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Apr 2024

Fantasy Filmfest Nights 2024 (1): THE WEIRD KIDZ

Themen: FF Nights 2024, Film, TV & Presse, Neues |

USA 2024. Regie: Zach Passero. Sprecher: Sean Bridgers, Ellar Coltrane, Angela Bettis, Brian Ceely u.a.

Offizielle Synopsis: Die Tankwartin warnt sie noch vor dem Monster in der Wüste… aber die schwer pubertierenden Teenager haben nun mal nur Böller, Bier und Brüste im Kopf. Wer nimmt schon eine ältere Frau ernst, wenn der elternfreie Camping-Ausflug verspricht, episch zu werden! Dugs großer Bruder Wyatt hat nämlich nicht nur die drei Jungs, seine geschmacklose Vokuhila-Frisur und Träume von einer Zukunft als Rockstar mitgenommen, sondern auch seine heiße Freundin Mary. Die Lagerfeuermarshmellows sind also wirklich das einzige, was anbrennen dürfte. Und dann kommt es, das Monster aus der Wüste – samt seiner gefräßigen Brut!

Kritik: Zum Start kann ich es relativ knapp halten: WEIRD KIDZ ist eine Hommage an die Monsterstreifen mit Spielberg-Touch der 80er, bindet Elemente von FORMICULA ebenso ein wie WICKER MAN. Die drei pubertierenden Jungs sind aus der GOONIES- und STAND BY ME-Werkstatt, inklusive des leicht asigen Bruders mit der scharfen, aber letztlich natürlich empathisch-intelligenten Freundin.

Das wäre alles gut und sympathisch und auf diesem Festival genau am richtigen Platz, aber leider patzt THE WEIRD KIDZ auf so ziemlich jeder Ebene und es kann kein Lob sein, wenn man zum Nachspann murmelt “wenigstens war er kurz”. Die Animation ist einfach zu rudimentär und schlicht hässlich, erinnert an die kruden Experimente von MTV und Adult Swim vor 20 Jahren, an frühe Flash-Animationen im Netz. Den Animatoren fehlen sichtbar die Mittel,  es besser zu machen – wenn zu viele Frames gebraucht werden, schaltet man auf zeitsparende Computer-Animation um, was einen krassen visuellen Bruch verursacht. Die Charaktere bewegen sich grob wie Marionetten und ihre Gesichter können selten ausdrücken, was die Handlung verlangt. Es wirkt eher wie ein verunglückter Animationstest.

Mit dieser holperigen Technik kann der Film natürlich auch nicht fließend erzählt werden, alle Versuche von Spannung oder Action scheitern schon im Ansatz. Die Musik ist – bis auf Wyatts “Rockballade” – nur knarzender Hintergrund und bei den Dialogen werden auch keine Bäume ausgerissen. Das “voice acting” fast aller Beteiligten ist zudem auffällig lustlos.

Ich verstehe nicht mal den Titel – es sind wahrlich nicht die Kids, die “weird” sind.

Es tut mir leid, dass ich einen Film verreissen muss, der so augenscheinlich ein Herzensprojekt darstellt (Passero und Frau haben wohl acht Jahre daran gearbeitet), aber Kino muss sich nicht am Anspruch, sondern am Ergebnis beurteilen lassen. Nicht der Weg ist das Ziel, das Ziel ist das Ziel. Und das wird hier meilenweit verfehlt.

Fazit: Eine nette, wenn auch nicht neue B-Monster-Mär, die auf breiter Front daran scheitert, dass sie technisch nicht die Möglichkeiten hat, auch ordentlich erzählt zu werden. So etwas gehört nicht auf die Kino-Leinwand. 3 von 10 Punkten.

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Revilo
Revilo
29. April, 2024 13:05

Nach dem Review und dem Trailer hätte ich maximal 1/10 erwartet.

Thies
Thies
30. April, 2024 13:53

Ich bin eine Stunde früher von der Arbeit abgehauen um abgehetzt noch gerade rechtzeitig in den Sessel zu sinken. Hätte ich gewusst was mich erwartet hätte ich auf den Stress verzichtet, meine Schicht zu Ende gemacht, kurz geduscht und vielleicht noch etwas nahrhaftes gegessen um dann erfrischt beim zweiten Film anzukommen. Das hier war die Mühe nicht wert – weder meine noch die der Macher.