Ich würde noch Steven Seagal mit rein nehmen . H
at sich in seinen ersten 4 Filmen hochgerumpelt, hatte dann mit ALARMSTUFE: ROT und AUF BRENNENDEM EIS ordentlich abgeliefert und sich in die untere A- Liga geballert . Und dann kam mit ALARMSTUFE: ROT 2 der Knick, in EINSAME ÈNTSCHEIDUNG wars dann nur eine Nebenrolle und ab dann nur noch Direct-to-Video-Hölle… plus peinliche Sheriff-Pseudo-Doku-Soap.

Julian
Julian
12. Juli, 2022 20:27

Es gibt einige Actionstars aus dem letzten Jahrtausend, die in den letzten Jahren viel Mist produziert haben. Bei wenigen ist allerdings die Fallhöhe so heftig wie in den hier genannten Bespielen. Für mich persöhnlich würden da auch Steven Seagal, Jean Claude und Jackie Chan dazuzählen.

jimmy1138
jimmy1138
12. Juli, 2022 22:54
Reply to  Julian

Ich weiß ja nicht, wie zuverlässig diese Liste ist, aber laut Forbes (per Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_highest-paid_film_actors) war Jackie Chan von 2015-2019 immer unter den 5 bestbezahlten Schauspielern des Planeten.
So einen Karriereknick möchte ich auch haben – auch wenn mal ins Blaue geraten bei Jackie Chan sehr viel Geld durch Werbedeals reinkommt. Der arbeitet mittlerweile auch hauptsächlich für den chinesischen Markt – diese Filme werden bei uns dann eher nicht so wahrgenommen.

DSFARGEG
DSFARGEG
19. Juli, 2022 21:51

“Das gibt dem Ganzen eine gewisse Tragik – auch wenn völlig unklar bleibt, warum Willis sich das antun musste, denn er KANN keine Geldprobleme haben, die es nötig machen, vor der nun erzwungenen Rente noch schnell abzukassieren.”

Ich kann natürlich auch nur spekulieren, aber der Mann hat sein halbes Leben an Filmsets verbracht, und intellektuell ist er ja offensichtlich noch da, auch wenn er sich nicht mehr verständigen kann. Vielleicht tut‘s ihm einfach gut, in gewohnter Umgebung zu sein und ein bisschen (von seiner) Normalität zu bewahren. Dass er quasi fürs Nichtstun eine Tagesgage von (kolportierten) 1.000.000$ kassiert, ist dann vielleicht teils Nebeneffekt, teils aber mit Sicherheit auch dem Umstand geschuldet, dass er eben auch Geschäftsmann ist, wie ja z.B. auch Schwarzenegger, der ohne Not in Deutschland auftritt, und für seinen Pseudo-TED-Talk 500€ Eintritt nimmt – nicht, obwohl er es nicht nötig hat, sondern weil er‘s kann. Wenn Willis krankheitsbedingt die Blockbuster nicht mehr stemmen kann, für die er sonst 20 Millionen kassiert hat, dann, so wahrscheinlich seine Rechnung, macht er halt zehn Filme für jeweils 2 Mios.