Night of the Living Deb

night of the living deb posterUSA 2015. Regie: Kyle Rankin. Darsteller: Maria Thayer, Michael Cassidy, Ray Wise, Chris Marquette

Offizielle Synopsis: Für die tollpatschige Deb wird ein One-Night-Stand zum Horrortrip. Schlimm genug, im Bett des Traummannes Ryan aufzuwachen und keine Erinnerung zu haben, was genau eigentlich zwischen den beiden gelaufen ist. Noch peinlicher, wenn Mr. Right am Morgen danach nur eines will: Deb möglichst schnell loswerden und ohne Frühstück hinauskomplimentieren. Der Walk of Shame wird für die Abservierte jedoch noch ätzender als sie begreift, was in der Zwischenzeit außerhalb des Betts passiert ist. Über Nacht ist in dem Kaff die Zombieapokalypse ausgebrochen. Haben die beiden als vielleicht einzige Überlebende nun die Pflicht, durch Fortpflanzung den Fortbestand der Menschheit zu sichern? Debs Herz schlägt höher. Doch noch ist die Epidemie örtlich begrenzt und die Stadt zur Quarantänezone erklärt. Unter den weiteren Nichtinfizierten befinden sich Ryans zwielichtiger Vater, sein schießwütiger Bruder und die zickige, aber optisch ziemlich perfekte Verlobte von Debs Flamme. Die Chance, Ryans Herz zu erobern scheint wesentlich geringer, als es an wütende Beißer zu verlieren.

Kritik: Ich bin ein offener Mensch. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, gehe ich nicht primär zum FFF, um eine bestimmte Sorte Film zu sehen. Ich bin weder Splatterfan noch SF-Nerd, es muss nicht knallhart sein, aber auch nicht mainstream und mit Sandra Bullock besetzt (obwohl das hilft). Es muss nicht mal GUT sein – ANDERS reicht oft schon und manche Krücke habe ich mir als „interessanten Teil der Mischung“ schön geredet.

Ich sage das nur, damit es keinen Bruch in eurem Verständnis meiner Person gibt, wenn ich zugebe, dass ich „Night of the Living Deb“, die wohl softeste Zombie-Komödie der Kinogeschichte, genau so gerne mag wie „We are the Flesh“. Kunst und Kommerz, von ganz hart bis ganz weich – ich bin ein Mensch der Extreme.

Die Tatsache, dass „Deb“ da funktioniert, wo „House Harker“ scheitert, obwohl beide mit Crowdfunding finanziert wurden, ist recht leicht zu erklären: Kyle Rankin ist ein Profi, der seine Eignung als Regisseur in der US-Serie „Project Greenlight“ bewiesen hat. Wer diese harte Schule durchlaufen hat, weiß nicht nur, wie man einen Film stemmt, sondern auch, wo das Publikum sitzt. Und darum hat er klugerweise eine so massenkompatible Zombie-Comedy wie irgend möglich gedreht.

night of the living deb

Soll ich „Deb“ allen Ernstes mal mit „Desierto“ in einen Topf schmeißen? Soll ich? Kann ich machen. Beide Filme haben sich für ein Thema entschieden, für einen singulären Fokus, den sie präzise entwickeln und dem sie alles unterordnen. So wie „Desierto“ sich ganz auf das knallharte Katz & Maus-Spiel in der Wüste konzentriert, ist „Deb“ nicht weniger aufmerksam bei der Entwicklung der Romanze von Deb und Ryan und dem Fortschreiten der Zombie-Apokalypse. Da gibt es keine Szene ohne Gag, keinen überflüssigen Nebencharakter, keinen Subplot ohne Bedeutung. Diese Filme kennen ihr Thema, kennen ihr Genre, ihre Zielgruppe.

Die Tatsache, dass „Deb“ federleichtes Entertainment bietet, sollte man nicht unterschätzen – federleicht ist sehr schwer. Weil es bedeutet, dass man die Mechanismen dahinter vergisst, dass es keine Brüche gibt, keine Durchhänger.

Eine gewichtigen Anteil an der Sympathie, die „Deb“ einfährt, haben wir Deb zu verdanken – nicht primär der Schauspielerin Maria Thayer. Die ist sweet and bubbly, aber das hätten viele andere Schauspielerinnen auch gekonnt. Es ist die Figur, die überzeugt: herzensgut, ein bisschen durchgedreht, nerdy, unsicher, aber patent. Ihre tollpatschige Art ist unwiderstehlich. Deb ist wie Shaun.

Und so hangelt sich „Deb“ von einer hübschen Szene nur nächsten wie Tarzan an den Lianen, bis es zum erwarteten Happy End kommt. Und das wäscht dann den Schmutz von „Antibirth“ und „We are the flesh“ wieder von der Seele, während man mit einem leisen Seufzen den letzten Rest Cola aus dem Becher schlürft…

gruenFazit: Eine dem Mainstream geradezu zwanghaft verpflichtete Zombiekomödie mit Herz, die wirklich keinerlei Risiken eingeht und dem Publikum ergeben gute Laune machen möchte – und das auch schafft. Das filmische Equivalent zu YouTube-Videos von schlafenden Kätzchen.

Philipp meint: Niedliche romantische Komödie mit Zombies. Sehr wohltuend, endlich mal wieder richtig was gelungenes zum Lachen zu bekommen.

P.S.: Es sei noch angemerkt, dass auch Marcus Dunstan mit „The Neighbor“ bereits bewiesen hat, dass „Project Greenlight“ durchaus beachtliche Talente findet und fördert.



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Peroy
Peroy

„Die Tatsache, dass „Deb“ da funktioniert, wo „House Harker“ scheitert, obwohl beide mit Crowdfunding finanziert wurden, ist recht leicht zu erklären: Kyle Rankin ist ein Profi, der seine Eignung als Regisseur in der US-Serie „Project Greenlight“ bewiesen hat. Wer diese harte Schule durchlaufen hat, weiß nicht nur, wie man einen Film stemmt, sondern auch, wo das Publikum sitzt. Und darum hat er klugerweise eine so massenkompatible Zombie-Comedy wie irgend möglich gedreht.“

Oh Gott…

comicfreak

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Peroy
Peroy

Zielgruppe…

heino
heino

War ganz nett, mir aber im Endeffekt dann doch etwas zu harmlos. Und einige der Szenen (z.B. im Yule Store) sind erschreckend schlecht gespielt. Insgesamt nette Unterhaltung, mehr nicht.

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[…] nebeneinander stehen, ohne sich zu behindern. In der Beziehung erinnert der Film an „Night of the Living Deb“ und „Dance of the […]

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