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Nov 2023

Zuckerbrot & Peitsche: Das YouTube-Problem und die unschönen “Lösungen”

Themen: Film, TV & Presse |

Ich gestehe: Ich nutze, solange es sie gibt, Werbeblocker in meinem Browser. Das geht noch auf die Zeit zurück, als Werbung erheblich nerviger war – blinkende Popups, automatisch startende Videos, im Hintergrund geöffnete Tabs, etc. Es geht nicht nur um Bequemlichkeit, es geht um Sicherheit.

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Bei Webseiten, die ich oft besuche und deren Ansprüche ich respektiere, deaktiviere ich den Adblocker.

Die Tatsache, dass Adblocker auch die Werbungen in YouTube-Videos unterdrücken, habe ich anfangs nur als netten Bonus gesehen. Erst als ich mal bei anderen Leuten und an anderen Geräten ein paar Videos schauen wollte, wurde mir klar, wie nervig und willkürlich das ist. Die Werbefreiheit ist es, die YouTube für mich überhaupt akzeptabel macht.

Klar, YouTube hat kein Interesse daran, dass Leute die Werbung blockieren, weil die Werbungen die Einnahmen generieren. Andererseits habe ich bei YouTube wenig Skrupel, weil die Plattform Google gehört, einem der reichsten Unternehmen der Welt, dem ich bereits einen Pay-Account für GDrive bezahle. YouTube macht um die 15 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Die müssen nicht den Kaffee in der Kantine abschaffen, nur weil ich einen Adblocker verwende.

In den letzten 15 Jahren hat Google beeindruckend die Füße stillgehalten, was Adblocker angeht. Das ändert sich aktuell. Immer mehr Nutzer – und seit einer Woche auch ich – bekommen das hier eingeblendet:

Bei anderen – u.a. meiner Frau – wird bereits ein Countdown angezeigt; Nach drei Videos ohne Werbung droht eine Sperrung. Wie genau die aussieht, kann ich aktuell nicht sagen, denn YouTube scheint das nicht konsequent durchzuziehen. So verschwand die Warnung bei mir nach ein paar Tagen wieder spurlos. Auch andere Nutzer berichten, dass es wohl erstmal bei Drohgebärden bleibt.

Ich sehe hier auch das erste Donnergrollen eines Umbruchs: Die goldene Zeit der großen Streamer ist vorbei, die Goldgräber-Stimmung im Eimer. Apple+, Disney+, Paramount+, Netflix, Amazon Prime Video. Überall wird eingeschränkt, verteuert, überwacht. Das Angebot wird zusammengestrichen. Wo Werbefreiheit bisher das große Plus war, taucht plötzlich Werbung auf, um die Abo-Gebühren niedrig zu halten. Teilweise Jahrzehnte alte Player wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben. Der Zuschauer wird weniger bekommen, mehr zahlen – oder sich nach Alternativen umschauen müssen.

Sei es wie es sei: YouTube mit Werbespots kommt für mich nicht in Frage, zumal Frequenz und Länge in den letzten Jahren immer weiter hochgedreht wurden. Ich bin es gewöhnt, viele kurze Videos zu schauen, da werde ich nicht jedes Mal vorher 30 Sekunden (und gerne auch mal zwischendrin) Fingernägel kauen.

Was kann man tun? Was muss man tun? Was darf man tun? Das hängt vor allem mit der Frage zusammen, wie sehr man bereit ist, auch “graue” Wege zu beschreiten und sich in die Materie einzuarbeiten. Nicht jeder ist ein digitaler Schrauber, nicht jedem ist es den Aufwand wert.

Die folgenden Methoden entsprechen meinem aktuellen Wissensstand, der sicher nicht vollständig und/oder 100 Prozent korrekt ist. Alternativen und Hinweise können in den Kommentaren gegeben werden. Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass ich keine der Optionen explizit befürworte oder empfehle.

Option 1: Werbung zulassen

Benutzt man einen Adblocker, kann man YouTube “whitelisten”, dann weiß der Blocker, dass auf der Plattform die Werbungen okay sind. Vorteil: Das kostet gerade mal zehn Sekunden, aber kein Geld. Nachteil: künftig bekommt man Werbespots zu sehen.

Option 2: YouTube Premium regulär kaufen

Die kostenpflichtige Variante von YouTube entfernt alle Werbung, lässt (eine restriktive Form von) Downloads zu, ermöglicht den Zugriff auf YouTube Music und YouTube Originals. Vorteil: Lässt sich schnell einrichten, ist 100 Prozent legal, macht Google froh. Nachteil: es kostet Geld, und das nicht zu knapp. Ein Einzel-Account wurde gerade auf 12,99 Euro geschraubt, für das Familien-Abo mit sechs Zugängen verlangt YouTube satte 23,99 Euro im Monat.

Option 3: Anderen Browser/Adblocker verwenden

Nach dem, was ich gehört habe, kann der Open Source-Türsteher uBlock aktuell noch ganz gut die Sperren von YouTube umgehen. Ich selbst habe in den letzten Tagen im Hintergrund den sicheren Browser Brave exklusiv für YouTube-Videos laufen lassen. Vorteil: Kostet nix und ist mit relativ wenig Aufwand verbunden. Nachteil: Es ist ein Hase & Igel-Rennen, bei dem YouTube mittelfristig sicher Mittel und Wege finden wird, auch diese Workarounds zu sperren.

Option 4: Ein pi-hole installieren

Im Grunde genommen die Variante für digitale Schrauber, von denen ich oben gesprochen habe. Ein radikaler Ansatz, der ein gewisses Fachwissen voraussetzt – der gesamte Datenverkehr wird durch eine Software geleitet, die alle Werbungen systemweit erkennt und blockiert. Vorteil: Der Datenverkehr wird transparenter und schlanker. Nachteil: man muss sich auskennen. Ich kenne mich nicht aus.

Option 5: Alternativen zu YouTube nutzen

Alternativen zu YouTube gibt es nicht, zumindest nicht, was den Content angeht. Vimeo, Daily Motion – nichts kann mit Googles Plattform mithalten. Was aber möglich ist: Die Plattform selbst umgehen, um auf die Videos zuzugreifen. So kann man für Smartphones eine App wie ReVanced installieren, die wie YouTube aussieht, aber keine Werbung ausspielt. Auf unserem Chromecast läuft seit jeher und sehr zuverlässig SmartTube mit dem gleichen Effekt. Vorteil: Einmal installiert, ist die “user experience” dem normalen YouTube sehr ähnlich und man muss sich nicht mehr mit Werbung rumschlagen. Nachteil: Die Apps müssen sehr oft upgedated werden und sind nicht für Desktop erhältlich. Sie werden auch gerne mal eingestellt und sind dann nutzlos.

Option 6: YouTube Premium mit Tricks abonnieren

Hier wird es etwas erklärungsbedürftig. Im Grunde genommen handhabt Google die Preisfestlegung wie VW – in Deutschland sind die Produkte gerne mal teurer als im Ausland, weil der deutsche User mehr “disposable income” hat. Denkt man das zu Ende, schaut man einfach im “ärmsten” Land nach, das man finden kann – der Logik zufolge dürfte YouTube Premium dort erheblich günstiger sein. Und tatsächlich: in Ländern wie Argentinien, Türkei, Vietnam und Ukraine bezahlt man als User umgerechnet weniger als 2 Euro für einen Einzel-Account, und weniger als 4 Euro für einen Familien-Account. Das ist ein SECHSTEL des deutschen Preises. Vorteil: man kann sich alle Workarounds sparen und bekommt YouTube Premium für einen deutlich faireren Preis. Nachteil: Google sieht diese Trickserei, die streng genommen nicht illegal ist, gar nicht gerne. Gegenmaßnahmen sind zu erwarten. Die Freischaltung eines ausländischen Accounts setzt zudem ein VPN und – je nach Anleitung, die man konsultiert – einen frischen Google-Account und eine Kreditkarte voraus, die Google noch nicht kennt.

Ich selbst habe diverse dieser Optionen durch. Von meinem Adblocker, der mir 15 Jahre gute Dienste geleistet hat, habe ich bereits geschrieben. Dessen Nutzwert scheint aber nachzulassen, wenn YouTube seine Strategie weiter verfolgt.

Der Browser Brave ist – wie oben beschrieben – eine gute Alternative, denn noch hat er einen potenten Werbeblocker ins System eingegossen, der YouTube werbefrei lässt. Ich hatte ernsthaft darüber nachgedacht, für Brave meinen Edge-Browser in die Rente zu schicken. Lesezeichen und einige der Chrome-Erweiterungen kann Brave problemlos übernehmen, er ist auch besser, was die Verhinderung ungewollter Hintergrund-Tabs angeht. Aber vieles, was Edge kann, kann Brave leider (noch) nicht und damit ist mir der Umstieg aktuell zu hakelig. Dauernd zwei Browser offen zu haben erscheint mir wenig elegant.

Es ist ja nicht so, dass ich ein Problem damit habe, für einen guten Service zu bezahlen. Und YouTube ist ein guter Service. Aber ich gestehe: Bei 24 Euro für einen Family-Account bin ich raus. Doppelt so teurer wie Spotify, teurer als Netflix und Disney+ zusammen? Und das alles für eine Videoplattform, deren Content ich mir kostenlos anschauen kann, wenn ich bei der Werbung die Faust in der Tasche und die Augen zu mache? Klar kann man argumentieren, dass man als User mehr als nur Werbefreiheit bekommt. Aber…

  1. Ich habe bereits Amazon Music und Spotify und brauche YouTube Music schlicht nicht.
  2. YouTube Music lässt sich nur über Workarounds und mit vielen Kompromissen auf Alexa einrichten und kann daher Spotify nicht ersetzen.
  3. Die YouTube Originals scheren mich nicht.
  4. Die Download-Funktion für Videos ist eingeschränkt und kann besser von kostenlosen Apps und Online-Diensten übernommen werden.

Bleibt eben doch “nur” die Werbefreiheit. Und dafür zahle ich keine 23,99 Euro im Monat, sorry. Das sind fast 300 Euro im Jahr!

Da ich mit dem Brave-Browser (noch) ganz gut klar komme, habe ich nur aus Testzwecken mal den Umweg über das Ausland versucht und dabei alle Vorsicht fahren lassen: keine unbekannte Kreditkarte, kein neuer Google-Account. Einfach VPN angeworfen und den Server eines der oben genannten Länder gewählt. Dann zu YouTube Premium – siehe da: Die Preise werden nicht nur in einer mir unbekannten Fremdwährung angezeigt, sie sind laut einer schnellen Umrechnung auch ERHEBLICH günstiger. 3,85 Euro für einen Familienaccount statt 23,99 Euro. Ich akzeptiere das Angebot, trage die gewünschten “Familienmitglieder” (Frau, Bruder) ein, und schon steht der Premium-Account.

Nach ersten Gehversuchen läuft das sehr gut und ich habe einen Testmonat Zeit, um etwaige Probleme zu identifizieren und das Konto im Zweifelsfall wieder zu kündigen. Was die “graue” Seite des Angebots angeht, sehe ich mich auf der “gerechtfertigten” Seite: Ich zahle knapp 4 Euro im Monat dafür, dass Google mich nicht mit Werbung belästigt. Das finde ich angemessen. Die anderen Services nutze ich sowieso nicht.

Wird Google/YouTube in Zukunft aggressiver gegen die Workarounds vorgehen? Das steht zu erwarten. Richtig schlimm wird es nach meiner Erfahrung aber nicht werden. Die Maßnahmen werden den Großteil der Otto Normaluser dazu bringen, doch lieber die Werbung zuzulassen – und die “digital natives”, die sich das nicht gefallen lassen, sind für YouTube verschmerzbar. Man führt keine große Schlacht gegen eine kleine Armee, das war schon immer so, ob bei Kopierschutz, Ländersperren oder Abo-Gebühren.

Grundsätzlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen. Wiegt die an Werbespots verschwendete Zeit schwerer als die Zeit, die man investieren muss, um einen Workaround zu finden und zu pflegen? Ist es eine Unverschämtheit von YouTube, praktisch zeitgleich die Schlagzahl der Werbung zu erhöhen, die Preise zu heben, und die “Abweichler” zu strafen?

Eure Meinung ist – wie immer – gefragt.



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42 Kommentare
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dopey
dopey
2. November, 2023 14:24

Schau dir mal Invidious an, ein werbefreies Youtube-Frontend:
https://telegra.ph/invidious-eine-introduktion-10-17

Statt Adblock empfehle ich das uBlock Origin. Damit sehe ich bei Youtube momentan keine Pop-Ups oder Werbung.
Ist beides Open Source.

heino
heino
2. November, 2023 14:35

Da ich Youtube nur nutze, um mir hin und wieder die Zeit zu vertreiben oder wenige Kanäle regelmäßig anzuschauen (z.B. Bosetti will reden), stört mich die Werbung (noch) nicht. Da sind z.B. die kostenfreie Version von Joyn oder Freevee bei Amazon deutlich schlimmer. Prime werde ich wohl eh bald abmelden, das ist ja bald schon bei € 90 und es werden immer mehr Vorteile beseitigt. Solange YT für meine Zwecke noch vernünftig nutzbar bleibt, werde ich keine Gegenmaßnahmen in Betracht ziehen.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
2. November, 2023 14:45
Reply to  heino

Prime geht mir – seitdem es Freevee gibt – auch massiv auf den Zeiger, da immer mehr Content in den Werbeableger rutscht, im Umkehrschluss für mich als zahlenden Kunden aber nicht ohne Werbung verfügbar ist. Was soll der Käse?!

@Topic: Nutze auf iOS die App „Silence Music“, die die Werbung (noch?) auf Youtube komplett killt und den Vorteil hat, dass man den Bildschirm des Handys ausmachen kann und Youtube trotzdem weiterläuft (was es zumindest ab Werk auf dem iPhone sonst nicht gemacht hat). Gab es kostenlos (bzw mit mehr Funktionen für nen 5er) im Apple-Store, inweifern sich das Ding aber in einer Grauzone bewegt, weiß ich nicht.

DocAndy
DocAndy
2. November, 2023 14:45

Ein bisschen Haarspalterei: es heißt Pi-Hole, weil es für den Raspberry Pi konzipiert ist (aber natürlich auf jedem Linux läuft). Ist nicht besonders schwer einzurichten, aber in der Grundeinstellung geht auch Komfort verloren, z.B. funktionieren dann die Shopping-Vorschläge von Google nicht mehr. Kann man alles feintunen, dann braucht es aber Zeit (und Können).

Oibrt
Oibrt
2. November, 2023 19:17
Reply to  DocAndy

Allerdings bringt ein Pi-Hole nichts bei Youtube Werbung, da es ein reiner DNS Blocker ist. Trotzdem unverzichtbar für mich.
Bisheer hab ich noch keine Warnung bekommen, aber ich bin auch noch mit Firefox + Ublock und NoScript unterwegs. Und auch nicht eingeloggt

Psycho-Dad
Psycho-Dad
6. November, 2023 17:24
Reply to  Oibrt

Das ist, meiner Persönlichen (-anekdotischen) Erfahrung nach, nicht gaaaanz richtig. Ein passender DNS bringt schon “Etwas”, ich hab nach den ersten Adblocker-Einblendungen spaßeshalber mal “Ohne AdBlocker” (UBlock Origin) und mal mit “DNS over HTTPS” (“https://dnsforge.de/dns-query”) im Firefox rumgespielt, und es wurde mit DoH definitiv weniger Werbung gezeigt. Und das was gezeigt wurde war dann auch Seriös. (Die berüchtigten Brüllaffen die Werbung für Choaching und Telegram-Gruppen machen waren z.b. komplett weg.) Is ja auch logisch; Werbung die bei YouTube direkt gehostet wird kann ein DNS nicht Filtern (zumindest nicht, wenn man auf YouTube noch was sehen will), Werbung von irgendwelchen externen Werbenetzwerken dagenen schon. Damit wäre ich eigentlich auch zufrienden, aber ich bin auch aus Prinzip gegen blocking per DNS. DNS sind ein Dienst, der im sinne der Netzneutralität jede Anfrage neutral bearbeiten sollte, auch Werbeserver. Ich kann mich nicht guten Gewissens hinstellen und irgendwelchen Regierungen vorwerfen das sie den unbequemen Teil des Internets via DNS zensieren (Erinnert sich noch wer an “Zensursula” und den Hampelman, den es dazu völlig zurecht gab?) und dann selbst das exakt gleiche Tool verwenden, nur weil das Internet für mich unbequem wird… k.a. ob man da meinen verworrenen Gedanken folgen kann.

Timo
Timo
2. November, 2023 14:52

Schonmal NewPipe probiert? (https://newpipe.net/)

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
2. November, 2023 15:07
Reply to  Timo

NewPipe mag ich nicht so sehr, weil es zu viele Features missen lässt. Ich benutze auf dem Telefon inzwischen ReVanced. Die sind die Nachfolger zu Vanced, die von Google via C&D bereits gekillt wurden. Aber da man bei ReVanced sein eigenes Paket patcht, können die hier weniger gegen machen.

Was ich schlimm finde, auf nem Telefon habe ich bisher noch keinen ordentlichen AdBlocker gefunden, der auf nicht gerooteten Smartphones läuft. Ich hätte ja nichts gegen die angezeigte Werbung ABER die Seiten, wo ich bin, spielen einfach ungefragt video-Werbung ab (in Textartikeln). Ich habe jetzt keinen Bock mir nen 100GB Vertrag nur zu holen, um die scheiß Werbung angezeigt zu bekommen. Das hatte mich schon damals zu Adblockern getrieben als eine Webseite anno 2007 einfach Autoplay Videos hatte. Die Werbung hatte meinen damaligen Laptop gekillt und seitdem verzichte ich nicht mehr auf Adblocker.
Selbst auf Youtube hätte ich kein Problem, wenn die Werbungen nicht so unsäglich wären. Erstmal 30 Sekunden Werbung bevor ich das erste Video angucken kann – ja danke! 1000x die gleiche Werbung – ja danke!

sven
sven
3. November, 2023 10:37

Alexander: Firefox kann auf Android auch Erweiterungen laden, dort ist uBlock Origin also auch verfügbar und funktioniert gut.

S-Man
2. November, 2023 15:01

Frage zum Verständnis:

Nutzt du bei deinem ausländischen Account dauerhaft das VPN oder nur zum Bestellen?

dermax
dermax
2. November, 2023 15:03

Bisher bewegt es sich für mich im erträglichen Bereich, wobei ich YT primär für die US-Latenightshows und generell eher Videos von 15-20min nutze. Ich finde, das Angebot von YT rechtfertigt den Zeitaufwand, bei >10€ pro Monat wär ich auch raus.

hilti
hilti
2. November, 2023 16:36

Es scheint derzeit noch Option 6 zu geben. Der Addblockerblocker soll angeblich nur dann kommen, wenn man bei Youtube angemeldet ist. Ich weiß nicht ob das stimmt, hab aber selbst keinen Youtube-Acc und mir wurd von Youtube noch nicht vorgeworfen einen Addblocker zu benutzen.

Oder es liegt an meinem Setup. Vivaldi + Enhancer for YouTube™ + µBlock.Im Enhancer hab ich Werbung blockieren aktiviert und im µBlock hab ich nur meine selbstgepflegte Filterliste und keine weiteren Listen aktiviert.

Maximilian Frömter
Maximilian Frömter
3. November, 2023 09:49
Reply to  Torsten Dewi

Man kann ja die Url vom gewünschten Video der Abo-Seite einfach in einen anderen Browser kopieren, auf dem man nicht in Youtube eingeloggt ist. Geht schnell und klappt einwandfrei.

Andreas
Andreas
2. November, 2023 16:49

Ich benutze auf dem (nicht gerooteten oder sonstwas) iPhone uYou mit AdBlocker. Nachteil: man muss ihn über AltStore installieren und alle spätestens sieben Tage wieder refreshen. Klingt müselig, aber wenn man sich eine gewisse Routine zulegt, geht das sehr gut. Instagram läuft bei mir ebenfalls über AltStore, auch dort ist dadurch die Werbung weg.

Im Heimnetz ist AdGuard als Werbeblocker auf einem Raspberry Pi installiert. Empfehlenswert ist ein Rasperry Pi Zero 2 W. Anfangs hatte ich arge Probleme, da das Wlan Signal ganz gerne verloren geht, doch dank eines Scripts rebootet das Pi dann (das geht sehr fix und ist nicht zu merken) und alles ist wieder fein.

Es gibt für den AdGuard (oder den PiHole) super Anleitungen (gut, diese hier ist MEGA Ausführlich und schon fast zuviel). Ich empfehle jedem, sich mal über diese Möglichkeit des AdBlockings in seinem privaten Netz zu informieren, saubere, klare Websitenlayouts und absolut weniger Nerv sind der Lohn.

Ich möchte nicht mehr ohne Surfen.

Last edited 6 Monate zuvor by Andreas
S-Man
3. November, 2023 00:25
Reply to  Andreas

Je mehr ich recherchiere und schaue, desto mehr Aussagen finde ich, dass gerade diese Lösung (PiHole bzw. AdGuard auf nem Raspi) eben NICHT die Youtube Ads filtert. Weißt du was anderes? Hast du einen Filter, der wirkt?

Caliban
Caliban
2. November, 2023 20:17

Was ist mit “YouTube Premium Lite” für 6 € als zusätzliche Option? Wird leider erst nach und nach in Deutschland ausgerollt und ist anscheinend derzeit noch nicht für jeden verfügbar: https://www.computerbase.de/2023-10/youtube-premium-lite-youtube-mit-weniger-werbung-startet-in-deutschland/

Chris
Chris
7. November, 2023 00:24
Reply to  Torsten Dewi

Seit ich Premium Lite habe, kommen keine Warnungen seitens Youtube mehr zum Thema Adblocker, obwohl ich nach wie vor Adblock und uBlock Origin installiert habe. D.h. ich habe demzufolge auch weiterhin keine Werbung bei Musikvideos und auf der YT-Seite selbst, und kann aber endlich auch auf der App auf meinem Fernseher werbefrei gucken.

Chris
Chris
2. November, 2023 21:24

Ich hatte mir auch Gedanken gemacht und mit mir gerungen, ob ich Google neben dem Google One Abo (Speicherplatz für Fotos und GDrive) noch mehr Geld in den Rachen werfen soll, aber die Werbung auf Youtube nervte mich so sehr, dass ich es fast nur auf meinem PC mit Adblocker genutzt habe und fast nie über die App auf dem Fernseher oder dem Tablet (Handy sowieso nicht). Ich hatte schon das Angebot für YT Premium Lite für 5,99/Monat (1. Monat kostenlos) und habe mich dann dafür entschieden. Damit habe ich YT jetzt werbefrei auf allen meinen Geräten, zwar unter Umständen Werbeeinblendungen bei Musikvideos (schaue ich so gut wie nie) und keine Downloadmöglichkeit, aber dafür nutze ich sowieso seit Jahren ein Firefox-Addon. Bei dem normalen Preis hätte ich mir evtl. was anderes überlegt.

Matts
Matts
3. November, 2023 09:42

Ich benutze YouTube praktisch täglich, und ja, die Frequenz und Länge der Werbung nervt mich mittlerweile ziemlich.
Bisher bleibt es bei mit bei Option 1. Ich bin halt der Typ, der sich im Zweifelsfall leicht zu sowas gängeln lässt. Bin nicht stolz drauf, ist aber so.
Trotzdem klingen ein paar der anderen Optionen auch interessant. Wenn ich mal die Zeit habe, sehe ich mich das vielleicht an. Danke also für den Artikel!

Maximilian Frömter
Maximilian Frömter
3. November, 2023 09:42

Da ich größtenteils auf dem Fernseher über die Spielkonsole schaue, konnte ich dort kein Adblock nutzen, aber bis vor nicht allzu langer Zeit empfand ich die Werbung noch kaum als störend. Mittlerweile schaue ich über den (indischen?) Family-Account eines Freundes mit. Mal sehen, wie lange das gut geht. Es ist schon mit Abstand meine meistgeschaute Plattform, aber den Vollpreis würde ich nicht zahlen.

Maik
Maik
3. November, 2023 13:04

Im Moment ist das Katz und Maus Spiel noch beherrschbar. Nur in edge kam der Adblock Hinweis, in anderen Browsern nicht. Durch den Wechsel des Adblock add ons ( gibts ja massenhaft), geht auch edge wieder. Es gibt ja darüberhinaus add ons, die auch die in video promotions und self promotions überspringen, die ja auch immer nerviger werden.

Stefan
Stefan
3. November, 2023 21:47

“YouTube macht um die 15 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Die müssen nicht den Kaffee in der Kantine abschaffen, nur weil ich einen Adblocker verwende.”
Ja, weil Leute wie ich keinen verwenden.

Ich bin ehrlich: Finde solche Aussagen immer sehr unangenehm und war noch nie ein Freund dieser Gratis-Mentalität im Netz. Diesem Anspruchsdenken, dass man im Internet für nichts zahlen sollte und wenn jemand doch eine Gegenleistung will (und einem diese zu hoch erscheint) man es sich eben auf anderem Wege einfach nimmt. Es bedeutet ja gleichzeitig auch immer: soll halt wer anders für mich zahlen!

Ja, es gab mal eine Zeit (und immer noch Orte), da war Adblocking nachvollziehbar. Inhalte, die nicht mehr nutzbar waren vor lauter Werbung oder Ads, die schlichtweg Malware waren.
YouTube ist nun wirklich nichts davon. Die spielen Spots aus wie wir sie seit einem halben Jahrhundert aus dem TV kennen und das nicht annähernd in dem Volumen, wie es in Privat-TV Gang und Gäbe ist. Sonst ist da nichts.

Mir ist das Premium-Abo von YouTube auch zu hoch angesetzt. Preislich spielt man in einer Liga mit den großen Streamern ohne deren Hochglanzproduktionen zu haben, überlässt die Produktion den freien Content Creators und bezahlt diese wie man oft hört auch noch ausnehmend schlecht.
Dann schau ich halte mit Werbung und das ist okay.
Fänds aber eben cooler, wenn ich die ganzen schönen Inhalte im Netz nicht immer für die Hälfte der Bevölkerung mitfinanzieren müsste, die meinen, dass die Regeln nur für andere gelten. Vor allem, wenn sie sich von mir auch noch dankend selbst werbefinanzieren lassen 😉

DSFARGEG
DSFARGEG
4. November, 2023 00:36

Einen Fünfer im Monat für ein werbefreie YouTube würde ich sofort zahlen, bei 12,99 stimmt das Preis/Leistungsverhältnis schlicht nicht. Da ich die Plattform aber zu 90% auf iPhone und iPad nutze, wird die Vietnam-Variante für 3,85 für mich wahrscheinlich nicht praktikabel sein. Da hilft dann nur, die teilweise 40 (!) Sekunden vor den Videos zu ertragen. Besonders demütigend daran ist, dass ich mittlerweile hauptsächlich Alte-Leute-Produkte angepriesen bekomme („zurisikenundnebenwirkungen“ etc.), was mir aber selbstverständlich nur beweist, wie ahnungslos der Algorithmus ist.

DSFARGEG
DSFARGEG
5. November, 2023 02:03
Reply to  Torsten Dewi

Kann sein, dass ich mich irre, aber ich nutze die App und nicht die Browser-Version, und meine Vermutung ist, dass das die Nutzung von VPN-Tunneln verkompliziert. Ich hab’s nicht ausprobiert, gehe aber davon aus, dass es auf ein elendes Rumprobieren hinausläuft, und dafür ist mir dann ehrlich gesagt meine Zeit zu schade. Ich erinnere mich mit Grausen an das Katz-und-Mausspiel beim Runterladen von YouTube-Content per iPhone (wir erinnern uns: monatlicher Mobilfunk-Traffic war mal begrenzt und teuer), was darauf hinauslief, dass man alle paar Tage die dafür nötigen Kurzbefehle anpasste. Und das läuft dem zuwider, weswegen ich eigentlich Apple-Produkte nutze – ich will möglichst wenig Technikkram sehen und machen, sondern mit den Dingern nur in Ruhe arbeiten. Werbung ist dann ein nerviges, aber erträgliches Übel.

Wolf Design
Wolf Design
9. November, 2023 14:41
Reply to  Torsten Dewi

Hab ich gerade eben auch gemacht. Funktioniert gut.

Psycho-Dad
Psycho-Dad
9. November, 2023 15:57
Reply to  Wolf Design

Bei uBlock Origin muss man allerdings dazusagen, das sich die (ehrenamtlichen) uBlock-Devs momentan mit Youtube ein regelrechtes Wettrüsten liefern. Angeblich aktualisiert Youtube bis zu zweimal am tag die AdBlock-Detection-Scripts und rollt auch nicht jedes Script sofort überall aus. Daher, falls das anti-AdBlock-Popup sich mal zeigen sollte:

uBlock Optionen aufrufenim Tap “Filterlisten” auf “Alle Caches leeren” klickenauf “Jetzt Aktualisieren” klickenBrowser komplett schließen und neu aufmachen.
Wenn’s dann immer noch nicht geht;
1-2 Stunden warten und/oder HIER nachsehen, ob die gegenwärtig neusten Scrips von YT bereits geknackt wurden. Wenn die Site alles grün zeigt, einfach mal andere addons (VPN etc…) abschalten und nach und nach wieder zuschalten.

Last edited 6 Monate zuvor by Psycho-Dad
Psycho-Dad
Psycho-Dad
9. November, 2023 16:04
Reply to  Torsten Dewi

Das is Aufwand? O_ò
OK, da hat jeder ne’ andere Messlatte. Ich finds nicht zu viel Aufwand das alle 4-5 Tage mal durchzuziehen… aber ich bin auch so ein freak der sich bei Cookiebannern immer durch die Optionen zum ablehnen durchklickt. ;D

Last edited 6 Monate zuvor by Psycho-Dad
Sven
Sven
1. Dezember, 2023 20:23

So, habe jetzt auch mal den VPN angeschmissen. Türkei ging nicht, da meine Kreditkarte nicht angenommen wurde. Mit Ukraine ging es – dafür auch teurer als Türkei. Ich habe allerdings einen Fehler bzgl. des Familienaccounts gemacht. Ich kann trotz VPN, neuer Google-Konten uva. Tochter und Frau nicht in den Familienaccount aufnehmen. Lt. Recherche hätte ich die Beiden vor dem Kauf schon in meiner Google-Familienliste drin haben müssen. Das liess sich nicht fixen, so dass ich bereits nach dem Probemonat gekündigt habe. Ich habe keine Lust, dass mir die Beiden meinen YT-Algo mit Ihrem Kram zerschiessen:-) Vielleicht versuche ich das die Tage noch einmal und erstelle und verbinde die Konten schon vorher.