15
Aug 2022

Doppelt gemoppelt: Filmduelle

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich weiß selber nicht, wie ich auf solche Themen komme. Meistens passiert es auf einer längeren Fahrt mit dem Wagen oder dem Motorroller, wenn mein Gehirn Leerlauf hat und in beliebige Richtungen funkt.

Es geht heute um verdächtig gleiche Filme, die zum fast gleichen Zeitpunkt veröffentlicht werden und oft genug in direkter Konkurrenz zueinander stehen. Damit meine ich nicht einmal so generische Ähnlichkeiten wie “Superhelden-Filme” oder “Katastrophenfilme”, sondern sehr spezifische Parallelen.

Das hier sind alles Fälle, die ich aus meinem Gedächtnis kramen konnte. Es gibt sicher einen Haufen mehr, aber “I can’t be bothered”, wie man so schön sagt.


Raid on Entebbe / Victory at Entebbe / Operation Thunderbolt

1976 haben palästinensische Terroristen ein Flugzeug nach Uganda entführt, um die Freilassung ihrer Mitstreiter zu erzwingen. Im Rahmen einer komplexen Operation stürmten israelische Militärs die Maschine und befreiten den größten Teil der Passagier lebend. Der einzige getötete israelische Soldat war der Bruder von Benjamin Netanjahu.

Die so genannte “Operation Thunderbolt” galt als spektakulärer Erfolg und boostete Israels Selbstbewusstsein. Da ist es kein Wunder, dass binnen der nächsten anderthalb Jahre gleich drei action-orientierte Filme zum Thema veröffentlicht wurden.

RAID ON ENTEBBE von DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK und SAG NIEMALS NIE-Regisseur Irvin Kershner konnte mit einem massiven “all star cast” aufwarten: Charles Bronson, Peter Finch, Horst Buchholz, John Saxon, Martin Balsam, Yaphet Kotto, Eddie Constantine, James Woods u.a.

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VICTORY AT ENTEBBE von TV-Eventregisseur Marvin J. Chomsky setzt noch einen drauf – so eine Besetzungliste bekam man in den 70ern eigentlich nur bei den Katastrophenfilmen von Irwin Allen geboten: Linda Blair, Kirk Douglas, Richards Dreyfuss, Anthony Hopkins, Burt Lancaster und Elizabeth Taylor!

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Dagegen konnte OPERATION THUNDERBOLT vom späteren Cannon-Chef Menahem Golan nur abstinken, denn man konzentrierte sich auf eine authentischere israelische Besetzung. Einziger “name cast”: Sybil Danning und Klaus Kinski als “Wilfried Böse”. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Der hieß so.

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Golan sollte die Scharte ein paar Jahre später beim ähnlich gelagerten DELTA FORCE auswetzen – da konnte er sich mehr Aufwand und mehr Stars leisten.


Wildgänse 2 / Geheimcode Wildgänse

Die 70er waren auch ein Jahrzehnt der Neo-Kriegsfilme, die militärische Aktionen mit Geheimdienst-Projekten und ein wenig James Bond zusammen rührten. Im Jahr nach den Entebbe-Filmen war DIE WILDGÄNSE KOMMEN ein großer Erfolg, was sicher auch wieder mit dem Cast zu tun hatte: Roger Moore, Richard Burton, Richard Harris, Hardy Krüger, Stewart Granger, usw.

In den 80ern kam es zu einem “Kampf der Fortsetzungen”. Produzent Euan Lloyd sah sich im Recht, WILDGÄNSE 2 auf den Markt zu bringen:

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Sein Partner Erwin C. Dietrich fühlte sich nicht minder im Recht, es mit GEHEIMCODE WILDGÄNSE ebenfalls zu versuchen:

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Kassensturz: GEHEIMCODE WILDGÄNSE begeisterte 1984 in den deutschen Kinos 785.138 Besucher, WILDGÄNSE 2 kam gut ein Jahr später auf 136.577.


Annas Mutter / Der Fall Bachmeier

Der Fall Marianne Bachmeier löste 1981 bis 1983 bundesweite Diskussionen aus. Bachmeier hatte im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschossen. Es gab viel Solidarität und “hätte ich auch gemacht!”, aber es wurde oft vergessen, dass unser System mit Selbst- und Lynchjustiz nicht funktionieren kann, selbst in extremen Ausnahmefällen. Hinzu kam, dass Marianne Bachmeier kaum als Vorbild taugte: eine verantwortungslos durchs Leben taumelnde Frau, die sich als unfähig erwiesen hatte, ihren Kindern auch nur ein minimal stabiles Umfeld zu bieten. Hier eine gute Zusammenfassung.

Aber gerade weil der Fall so kontrovers war, bot er sich natürlich nach der Urteilsverkündung zur medialen Ausschlachtung an (an der sich Marianne Bachmeier fleißig beteiligte). Burkhard Driest verfilmte das Drama fiktionalisiert unter dem Titel ANNAS MUTTER mit Gudrun Landgrebe als “Marianne Grünwald”.

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte damals: “Eine spekulative Schnellproduktion, die sich nicht allzuweit vom Illustrierten-Niveau entfernt.”

In Hark Bohms Film DER FALL BACHMEIER spielt Marie Colbin die Hauptrolle als “Marie Sellbach”.

Wieder das Lexikon des Internationalen Films: “Der Film will um Verständnis werben für die Ausweglosigkeit der Tat, bringt sich dabei aber um Widersprüche und Zwischentöne und um die Problematisierung von Schuld und Sühne, Verletzung und Verzweiflung. Formal konventionell dokumentarspielhaft.”

Kassensturz: Wenn mich meine Recherchen nicht täuschen, konnte keiner der beiden Filme trotz der medialen Aufmerksamkeit auch nur die Top 100 an den deutschen Kinokassen knacken. Seltsam…


Manta Manta / Manta – Der Film

Zum nächsten rein deutschen Filmduell kam es 1991. Selbst Filmfans, die damals noch zu jung für den Kinobesuch waren, kennen den hier:

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Es war dieser Film vom GIB GAS ICH WILL SPASS-Regisseur Büld, der Til Schweiger zum Star machte. Tina Ruland half mit Playboy-Fotos aus und Michael Kessler war als Sidekick klasse. Eine Fortsetzung ist in Arbeit.

Tatsächlich gab es einen zweiten Streifen, der aus den damals populären Manta-Witzen eine Komödie drechseln wollte. MANTA – DER FILM kam einen Monat vor MANTA MANTA in die Kinos, hatte bessere Kritiken, aber einen schwächeren Cast:

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Kassensturz: MANTA MANTA ging mit 1.028.876 Zuschauern als Sieger über die Ziellinie, aber MANTA – DER FILM war mit 891.891 kaum weniger erfolgreich. Allerdings ist er heute praktisch vergessen.

Ich erwähne das nur der Vollständigkeit halber – es gab einen dritten Manta-“Film”. Des Chronisten Pflicht ist euer Schweinkram. Wendet euch ab!

 


The Forbidden Dance / Lambada

Der ganze Lambada-Quatsch fiel genau in meine Tanzschulzeit – und das war damals schon nix für meine Hüften. Ich war vieles mit 20 – aber nicht sexy.

Angesichts des Erfolges von FLASHDANCE und DIRTY DANCING wollten sich die Filmproduzenten der Welt vom Dollarkuchen des One Hit Wonders “Lambada” eine Scheibe abschneiden. 1990 erschienen so gleich zwei Filme zum Thema.

LAMBADA – DER VERBOTENE TANZ von Genre-Trashfilmer Greydon Clark ist dabei besser, weil erheblich schlechter:

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Den Text des Lexikons des Internationalen Films sollte man sich (fast) zur Gänze geben: “Von einer profitgierigen Gesellschaft aus dem Amazonas-Delta vertrieben, kommt eine Eingeborenen-Prinzessin samt Medizinmann nach Los Angeles, um den Boss der Firma zur Vernunft zu bringen. Aus Mangel an Bargeld muß sie sich als Dienstmädchen verdingen und ihre Lambada-Tanzkünste in einem Animier-Schuppen vergeuden, bevor sie ein blonder Prinz befreit, man einen Tanzwettbewerb gewinnt und den Waldmörder im Fernsehen anprangern kann. Disco rettet den Regenwald – so dumm kann Kino sein.”

Nichtsdestotrotz gönnte die CINEMA dem Film einen großen Vorbericht und einen Fotoroman zum Kinostart:

LAMBADA – SET THE NIGHT ON FIRE ist deutlich gewöhnlicher und unterscheidet sich keinen Deut von hundert anderen Teenager-Musikromanzen der Ära:

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Wie es bei Trendfilmen üblich ist, gab es damals auch Trittbrettfahrer: Die alberne Komödie FAST FOOD wurde mit einem neuen Soundtrack und dem Titel LIMBA LIMBA LAMBADA ins Rennen geschickt und aus Italien ging LAMBADA – HEISS UND GEFÄHRLICH  bei uns “direct to video”.

Kassensturz: Zu meiner Überraschung konnte ich zu keinem der beiden Lambada-Filme irgendwelche nennenswerten Besucherzahlen recherchieren.


Robin Hood – Prince of Thieves / Robin Hood

Bei allgemeinen Trends wie dem Lambada haben es Produzenten leicht, weil es keine Lizenz gibt, die man erwerben muss. Gleiches gilt für historische Stoffe, die schon längst Allgemeingut sind. Deshalb sehen wir ja alle paar Jahre eine Neuverfilmung von Sherlock Holmes, König Artus, Hercules, etc.

1991 machten sich mal wieder zwei Robin Hoods den Sherwood Forest streitig – was ein Zufall gewesen sein kann oder nicht. Relativ klar war von vorne herein, dass der Blockbuster mit Kevin Costner abräumen würde:

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Die deutlich bescheidenere internationale Ko-Produktion mit Patrick Bergin in der Hauptrolle ging daneben unter, auch wenn Kritiker ihr eine größere historische Authentizität bescheinigten. Seht! Eine junge Uma Thurman!

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Kassensturz: Costners Film spielte monströse 400 Millionen Dollar weltweit ein, während der Konkurrent in vielen Märkten nur “direct to video” lief.


Amy Fisher: Long Island Lolita

Wieder eine Skandalgeschichte, die mit Genuss ausgeschlachtet wurde. Amy Fisher war eine 16jährige Lolita von Long Island, die was mit einem doppelt so alten Automechaniker anfing und dann 1992 seine Frau in den Kopf schoss. Gerade die prüden amerikanischen Medien überschlugen sich mit saftigen Details und es wurde allenthalben diskutiert, wer hier Opfer und wer Täter war.

Und so liefen 1992 und 1993 gleich DREI TV-Filme auf allen drei großen TV-Networks zum Thema, die die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählten. Neben der unbekannten Noelle Parker spielten Drew Barrymore (!) und Alyssa Milano (!) die Rolle der Amy Fisher.

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Kassensturz: Ist hier nicht möglich, aber es könnte euch interessieren, dass die echte Amy Fisher nach ihrer Zeit im Knast erst Nacktfotos veröffentlichte und dann in Pornos mitspielte, um ihren “Ruhm” angemessen auszuschlachten.


1492: Conquest of Paradise / Columbus – The Discovery

Auch in diesem Fall ist die Konkurrenz kein Zufall – Filme zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas konnte man schließlich seit der Erfindung des Zelluloids vorplanen. Ein Zeitlang sah es so aus, als würden drei aufwändige Produktionen gegeneinander antreten, aber am Ende blieben nur zwei übrig. Der Platzhirsch war dabei ganz klar 1492: CONQUEST OF PARADISE mit Gerard Depardieu.

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Wenn nicht viel sonst, verdanken wir diesem Film doch einen echten Klassiker:

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In stürmischer See völlig abgesoffen und heute praktisch vergessen:

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Kassensturz: Hier wird’s interessant. Nicht nur waren beide Columbus-Filme kapitale Flops, 1492: CONQUEST OF PARADISE musste sich auf dem US-Markt mit 7,2 Millionen Dollar sogar dem Konkurrenten mit seinen 8,2 Millionen Dollar geschlagen geben. Für den internationalen Markt sind Zahlen schwer zu bekommen. 1492 hatte in Deutschland immerhin 816.987 Besucher.


Dante’s Peak / Volcano

Es kommt immer wieder mal vor, dass die Auguren der Branche falsch liegen. So hatte man im Fall von DANTE’S PEAK vs. VOLCANO darauf gesetzt, dass der urbanere VOLCANO die Oberhand behalten würde. Er hatte auch die geile Tagline “The Coast is Toast”.

DANTE’S PEAK startete zudem im eher ungünstigen Februar:

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VOLCANO sollte im April die Blockbuster-Saison einläuten:

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Kassensturz: Überraschend konnte DANTE’S PEAK 178 Millionen Dollar einspielen, während VOLCANO mit 122 Millionen hinter den Erwartungen blieb. In Deutschland war das Duell noch klarer: DANTE’S PEAK zog 1,4 Millionen Zuschauer in die Kinos, VOLCANO nur 530.000.

Ich selber bevorzuge DANTE’S PEAK – ihr auch?


Deep Impact / Armageddon

Ein Jahr nach DANTE’S PEAK und VOLCANO kam es zu einer weiteren thematischen Dopplung bei den großen Blockbuster-Hoffnungen. Diesmal rasten Kometen in zerstörerischer Absicht auf die Erde zu.

DEEP IMPACT ist sicher der konventionellere Film – eine Tatsache, die DANTE’S PEAK zum Sieg verholfen hatte.

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ARMAGEDDON hingegen ist ein typischer Michael Bay-Effektporno, hirnlos, aber dafür mit Bruce Willis, Ben Affleck und einem Song von Aerosmith.

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Kassensturz: ARMAGEDDON blieb klarer Sieg, aber schämen muss sich keiner der Filme: der früher gestartete DEEP IMPACT holte 350 Millionen weltweit, ARMAGEDDON gut einen Monat später 550 Millionen. Keine Verlierer.


13th Floor / eXistenZ / Matrix

1999 war für das heute gewählte Thema ein sehr spannendes Jahr. Nach einem Jahrzehnt aus Cyberspace-Träumen und Virtual Reality-Schnickschnack setzte sich in Hollywood die Erkenntnis durch, dass Computer nicht bloß pixelige Regenbogenwelten erschaffen können, sondern gänzlich neue, für uns kaum erkennbare Realitäten – weg von der Hardware, hin zu den psychologischen Auswirkungen der Erkenntnis, dass vielleicht nichts, was wir erleben, wirklich existiert.

Gleich drei Filme nahmen sich dieser Problematik an – MATRIX von den Wachowskis, das WELT AM DRAHT-Remake 13TH FLOOR von Josef Rusnak, und eXistenZ von David Cronenberg.

Dass 13TH FLOOR es mit seinem überschaubaren Budget und dem deutschen Regisseur schwer haben würde, überraschte niemand:

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eXistenZ hatte zumindest mit Jude Law einen “rising star” zu bieten und die Rückkehr Cronenbergs ins “neue Fleisch”:

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MATRIX war das große Fragezeichen mit seinem Blockbuster-Budget und der komplexen Mythologie – konnte das funktionieren?

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Kassensturz: Wir wissen alle, wie es endete: MATRIX definierte den futuristischen Actionfilm für eine ganze Generation neu und spielte 500 Millionen Dollar ein. Es gibt mittlerweile drei Fortsetzungen und Animes zu der Franchise. 13TH FLOOR musste sich mit mageren 18 Millionen bedienen und war ein herber Rückschlag für Produzent Roland Emmerich, der eine eigene Produktionsfirma für preisgünstigere Genre-Beiträge und junge Talente aufbauen wollte. eXistenZ soff an den Kinokassen total ab und die wenigen verfügbaren Informationen lassen auf ein Einspielergebnis unter 10 Millionen schließen. Autsch!


Red Planet / Mission to Mars

So langsam biegen wir in die Zielgerade ein: 2000 war das Jahr der Mars-Filme – weltweit hatte man verstärktes Interesse am roten Planeten und diverse Sonden und Satelliten waren geplant. Da wollte Hollywood nicht hintenan stehen.

RED PLANET habe ich seinerzeit tatsächlich mit meinem Kumpel Marc im Kino in Manhattan gesehen – wir waren eher unterwältigt, war der Film doch weder nennenswert spannend noch in Sachen CGI wirklich überzeugend:

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MISSION TO MARS habe ich bis heute nicht gesehen – nach RED PLANET hat er mich einfach nicht genug geschert, auch mit Brian De Palma auf dem Regiestuhl.

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Kassensturz: Überraschung: BEIDE Filme konnten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. MISSION TO MARS, immerhin von Disney, brachte bei 100 Millionen Dollar Budget gerade mal 110 Millionen Dollar nach Hause – zu wenig. RED PLANET erging es noch schlimmer – mit 33 Millionen Dollar bei einem Budget von 80 Millionen kann niemand zufrieden gewesen sein.


Hercules / The Legend of Hercules

Auch hier könnte ich ein Triple vermelden, aber wenn ich die Mockbuster von Asylum einrechne, dann gibt es in jeder Kino-Saison ein halbes Dutzend Doppel.

Beide Hercules-Filme wurden ausführlich von mir besprochen. Der Blockbuster konnte mit The Rock den “star of the hour” aufbieten:

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THE LEGEND OF HERCULES hatte immerhin Renny Harlin als Regisseur:

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Kassensturz: LEGEND OF HERCULES halt weltweit 61 Millionen Dollar eingespielt, HERCULES bei deutlich höheren Kosten 244 Millionen. Auch hier gilt wie bei den Mars-Filmen – die Produktionsfirmen hatten sich sicher mehr erhofft.


Ich gestehe, dass ich bei dieser Liste ein paar sehr offensichtliche Dopplungen ausgelassen habe, weil mir das zu viel wurde – ANTZ vs. BUG’S LIFE hätte man ebenso besprechen können wie WHITE HOUSE DOWN vs. OLYMPUS HAS FALLEN. Aber ich kann ja nicht alles machen.

Ich habe übrigens erst bei der Recherche zu diesem Beitrag gelernt, dass es für diese Sorte Dopplungen den Begriff “Twin Films” und einen eigenen Wikipedia-Eintrag gibt. Da könnt ihr noch ein paar andere Bespiele nachlesen.

Irgendwelche Dopplungen, die euch fehlen? Hab ich was vergessen?



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Dirk
15. August, 2022 13:03

Mindestens zwei Dopplungen fallen mir direkt ein, einmal White House Down und Olympus Has Fallen, die beide einen Angriff auf das Weiße Haus als Thema haben und 2013 rauskamen. Welcher davon erfolgreicher war, weiß ich natürlich nicht, ich fand White House Down als Film besser, aber Olympus Has Fallen hat es zu einigen Fortsetzungen gebracht.
Dann gab es 2011 das Doppel aus Friends with Benefits und No Strings Attached, die beide das Thema Freundschaft + zum Thema hatten als RomCom und natürlich vollkommen vorhersehrbar in einer Liebe zwischen den Protagonisten endeten (einmal Natalie Portman und Ashton Kutcher, einmal Mila Kunis und Justin Timberlake).

Dirk
15. August, 2022 13:59
Reply to  Torsten Dewi

Ach, da am Ende erwähnt, ich hab nur die ausführlichen Erwähnungen beachteht. 🙂

MinkyMietze
MinkyMietze
15. August, 2022 14:24
Reply to  Torsten Dewi

“Du Napfel” das kannte ich ja noch gar nicht ;-))

Vineyard
Vineyard
15. August, 2022 13:11

Mission to Mars war ganz ok. Es war halt De Palmas Versuch eine Art 2001 zu machen, wenn auch nicht lange so gut.

Imo. war es besser als Red Planet, ein Film der einfach nur dumm war….

Sebastian
15. August, 2022 13:28

Beim Durchschauen der Wikiseite sehe ich, dass sich international manchmal auch ganz andere Twins finden können. Dort wird 94/95 das Ferkel-Duell Gordy (nie gehört) und Babe gelistet. In Deutschland warben Babe und Rennschwein Rudi Rüssel um die Gunst der Kinder.

Vineyard
Vineyard
15. August, 2022 13:41
Reply to  Sebastian

Gordy kenne ich nur von einem alten Nostalgia Critic Video.

Malzbiertrinker
Malzbiertrinker
16. August, 2022 12:28
Reply to  Sebastian

Ich glaube, besser kann man das, was Deutsche für Humor halten, kaum auf den Punkt bringen: “Rennschwein Rudi Rüssel”.

jo964
jo964
15. August, 2022 13:59

Point Break/Fast and the Furious 😉
https://images.app.goo.gl/AwNkS9mJHFcywXsd7

Volker
Volker
15. August, 2022 14:17

In der Wikipedialiste ist es zwar, aber hier fehlt mir trotzdem der doppelte James Bond mit Sag niemals nie

Sven
Sven
15. August, 2022 18:26

Mir kommt da direkt das Duell der Zauberkünstler in den Sinn: “The Prestige” von Christopher Nolan gegen “The Illusionist”.

Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
15. August, 2022 19:32

»GEHEIMCODE WILDGÄNSE begeisterte 1984 in den deutschen Kinos 785.138 Besucher«

… und wieviele waren nicht begeistert?

Torsten Kemper
Torsten Kemper
15. August, 2022 20:30

Bei den Kolumbus-Filmen könnte man auch noch Carry On Columbus erwähnen. Immerhin auch 1992 erschienen, wenn auch sicher nicht in der gleichen Kategorie wie die anderen beiden und nicht mal als Abschluss der Carry On Reihe (die zweifellos genug Tiefpunkte hatte) würdig.

Andreas
Andreas
15. August, 2022 21:09

2010 Knight and Day (Cruise und Diaz) und Kiss & Kill (Kutcher und Heigl) ist auf Wikipedia nicht dabei. Lieg ich falsch das die in Konkurrenz standen? Finde sie Thematisch sehr ähnlich.

Matts
Matts
15. August, 2022 22:13

In einem Podcast, den ich vor einiger Zeit gehört habe, wurde solche Filme als “Stiefzwillinge” betitelt.

Trantor
Trantor
15. August, 2022 22:35
Reply to  Matts

Der legendäre Game One/Rocketbeans Plauschangriff! 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Trantor
Solus
Solus
16. August, 2022 04:06

Passt nicht direkt rein, aber dass 2019 mit “Als Hitler das rosa Kaninchen stahl” und “Jojo Rabbit” gleich zwei Filme erschienen, die irgendwas mit Hitler und Kaninchen (im Titel) zu tun hatten, war schon ein ulkiger Zufall.

Marko
16. August, 2022 10:57

Eine richtige Doppelung fällt mir nicht ein, aber ich fand den kleinen Unterwasserfilm-Trend Ende der 80er interessant. Neben dem großen “Abyss” von Cameron gab es auch kleinere Filme wie “Leviathan” (sensationell besetzt mit allem, was damals im Actionkino einen Namen hatte und als Genrefilm heute trotzdem viel zu unbekannt) oder “Deep Star Six – Das Grauen in der Tiefe”, alle von 89 und alle beschäftigten sich mit den Gefahren und Unheimlichkeiten aus den Meerestiefen. Ich war damals fleißiger Kinogänger und überrascht, als plötzlich mehrere Filme unabhängig voneinander unter Wasser spielten. Wie gesagt, keine eigentliche Doppelung, aber thematisch doch schon auffällig.

Jake
Jake
17. August, 2022 09:16
Reply to  Marko

An LEVIATHAN und DEEP STAR SIX habe ich beim Lesen des Artikels auch denken müssen. Die passen auch definitiv in die Liste mit rein. ABYSS würde ich außen vor lassen, da sich die beiden vorgenannten Kandidaten inhaltlich stärker gleichen (in ABYSS gibt es z.B. kein Monster als Antagonisten). Bezüglich des “Unterwasserfilm-Trends” Ende der 80er fällt mir noch IM RAUSCH DER TIEFE von 1988 ein, auch wenn der thematisch natürlich eine komplett andere Schiene fährt.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
16. August, 2022 10:58

Uff, mit „Legend of Hercules“ hat sich Renny Harlin keinen Gefallen getan. Der Rock-Streifen war zwar auch eher Sonntagsnachmittagsunterhaltung, aber von Harlin hätte ich echt mehr erwartet…

Ich frag mich ja immer ein wenig, wie das (gerade in Hollywood) zustande kommt: Sitzen die Autoren und Produzenten in der gemeinsamen Kantine und „inspirieren“ sich gegenseitig oder kommt vom Studioboss die Ansage, einen zur Konkurrenz mehr oder weniger identischen Film zu bringen…?!

Michael B.
Michael B.
16. August, 2022 11:48

Die Sache hat mich ziemlich beschäftgt und ich habe noch zwei gefunden, die ich noch nirgends gesehen habe.
Das verzögerte Duell: “Cold Skin” und “The Lighthouse”: Zwei Leuchtturmwärter, einer alt, der andere jung und neu. Der Wahnsinn und der Schrecken ist nicht weit. Während Cold Skin die Verfilmung eines Horror-Romans ist, in dem es auch um die Konfrontation mit Fischmenschen geht, ist der Horror von Lighthouse eher psychologisch auch wenn es dort laut Wikipedia die Rolle einer Meerjungfrau gibt. Verzögert weil ersterer 2017 und zweiter erst 1019 in die Kinos kam. Ein Vergleich ist sicher lohnend
Das verhinderte Duell. Die beiden deutschen Horrorfilme inspiriert vom Kannibalen von Rothenburg. Beide indiziert und niemals im Kino zu sehen gewesen, so weit ich den Artikel verstanden habe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Meiwes

Stephan
Stephan
16. August, 2022 14:11

Wie konntest Du Post Impact und The Day After Tomorrow vergessen? 😉

Thomas Bunzenthal
Thomas Bunzenthal
16. August, 2022 20:19

Vielleicht am Thema vorbei, aber mir fiel zuerst das Attentat auf Malcolm X in “Ali” und in “Malcolm X” ein.

Zeddi
Zeddi
16. August, 2022 21:02

Bin die verlinkte Wiki-Liste noch mal durchgegangen und mir ist da ein Pärchen aufgefallen das tatsächlich gelegentlich zu verwechslungen bei mir geführt hat da sich die beiden wirklich sehr ähnlich waren:

“Megamind” auf der einen Seite und “Despicable Me”

Wobei ich glaub ich “Megamind” von der Story und den Charakteren lieber mochte aber … Despicable Me hatte Minions

Fürs Archiv
Megamind: Worldwide total of $321.9 million
Despicable Me: Worldwide total of $543.2 million

jimmy1138
jimmy1138
17. August, 2022 08:31

Ein Doppel, das am Ende nix wurde: Alexander der Große – da plante Baz Luhrmann seine eigene Adaption mit di Caprio und Mel Gibson. Am Ende kam aber nur der Oliver Stone Film ins Kino – und der war nicht wirklich der Knaller…

S-Man
S-Man
17. August, 2022 11:50

“7,191,399 Millionen Dollar” wären doch eher kein Flop 😉

S-Man
S-Man
17. August, 2022 12:10
Reply to  Torsten Dewi

Öhhhh…. nee. Warum dann das zweite Komma und warum in der gleichen Zeile “8,251,071 Dollar”

S-Man
S-Man
17. August, 2022 12:16
Reply to  Torsten Dewi

Wir alle lieben unseren Faktenführer 🙂

Marcell
Marcell
17. August, 2022 13:57

Mir fallen noch „Richie Rich“ und „Mac Millionär“ ein. Zwar unterschiedliche Ansätze und Handlungen, aber es geht in beiden Filmen um ein Kind mit viel Geld.

Dann fand ich in meiner Jugend seltsam, zwei wirklich ähnliche Filme zu sehen: „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ und „Scott & Huutsch“. Die Handlungen sind sogar ziemlich ähnlich, ich mochte aber den Schäferhund lieber als die sabbernde Dogge.

„Drop Zone“ und „Tödliche Geschwindigkeit“ ähneln sich wegen des Fallschirmspringens auch.

trackback

[…] Aber der große Reiz der Begriffe “cyber” und “virtual reality” war verflogen. Ende der 90er kam es zu einem letzten Duell der Cyberspace-Filme mit EXISTENZ, 13TH FLOOR und MATRIX. Aber darüber habe ich ja neulich erst geschrieben. […]