The Angel

Spanien/Argentinien 2018. Regie: Luis Ortega. Darsteller: Lorenzo Ferro, Chino Darín, Mercedes Morán, Cecilia Roth, Daniel Fanego, Luis Gnecco

Offizielle Synopsis: Carlos ist siebzehn und hat das Gesicht eines Engels. Doch hinter der blond gelockten Fassade lauert ein entschieden dunkleres Biest. Im sonnendurchtränkten Argentinien des Jahres 1971 klaut sich Carlos mit Hilfe seines neuen Freundes Ramón und dessen zwielichtigen Eltern durch die Villengegend von Buenos Aires. Im Gegensatz zu seinen Komplizen geht es Carlos aber nicht einfach um Bereicherung. Sein krimineller Drang ist vielmehr ein Urinstinkt, der in ihm schlummert und sich weiter und weiter entfaltet, bis der erste Mord schließlich ganz beiläufig von der Hand geht. Viele weitere werden folgen, und selbst seine Weggefährten sind entsetzt über die absolute Gleichgültigkeit des jungen Killers. Denn „El Angel“ kennt keinerlei Moral und zieht eine Blutspur durch ein Land, das nicht weiß, ob es ihn fürchten oder lieben soll.

Kritik: Ahhh, ich hatte befürchtet, dass hier wieder nihilistische Gewaltverherrlichung ins Haus steht, aber „The Angel“ entpuppt sich schnell als bezaubernd gefilmte Reise in die Welt eines zutiefst amoralischen, aber gleichzeitig kindlich unschuldigen Gangsters, der seinen Hedonismus lebt und die korrupte Umwelt erst einlullt und dann ins Unglück zieht. Wie in „Extremely wicked“ wird die Welt der 70er perfekt reanimiert, diesmal allerdings als argentinische Mittelklasse-.Märchenwelt, in der immer die Sonne scheint und selbst Juweliere keine Alarmanlagen besitzen. Ein Schlaraffenland für Carlos, der nicht aus Gier oder Habsucht zugreift, sondern aus kindlicher Freude. Dass eine so weiche und gleichzeitig empathielose Seele nicht lange geduldet werden kann, ist kein Wunder…

Ich rechne es dem Film hoch an, dass er sich in Sachen Gewalt und Sex deutlich zurück hält, dass er vieles unausgesprochen, ungezeigt und unverarbeitet lässt. Die Beziehung von Carlos und Ramón ist kompliziert und Luis Ortega hat kein Interesse, sie zur einfachen Analyse simpler zu gestalten.

Klasse, wirklich klasse gemacht. Immer komisch, manchmal schockierend, aber nie wirklich an die Eingeweide gehend. Eine Praline von einem „true crime“-Drama, dem man aber deutlich mehr Fiktionalisierung unterstellen darf als „Extremely wicked“. Wie dieser steht und fällt „The Angel“ mit der Besetzung der Hauptfigur – Lorenzo Ferro ist ein Geschenk, das Gesicht halb Cherubim und halb Ochsenknecht-Nachwuchs. So weich und gleichzeitig so leer.

Fazit: Ein True Crime-Stoff als betörend schöner Ausflug ins Argentinien der 70er. Eye Candy für Freunde des originellen Kinos. 9 von 10 Punkten. 


Nekrotronic

Australien 2018. Regie: Kiah Roache-Turner. Darsteller: Ben O’Toole, Monica Bellucci, Caroline Ford, Tess Haubrich, Epine Bob Savea

Offizielle Synopsis: Für Durchschnitts-Typ Howard sind die langweiligen Tage seines Lebens gezählt als er herausfindet, dass er ein mächtiger Necromancer ist, der Letzte seiner Art aus einer langen Ahnenreihe von Dämonenjägern. Die Dämonen halten sich seit der Erfindung von Computerspielen vornehmlich im Internet versteckt und haben im Allgemeinen leichtes Spiel mit der zur Sucht verdammten Menschheit.

Kritik: „Matrix“, wenn ihn nicht die Wachowskis gemacht hätten, sondern der Regisseur von „Resident Evil“ – mit einem Häubchen „Ghostbusters“ obendrauf. Ein totaler Overkill, der sich schon nach zehn Minuten in einem absurd übervollen Mythos verläuft und dann den Rest der Laufzeit versucht, durch permanenten Effekt- und Action-Zirkus den Zuschauer bei der Stange zu halten. Leider ist das im Ergebnis so interessant, wie einem anderen Spieler bei einer Runde Ego-Shooter zuzusehen – nämlich gar nicht.

Dialoge sind hier entweder Exposition („Wenn Figur A Punkt B erreicht, wird C passieren!“) oder Phrase („Sie kommen!“, „Wir müssen hier weg!“, „Vorsicht!“). „Necrotronic“ reduziert Kino auf seine Schauwerte, beraubt es seiner Seele und denkt, ein Maximum an Gimmicks, Requisiten, Kostümen und Buzzwords würde am Ende irgendwie einen Film ergeben, wenn man nur fest genug daran glaubt. Dass uns die Figuren keinen Dreck scheren, dass wir nie verstehen, worum es eigentlich geht, dass und das Ende so wurscht ist wie der Anfang? Geschenkt. Der Mensch mag cineastisch nicht vom Brot allein leben – aber nur Red Bull geht halt auch nicht.

Ich hatte 2014 über „Wyrmwood“ der Roache-Turner-Brüder geschrieben:

„Ein kleinster gemeinsamer Nenner, der nicht mal ein Basisgerüst mitbringt und allen Ernstes glaubt, 100 Minuten könne man auch mit schierer Freude am Schmodder totschlagen. Und dem ist halt nicht so.“

Dazugelernt haben die Macher in den letzten fünf Jahren nichts.

Nach 96 Minuten stellte sich mir primär nur eine Frage: Wie haben die Monica fucking Bellucci dazu gebracht, in so einem albernen Unfug mitzuspielen?!

Fazit: Emotional toter Billig-Budenzauber, der mit permanentem Feuerwerk vergeblich versucht, seine inhaltlichen Leerstellen zu übertünchen. 3 von 10 Punkten.


Dragged across concrete

USA/Kanada 2018. Regie: S. Craig Zahler. Darsteller: Mel Gibson, Vince Vaughn, Michael Jai White, Jennifer Carpenter, Thomas Kretschmann, Udo Kier, Don Johnson

Offizielle Synopsis: Die gerade erst wegen Polizeigewalt suspendierten Cops Brett und Anthony wollen sich ihr ausbleibendes Gehalt auf andere Weise besorgen und den vermeintlichen Drogendealer Lorentz Vogelmann ausnehmen. Doch dann eskaliert die Situation, als sich herausstellt, was Vogelmann und seine Komplizen wirklich im Schilde führen.

Kritik: Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich S. Craig Zahler für ein Ausnahmetalent halte, sogar für den besseren Tarantino, weil er sich eigene Themen sucht, statt alte Genre zu verwursten, und weil er auf weniger Gimmicks setzt. Seine Kraft ist das pure Storytelling, sein Metier der klassische Männerfilm – man kann ihn auch als Zögling von Michael Mann sehen, Walter Hill, Sam Peckinpah. Ich war gespannt, was er nach dem ultrabrutalen, teils comic-esk überzogenen „Brawl in Cell Block 99“ probieren würde. Wohin geht man, wenn man schon auf 11 gedreht hat?

Zurück. Er reduziert. Er nimmt das, was schnell ist, und macht es langsam. Er beobachtet genauer, als säße er mit einer großen Tüte Popcorn neben den Figuren. Seine Geschichte ist diesmal ein komplexes Scheitern vieler durch Schicksal und Zufall aneinander geketteter Personen. Sie wollen gut sein in einer Welt, die böse ist. Sie haben einen einfachen Plan für eine Situation, die kompliziert ist. Sie wollen ein besseres Leben, obwohl sie nur der Tod erwartet.

Alter Falter. Wenn ein Film jemals den Begriff „slow burner“ verdient hat, dann „Dragged across concrete“. Es ist ein fast lachhafter Aufhänger, der die Katastrophe ins Rollen bringt – und je länger sie rollt, desto mehr Fahrt nimmt sie auf. Und je mehr Fahrt sie aufnimmt, desto klarer wird: nobody gets out alive.

Abgesehen von der bis in den Mikro-Bereich durchgeplanten Story punktet „Dragged“ mit den beiden Zahler-Markenzeichen Dialog und Darsteller. Wenn man das mal mit „Nekrotronic“ vergleicht, wie passgenau und zitierenswert auch kurze Unterhaltungen sind, wie selbst Nebenfiguren voll ausgearbeitet sind – dann erkennt man den Unterschied zwischen Trash und Kino. Don Johnson in einer kurzen Nebenrolle sticht heraus, der Rest ist ebenfalls hervorragend, aber make no mistake: das hier ist Mel Gibsons Show. Brett ist Mel, ein Mann, der sich immer bemüht hat, seinen Job gut zu machen, und der dafür vom undankbaren System ausgepfiffen und auf die Ersatzbank geschickt wurde. Einer, dessen Sinn für Gerechtigkeit irgendwann durch Wut auf die empfundene Ungerechtigkeit ersetzt wurde. Ein in die Enge gedrängter Schäferhund, der nun ein Pittbull sein will.

Das ist lang und langsam, das ist ohne jeglichen Schnickschnack inszeniert, als wolle Zahler beweisen, dass eine gute Geschichte und gute Darsteller auch ohne Budenzauber funktionieren. Und er hat Recht.

Allerdings sollte man nicht unterschlagen, dass Zahler in „Dragged across concrete“ seine schon erahnten politischen Ansichten sehr nach außen kehrt. Im ersten Akt gibt es ein paar Dialogzeilen, die nach Fox News klingen, nach weißem Mittelklasse-Gejaule über den Verlust des „echten“ Amerikas. Mark Tinta ist der Meinung, dass die politischen Ansichten u.a. der Figur von Mel Gibson nicht notwendigerweise die Ansichten von Zahler sein müssen, aber man spürt, wo die Sympathien des Autors liegen, zumal die beiden Cops ja nicht zufällig von „Hollywood conservatives“ gespielt werden. Da spiegeln sich Macher und Werk.

Fazit: Ein Film der das Publikum spaltet. Eine Masterclass in Sachen Storytelling. 160 lange, bange Minuten, von denen keine zuviel ist. 10 von 10 Punkten.


Nightmare Cinema

USA 2019. Regie: Alejandro Brugués, Joe Dante, Mick Garris, Ryûhei Kitamura, David Slade. Darsteller: Mickey Rourke, Elizabeth Reaser, Richard Chamberlain, Annabeth Gish

Offizielle Synopsis: Fünf namhafte Genre-Regisseuren haben inszeniert: Joe Dante (GREMLINS), Stephen King-Spezialist Mick Garris (u.a. THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT), Ryûhei Kitamura (THE MIDNIGHT MEAT TRAIN), David Slade (HARD CANDY) und Alejandro Brugués (JUAN OF THE DEAD) geben sich in der Anthologie die Ehre, für deren Schnitt sich überdies noch Festivaldauergast Mike Mendez verantwortlich zeichnet. Allesamt liefern sie uns ihre ureigenen Schauergeschichten, vielfältig in der Machart und mit einem breiten Themenspektrum – vom Funslasher über Ekel-Body-Horror bis hin zu creepy Kinderdämonen – aber durchweg bizarr und überraschend.

Kritik: Ahhh… und plötzlich bin ich wieder 16. Eine Horror-Anthologie im Stil von „Creepshow“ und John Carpenter „Body Bags“ und „Tales from the Crypt“, bunt und laut, mit viel klassischem Splatter und ein paar wirklich schrägen Ideen. DAS sind Filme, für die ich vor 30 Jahren angefangen habe, auf Horror-Festivals zu gehen, DAS ist für mich das, was Horror ausmacht. Zur Spannung noch die Gänsehaut!

Da verzeiht man auch, dass nicht jede Kurzgeschichte eine funkelnde Perle ist. Gehen wir’s mal kurz einzeln durch:

The Thing in the Woods (D: Alejandro Brugués)

Eine Variation von und Parodie auf den klassischen Backwoods-Slasher. In jeder Beziehung besser als „You could be the killer“ und genau der richtige Einstieg. 8 von 10 Punkten, auch wenn ich blind vermutet hätte, dass das die Episode von Dante ist.

Mirare (D: Joe Dante)

Chirurgen-Horror wird ja immer gerne genommen, auch wenn im Ergebnis nur eine Neuauflage der Twilight Zone-Episode „Eye of the Beholder“ dabei rum kommt. Bonus für die Ausgrabung von Richard Chamberlain („Shogun“), dessen Hände verraten, wie sehr sein Gesicht gestrafft. 6 von 10 Punkten.

Mashit (D: Ryûhei Kitamura)

Klar, dass Kitamura wieder über die Stränge schlägt – pubertäre Freude an Kinder-Splatter und Nonnen-Sex täuschen aber nicht darüber hinweg, dass inhaltlich am ganz kleinen Rad gedreht wird. 5 von 10 Punkten.

This Way to Egress (D: David Slade)

Eine zutiefst verstörende Schwarzweiß-Episode im Stil von Kafka, Cronenberg und dem frühen Lynch. Im wahrsten Sinne ein Abstieg in den Wahnsinn. 10 von 10 Punkten.

Dead (D: Mick Garris)

Der zweite erwartete Ausfall kommt vom Minus-Talent Mick Garris, der nicht weiß, ob er einen Krankenhaus-Geisterfilm oder einen Krankenhaus-Slasher drehen will und sich an beidem überhebt. Zu lang ist die Episode auch. 4 von 10 Punkten.

Jetzt sind das im Durchschnitt gerade mal 6 von 10 Punkten, aber bei „Nightmare Cinema“ ist das Ergebnis weit mehr als die Summe seiner Teile.

Fazit: Hochgradig unterhaltsamer Anthologie-Horrorfilm, der für meinen Geschmack sehr gerne Pilot einer neuen Netflix-Serie sein dürfte. 8 von 10 Punkten.


Ruben Brandt, Collector

Ungarn 2018. Regie: Milorad Krstic. Stimmen: Iván Kamarás, Csaba “Kor” Márton, Gabriella Hámori, Matt Devere, Henry Grant

Offizielle Synopsis: Ein animierter Film Noir quer durch die Kunstgeschichte: Im spektakulär und rasant erzählten Kriminalthriller wird die Leinwand immer wieder selbst zum pulsierenden Gemälde. Und Botticellis Venus zur mörderischen Nixe, denn der Psychotherapeut Ruben Brandt wird jede Nacht im Traum von Figuren aus berühmten Kunstwerken verfolgt. Zur Heilung beauftragt er seine Patienten, allesamt kriminelle Neurotiker, eben jene Gemälde aus den größten Museen der Welt zu stehlen. In den Louvre, ins MoMa, die Uffizien – überall steigt die ungleiche Truppe ein, Privatdetektive wie Kopfgeldjäger dicht auf ihren Fersen.

Kritik: Zum Abschluss noch mal Kunst – in Form UND Inhalt. „Ruben Brandt“ ist offensichtlich dem Macher ein Anliegen, ein Film über die Liebe und die Lust zur Kunst, über das Leid angesichts der überirdischen Schönheit der Werke von Picasso, Monet, Gauguin. Er erklärt jene, die an der Kunst leiden, zu den wahren Helden, den wirklich lebenden Menschen in einer Welt voller tumber Drohnen. Aus ihnen schweißt er eine Familie jenseits aller Moral, die mit Freude stiehlt, was die Alpträume Ruben Brandts bevölkert. Wer Kunst lebt, wird ein Teil von ihr, darum ist es auch kein Wunder, wenn einer der Diebe z.B. körperlich zweidimensional existiert (aus dem Gedächtnis: „Meine Mutter war ganz normal dreidimensional – mein Vater war eindimensional.“ „Ein Punkt?“ „Nein, ein Strich, ein sehr langer.“).

Klingt verquast und verkopft? Ist es sicher auch. Mit der üblichen Erwartung darf man an dieses animierte Kleinod nicht herangehen. Aber auch wenn die eher von Theorien und Weltsicht getragene dünne Handlung und die exzentrische Darstellung der Figuren anfänglich gewöhnungsbedürftig sind, so lockt „Ruben Brandt“ doch auch mit Schauwerten: es gibt zwei sehr dynamische Verfolgungsjagden, immer wieder wunderschöne Bilder und einzelne Szenen, die förmlich berauschen (wie die Inszenierung von Rotkäppchen als reine Geräuschkulisse).

Vor allem aber ist „Ruben Brandt“ optisch ein Rausch, eine perfekte Kombination von 3D- und 2D-Animation, bevölkert von Kunst der verschiedensten Stilrichtungen. Wer genau hinsieht, findet Referenzen zu Hunderten Gemälden, Skulpturen und berühmten Gebäuden, die nahtlos ineinander greifen, um einen Film über Kunst, von Kunst, durch Kunst und in Kunst zu formen.

Angesichts der Liebe zum Detail ist es fast schon rührend, dass in den Straßenschildern und Zeitungsschlagzeilen erstaunlich viele Rechtschreibfehler zu finden sind.

Fazit: Anspruchsvolles Trickkino jenseits von „Akira“ und „Toy Story“, das zeigt, wie viel Potenzial noch in der Animation steckt. 8 von 10 Punkten.



avatar
6 Comment threads
2 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
5 Comment authors
ThiesAndreasWortvogelMattsheino Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
heino
heino

Verdammt, dieses Mal konnte ich nicht dabei sein. Da habe ich mit den diesjährigen White Nights ja die A*****karte gezogen:-(

Matts
Matts

Da war ja auch am 2. Tag schön was dabei.
Mit „Nekrotronic“ bin ich persönlich etwas gnädiger: Der hat mich kurzweilig einigermaßen gut unterhalten, aber die Idee war auch besser als die Ausführung. Nach der Inhaltszusammenfassung hab ich auch erwartet, dass die Dämonen tatsächlich IM Internet gejagt werden – aber Pustekuchen!
„Dragged across Concrete“ – wow! Selbst das Finale ist im Gegensatz zu den meisten anderen heutigen Filmen unheimlich langsam, und trotzdem saß ich nägelkauend da. Der muss sich hinter den Großen des Crime-Thriller Genres absolut nicht verstecken. Jetzt hat Zahler schon drei mal hintereinander voll abgeliefert. Ist der „Kultregisseur“-Status schon greifbar nahe?
Und „Nightmare Cinema“ hatte auch noch ein paar nette Ideen. Zwar war „This way to Egress“ der einzige, bei dem bei mir sowas wie Grusel aufkam – aber andere, wie „The Thing in the Woods“ wollten diesen Effekt auch nicht wirklich erzielen, denke ich.
Also insgesamt: FFF-Nights in guter Qualität in diesem Jahr. Und nebenher freue ich mich auch sehr über die Ankündigung, dass dieses Jahr das Hauptfestival wieder in voller Länge in Nürnberg laufen wird – und nicht nur in halber wie letztes Jahr.

Andreas
Andreas

Danke für die vielen tollen Reviews, habe dazu noch keine Meinung da ich Sie nicht gesehen habe.
Werde mir auf jeden Fall aber noch Dragged across Concrete ansehen, sobald ich Zeit habe.

Eine Frage OT: Hast du „Black Mirrow Bandersnatch“ gesehen und schreibst du darüber noch eine Kritik?

Thies
Thies

Der zweite Tag der Nights hatte in Hamburg eine andere Reihenfolge. Obwohl ich am Sonntag das gesamte Programm hätte mitnehmen können entschied ich mich für nur drei der fünf Filme.
„Rubend Brandt“ wäre um 12 Uhr der Einstieg gewesen, aber das war mir einfach zu früh. Wobei das nicht ganz stimmt – letzten Monat war ich für das „Monster machen mobil“-Wochenende schließlich schon um 11 Uhr im Kino – es war mir nur zu früh für ein europäisches Arthouse-Anime.

Und auch der zweite Film „Angel“ konnte mich nicht locken. Beide Filme hätte ich mit Dauerkarte sicherlich mitgenommen, aber so war mein Einstieg am Sonntag „Nightmare Cinema“. Und wieder unterscheidet sich mein Eindruck vom Wortvogel. Mit dem Unterschied zu „You might be the killer“, dass ich nicht verstehe wieso.

Ich wurde mit „Nightmare Cinema“ nie richtig warm und einer der Hauptgründe war für mich der Einstieg. Die Rahmenhandlung bekommt nicht mal 30 Sekunden Spielzeit, da befindet man sich bereits in der hysterisch startenden ersten Episode. Und während die Anspielungen und Gags über maskierte Killer in einem Sommercamp mich zwei Tage zuvor befriedigt grinsend zurück ließen, saß ich diesmal mit verschränkten Armen in meinem Sitz. Ich fühlte mich auch danach wie in einer Worst-of „Tales from the crypt“-Zusammenstellung. Da konnte auch die verstörende vorletzte Episoder nicht viel rausreissen.
Fazit: 4 von 10 Punkten

Thies
Thies

„Dragged across concrete“ – Kurz gefassst: what he said. 9/10

Nur zwei kurze Anmerkungen:
1.) vom generellen Erzählton und der im Grossteil gezeigten Gewalt wäre das für mich ein FSK-16 Film – wenn da nicht die eine Szene wäre in der in Gedärmen gemanscht wird in italienischen Kannibalen-FIlmen aus den 70ern.

2.) Als die Musik zum Vorspann ertönte dachte ich nur: da steht jemand auf 70er-Soul. Um so erstaunter war ich, als im Abspann Zahler als Co-Autor nahezu aller Songs gelistet wurde. Anstatt wie Tarantino die Songs einfach aus der privaten Sammlung zu ziehen, hat Zahler mit den „O-Jays“ neue Songs geschrieben die zu der Stimmung des Films passen. Offenbar ein echtes Multitalent.

Thies
Thies

Der letzte Film am Sonntag war dann „Nekrotronic“. Ich hatte nichts über den Film im Vorfeld gelesen, außer dass die Regisseure von „Wyrmwood“ bisher überall verrissen wurden. Nach der Hälfte von „Nekrotronic“ habe ich die Geduld verloren und bin gegangen. Kein Urteil möglich.