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Originaltext von Mai 2014:

Fragt man die kommerziellen Anbieter, ist der Geburtsfehler des Internet die als selbstverständlich angesehene "Kostenloskultur". Falsch, sagt unser Autor: Die Kunden würden ja gern bezahlen – aber sie können es nicht. Es wurde ihnen 20 Jahre lang abtrainiert. Ein kleiner Essay über eine Welt, in der einen die Verkäufer daran hindern, ihnen etwas abzukaufen.

Freie Fahrt für freie Bürger!

Stellen Sie sich mal vor, Sie ziehen in eine neue Stadt. Hier stehen überall Taxis und Busse, die sie zu den tollsten Sehenswürdigkeiten fahren. Sie fragen nach dem Fahrpreis, aber man winkt freundlich lächelnd ab: „Alles… [weiterlesen]

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Originaltext Mai 2014:

Immer genauer wird die Welt kartographiert: Google Maps geht bis an die Haustür, Project Tango möchte sogar eintreten. Die Bilder werden feiner, die weißen Stellen auf den Karten verschwinden zusehends. Kommt irgendwann die virtuelle Echtzeit-Erfassung – und kann jemand das ernsthaft wollen?

Vom Schulatlas zu Streetview

In den 90er Jahren begann das Siechtum des klassischen Schulatlas – auf 12 CDs konnte man damals erstmals Satellitendaten kaufen, die eine präzisere Ansicht der Welt anhand von tatsächlichen Bildern aus dem All ermöglichten. Google Maps war der nächste logische Schritt. Dem digitalen Globus ist es egal, ob er einen… [weiterlesen]

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Originaltext Juni 2013:

Printprodukte und das Internet – eine Hassliebe voller halbgarer Allianzen, die von vielen als Übergangsphase gesehen wird, bis die elektronischen Medien endgültig über die „toten Bäume“ triumphieren. Aber manche Online-Junkies spüren den Reiz des Gedruckten und suchen vereinzelt den Weg zurück zu Heftklammer und DIN a4-Format.

Es ist eine Einbahnstraße, deren Fahrtrichtung von ökonomischen Zwängen bestimmt wird: Zeitschriften, deren Produktion sich nicht mehr lohnt, wandern ins Netz. Das wird oftmals als „neuer Weg“ beschrieben, ist aber selten mehr als das Wachkoma vor dem Exitus, wie das anhaltende Drama um das ehrwürdige Nachrichtenmagazin „Newsweek“ beweist. Das Netz… [weiterlesen]

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DISCLAIMER: Ein Kuriosum – 2013 habe ich bis zur Einstellung des Formats viele kleinere Beiträge für das ZDF-Blog HYPERLAND geschrieben. Weil die Inhalte leider vom ZDF einfach offline genommen wurden, entschloss ich mich 2017, die Texte in ihrer ungekürzten Originalfassung nochmal hier zu publizieren. Warum ich damit bei Text 15 aufgehört habe, erschließt sich mir nicht mehr – vermutlich brauchte ich irgendwann eine Pause und habe es dann versäumt, die Reihe wieder aufzunehmen. Heute Nacht sind mir die Entwürfe dafür in meinem Blog-Backend eher zufällig wieder begegnet.

Ab heute deshalb: eine 2025-Retrospektive meiner 2017er-Betrachtungen zu meinen 2013er-Texten. Nur… [weiterlesen]

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Originaltext Januar 2014:

Eigentlich sollen User-Kritiken nicht mehr und nicht weniger sein als eine Orientierungshilfe. Doch seit jeher werden sie auch genutzt, um schamlos Eigenwerbung zu betreiben, Konkurrenten zu diskreditieren und persönliche Fehden auszutragen. Jetzt hat die Spaß-Guerilla die Möglichkeiten des Review-Trollings entdeckt – und Amazon ist machtlos.

Generell gilt die Faustregel: Je mehr, desto besser. Eine große Menge an Nutzerkritiken gleicht Fakes und Eigenlob aus, sorgt für ein grob plausibles Stimmungsbarometer. In manchen Fällen fungiert die Usergemeinde auch als Korrektiv: Als ein Ebook namens „Intersection“ mit uncharmant „entliehener“ Cover-Artwork angeboten wurde, fanden sich gleich mehrere Autoren, die den… [weiterlesen]

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Es kommen dieser Tage wieder mehr neue Texte, aber da ich unterwegs bin, kann ich aktuell wenig schreiben. Stay strong.

Originaltext April 2013:

Eine neue Generation von smarten Uhren soll dem simplen Zeitmesser den Garaus machen: künftig steuert die iWatch das Handy, sie verwaltet Termine und liest SMS vor. Doch mit der Aufrüstung am Armband kommen Probleme auf, die von den Herstellern schon bei den Smartphones bisher nicht gelöst werden konnten.

Vom Statussymbol zum Wegwerfartikel

Die wichtigste Zahl in der Geschichte der Digitaluhr hat drei Stellen: 007. Dem britischen Geheimagenten James Bond ist die Popularisierung der zeigerlosen Zeitmessung in… [weiterlesen]

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Originaltext Oktober 2013:

Nirgendwo wird der Mensch so sehr drangsaliert, kontrolliert und reguliert wie beim Versuch, ein Flugzeug zu besteigen. Behörden wie Firmen beteuern das legitime Interesse der Gefahrenvermeidung. Doch exakte Zahlen und Studien gibt es kaum – und es besteht die Aussicht, dass zumindest die unsinnigsten Beschränkungen demnächst schrittweise aufgehoben werden können.

Fertig zum Einsteigen: Spießrutenlauf schon am Gate

Die Sicherheitsschleuse, die in München noch wegen des Hosenknopfes geklingelt und zur Abtastung geladen hat, bleibt beim Rückflug von Hamburg aus still. Der Kontrolleur murmelt auf Nachfrage: „Ist halt überall anders eingestellt“. Die Dose Kartoffelsuppe aus dem Feinkostgeschäft? Darf… [weiterlesen]

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Originaltext Juni 2014:

Die Grundidee ist nicht neu: Fans kultiger Filme und Serien greifen zur Kamera, um eigene Geschichten aus dem geliebten Universum zu drehen. Dank Internet, YouTube und Crowdfunding hat sich die Szene mittlerweile erstaunlich professionalisiert. Die Produzenten der Originale profitieren von der Publicity – und behalten die Kontrolle über ihre Marken.

Blick zu den Sternen – und in die Vergangenheit

Ein Meilenstein: 2016 wird die Star Trek-Franchise 50 Jahre alt. 525 Fernsehepisoden (plus 22 als Zeichentrick), 12 Kinofilme, eine unübersehbare Menge an Romanen, Computerspielen und Comics – mehrere Milliarden Dollar hat Paramount mittlerweile an der Marke verdient…. [weiterlesen]

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Originaltext Oktober 2013:

Privatfernsehen, Internet und Videospiele haben dem klassischen Romanheft vom Kiosk schwer zugesetzt. Die Verlage setzen auf neue Vertriebswege, um Jerry Cotton, Perry Rhodan & Co. einer neuen Lesergeneration nahe zu bringen. Als eBooks machen die Romane ihre Schwächen zu Stärken – und auch die Autoren sehen neue Chancen.

Endstation Altpapiercontainer?

Lange Zeit sah es nicht gut für den Groschenroman aus, der spätestens mit der Umstellung auf den Euro keine Groschen mehr kostet, sondern 1,60 bis 1,80 Euro. Seit den Hochzeiten in den 70er und 80er Jahren sind die Auflagen von üppig fünfstellig auf breiter Front in… [weiterlesen]

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Originaltext April 2013:

Praktisch zeitgleich startet in diesen Tagen in mehreren Ländern eine neue Actionserie, die altbekannte Motive des Westerns in eine ferne Zukunft überträgt. Aus Indianern werden Aliens, aus Pferden Motorräder, und die Stadt St. Louis wird zum futuristischen Fort Alamo. Spannend ist „Defiance“ aber hauptsächlich deshalb, weil die Produzenten parallel zur Serie eine riesige Online-Welt geschaffen haben. TV-Episoden und Game sollen sich gegenseitig befruchten. Ob die Rechnung aufgeht, ist noch völlig offen.

Es ist ein mutiges Konzept, das steht außer Frage. Bisher schuf der Erfolg in einem Medium den Bedarf im anderen. Spiele basierten auf etablierten TV-… [weiterlesen]