Kingsglaive: Final Fantasy XV

kingsglaive-final-fantasy-posterJapan 2016. Regie: Takeshi Nozue. Sprecher: Sean Bean, Lena Headey, Aaron Paul, Liam Mulvey, Adrian Bouchet

Offizielle Synopsis: Zwischen Niflheim und Lucis herrscht seit Jahren ein gewaltiger Krieg, nur die Hauptstadt Insomnia kann den Angriffen der Niflheimer noch standhalten. Plötzlich kommt von den Aggressoren ein Angebot: Für dauerhaften Frieden soll Lady Lunafreya Kronprinz Noctis ehelichen. Doch im Reich Lucis ist ein Komplott in Gange. Nur Ritter Nyx Ulric und seine Königsgetreuen sehen die Gefahr und machen sich auf, den Verrat zu zerschlagen.

Kritik: Nein, ihr habt die Teil 2 bis 6 und 8 bis 14 nicht verpasst. „Final Fantasy XV“ ist nach „The Spirits within“ und „The Advent Children“ erst der dritte Film zu einer Videospielreihe, die aktuell bei Teil 15 angelangt ist und mit diesem Werk beworben werden soll.

Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: Auch wenn „Kingsglaive“ von der Story ungleich verständlicher und straighter ist als „Advent Children“, ändert das nichts daran, dass sich Nicht-Videospieler in diesem Universum nicht auskennen, dass ihnen die Konflikte, die Figuren und die Mythologie nichts sagen. Einem Noob diesen Final Fantasy-Film zu zeigen ist vergleichbar mit der Idee, einem SF-Neuling „Star Trek Beyond“ zu zeigen. Man mag sich am Geschehen auf der Leinwand amüsieren und die Effekte bewundern, aber der Impact, den eine intime Beziehung zur Franchise garantiert, stellt sich nicht ein.

kingsglaive

Und so ist es bei mir dann auch gewesen: Ich habe die erstaunlich detaillierten, geradezu gigantischen digitalen Bauten bewundert, die elegante Action-Choreographie, die gleichzeitig verstörende wie stimmige Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Gegenwartstechnologie (man fährt Audi – product placement much?). Ich konnte auch durchaus dem „Quest“ (letztlich „rette die Prinzessin“) etwas abgewinnen und finde die teilweise photorealistische Darstellung der Figuren zwar nicht perfekt, aber doch erstaunlich. Die gesamte Schlacht zum Finale wirkt wie eine Hochzeit von Transformers und Godzilla – in der digitalen Welt gibt es kein Limit für Sachschäden.

Aber es holt mich eben doch nur begrenzt ab, macht mich nicht zum Fan. Die großen dramatischen Momente verpuffen, weil mir Final Fantasy nicht erklärt, warum sie dramatisch sind. Da wird am Anfang eine junge Frau ermordet, die wir bis dahin in zwei Szenen gesehen habe. War die wichtig? Hat die in früheren Teilen eine größere Rolle gespielt? Löst das nun was aus? Ich weiß es schlicht nicht.

Man sollte auch mal über die Abmischung sprechen. Ich weiß nicht, ob es ein Problem der Kopie oder der Projektion zwar, aber über weite Strecken waren die Dialoge unter der krachenden Musik praktisch nicht zu verstehen. Daran muss noch mal geschraubt werden.

gelbFazit: Als Tech-Demo und simple Fantasy-Schlachtenmär beeindruckendes CGI-Spektakel für die größtmögliche Leinwand, das ohne den Background des FF-Universums aber oberflächlich und nur begrenzt packend bleibt.

Philipp meint: Unübersichtliches CGI-prügelt-auf-CGI-Spektakel, das mich nicht abgeholt hat.



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Goran
Goran

Das Problem hier ist aber, dass sich Final Fantasy immer nur ein oder ein paar Spiele lang überhaupt in der gleichen Welt bewegt.

Mir diesem Film wird wieder eine neue Welt aufgemacht, denn das zugehörige Spiel ist noch nicht erschienen. Wo Advent Children sich auf FF7 zurückbezog, greift man hier vor.

Ich habe den Film nicht gesehen, aber ich befürchte er wird selbst für FF Fans ähnlich unverständlich sein, bis man das SPiel gespielt hat.

Goran
Goran

@Wortvogel

Laut Wiki wird hier eine parallel zum Spielbeginn spielende Handlung erzählt, die das Team zu ausufernd für das Spiel fand, aber trotzdem erzählen wollte.

Wie gesagt, FF15 macht mehr oder weniger wieder eine eigene Welt auf, wie immer mit den typischen Versatzstücken aus Charakternamen, Luftschiffen, etc., und einer losen Verbindung zu einem der vorherigen Weltkonzepte.

Peroy
Peroy

Holt der Film einen ab?

goran
goran

@wortvogel

Spul den Trailer mal auf 0:30. Das ist derselbe Charakter (der König?), wie im Film.

Du verwechselst hier die PS4 Spielgrafik, die starke Abstriche machen muss, mit der vorberechneten CGI eines Films, das lässt die Unterschiede weit stärker wirken, als sie sind, wenn Du Dir mal die Promobilder ansiehst.

goran
goran

„KINGSGLAIVE: FINAL FANTASY XV IS AN ACTION-PACKED FULL-LENGTH CG MOTION PICTURE! KINGSGLAIVE is told through the eyes of King Regis,

while FINAL FANTASY XV follows the journey of Prince Noctis.“

Aus der Amazonbeschreibung zu der Sony selber verlinkt.

https://www.amazon.com/Kingsglaive-Final-Fantasy-XV-Blu-ray/dp/B01H2ITW2Y/?tag=sphe-kingsglaive-teasersite-20

http://www.kingsglaivefinalfantasyxv-movie.com/site/

Peroy
Peroy

ICH VERLANGE JETZT EINE KONKRETE AUSSAGE DARÜBER OB ICH VON DIESEM FILM ABGEHOLT WERDE ODER NICHT!

goran
goran

@wortvogel

Dann erklär Dich besser?

Du sagst Stil und Design hätten nichts gemein und auch die Handlung nicht? Habe ich Dich da verstanden?

Dietmar

Nur den Cast gelesen und habe nur eine Frage: Stirbt Sean Bean? (Tippe auf ja 🙂 )

Dietmar

Der Trailer rauscht an mir jedenfalls vorbei.

Ferdinand Fröhlich
Ferdinand Fröhlich

Ich, als oller FinalFantasyfan( lässt sich super mit FFF abkürzen), werde mir den natürlich anschauen und wahrscheinlich begeistert sein.
Dass „Advent Children“ dem Nichtfan der Spiele nicht so viel gibt kann ich absolut nachvollziehen.

Mario Rössel
Mario Rössel

@Wortvogel: Shau dir den Trailer zum Spiel noch mal genauer an – die blonde Prinzessin aus dem Film taucht dort tatsächlich auf. Deshalb glaube ich schon, dass Film und Spiel zumindest zu Teilen zusammenhängen. Vielleicht erzählen sie die Geschichte nur stilistisch unterschiedlich.

Jake
Jake

„Die reiten auf Comic-Straußenvögeln durch die Wüste!“

Chocobos heißen die und sind quasi das „Maskottchen“ der Spiele-Serie. Seit 1988 tauchen die in jedem neuen Teil auf.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Ich dachte, dass Kingslaive zig Jahre vor der Handlung von „FF XV“ spielen soll? Das hätte den Charakteren auch Zeit gegeben, sich von realistischen Charakteren zu „Manga-Charakteren“ zu entwickeln 😉
Aber mal im Ernst: Der Hauptcast des Spiels mag wie eine Boyband wirken, die restlichen Charaktere sind aber auch dem realistischen Stil des Films verpflichtet und nur, weil es im Film keine Chocobos gibt, heißt das nicht, dass es nicht in der gleichen Welt spielt.