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Mrz 2022

Filmverbrechen-Fotostory:
DIE STURZFLIEGER oder: Im Weltraum hört dich keiner gähnen

Themen: Film, TV & Presse, Fotostory, Neues |

Wie toppe ich MR. BOOGIE? Die Antwort kann nur lauten: gar nicht. Wenn man mal auf dem Gipfel war, muss man wieder absteigen. Die ewige Jagd nach Superlativen kann nur ermüden. Und es gibt ja ausreichend Alternativen. Aufwändige Filme, die mit großer Spannung erwartet und von der Presse begleitet wurden, nur um dann relativ geräuschlos unterzugehen. Oft genug gibt es über den ursprünglichen Release hinaus keinen Vertrieb mehr. Es sind die vergessenen Leichen im Keller der deutschen bzw. deutsch finanzierten Filmgeschichte.

Wer erinnert sich WIRKLICH noch an den hier?

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Oder den hier?

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Oder den hier?

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Na, vielleicht noch an den hier:

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Was ist mit dem hier?

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Der hier ist gerade mal 15 Jahre her:

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Übrigens: Nachdem ich KAMPFANSAGE im Kino gesehen hatte, hat der Produzent den Fehler gemacht, mich nach meiner Meinung zu fragen. Ich habe sie ihm ausführlich in einer Email zusammen gefasst – die er prompt an den Autor/Regisseur weiterleitete. Es wurde in der Folge keine schöne Korrespondenz draus. Aber das ist eine andere Geschichte.

So viel Geld verbraten, so viele Hoffnungen zerschlagen. Der Charme dieser Filme ergibt sich aus dem ursprünglichen Anspruch und dem (nicht) Erreichten. Hier ist oft genug massive Hybris am Werk, die Überzeugung “was Hollywood kann, können wir auch!”. Eben nicht. Scheitern nicht als Chance, sondern als Schande.

Und genau so einen wollte ich für meine neue Filmverbrechen-Fotostory finden. Einen, der richtig was bietet, der auf große Eier macht, nur um sich dann hoffnungslos zu verstolpern. Nicht wie MR. BOOGIE von Amateuren mit Amateuren für Amateure. Ein Film mit Potenzial, Stars, Spezialeffekten.

Wer den Titel gelesen hat, der weiß, wo ich fündig geworden bin: Beim STURZFLIEGER, einem sehr teuren Versuch des Kultfilmers Peter F. Bringmann, seine patentierte Sponti-Schnoddrigkeit im wahrsten Sinne des Wortes ins All zu schießen. Theo gegen den Rest der Galaxis, sozusagen.

Schon das Poster lädt ja (wie viele andere aus diesem Lande) zum Fremdschämen ein. Was soll das darstellen? Naujoks guckt doof, George ist viel zu groß einkopiert und zeigt mit dem Finger auf den Zuschauer. Dazu ein paar grafische Elemente und willkürliche Bilder von Raumschiff-Modellen. Kein Kontext. Kein Hinweis auf eine Story. Statt einer ködernden Werbezeile nur willkürliche Attribute wie “abgedreht” und “durchgeknallt”. Das hier soll ein KINOPLAKAT sein, kein Prospekt für eine KFZ-Werkstatt! Hat man mal wieder den Praktikanten dran gelassen?

Wie viele der deutschen Versuche, mal eine Nummer größer zu spielen, hat DIE STURZFLIEGER eine ziemlich holperige Produktionsgeschichte hinter sich. Gedreht wurde der Streifen größtenteils in der Bavaria 1993 und in dem Jahr sollte er auch anlaufen. Bringmann hatte mit Götz George zwei MORLOCK-TV-Filme gedreht und dieser war deshalb vermutlich ausreichend guter Stimmung, sich hier als naiver Replikant zum Deppen zu machen. Mit Ingo Naujoks hatte man einen vielversprechenden Jungstar und mit Anja Kling angemessen “eye candy” an Bord.

Ich mag mich komplett falsch erinnern, aber ich meine damals einen sehr bezeichnenden Ausschnitt einer Pressekonferenz gesehen zu haben, die Götz George schon vor der ersten Frage abbrach, weil er meinte “es sei ja sowieso scheißkalt”. Er sprang vom Boot, bevor es zu sinken begann.

Dem widerspricht allerdings dieses Interview in der CINEMA, in dem sich der Superstar des deutschen Films über die Verschiebung des Films beschwerte:

Tatsächlich dauerte es satte zwei Jahre, bis DIE STURZFLIEGER außerhalb der Saison im Dezember 1995 in die Kinos kam. Zwar orakelte die VideoWoche tapfer

“Mit Götz George ist die Science Fiction-Komödie (…) prominent genug besetzt, um auch Fans abseits der abgesteckten Genregrenzen anzulocken.”

…. aber es sollte nicht sein. Das 1993 generierte Interesse an dem Projekt war längst verpufft und DIE STURZFLIEGER legten eine hämeheischende Bruchlandung mit 90.000 Besuchern hin. Das reichte nicht mal für die Top 100. Zum Vergleich: FARINELLI – DER KASTRAT spielte im gleichen Jahr dreimal so viel Geld ein.

Im Spätsommer 1996 bekam der Film noch eine Auswertung auf Videokassette. Meines Wissens nach gibt es keine DVD und ich weiß auch nichts über eine TV-Ausstrahlung, obwohl der WDR zu den Koproduzenten gehörte. Streaming? Fehlanzeige. Die Beteiligten haben bis heute kein Interesse, an dieses Debakel erinnert zu werden. Den Gefallen kann ich ihnen aber nicht tun, denn ich habe mir die Videokassette zugelegt und von dem geschätzten Kollegen Christian Witte digitalisieren lassen (wegen der Screenshots).

Ich warne vorab: vieles muss ich mir zusammenreimen, denn Informationen zu DIE STURZFLIEGER sind sehr spärlich. So habe ich was von 15 Millionen D-Mark Budget gehört, was ich mir aber nicht ernsthaft vorstellen kann (oder mag). Fest steht nur, dass der Film sehr teuer war und als Prestigeproduktion – wie vorher schon DIE UNENDLICHE GESCHICHTE und DAS BOOT – den Ruhm der Bavaria mehren sollte.

Die Videokassette startet mit drei Trailern, die alle an der Zielgruppe des Films vorbeigehen dürften: DIE GRASHARFE, TWO-BITS & PEPPER, sowie KALLE UND DIE ENGEL. Aber dann: Licht aus, Chips raus, Film an:

VMP. Mir wird warm ums Herz. Ein vertrautes Logo eines immer noch vertrauten Vertriebs, den ich in den 90ern ein paar Mal besucht habe. Gibt es VMP noch? Ich weiß es nicht. Aber die standen für knallige Unterhaltung und waren Dauergast in meinem VHS-Rekorder.

Und das hier – “Kollege Jöschg von der FSK”, wie ich zu sagen pflegte:

Ich bin übrigens etwas überrascht, denn im Kino war der Film angeblich ab 12 und die Empfehlung des Katholischen Filmdienst lautete sogar auf 14. Hinzu kommt, dass einige Datenbanken den Film mit 107 Minuten Laufzeit gespeichert haben, die verfügbare Fassung aber knapp 100 Minuten läuft. Geschnitten wirkt DIE STURZFLIEGER aber nicht.

TA-DAAA!!!!!

… würde man nun denken, denn wir sind hier immerhin bei einem fetten Science Fiction-Film und es donnert nun bestimmt gleich der Soundtrack los.

Leider nein.

Es gehört zu den diversen Fassungslosigkeiten, dass man DIE STURZFLIEGER nicht mit einem größeren symphonischen Soundtrack ausgestattet hat, sondern mit… wait for it… einem mehrfach eingespielten Song von … wait for it… Haddaway.

I shit you not. An diversen Stellen (wie diesem Opener), wo Fanfaren schmettern und Streicher säuseln müssten, hören wir das hier (ab Sekunde 26):

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Eurodance im Weltall. Das kann nicht mal 1993 eine gute Idee gewesen sein. Es bleiben mir nur Vermutungen: man hatte einen Deal und musste den Song promoten. Man wollte am Budget für den “richtigen” Soundtrack sparen. Oder man war bekloppt geworden.

Da habt ihr es weiß auf schwarz:

Zum Disco-Beat rotiert auch etwas Popcorn durchs All – und ich weiß, dass das Meteoriten sein sollen, aber ich sage, was ich sehe.

Generell fällt auf, dass die Credits sehr lieblos aufs Zelluloid gestanzt aussehen wie bei einer billigen Visitenkarte. Wäre ein etwas fetzigerer Font oder gar eine Animation zu viel verlangt gewesen? Es scheint so.

Klar hat Bringmann sich den Film kräftig vorfinanzieren lassen – deutsches Kino muss sein Geld ja nicht an der Kinokasse einspielen. Die Geldbörse des Produzenten klingelt so oder so. Politisch gewollt, künstlerisch eine Katastrophe.

Ha ha, “Titanius”. Weil “Titanic”, verstehste? Voll lustig.

Klar, dass der Frachter dem Schicksal seines Vorbilds nacheifert – von einem Popcorn-Meteoriten getroffen macht es BUMM!

Es ist eine dieser preiswerten Explosionen, bei denen die Macher nicht etwa das Modell gesprengt, sondern lediglich eine Explosion über die Aufnahme gelegt haben. Kann man machen, sieht aber eher scheiße aus.

Es fliegen nun Turnschuhe und Konservendosen durchs All – und das kommt leider sehr armselig hingestoppelt rüber:

Willkommen zu einem der Kernprobleme von DIE STURZFLIEGER: Die Effekte sind über weite Strecken miserabel. Mögen die Modelle okay sein und die Sets auch halbwegs stimmig, so hapert es massiv am “compositing”, der Zusammenführung aller Elemente. So sind z.B. die Trümmer der Titanius viel zu hell ausgeleuchtet und integrieren sich nicht in den schwarzen Hintergrund des Weltalls. Sie wirken wie auf den Film geklebt mit deutlichen Kopierstreifen. 1993 müssen auch bei der Bavaria andere Messlatten gelegt worden sein – so eine Schlamperei kann man allenfalls der Abschlussarbeit eines Filmstudenten durchgehen lassen.

Wir hören nun im Voiceover erstmals Rio Kowalski, der mit seinem umgebauten Shuttle Fracht und einige Passagiere zur Woodward-Station bringen will.

Und es ist dieser Moment, in dem die Chronologie von DIE STURZFLIEGER schon total auseinander bricht. Kowalski spricht nämlich von dem Titanius-Unglück, von dem er nicht nur nichts wissen kann – sondern das noch nicht mal passiert ist, wie wir in ein paar Minuten sehen werden!

Ich habe ja nichts dagegen, wenn man in der Postproduktion eine Erzählerstimme einbaut, um den Zuschauer etwas schneller mit dem Universum des Films vertraut zu machen – aber es sollte halt doch auf irgendeiner Ebene stimmig sein.

Im Shuttle von Kowalski regiert der typische “Schrauber-Look”, den man in den 80ern aus Kostengründen zur Science Fiction erklärte und den der Film mit aller Konsequenz durchzieht. Wahrlich, es sieht aus, als wäre der Bühnenbauer die Wertstoffhöfe und Schrottplätze Münchens abgefahren, um DIE STURZFLIEGER auszustatten. Der Satz wird sich noch mehrfach wiederholen: kann man machen, sieht aber scheiße aus.

Unter den Passagieren befinden sich zwei, die im wahrsten Sinne des Wortes aneinander gekettet sind (durch ein Stahlseil am Handgelenk):

Ich verrat’s mal vorab. Der Typ ist eine Art Polizist namens Garcia, der eine Art Gefangene namens Angie irgendwo hin bringen soll. Sie will ihm natürlich entkommen. Garcia wird im weiteren Verlauf keine nennenswerte Rolle spielen, weshalb es erheblich förderlicher gewesen wäre, Angie nicht als seine Gefangene zu etablieren, sondern als Flüchtige, die sich im Shuttle versteckt hält. Stattdessen sitzen die nebeneinander wie ein altes Ehepaar. Spannung geht anders.

Kommen wir zu Replikant Max, der den Passagieren eine Verpflegung ankündigt.

Ja, das ist Götz George, der hier den stotternden, linkischen Androiden gibt – eine Rolle, für die er offensichtlich erheblich zu groß ist. Er hätte sie an diesem Punkt seiner Karriere auch wahrlich nicht nötig gehabt. Aber vermutlich wollte er endlich mal was anderes als das ewige Alpha-Männchen spielen. Es war die Post-Schimanski-Zeit.

Die Passagiere bekommen einen ekligen grünen Schmier, von dem Max versichert, es sei “Pizza quadro stagioni”.

Stellt euch drauf ein – das ist es, was die Macher komisch finden. Ebenso wie das Magazin “Sex in Space”, das Kowalski offensichtlich schmuggelt und das von Angie entdeckt wird. Haben 90.000 Besucher im Kino über so etwas schallend gelacht?

Ein anderer Passagier weist in seiner einzigen Textzeile ungefragt darauf hin, dass auf Schmuggel die Todesstrafe steht.

Damit sind wir schon beim nächsten Problem: das “world building” des Films ist so miserabel zusammen gestoppelt wie die Effekte. Wir bekommen ständig Krümel und Brocken hingeworfen, die wir um der Story willen hinnehmen sollen, ohne dass sich daraus auf ein kohärentes Bild dieser Zukunft schließen lassen würde. Die Fragen sind mannigfaltig: Wieso fliegt Kowalski im Jahr 2417 noch ein umgebautes Shuttle? Wieso ist es so schwierig, zur Erde zurück zu kommen? Warum gibt es so gut wie keine echten Tiere mehr? Warum ist der Schmuggel von harmlosen Pornoheften mit der Todesstrafe belegt?

DIE STURZFLIEGER wird nichts davon erklären, er wird es nur voraussetzen, weil die Handlung es so verlangt. Aus dem gleichen Grund verkündet Angie nun, sie müsse “Pipi” – und ich hasse es, wenn erwachsene Figuren in Filmen so reden. Für den Besuch der Toilette müsste Garcia natürlich die “Handschellen” lösen:

Angie verspricht, dass es sein Schaden nicht sein wird.

Okay, sprechen wir mal kurz über Anja Kling, die zusammen mit ihrer Schwester Gerit mittlerweile zum Establishment der deutschen TV-Darstellerinnen gehört. Ich war nie ein großer Fan, muss aber gestehen – für die Rolle des “love interest” ist sie perfekt hergerichtet. Sie hat diesen coolen Kurzhaar-80er-Look, der an Stu-Stu-Stu-Studio Line-Werbungen erinnert:

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Darüber hinaus bringt sie nichts ein – weil nichts von ihr verlangt wird. Das Drehbuch ist Bringmann-typisch komplett auf die Männer fixiert, Kling ist die einzige weibliche Figur, die überhaupt Text bekommt. Mehr als die “vom Held angepisst, dann verknallt”-Klischees traut man ihr nicht zu. Sie ist Trophäe und Mannequin, weshalb ich im Verlauf der Fotostory immer mal wieder kontextfrei Bilder einstreuen werde, auf denen sie hübsch dreinschaut oder Dekolleté zeigt.

An diesem Punkt bekommen wir auch noch mal einen besseren Blick auf Rio Kowalskis Shuttle – es sieht bei aller Liebe doch ziemlich nach Revell aus:

Faszinierend, dass die Modelle so ziemlich das Einzige sind, was von DIE STURZFLIEGER Bestand hat – in der kleinen Sphäre der Hobby-Bastler gibt es tatsächlich Leute, die so etwas beeindruckend perfekt nachbauen:

Zurück ins Innere und damit zur Handlung: Natürlich hat Angie die Chance genutzt, aus der Toilette abzuhauen, um… ja, was eigentlich? Flucht ist an Bord des Shuttles ja nicht möglich, Komplizen oder Waffen gibt es auch nicht zu finden. Ähnlich wie beim “world building” ist die einzige Motivation hier, dass Angie halt irgendwie mit Max und Kowalski zusammen gebracht werden muss – egal, wie sinnfrei das ist. Matthias Seelig gilt als alter Drehbuch-Profi, aber wie schon bei PENG DU BIST TOT schreibt er die Figuren und die Events extrem fußlahm.

Angie findet das Cockpit des Shuttles verwaist vor – statt eines Steuerknüppels ragt aus der Konsole ein Chopper-Lenker. Ich bin sicher, dass das die ungebändigte Rebellennatur von Rio Kowalski repräsentieren soll.

Kowalski fällt von irgendwo her von der Decke und scheint schwer traumatisiert. Aber keine Sorge – das Skript wird sich keinerlei Mühe geben, dieses Setup irgendwie weiter zu verfolgen. Wer Kowalski ist, was ihn antreibt, das bleibt unerzählt.

Max, der von Kowalski mehr schlecht als recht aus Schrott zusammen gebaut wurde, hilft seinem Boss auf den Fahrersitz. Auch hier könnte man hoffen, dass der Background der Figur dem Film etwas Gewicht gibt. Max ist ein “Abfallprodukt”, Kowalski so dankbar wie verpflichtet. Er ist – sprechen wir es aus – ein Sklave. Ein etwas intelligenterer Film hätte seine Selbstfindung und Emanzipierung zum Charakterbogen ausgebaut.

Nun kommt ein Notruf rein – auf einem Uralt-Röhrenmonitor, der wieder mal beweist, dass die Macher von DIE STURZFLIEGER alles verwurstet haben, was ihnen in die Finger kam. Eine tatsächlich glaubwürdige und interessante Utopie zu bauen war nie der Plan.

Schnuckel-Sammelbild 01:

Das Shuttle empfängt hier übrigens den Notruf der abstürzenden Titanius – wie gesagt, rein chronologisch macht das überhaupt keinen Sinn.

Kowalski, Max und Angie checken die “Sternenkarten” (Plastikfolien) – Kowalski riecht die große Kohle, denn die geheime Ladung der Titanius ist mit satten 50 Milliarden Dollar versichert. Dollar. Die Fantasie des Autors hat nicht mal für generische “Credits” gereicht.

Ich darf an dieser Stelle übrigens mal die Frage in den Raum werfen, woher Kowalski weiß, dass die Ladung der Titanius mit 50 Milliarden Dollar versichert ist. Und wieso er glaubt, ihm stünde die Kohle zu, wenn er das Wrack findet. Tatsächlich bedeutet es ja nur, dass die Versicherung der Betreiberfirma der Titanius diese Summe als Schadenersatz auszahlen muss. Ein eventueller Finderlohn für die Ladung ist etwas ganz anderes und an dieser Stelle ja noch gar nicht ausgelobt.

Die Schalter und Paneele in DIE STURZFLIEGER sind allesamt englisch beschriftet, obwohl der Film auf deutsch gedreht wurde. Für welchen Markt das Sinn machen sollte, erschließt sich mir so wenig wie vieles anderes. Ist Englisch utopischer?

Schnuckel-Sammelbild 02:

Ein Running Gag wird etabliert – wann immer irgendeine Maschine nicht richtig arbeitet, kann Kowalski sie mit einem Zahnstocher zur Räson bringen. Das Problem: es ist nie nachvollziehbar und wird letztlich nichts zur Story beitragen.

Kowalski ist Feuer und Flamme und erwähnt nebenbei auch das Tannhäuser Tor – und damit ist die Katze aus dem Sack: DIE STURZFLIEGER ist letztlich eine Komödie, die sich für ihre futuristischen Elemente so kackfrech wie hilflos bei BLADE RUNNER bedient. Es gibt Replikanten für praktische alle härteren und niederen Arbeiten, aber keine Tiere mehr, die Erde ist “off limits” für künstliche Lebensformen, etc. pp. Es gehört schon eine Portion Eier dazu, das nicht mal sonderlich zu verschleiern. Man sagt ja: besser gut geklaut als schlecht selbstgemacht. Im Fall von DIE STURZFLIEGER lässt sich aber hier schon konstatieren: es wird schlecht geklaut.

Dummerweise wird das Shuttle nun von einem Trümmerteil der Titanius getroffen und beschädigt. Bis zur Woodward-Station wird man es nicht schaffen. Und ich sitze da und frage mich: Wenn die von einem Teil der Titanius getroffen wurden, deren Notruf sie gerade empfangen haben, dann sollte der Frachter doch eigentlich in Sichtweite sein, oder?

Max bereitet die Passagiere auf eine Notlandung auf der Katanga-Station vor – und nein, ich weiß auch nicht, warum die Station nach einer Provinz in der Demokratischen Republik Kongo benannt ist.

Der “Polizist” Garcia hätte gerne Angie wieder in seiner Obhut:

Zur Untermauerung seiner Autorität zeigt er eine Waffe, die schon 1993 ein alter Hut war und im  25. Jahrhundert vermutlich Gelächter auslösen würde:

Max schubst ihn eher versehentlich KO, was auch nur der Notwendigkeit dient, Garcia für eine Weile aus der Handlung zu nehmen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Figur keinerlei Funktion erfüllt und deshalb überflüssig ist.

Wie es sich für ihren 0815-Charakter gehört, ist Angie gleichzeitig entgeistert und amüsiert darüber, was für einen Schrotthaufen Kowalski durch das All steuert.

Max presst derweil eine Hydraulik nach oben, deren Funktion und Dringlichkeit nie erklärt wird. Etabliert wird nur (erneut), dass Max sehr stark ist.

Und da kommt die Raumstation Katanga ins Blickfeld – und im Gegensatz zum Drehbuchautor frage ich mich, was bitteschön die “äußere Galaxis” definiert und wie es Raumschiffe hierher schaffen, die wir immer nur gemütlich gondeln sehen. Die Tatsache, dass es sich um eine “Freihandelszone” handelt, führt zudem die Todesstrafe für Schmuggelei ad absurdum.

Ja, das ist eine Werbung für Apple. Und dahinter eine für Casio.

Und da ist noch eine für Coca-Cola.

Die Jungs in der Kontrollstation spielen derweil Mario World auf dem Super Nintendo. Weil das 2417 noch total angesagt sein wird.

Ich bin an dieser Stelle versucht, fast schon wieder den Hut vor den Machern zu ziehen, die ihr kackfreches Product Placement einfach in einem Block in den Film pressen und sich dabei auch keine Mühe machen, das irgendwie zu beschönigen.

Wer zahlt, schafft an, wie der Nachspann bestätigt:

Wie man Nerdblut zum Kochen bringt: Die “Fluglotsen” spielen Mario World mit Competition Pro-Joysticks. Geht ja gar nicht!

Wieder fällt auf, wie miserabel die physischen Modelle und die optischen Tricks harmonieren. Das habe ich in semiprofessionellen Fanfilmen besser gesehen.

Wir kommen damit zu ersten “Actionszene”. Action in dem Sinne, dass das Shuttle in die Raumstation kracht. Mangels Einflussnahme der Protagonisten und fehlender tatsächlicher Gefahr ist das eine durchaus aufwändige, aber auch seltsam hilflose Sequenz:

Ein bisschen Computergrafik…

… ein bisschen Modell- und Matte-Compositing…

… und ein wenig “on set”-Pyrotechnik…

… und schon steht das Shuttle in der Cafeteria der Raumstation:

Wer ein bisschen aufpasst, dem wird auffallen, dass wir nicht tatsächlich sehen, wie das Shuttle durch die Wand kracht – DEN Aufwand wollte man sich nicht machen. Schade, denn schon knapp 20 Jahre vorher konnte man in TRANS AMERIKA EXPRESS, wie so etwas “in gut” aussieht:

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Trotz eines mangels an Haftpflichtversicherung bleibt Kowalski locker und bittet seinen anwesenden Kumpel Luigi, das Shuttle wieder fit zu machen.

Weil der Film es nicht tut, stelle ich die relevanten Fragen – woher soll Luigi wissen, was die Reparatur kostet? Muss Kowalski nicht auch für die massiven Schäden an der Raumstation aufkommen? Gibt es keine strafrechtlichen Konsequenzen? Wird das Shuttle für so etwas in eine Werkstatt geschleppt?

Es gibt aber zugegeben einen Grund, warum all dies nicht thematisiert werden muss – das Shuttle verabschiedet sich nämlich nun aus dem Film. Es taucht nicht wieder auf. Was im Umkehrschluss bedeutet: es wäre lustiger gewesen, wenn Kowalski nach der Bruchlandung einfach in die Hände geklatscht, “soviel dazu!” verkündet hätte und dann abgehauen wäre.

Max schleppt derweil einen ominösen Koffer aus dem Laderaum.

Schnuckel-Sammelbild 03:

Unsere Protagonisten spazieren ohne weitere Probleme durch die Raumstation, die meinen Quellen nach von einer Duisburger Fabrik gedoubelt wird:

Warum Max und Kowalski zusammen sind, verstehe ich durchaus. Master and Servant. Aber wieso sie Angie mitschleppen, wird nie erklärt. Wir sehen dafür erstmals kleinwüchsige “Mutanten”, die so eine Art “Kinderarbeiter” darstellen und sich laut Kowalski “vermehren wie die Karnickel”. Nice. Dazu kommen wir noch.

Irgendeine innere Logik hat die Raumstation Katanga übrigens nicht. Unsere Helden kommen nämlich nun zu einer Art Passkontrolle. Heißt das, die Cafeteria von eben war außerhalb der offiziellen Raumstation verortet? Und wieso gibt es eine strenge Ausweiskontrolle, um eine anarchische Freihandelszone zu betreten?

Hier gesteht Angie, dass sie keine ID-Karte hat. Das scheint in dieser sehr speziellen Zukunft eine ungewöhnliche Sache zu sein. Wir ahnen natürlich längst, warum Angie keine Karte hat – ist ja schließlich alles bei BLADE RUNNER abgekupfert. Aber gerade weil das so ist, öffnet sich sofort ein Logikloch – Max kann auch keine Karte haben. Hat er auch nicht, aber von des Drehbuchs Gnaden versichert er “die kennen mich hier”.

Schnuckel-Sammelbild 04:

Angie schlägt Kowalski nun einen Deal vor: Wenn er sie auf die Station schmuggeln kann, verrät sie ihm die letzte bekannte Position der Titanius. Woher sie die weiß? Weil der Kommandant des Schiffes sie beim Notruf wohl genannt hat, was aber nur Angie hören konnte. Da knirscht es schwer im Skript-Gebälk, ich sage es euch.

Max muss eine Art Transponder in der Hand scannen lassen, den alle Replikanten zu tragen verpflichtet sind. Als Zuschauer bewundert man weniger die Idee als die Armseligkeit der technischen Ausführung – ist das ein Stecknadelkopf an einem Stück Draht?

Hier wird es wieder etwas wirr – obwohl Kowalski und Angie gar nicht kontrolliert werden, sortiert man sie aus und Kowalski fürchtet schon, dass Nelson Lee (so etwas wie der Chef der Katanga-Unterwelt) seine schlechte Laune an ihm auslassen wird.

Genau das tut Nelson Lee auch:

Der Darsteller sieht übrigens nicht nur wie Oliver Hardy aus – Michael Habeck war tatsächlich lange Jahre der Synchronsprecher der Comedy-Legende.

Kowalski hat Glück, dass Angies Reize den Zorn von Nelson Lee schnell verrauchen lassen. Er will mit “Wer bist denn du, mein Zuckerfötzchen?” bei ihr landen.

Das sind so Dialogzeilen, da kann man nur mit dem Kopf schütteln und muss sich fragen, bei wie viel Promille der Autor sie geschrieben hat.

Angie begegnet der widerlichen Anmache mit einem entschiedenen Zugriff:

Weil Lee sich etwas ausführlicher mit der jungen Dame beschäftigen will, lässt er Kowalski rausschmeißen. Was ein bisschen komisch ist, denn damit müsste Kowalski ja wieder jenseits der Passkontrolle landen.

Max ist auf jeden Fall froh, seinen Chef/Freund/Besitzer wieder bei sich zu haben.

Ein vom drohenden Ende schwadronierender Priester gibt uns einen ersten Eindruck des gigantischen Schwarzmarkts von Katanga (wie erinnern uns: Todesstrafe für Schmuggelei!). Es ist der übliche Verhau aus urbanem Chaos, Neoröhren und “futuristischer Kleidung”, wie er für BLADE RUNNER erfunden und dann von unendlich vielen Low Budget-Heulern ausgelutscht wurde.

Einer der kleinwüchsigen Mutanten zündet sich im Namen der Revolution an.

Ein Stoß aus dem Feuerlöscher beendet den flammenden Protest.

Hier findet Kowalski sein Publikum, respektive seine Abnehmer, denn nun wird enthüllt, was Max die ganze Zeit in dem metallenen Koffer herum schleppt.

Es ist…. eine Sau!

Schweine im Weltall!

Wir haben ja im Voiceover gehört, dass echte Tiere eine absolute Rarität sind. Die herbei eilenden Interessenten schnuppern begeistert an der authentischen Schweinescheiße.

Damit sollte sich die Reparatur des Shuttles problemlos finanzieren lassen. Doch da ist einer, der lässt sich nicht foppen und greift zum Schwert (?):

Hut ab, Bart ab, Zopf ab, Kopf ab – Sketchup! Das Schwein ist ein Replikant: “Unsignierter Prototyp von Samoto, demnächst im Katalog für 150 Dollar.”

Max ist ziemlich geknickt: Als Replikant war das Schwein schließlich so lebendig und lebensberechtigt wie er selbst. Und wahrlich, ich sage euch: es gelingt Götz George, aus seiner eindimensionalen Knallchargenrolle so etwas wie echte Empathie zu pressen. Alles, was man über Max erzählen könnte, sich aber nicht die Mühe macht, legt er in seine Performance. Es ist nicht Gold, aber weit über dem Niveau des restlichen Films – und es beweist, warum der Mann bei allen Kontroversen eine Alleinstellung im deutschen Kino hatte.

Schnuckel-Sammelbild 05:

Kowalski hat natürlich nun das Problem, dass er kein Geld hat, um das Shuttle reparieren zu lassen oder das Wrack der Titanius zu suchen (was mit dem Profit aus der Schmuggelei ist, werden wir wohl nie erfahren). Angie stößt wieder dazu und die Tatsache, dass Kowalski ob ihrer (angedeuteten) Nummer mit Nelson Lee stinkig ist, soll wohl auf eine “budding romance” hindeuten. Ich habe Zweifel.

Strategiewechsel: Weil das Schwein kein Glück gebracht hat, soll Max nun in der Arena beim Replikanten-Fight antreten – und der Autor hat bei den angekündigten Kämpfen mal wieder so richtig die Humor-Sau rausgelassen:

Es wäre lustig, wenn es nicht so unkomisch wäre.

Ich habe eine Weile gebraucht, um den Mann am Wettschalter zu identifizieren – und das lief auch mehr über die Stimme. Erkennt ihr ihn?

Das ist Andreas Kunze, ein alter Mitstreiter von Helge Schneider, der in praktisch jedem Schneider-Film mitgespielt hat, teils in mehreren Rollen. Hier gibt er den “Mann am Totalisator”, wie man in der dieser Zukunft wohl den Buchmacher nennt.

Max ist nicht glücklich, dass er für Kowalski die Birne hinhalten muss, schließlich ist körperliche Gewalt nicht sein Ding (was dem widerspricht, was bis hierher impliziert und gezeigt wurde). Die Tatsache, dass Kowalski das scheißegal ist, macht ihn nicht sympathisch.

Kowalski erinnert Max an den “großen Plan”, den sie beide haben, und auch der ist ein absoluter Schnarch-Klassiker des Drehbuch-Kindergartens: sie wollen es irgendwann mal zur sagenumwobenen Erde schaffen.

Und natürlich hat Kowalski ein albernes Bild vom “Paradies”:

Max mag Kowalski nicht so recht glauben, denn für Replikanten ist die Erde “off limits”, aber Kowalski versichert, dass das nur eine Frage des Geldes sei. Und wieder schimmert der Unterbau von BLADE RUNNER recht offensichtlich durch.

Schnuckel-Sammelbild 06:

Einer der Mutanten bittet Kowalski, für ihn auf Max zu setzen. Aus irgendeinem Grund dürfen die Mutanten in der Freihandelszone nicht selber wetten. Macht erneut keinen Sinn, aber irgendwie muss “Spike” ja eingeführt werden, denn er gehört ohne jeglichen Kontext ab jetzt zum Team.

Gut 25 Minuten sind rum, es wird Zeit für ein erstes Highlight und das soll dann wohl der Kampf von Max in der Arena sein. Es gibt ja Vorbilder, wie so etwas aussehen kann:

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Aber leider nein. Die Macher beschränken sich auf einen Boxring, der ungefähr so beeindruckend aussieht wie sein Äquivalent in MACHO MAN mit René Weller – und statt einer futuristischen Sportart gibt es schnödes Wrestling mit einem Muskelspacken zu sehen.

15 Millionen Deutschmark bei der Arbeit:

Obwohl Kowalski versichert hat, er habe Max super neue Kampfprogramme aufgespielt, bekommt der Replikant erstmal bös was auf die Hucke:

Auch hier zeigt der Autor, wes Geistes Kind er ist – Max regt sich besonders darüber auf, dass er von seinem Gegner “schwuler Schnuller” genannt wird, was Matthias Seelig wohl auch für das Jahr 2417 als schlimmste Beleidigung identifiziert hat. Alter Falter.

Weil fair nix geht, wird darauf hingewiesen, dass der blonde Hüne seinen Nackenschutz (?) verloren hat, was ihn wohl irgendwie verwundbar macht.

Schnuckel-Sammelbild 07:

Trotz einiger Bedenken haut Max dem Kontrahenten ins Genick:

Daraufhin dreht sich der Kopf und mit diesem Handikap ist nicht gut kämpfen.

Genervt reißt sich der Replikant schließlich den eigenen Schädel ab und wir “bewundern” die überschaubare Arbeit der Tricktechniker:

Ich darf noch einmal darauf verweisen, dass das kein Problem des Budgets ist, sondern des unbedingten Willens in Sachen Umsetzung:

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Für insgesamt acht Minuten Laufzeit ist der Fight eine sehr lauwarme Angelegenheit und zeigt den gesamten kreativen Bankrott von DIE STURZFLIEGER. Aber es ist erreicht, was erreicht werden musste: Kowalski ist wieder halbwegs flüssig (obwohl er nichts gesetzt hat), und auch “Spike” (dessen Name ich nur aus der IMDB kenne) ist zufrieden mit dem ausgezahlten Gewinn – übrigens Geldscheine, was perfekt in die Poofigkeit dieser “futuristischen Vision” passt.

Die Kohle landet allerdings gleich bei Nelson Lee, der Angie erneut “Zuckerfötzchen” nennt, weil einmal ja nicht schlimm genug war. Es droht Kowalski an den Kragen zu gehen, aber wie immer muss er gar nix machen, denn das Drehbuch hilft ihm aus der Patsche.

Die kleinwüchsigen Mutanten rufen nun die Revolution aus, mit großem Geplärr werden Granaten geworfen und Chaos ist die Folge.

Lee lässt sich das nicht gefallen, nimmt Max zwei Granaten ab und macht sich davon. Dummerweise hat er dabei aus Versehen die Pins gezogen:

Und so verabschieden wir uns von dem Unterwelt-Boss. ohne dass unsere Helden irgend etwas zum Geschehen beigetragen hätten.

Man kann es nicht genug betonen: Kowalski ist ein komplett impotenter Held, der nie die Initiative ergreift, nie die rettende Idee hat, und letztlich immer vom Zufall oder seinen Kameraden gerettet werden muss – was lustig sein könnte, wenn man das als primäre Charaktereigenschaft erzählen würde. Aber es ist sehr deutlich, dass der Autor es nur versäumt hat, dem Helden irgendeine Form von Heldentum anzudichten.

Insgesamt bricht nun auf der Katanga-Station revolutionäres Chaos aus Spike zeigt seinen “Freunden” (?) den “Fluchtweg” (?).

Ich weiß es doch auch nicht. Ich weiß nur, dass zu dieser hektischen Sequenz erneut Eurodance-Mucke eingespielt wird. Falls ihr es nicht glauben wollt:

What? The? Actual? Fuck?

Es geht in umgekehrter Richtung noch mal durch die Duisburger Werkshallen, weil die NRW-Filmförderung ja irgendwie gerechtfertigt werden muss:

Und so springt man auf der Flucht vor den Verfolgern (welchen Verfolgern eigentlich?) in eine Röhre mit unbekanntem Ziel.

Dabei reißt Angie Max aus Versehen die Ohrmuschel ab. Wird noch drüber zu sprechen sein.

Schnuckel-Sammelbild 08:

Weil das Geld für die Visualisierung der Rutschfahrt durch den Tunnel nicht gereicht hat (wäre vielleicht auch zu aufregend gewesen), begnügen wir uns mit Außenaufnahmen und Soundeffekten, die das Fortkommen unserer Protagonisten illustrieren.

Dummerweise wird Angie vom Cop erwischt, bevor sie sich ihren Freunden (?) anschließen kann. Die Aussage, man bekäme für sie “auch tot 10 Prozent Belohnung” deutet erneut auf den “Twist” hin, der schon längst keiner mehr ist.

Über das Verbindungsrohr landen die anderen nun im Bauch der “Andrea Doria”, einem mondänen Kreuzfahrtschiff, von dem wir hier erstmals etwas hören/sehen.

Wäre ich damals “reader” für das Drehbuch gewesen, hätte ich in den Margen notiert, dass es deutlich logischer gewesen wäre, das Kreuzfahrtschiff Titanius und den Frachter Andrea Doria zu nennen. Aber was weiß ich schon?

Weil den Beteiligten wohl aufgefallen ist, dass Hektik allein keine Spannung erzeugt, wird eine Gefahr wie eine Taube aus dem Zylinder gezogen: der Raum, in dem sich unsere Helden nun wiederfinden, ist volle Kanne verstrahlt, aber auch verriegelt. Kowalski weist Max an, die Tür kurzzuschließen.

Es ist das alte Spiel mit den verschiedenen Drähten und es wird nicht lustiger, weil wir bereits wissen, dass Max farbenblind ist.

Die Suspense bleibt überschaubar und am Ende öffnet auch der falsche Draht die Tür und Max hat nur ein bisschen zu viel Volt abbekommen. Allerdings ist der Replikant rechtschaffen angefressen, dass Kowalski mal wieder drauf und dran war, ihn zu opfern. Kowalskis Reaktion? Ein angepisstes “es reicht!”

Finden wir uns damit ab: Kowalski ist ein egoistischer Pisser.

Max, Spike und Kowalski stellen nun fest, dass sie in einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff gelandet sind. Da staunen sie aber.

Ich vermute mal, man hat diese Sequenz in irgendeinem 5 Sterne-Hotel gedreht.

Darf ich an dieser Stelle noch mal die Chronologie der Ereignisse in Frage stellen? Unsere Helden sind durch das Rohr gerutscht und dann aus dem Reaktorraum ausgebrochen. Das hat ungefähr vier, fünf Minuten gedauert. In dieser Zeit wurde Angie vom Space-Sheriff erwischt und auf die Andrea Doria verbracht, wo sie die Zeit hatte, sich frisch zu machem, zu frisieren, zu schminken und ein neues Kleid (woher?) anzuziehen.

Nun gut, vielleicht hatte sie einen MyCop.

Alle an Bord? Prima. Die Andrea legt nun ab – und WIEDER ertönt auf dem Soundtrack das nervige Haddaway-Stück “Fly away”.

Falls irgendwer die schlechten Effekte oder das offensichtliche Product Placement vergessen hat – hier sind sie noch mal.

Max hat sich derweil auf die Suche nach Angie gemacht – wir ahnen es bereits: er hat sich in die schöne junge Frau verliebt.

Schnuckel-Sammelbild 09:

Ich bin nicht sicher, ob eine Ohrmuschel als Liebesbeweis so der Knaller ist, aber ich habe es ehrlich gesagt auch noch nie mit der van Gogh-Nummer versucht.

Das Liebesgedicht, das Max für seine Angebetete rezitiert, ist übrigens das hier:

Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde
und rinnst hernieder seine dunkle Spur,
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur.

Jeder Versuch einer Romanze wird allerdings von Kowalski torpediert, der erneut nur die Anweisung “es reicht!” im Repertoire hat.

Schnuckel-Sammelbild 10:

Und na klar, pimpern mit Kowalski – DAS war es, was Angie sich die ganze Zeit gewünscht hat. Ich weiß nicht, ob ich mich mehr über die absolute Absurdität dieser Tatsache wundern soll – oder darüber, dass vermutlich genug Frauen auf solche Luschen stehen.

Und so schreiten die beiden “offscreen” zur Kopulation.

Max trifft auf einen weiteren Replikanten, der seinem Gegner im Boxring wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wohl das gleiche Modell. Also zieht er ihm eins mit der Plastik-Champagnerflasche über, um sich Eintritt bei Angies Cop zu verschaffen.

Wenn man genügend Filme und damit auch genügend Sexszenen gesehen hat, dann weiß man, wie man Dinge einordnen muss. Beim postkoitalen Geschmuse ist SEHR offensichtlich, dass Anja Kling eine “no nudity clause” im Vertrag hatte, weshalb sie zwar nackt ist und ein wenig “side boob” zeigt, sich aber unnatürlich zur Seite dreht, um jeden Ansatz von Nippel vor der Kamera zu verstecken.

Kowalski entdeckt nun, was niemanden mehr überraschen kann: Auch Angie ist eine Replikantin. Vorsichtig ausgedrückt: Ein Liebesmodell. Etwas weniger schön: Eine RoboNutte. She was made for loving you, indeed.

Schnuckel-Sammelbild 11:

Und so reagiert ein Mann mit der emotionalen Reife eines Fünfjährigen:

Mir ist klar, dass die Figur des Max irgendwie beschäftigt werden muss, aber warum der Replikant sich bei Angies Cop einschleicht, bleibt nebulös – zumal die Regie sich sichtlich müht zu kaschieren, dass der Bulle den Replikanten ja sofort erkennen müsste.

Schnuckel-Sammelbild 12:

Ich spoilere nichts, wenn ich verrate: Dieses ganze Max-Intermezzo bleibt Unsinn.

Kowalski schiebt natürlich den Blues, weil er sich von Angie verraten fühlt – und ehrlich, man möchte dem weinerlichen Widerling gerne was aufs Maul hauen. Aber wenigstens stellt er nun seine eigene Menschlichkeit in Frage. Könnte er womöglich selber ein Replikant sein?! Ach nein, Quatsch. Das wäre ja dann wie bei Dings hier… diesem anderen Film. Wie hieß er doch gleich. Ihr wisst schon.

Der Frust währt kurz, die Zweifel verfliegen, denn Kowalski hat eine Idee – mit einem geklauten Rettungsschiffchen der Andrea Doria könnte man immer noch zuerst an der Unfallstelle der Titanius sein. Und einen Schnitt später ist das Duo dann schon unerklärlicherweise in maßgeschneiderte Smokings gewandet:

Der Zwischenstopp an der Bar dauert keine zehn Sekunden, dann macht sich Kowalski auf die Suche nach dem Rettungsschiffchen – und landet mitten in Wolfgang Petersens ENEMY MINE – GELIEBTER FEIND.

Jeder echte SF-Fan kennt das Set. Es stand bis vor ein paar Jahren noch auf dem Bavaria-Gelände als Zuschauerattraktion, wurde in Werbungen und Musikvideos zweitverwertet. Dass DIE STURZFLIEGER trotz angeblicher 15 Millionen Mark Budget auf diesen Gang zurückgreifen musste, ist ein weiteres Armutszeugnis.

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Drollig finde ich aber, dass auch meine Telenovela LOTTA IN LOVE die Raumstation 2005 für ein Musikvideo der fiktiven Sängerin “Alex” genutzt hat. Zu schade, dass ich keinen Zugriff auf die Episoden habe und es euch deswegen nicht zeigen kann.

Max spielt zum Zeitvertreib im Schiffscasino und es wird niemanden mehr verwundern, dass hier ganz altmodisch um Jetons gewürfelt wird.

Der Replikant räumt mächtig ab, was die Frage aufwirft, warum man ihn in ein Wrestling-Match schicken musste, wo er das Geld einfacher hier verdient hätte.

Kowalski hat Pech: zwei Security-Replikanten erwischen ihn beim Rumschnüffeln. Da man augenscheinlich für die “identischen” Modelle keine identischen Zwillinge parat hat, muss immer der Darsteller, der im Hintergrund keinen Text hat, eine schauerlich offensichtliche Latexmaske tragen, um die Illusion aufrecht zu erhalten – was misslingt.

Ich glaube, das hier ist die einzige Szene im ganzen Film, die ich zumindest milde lustig fand. Kowalski lässt sich von den Wachen gar nicht nervös machen, sondern hält einfach sein Feuerzeug unter den Feuermelder.

Zack – sind die beiden Honks von der Sicherheitsschleuse ausgeschaltet!

Der Gag würde aber noch erheblich besser funktionieren, wenn irgendwo mal etabliert worden wäre, warum Kowalski im Jahr 2417 noch ein Feuerzeug rumschleppt – und wenn die Wachen nicht in der nächsten Szene wieder unbeschadet herumlaufen würden.

Kowalski versteckt sich in einem Raumanzug, was ich persönlich eher für eine mittelgute Idee halte.

Und siehe – ein Hieb mit dem Schlagstock ins Gemächt verrät ihn.

Ab in die Luftschleuse mit dem Lumpenhund – man achte dabei erneut auf die Latexmaske des Replikanten rechts.

Kowalski wird ein “space walk” gegönnt. Warum die Jungs von der Security ihn nicht umbringen oder wenigstens ohne Raumanzug ins All schmeißen? Unklar.

Max fällt die Aufgabe zu, Angie vom großen Ziel Kowalskis zu erzählen – der Flucht zur Erde. Der Fembot stellt dabei angesichts von Kowalskis bisherigem Verhalten die korrekte Frage, ob Max ernsthaft glaube, dass er mit dabei sein werde.

Max sagt “nein”. Er kennt Kowalski gut genug, um nicht mal in seiner programmierten Naivität auf die Versprechungen reinzufallen. Aber er hat sich entschieden, bei Kowalski zu bleiben, weil Kowalski ihn letztlich mehr braucht als er Kowalski. Und DAS ist so ziemlich der einzige Moment des Films mit einem authentischen Gefühl, mit einer Ahnung, was gute Schauspielerei ausmacht.

Schnuckel-Sammelbild 13:

Der Moment der ehrlichen Introspektion ist dahin, als Angie und Max Kowalski entdecken, der am Aussichtsdeck vorbei schwebt:

Es kommt zu einem Spezialeffekt, der nicht an der technischen Inkompetenz der Macher scheitert, sondern an der dramaturgischen. Ich habe schlicht keine Ahnung, was wir hier sehen (sollen) – ist das eine Supernova? Ist der Lichtpunkt in der Bildmitte die Andrea Doria? Hallo? Kann das mal wer in einen Kontext setzen?

Vor die Rettung Kowalskis haben die Filmgötter erstmal eine letzte Konfrontation mit dem Cop gesetzt (der genau genommen ein Kopfgeldjäger ist).

Aber keine Sorge, Spike hat eine Granate, die dem Bösewicht Eiersalat verspricht. Und damit ist diese reine “deus ex machina“-Figur aus dem Film raus.

Angie und Max haben erfolgreich ein Raumschiffchen gekapert, um sich zuerst auf die Suche nach Kowalski und dann der Titanius zu machen. Die Grafiken des Bordcomputers beißen sich derartig mit den bisher gesehenen Wireframe-Darstellungen, dass ich das zuerst für einen Screenshot aus der Amiga-Version von ELITE gehalten habe.

Das Raumschiffchen ist übrigens in meinen Augen das schickste Modell des Films.

Tatsächlich gelingt es dem Team, Kowalski aufzuspüren.

Der hat in der Kälte des Alls allerdings schon ziemlich gelitten:

Uh oh – schwere Erfrierungen! Wir wissen, was das heißt.

Aufwärm-Sex!

Schnuckel-Sammelbild 14:

Jahaaa, in Sachen “ausgelutschte Filmklischees” macht DIE STURZFLIEGER keine Gefangenen. Mich wundert lediglich, dass man beim “Humor” nicht ähnlich verfahren ist. Eine Bananenschale auf dem Boden oder eine Torte ins Gesicht hätten wirklich geholfen.

Max ist gar nicht glücklich, als er Angie und Kowalski pimpern sieht.

Und weil Kowalski der Arsch ist, der er nun mal ist, kann er sich auch nach gelungener Lebensrettung durch Leibesübung nicht zu einem Bekenntnis zu Angie durchringen.

In seiner Verzweiflung haut sich Max ein paar tausend Volt in den Schädel – was aber genauso folgenreich ist wie der Stromschlag, den er in der ersten Filmhälfte abbekommen hat. DIE STURZFLIEGER baut ständig Szenen, die letztlich in der Luft hängen.

Wenigstens kommt es zu einem temporären Stromausfall, der eine Notlandung notwendig macht – genau da, wo alle Beteiligten eh hin wollten.

Und nun geht DIE STURZFLIEGER in die Vollen – full frontal nudelty!

Ja, da dürft ihr ruhig mal klatschen. Full frontal nudelty. Hammerwitz. Meine Erfindung. Gebe ich unter Creative Commons Lizenz gerne frei.

Schnuckel-Sammelbild 15:

Müsste ich einen Effekt-Shot als den gelungensten prämieren – es wäre dieser:

Wo sind wie hier überhaupt? Und was heißt “Schat-al-Schat”?

Die Sache mit dem “Testgelände für Plasmawaffen” hat übrigens nix und null zu bedeuten. Es musste halt eine zweite Zeile in den Textkasten.

Für die Bruchlandung wird wieder auf veraltete Wireframe-Grafik zurück gegriffen.

Meine These? Man hat die Grafiken des Film von verschiedenen Teams machen lassen, die untereinander nicht koordiniert wurden. 15 Millionen Mark my ass.

In den ersten Sekunden denkt man noch, die Bruchlandung könnte ganz flott aussehen, es wir viel auf praktische Effekte im Studio gesetzt.

Aber dann sieht’s halt wieder aus wie ein Esstisch mit ‘nem Eimer Sand drauf:

Ehrlich? Ich kann’s mir leisten, das Maul aufzureißen. Mein eigener SUMURU hatte eine sehr ähnliche Sequenz und die war für einen Bruchteil des Budgets besser:

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Um der Peinlichkeit noch einen draufzusetzen, wird einfach mal unterstellt, dass das Raumschiff komplett im Sand verschwunden ist, damit die Bühnenbauer es nicht 1:1 umsetzen müssen. Die Beteiligten steigen einfach aus einer Luke.

Können wir mal festhalten, wie scheiße diese Studio-Dekoration mit Fototapete aussieht? Solche “planet hell”-Sets sind von RAUMSCHIFF ENTERPRISE popularisiert worden – aber das war 30 Jahre vor DIE STURZFLIEGER! Da kann doch niemand allen Ernstes geglaubt haben, das wäre für ein Big Budget-Projekt ausreichend!

Egal – große Freude kommt trotzdem auf.

Es ist… die Titanius! Oder besser gesagt ein relativ mittelmäßig umgesetztes Matte Painting. des havarierten Raumschiffes.

Schnuckel-Sammelbild 16:

Man schreitet in Erwartung von 50 Milliarden Dollar Belohnung durch ein weiteres Matte Painiting…

… und dann durch noch eins…

Leute, Leute, Leute. Ich verstehe ja, dass ihr mit euren Pfunden wuchern wollt, aber SOOO gut sind die Matte Paintings nun auch wieder nicht.

Was ist denn nun die ominöse Ladung der Titanius? Das gilt es herauszufinden – aber nicht, bevor Max den kleinen Spike, der allen Beteiligten mehrfach das Leben gerettet hat, grundlos eine “perverse Missgeburt” nennt. Stay classy.

Der erste Hinweis auf die Fracht sind – Eier?

Ehe irgendwelche Fragen beantwortet werden, kommt ein weiteres Schiff in Sicht. Es wurde zwar nie etabliert, dass die Titanius AUCH ein Rettungsschiff besitzt (welches wundersam den Absturz überstanden hat) – aber es ist halt eine Anforderung der Story, weil unsere Helden ja irgendwie wieder vom Planeten runter müssen.

Ihr werdet vermutlich der ganzen unbeantworteten Fragen überdrüssig, aber wir kommen nicht drum herum, denn unser kleiner Trupp fällt nun den Replikanten in die Hände, die den Crash überlebt haben. Was mit den 11 menschlichen Offizieren ist, die im Prolog erwähnt wurden? Es scheint den Drehbuchautor so wenig interessiert zu haben wie den Regisseur.

Der “Anführer” der Replikanten soll nun für das Finale unser Bösewicht sein. Darum will er seine Mit-Androiden zur Revolution ins All fliegen. Es ist sehr offensichtlich, dass dringend irgendein Fiesling gebraucht wurde, damit Kowalski und Co. am Ende überhaupt ein Hindernis zu überwinden haben. Wieso die Replikanten einen Anführer haben? Warum sie rebellieren wollen? Warum sie unsere Crew dann nicht gleich töten?

Ich mache mir nicht mal mehr die Mühe eines Erklärungsversuchs, sondern ziehe mich auf die allumfassende Formel zurück:

WEIL DAS DREHBUCH HALT SCHEISSE IST!

Das muss reichen.

Im Studio ist es übrigens schweinekalt gewesen, denn auf diesem trockenen Wüstenplaneten steht allen Beteiligten sichtlich der Atem vor dem Mund.

Die Replikanten haben für Kowalski keine Verwendung, weshalb er ins Wrack der Titanius verbracht wird. Töten wäre zu logisch gewesen.

Aber Kowalski hat wieder mal Schwein ohne eigenes Zutun – Spike hat nicht nur einen Fluchtweg ausbaldowert, sondern auch die mysteriöse Fracht entdeckt.

Es sind… Küken! Zigtausende Küken.

Wäre halt schön, wenn wir nun auf der Schlussgerade endlich mal erfahren würden, was diese Tiere angeblich 50 Milliarden Dollar wert macht. Aber nein.

Ich nehme es Ingo Naujoks persönlich übel und werde ihm das bei einem persönlichen Treffen auch reinwürgen, dass ich es absolut widerlich finde, dass er in dieser Szene ein lebendes Küken greift und schüttelt, als wäre es ein Überraschungsei.

Alter, das ist ein LEBEWESEN! Und ein zerbrechliches noch dazu! Leg das hin!

Ich empfinde die Pistole an seinem Genick da eigentlich schon als gerechtfertigt.

Es ist Gibson, der Anführer der Replikanten. Er will, dass Kowalski Angie dazu überredet, mit ihnen ins All zu fliehen und sich der Revolution anzuschließen.

Schnuckel-Sammelbild 17:

Kowalskis Taktik: Angie so lange anpöbeln, bis sie freiwillig von dannen zieht. Weil er ja noch nicht Arschloch genug war bisher.

Tatsächlich bekommt er dafür endlich mal Ärger mit Max, der ausspricht, was wir alle denken:

“Ich habe es immer gespürt, aber jetzt weiß ich es: Sie verachten uns. Sie verachten mich, Sie verachten uns alle.”

Richtiger könnte er gar nicht liegen.

Schnuckel-Sammelbild 18:

Und so entscheiden sich Angie und Max, gemeinsam mit den anderen Replikanten einen Neubeginn zu wagen, ganz nach dem Motto der Bremer Stadtmusikanten:

“Etwas Besseres als den Tod findest du überall.”

Da guckt er dumm, der Kowalski. Wenigstens bleibt ihm Spike.

Ich gestehe: Wäre der Film hier zu Ende gewesen, es hätte mir (widerwilligen, aber immerhin) Respekt abgenötigt. Weil es gezeigt hätte, dass die Charakterisierung von Kowalski gar keinem schriftstellerischen Unvermögen entsprang, sondern der klar formulierten Absicht, den Helden zum Anti-Helden umzudeuten und am Ende als obsolet abzuservieren. Die zweite Reihe, die so oft gepeinigten Handlanger – SIE dürfen mit Hoffnung in die Zukunft sehen und bekommen ihre Chance. Eine Umkehr des klassischen SF-Klischees, nachdem immer alle AUSSER dem Helden und seiner Ische dran glauben müssen.

Das wäre es gewesen – der Twist, der den Film nicht rettet, aber erträglich macht.

Niemand wird sich wundern, dass das natürlich nur eine Nebelkerze ist. DIE STURZFLIEGER hat nicht vor, seinen Helden zu demontieren. Im Gegenteil: Weil das Raumschiff ohne menschlichen Kommandanten nicht starten kann und sogar die Selbstzerstörung aktiviert, bekommt Kowalski die viel zu späte und unglaubwürdige Chance zur Rehabilitation.

Dummerweise ist seine Fluglizenz irrtümlicherweise noch immer gesperrt.

“Kowalski Rigoletto Kasimircz”. Kann man sich nicht ausdenken. Hat aber jemand. Und “humanoid” ist falsch geschrieben.

Egal! Nix, was man mit einem Zahnstocher nicht hinbekommen würde. Wenn man nur einen Zahnstocher hätte…

Heirate sie, Vollidiot. Die ist alles, was du nie sein wirst.

So haben wir Mitte der 80er auch unsere C64 repariert:

Weil aber noch ein paar Minuten bis zum Nachspann zu füllen sind, klappt auch dieses Manöver nicht (und negiert den Running Gag). Warum deshalb das Foto auf Kowalskis Lizenz zu einer Art Zombiekopf mutiert, erschließt sich mir nicht.

Mit dem ablaufenden Timer der Selbstzerstörung fleht Max Kowalski an, Angie endlich seine wahren Gefühle zu offenbaren, wozu dieser sich widerwillig hinreißen lässt. Was für ein Held! Was für ein Mann! Was für ein Romantiker!

Schnuckel-Sammelbild 19:

Und so warten sie denn gemeinsam auf den Big Bang.

Auch hier: Ich hätte das wohlwollend akzeptiert. Eine SF-Komödie, die am Ende alle ihre Figuren hops gehen lässt. Das braucht Eier. Mad respect.

Aber Pustekuchen. Der Timer läuft ins Minus, weil er defekt ist, und unsere Crew kann starten. Außer Spesen nix gewesen.

Wir können ruhig nochmal darauf hinweisen, dass Kowalski selbst nach der Läuterung NIX geleistet hat. Er hat das Schiff nicht repariert, den Countdown nicht gestoppt, NIX! Alles ist ihm entweder in den Schoß gefallen oder wurde von anderen erledigt.

Der stille Held von DIE STURZFLIEGER ist sowieso der Zwergmutant Spike. Er handelt praktisch selbstlos und ohne jemandem verpflichtet zu sein. Er findet die Fluchtwege, er besorgt die Gadgets. Spike is da man!

Der Anführer der Replikanten faselt plötzlich von Gott und der Bibel, aber die Tatsache, dass sie eine Revolution wollen, scheint nicht mehr relevant.

Ist ja auch egal. Mit den 50 Milliarden für die Küken können Max, Angie und Kowalski nun ernsthaft den Traum von der Rückkehr zur Erde angehen.

Oder auch nicht, denn Kowalskis letzter Voiceover ist wie der Schlag mit einem nassen Handtuch ins Gesicht:

“Mit dieser Bande von Irren habe ich es natürlich wieder nicht bis zur Erde geschafft. Gerade mal 80.000 brachten die Hühner in Katanga. Das reichte kaum für die Reparatur von Max. Deswegen muss ich unbedingt zur Titanius zurück, um die restlichen Millionen zu holen. Und dann? Setze ich die Mütze auf und bin endgültig weg hier draußen. Mit einer weißen ID-Karte – für Angie. für Max, und mich.”

Und damit übergeben wir zum vielten Mal an Haddaway…

Was für ein Schrott-Ende! Nix erreicht, alles auf Null – zumal mehrfach klar formuliert wurde, dass Lloyds die Titanius bald selber aufspüren wird. Als wollte man dem Zuschauer absichtlich das längst verdiente Happy End vorenthalten. Einfach so. Because they can.

Schauen wir noch kurz in den Nachspann, bevor es an die finale Bewertung geht.

Der Cast geht in Ordnung, es verirren sich keine Größen wie Sunnyi Melles oder Ivan Desny in die Nebenrollen. Götz George hätte es vielleicht besser wissen sollen, aber wie schon erwähnt: er liefert auch die tatsächlich beste Arbeit und transzendiert das Material.

Unter den Maskenbildnern findet sich außerdem noch Peter Thorwarth, dem wir spätere Kultfilme wie BANG BOOM BANG, WAS NICHT PASST WIRD PASSEND GEMACHT und erst neulich den Vampirfilm BLOOD RED SKY auf Netflix verdanken.

So, und damit sind wir raus. Was bleibt zu sagen, was kann man da noch sagen?

Im Gegensatz zu MR. BOOGIE, der von Amateuren mit wenig Geld zusammen gestoppelt wurde, hat DIE STURZFLIEGER keine Entschuldigung: hier waren Profis vor und hinter der Kamera am Werk, hier hatte man das Geld und die richtigen Leute. Die Verschiebung der Veröffentlichung um zwei Jahre macht sogar die miserablen Spezialeffekte unerklärlich: es war wahrlich genug Zeit, das auf Standard zu bringen.

Aber nein. Es wirkt von vorne bis hinten so, als hätte man das Genre Science Fiction als Freifahrtschein gesehen, auf allen Ebenen zu schlampen. Weil es eben nicht Science Fiction ist, sondern “nur” Science Fiction – und eine Komödie obendrein. Wer schaut da genau hin?!

Abgesehen vom Cast müssen sich hier ALLE Beteiligten für das Endprodukt schämen. Der Flop an der Kinokasse, der Minimal-Release auf VHS, die Obskurität des Films in Zeiten von DVD und Streaming – alles gerechtfertigt. Weil DIE STURZFLIEGER nicht gescheitert ist – man kann nur mit etwas scheitern, das man versucht. Hier wurde nicht mal was versucht.

Vielleicht bin ich aber auch zu harsch: Bringmann kommt aus dem rotzigen Low Budget-Kino. Er mag einfach nicht der richtige Mann für ein effektlastiges Showcase gewesen sein. Er kommt noch aus ein anderen Generation, ist eben kein Weggefährte von Emmerich oder Niemann oder Sigl. Aber selbst wenn ich das strafmindernd einpreise: dann hätte er eben die Finger von DIE STURZFLIEGER lassen sollen. Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Die zeitgenössische Kritik war nicht weniger gnadenlos. Die sonst eigentlich recht handzahme CINEMA nahm ausnahmsweise kein Blatt vor den Mund:

SPLATTING IMAGE drechselte einen natürlich etwas blumigeren, aber im Ergebnis nicht weniger vernichtenden Verriss:

Das Lexikon des Internationalen Films brachte nicht mal die Energie für Wut auf:

“Ein mißlungener Versuch, das Genre des Science-Fiction-Films mit dem des Roadmovies zu kombinieren. Ohne Überraschungen erzählt und uninspiriert inszeniert, leidet der Film vor allem an seiner dilettantischen technischen Gestaltung und dem überfordert wirkenden Hauptdarsteller.”

Es fällt auf, was bei so vielen misslungenen Science Fiction-Filmen auffällt und vielleicht auch der Schlüssel zum Problem ist: man wird das Gefühl nicht los, dass keiner der Beteiligten tatsächlich einen SF-Film drehen wollte. Das Genre war nur Mittel zum Zweck. weil niemand Mitte der 90er mehr ein typisches Bringmann-Roadmovie finanziert hätte. Also hat man die übliche Story vom Trucker Theo, der mit Schmugglern, der Polizei und einer schönen Frau aneinander gerät, einfach von den endlosen Autobahnen Südeuropas in den Weltraum verlegt – was nicht passt, wurde passend gemacht. Liebe zum Genre, seinen Anforderungen und Möglichkeiten? Fehlanzeige.

Obwohl DIE STURZFLIEGER pausenlos in Bewegung ist, tritt er inhaltlich auf der Stelle. Der eh schon müde Aufhänger des Frachtunglücks wird nie zu einer nennenswerten Aufgabe ausgebaut und den Helden fällt alles in den Schoß. Tatsächliches Drama, tatsächliche Beziehungen – tatsächlicher Humor? Glänzen durch Abwesenheit.

Dass man sich nicht an einer Science Fiction-Komödie versuchen sollte, wenn man nicht mal echte Science Fiction gestemmt bekommt. sollten die Deutschen dennoch nicht lernen. Schon zwei Jahre nach dem Flop von DIE STURZFLIEGER wurde in den Bavaria-Studios der nächste Totalausfall produziert – wieder mit Naujoks:

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Und gleich danach (mit viel “internationalem Talent”) ein weiterer:

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Hauptsache, die beteiligten Handwerker werden bezahlt und das Studio schreibt schwarze Zahlen. Qualität können ja dann andere liefern.

Ich brauche jetzt dringend eine LISA-Produktion. So eine mit allem: Blut, Brüsten und Bayern. Das bin ich mir und euch schuldig. See you soon.



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milan8888
milan8888
14. März, 2022 20:48

Bei dem Interview mit George frag ich mich ja ob er den fertigen Film überhaupt gesehen hat.

Thomas Bunzenthal
Thomas Bunzenthal
14. März, 2022 20:54

Schon merkwürdig, daß der Kammermeier nicht involviert wurde

Heino
Heino
14. März, 2022 20:58

Der lief wirklich im Kino? Ich hätte darauf gewettet, dass der nie gezeigt wurde. Danke für deinen Hang zum filmischen Masochismus, der erspart mir eine Menge Schmerzen:-)

Zeddi
Zeddi
14. März, 2022 21:58

Vielen Dank wieder für den interessanten und unterhaltsamen Blogpost. Die “Filmverbrechen” sind wirklich Gold.

Als teil der etwas jüngeren Generation frag ich mich womit man den so “grob” in Besser so aus dem Zeitraum mit dem Budget vergleichen könnte?

Firejoe
Firejoe
14. März, 2022 22:02

Danke für die vielen Film-Trailer, da waren ein paar gute “schlechte” Filme dabei. Bis auf 2 hab ich alle gesehen…vor vielen Jahren.

Mison
Mison
15. März, 2022 05:45

Was jetzt im ernst? Nackt auf dem anderen Darsteller rumrutschen und recht deutlicher Side Boob ist noch “no nudity clause”?

Martzell
15. März, 2022 17:26
Reply to  Mison

Jessica Alba war nackt in Machete. Computercomposed. Um ihren Anspruch sich nie nackt zu zeigen mit dem künstlerischen Anspruch des Regisseurs für eine Duschszene, in Einklang zu bringen, war ihre Ausdrucksweise.

takeshi
takeshi
15. März, 2022 08:32

Zwei kleine Beckmesser-Anmerkungen:

Und na klar, pimpern mit Kowalski – DAS war es, Angie sich die ganze Zeit gewünscht hat.
Da fehlt ein was.

Max ist gar nicht glücklich, als er Angie und Max pimpern sieht.
Ein Max zu viel, ein Kowalski zu wenig.

Abgesehen davon ist dir wieder mal ein äußerst unterhaltsames Werk gelungen.

Kudos.

Last edited 8 Monate zuvor by takeshi
PurpleDragon
PurpleDragon
15. März, 2022 13:14
Reply to  Torsten Dewi

Da fehlt ein “als”.

Q.e.d.

😀

Maximilian Frömter
Maximilian Frömter
15. März, 2022 13:58

Was für ein bizarres Machwerk, wundert mich, dass ich mich daran nicht im Geringsten erinnern kann, obwohl das eigentlich genau mein Genre und genau während meiner Jedeswochenendeirgendeinenscheissausdervideothekausleihen-Zeit gewesen ist. Dessen Unbekanntheit fällt wohl unter die Verantwortlichkeit der “Gnade der Prä-Internet-Ära”. Dieses Glück hatten wir schon kurze Zeit später nicht mehr – damit sei gesagt: Jetz mach aber endlich ma Ice-Planet! 😉 Gibts ja schon seit Jahren komplett auf Youtube, wie ich kürzlich amüsiert festgestellt habe.

Übrigens: Die Pistole des Bullen ist eine Mauser C96 und war sozusagen die Grundlage für Han Solos Blaster. Finde ich eigentlich ein witziges EasterEgg – falls das so beabsichtigt war. Und beim Space-Shuttle handelt es sich allem Anschein nach tatsächlich um den Revell-Bausatz im Massstab 1:72 von 1979 (bau ich zufällig gerade!)

Last edited 8 Monate zuvor by Maximilian Frömter
dermax
dermax
15. März, 2022 16:51

Wieder mal Hut ab vor einem Meisterwerk, also die Fotostory, nicht der Film…
DIE STURZFLIEGER sind mir in den 90ern immer mal wieder übern Weg gelaufen, aber wohl bei Kinostart und in der Videothek, mir wär auch keine Ausstrahlung im Fernsehen bekannt.
Von den anderen Beispielen am Anfang sagt mir noch “Coronado” was, wurde als “schau her, nur 5Mio Budget und auf Hollywood-Niveau” angepriesen und kam dann auch irgendwann auf einem Privatsender und ich hab begeistert den VR programmiert. Tatsächlich bin ich dann beim Gucken nur 10min weit gekommen, dann war mir die Lebenszeit zu schade.

Einsamer Schütze
Einsamer Schütze
15. März, 2022 23:43

“und nein, ich weiß auch nicht, warum die Station nach einer Provinz in der Demokratischen Republik Kongo benannt ist.”

Vielleicht ist es ja auch eine Indiana-Jones-Anspielung. Wobei das in einem SF-Film auch nicht allzu viel Sinn ergeben würde.

Ich weiß ja nicht, wie er im Bewegtbild rüberkommt, aber auf den hiesigen Screenshots hat Götz George eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Till Lindemann.

“Cascadeur” fand ich damals mit 13 sehr unterhaltsam, hab ihn aber seitdem auch nie wieder gesehen.

Pascal
Pascal
16. März, 2022 20:53

Nach Schauen des Trailer ,,High Crusade -Frikasse im Weltraum“ kommt mir das wie eine fast lustige Mischung zwischen ,,Das Leben des Brian“ und ,,Die Ritter der Kokosnuss“. Mag vielleicht auch an ein, zwei Synchronstimmen liegen welche ich mit Monty Python in Verbindung bringe. Der Film wird wohl leider nicht so lustig wie die Vorbilder sein, was. 😉

Matts
Matts
19. März, 2022 18:20

Ach je! Deutsche Science Fiction Filme – das ewige Sorgenkind.
…aber hier zumindest Grundlage für eine weitere interessante Fotostory

DSFARGEG
DSFARGEG
20. März, 2022 21:49

Ein Informationsbröckchen kann ich beitragen: ich hab den Film definitiv im Fernsehen gesehen. Der lief im tiefsten Nachtprogramm (wahrscheinlich im WDR – wir hatten damals nur fünf Programme, bei gutem Wetter sechs), und angesichts der Umstände, an die ich mich erinnere, muss das 1996 oder 97 gewesen sein.

DSFARGEG
DSFARGEG
21. März, 2022 10:40
Reply to  Torsten Dewi

Mein Verdacht: es gab nur genau diese eine Ausstrahlung, in die ich vor einem Vierteljahrhundert zufällig reingezappt habe. Das macht einen TV-Rip natürlich denkbar unwahrscheinlich.

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
25. März, 2022 10:55
Reply to  DSFARGEG

Auf fernsehserien.de/wunschliste.de wird angegeben:
Mi 24.02.1999 23:30–01:00 ARD als Sendetermin.
Ob es der einzige ist, keine Ahnung, aber das ist normalerweise der erste Ort, wo ich für Deutschland nach Sendeterminen gucke. Die haben da einige Hörzu Sammler als User, die vieles eingetragen haben.

MrUnbekannt
MrUnbekannt
10. April, 2022 17:50

Okay also, ich kenne die Jungs die damals die VFX zu dem Film gemacht haben. Das war in Babelsberg die Cine Magic Film Effects GmbH. Die gehörte Dieter Geissler der ja bekanntlich die Unendliche Geschichte Co Produziert hat. Tja die Firma war nun einmal sehr klein und nicht sonderlich Erfahren und bei der Menge an Shots die zu machen waren kam leider nicht mehr raus. Dazu die Regie von Bringmann und ein schlimmes Drehbuch….tja da hat man dann was nettes. Mir haben die Jungs Leid getan, die haben sich Mühe gegeben, man muss sehen das nichts digital bearbeitet wurde damals, es wurde nur mit analoger Technik gearbeitet, Optical Printer etc und deshalb war das Compositing auch nicht wirklich auf dem Niveau das man hätte erwarten können da 1995 bereits Filme wie Apollo13 gemacht wurden. Da wurden reale Modelle digital perfekt kombiniert, gut ist halt Hollywood mit dem X fachen Budget. So war das damals….aber besser macht das alles auch nix….