12
Nov 2020

Wortvogels Weltschau (3):
Star Trek vs. Star Wars: Round 2!

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich will mich mit den neuen Episoden von Star Trek und Star Wars nicht lange aufhalten. Star Trek DISCO war diese Woche ein bisschen besser als davor, auch wenn sich die TNG-eske Episode unter dem Banner "Wie geht’s denn so? Ach, muss ja." zusammenfassen lässt, was dramaturgisch sehr dünn ist und wieder mal primär die Innerlichkeit der Figuren bedient. Der Mandalorian ist erneut unterwegs, trifft erneut einen exotischen Gastcharakter, bekämpft erneut ein fettes Monster, während Baby Yoda süß schaut und Unfug macht. Wie schon die erste Staffel nicht sehr inhaltstief, aber dafür immer noch verdammt unterhaltsam und vor allem optisch ein Rausch.

Es scheint mir aber angebracht, mich einem immer wieder auftauchenden Vorurteil zu stellen, mit dem ich bei Twitter und auf Facebook konfrontiert werde: "Ach, der Dewi findet Star Trek ja sowieso scheiße".

Das ist schlicht Unfug. Ich hasse DISCO, weil ich Star Trek liebe.

Ich saß 1972 bei der deutschen Erstausstrahlung von STAR TREK als Knirps vor dem Fernseher. Ich habe STAR TREK: GENERATIONS in LA gesehen und ein tolles Promo-Plakat mit größter Vorsicht gerollt nach Deutschland transportiert.

Ich habe über die Jahre Interviews mit Gates McFadden, Nichelle Nichols, Patrick Stewart, George Takei, Michael Dorn, James Doohan und anderen Beteiligten geführt. Bevor ich mich für mein Superman-Tattoo entschieden habe, war jahrelang das Starfleet-Emblem ganz oben auf meiner Motivliste gewesen.

Ich habe eine Con in der Royal Fucking Albert Hall in London besucht, den Star Trek-Pub, die Trek-Ausstellung in Pittsburgh und die Trek Experience in Vegas:

Wortvogel (l.) 1999 in Vegas

Ich. Liebe. STAR TREK.

Aber ich habe auch, wie mehrfach erklärt, eine sehr genaue Vorstellung davon, was Star Trek ist. Und so wenig wie VOYAGER Star Trek war und so sehr DEEP SPACE NINE eine gute Serie, aber nur marginal Star Trek war – so wenig ist DISCO Star Trek. Star Trek ist für mich TOS, TNG, ENT, die Trickserien und die Kinofilme – und meinetwegen DS9 an einem gnädigen Tag. VOY und DISCO? No way, José.

Was ein wenig untergeht: das ist nur meine Meinung. Die muss niemand teilen. Aber behauptet nicht im Brustton der Herablassung, der Dewi möge halt kein Star Trek. Das nehme ich persönlich.



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el flojo
12. November, 2020 09:06

Hm… Schönwetter-Trekkie?

Ich muss weg! 😉

Jake
Jake
12. November, 2020 09:11

Du schreibst, dass DS9 und VOY für Dich nur marginal bzw. im Falle von VOY kein "Star Trek" war, DS9 aber in Deinen Augen eine gute Serie ist. Wie hältst Du es mit VOY als Serie? Fandest Du die gut?

Jake
Jake
12. November, 2020 09:59
Reply to  Torsten Dewi

Danke, sehe ich ähnlich. VOY und DISCO sind die einzigen Trek-Serien, bei denen ich irgendwann ausgestiegen bin.

Kuhbaert
Kuhbaert
12. November, 2020 13:33
Reply to  Jake

Für mich war das Ende von Star Trek erst (oder schon) bei ENT erreicht, alle vorherigen Trek Serien waren Pflichttermin bei Ersaustrahlung.

Auch wenn ENT mal irgendwo läuft und ich reinzappe kann mich das keine 10 Minuten halten bevor ich weiterzappe. Ich glaube das liegt maßgeblich an Scott Bakula aber auch mit den anderen Charakteren werde ich nicht warm.

Picard und Disco bis Staffel 2 hab ich zwar gesehen weil ich dem eine Chance geben wollte, aber bei zuviel Dünnschiss-Science bin ich raus. Man macht sich nicht mal die Mühe auch nur irgend ein Detail plausibel erscheinen zu lassen. Sei es nun technik, motivation der Charactere, Zeitliche abläufe oder das betrachten der Detonation eines Photonontorpedos an der Schleusentür oder Raumschiff fressende Riesenpflanzen.

Was ich bei Dr. Who vieleicht nocht toleriert oder sogar cool gefunden hätte kann und will ich bei Star Trek nicht sehen und selbst ohne das Label StarTrek würde für mich kein brauchbares SciFi draus werden.

Kuhbaert
Kuhbaert
12. November, 2020 14:04
Reply to  Torsten Dewi

Ich glaube ich spiele da schon viel mit normalerweise, aber sowohl Picard als auch Disco hat es geschafft das ich mich als Zuschauer regelrecht verarscht gefühlt habe.

In dem maße hat das bisher nur "Under the Dome" geschafft.
Wenn für mich der Eindruck entsteht die Autoren nehmen Ihre Zuschauer nicht ernst ist für mich irgendwann Schluss.

Last edited 18 Tage zuvor by Kuhbaert
jimmy1138
jimmy1138
12. November, 2020 20:18
Reply to  Torsten Dewi

Hatten die nicht bei Berman-Trek wissenschaftliche Berater, die denen den Techno Babble geschrieben haben, damit das Hand und Fuß hat?

AlphaOrange
AlphaOrange
12. November, 2020 23:27
Reply to  Torsten Dewi

So muss es ja auch sein.
Wenn es Hand und Fuß hat wären die Berater gottverdammte Genies, die für die NASA arbeiten sollten.

Kuhbaert
Kuhbaert
13. November, 2020 08:09
Reply to  Torsten Dewi

Es geht ja auch darum was man zeigt, die Torpedoszene ist da ja symptomatisch: Man erzählt dem Zuschauer die ganze Zeit das das Ding in der Hülle 20% des Schiffes zerstören wird und Pike geht kurz vor knapp durch die Tür und schaut seiner Freundin beim sterben zu. Im nächsten Bild schaut die Untertassensektion aus als hätte Grobbie in den Keks gebissen, aber Pike hat nicht mal einen Sonnenbrand.
Das sind so Szenen da könnte ich im Strahl kotzen, Sorry.

Hier zum mitstaunen:
https://www.youtube.com/watch?v=bNb_x-lDtxs

Warum baut man nicht das ganze Schiff aus dem Material der Tür?

Last edited 17 Tage zuvor by Kuhbaert