The Witch (1)

Südkorea 2018. Regie: Park Hoon-Jung. Darsteller: Kim Da-Mi, Jo Min-Soo, Choi Woo-Sik, Go Min-Si, Park Hee-Soon, Da-Eun

Offizielle Synopsis: Die Geschichte beginnt mit einem brutalen Massaker. Nur die achtjährige Ja-Yoon kann entkommen. Zehn Jahre später scheint sie an das traumatische Erlebnis keine Erinnerung mehr zu haben. Als ihre beste Freundin die scheue Teenagerin überredet, in einer öffentlichen Castingshow einen ihrer verblüffenden Zaubertricks vorzuführen, ruft das unversehens die geheim operierende Organisation auf den Plan, die ihr schon vor einem Jahrzehnt nach dem Leben trachtete. Doch das Mädchen weiß sich zu wehren – und wie!

Kritik: Ja, da oben steht eine (1), das ist schon richtig. „The Witch“ ist der erste Teil einer Trilogie, hat den Untertitel „The Subversion“. Ist natürlich nicht ideal, schon vorab zu wissen, dass die Story der jungen Ja-Yoon hier nicht auserzählt wird. Man befürchtet Cliffhanger oder baumelnde Handlungsstränge, aber anders als bei „Parasyte“ oder „Death Note“ wird hier darauf geachtet, dass nach hinten raus feucht durchgewischt wird und der Zuschauer nicht das Gefühl bekommt, nur einen halben oder ein Drittel Film gesehen zu haben.

Inhaltlich ist „The Witch“ (ein irreführender Titel) an Kings „Feuerkind“ angelehnt und an „La femme Nikita“ – wieder einmal sind Kinder für Experimente missbraucht worden, haben ungewöhnliche Kräfte entwickelt und kämpfen nun für oder gegen die Organisation, die sie erschaffen hat.

Technisch auf sehr hohem Niveau, mit guten darstellerischen Leistungen und (vor allem in der zweiten Hälfte) erfreulich dynamisch brutaler Action, weist „The Witch“ auch ein paar dramaturgische Exzentrismen auf, die ihn sympathisch machen: er ist extrem elliptisch erzählt, lässt scheinbar relevante Szenen, Twists und Reveals einfach aus, um die Spannung hoch zu halten und den Zuschauer zum Mitdenken einzuladen. Das wirkt anfangs etwas desorientieren, weil wir gewöhnt sind, die Exposition mit dem großen Löffel gefüttert zu bekommen, aber hier dient es dazu, elegant die Fragezeichen der Geschichte über die Laufzeit in der Luft zu halten. Und mag der Film am Anfang auch etwas verträumt langsam wirken, so ist das nur ein solider Anlauf, um dann zum Ende hin zu spurten.

Klar ist das weder eine Neuerfindung des Actionkinos noch ein rasend origineller Vertreter des paranormalen Geheimdienst-Thrillers – aber als hochoktaner Zeitvertreib und idealer Einstieg ins Festival-Wochenende war ich „The Witch“ sehr gewogen, als das Licht wieder anging. Teil 2 bitte!

Fazit: Harter, sich solide steigernder Para-Thriller, gerade einfallsreich genug, um nicht in der „1000 Mal gesehen“-Kiste zu landen. 8 von 10 Punkten.


The Nightshifter

Brasilien 2018. Regie: Dennison Ramalho. Darsteller: Bianca Comparato, Daniel De Oliveira, Cauã Martins, Fabíula Nascimento, Annalara Prates, Marco Ricca

Offizielle Synopsis: Nacht für Nacht rasen die Krankenwagen durch die Straßen von São Paulo. In ihnen jagt der Abschaum der Stadt seinem letzten Ziel entgegen: dem Leichenschauhaus. Dort schiebt Stênio die Nachtschicht als Assistenz-Pathologe, und im Gegensatz zu seinem tristen Leben bei Tage, gestaltet sich zumindest sein nächtlicher Job als einigermaßen abwechslungsreich. Denn Stênio kann mit den Toten sprechen! Hooligans, Gangster, Mörder – sie alle landen irgendwann auf seinem Tisch. Und während er ihre Kadaver aufschneidet und auseinandernimmt, vertrauen sie ihm ihre Geschichten und letzten Wünsche an. Als Stênio eines Nachts jedoch ein Geheimnis aufschnappt, das ihn persönlich betrifft, macht er den tödlichen Fehler, das Vertrauen der Toten zu missbrauchen. Die wollen fortan nur eins: Rache! Und haben zudem alle Zeit der Ewigkeit diese zu schmieden.

Kritik: Ahhh, Filme aus Südamerika. Eines meiner „guilty pleasures“ beim FFF. Die sehen eigentlich immer anders aus, haben einen anderen Puls, andere Gesichter. Auch „The Nightshifter“ kann man sich SO nicht als US-Film vorstellen – oder als Drama über einen Berliner Leichenbeschauer. Hier atmet jede Szene auch die Kultur des Landes.

Stênio kann also mit den Toten reden. Das wird nie erklärt, Stênio selbst scheint es (passiver Loser, der er ist) eher stoisch hinzunehmen. Was am Anfang noch wie eine rabenschwarze Komödie wirkt, dreht aber dann ins Drama, als Stênio seine Gabe missbraucht. Die Toten trickst man nicht ungestraft – und entkommen kann man ihnen schon gar nicht. Glaubt der Zuschauer bis zur Mitte des Films noch, der „Held“ (den man angesichts seiner völligen Schnarchigkeit nicht wirklich so nennen kann) würde am Ende irgendeine Lösung finden und mit der hübschen Lara neue Glück erleben, so sieht man sich bös getäuscht: Stênio hat sein Recht auf ein normales, ungestörtes Leben verspielt. Schlimmer noch: er hat auch seine Familie in den Abgrund geführt.

Zugegeben, in der Mitte setzt ein wenig Leerlauf ein, „The Nightshifter“ dreht sich sehr um sich selbst, aber das wird mehr als aufgefangen vom Lokalkolorit, von der Authentizität der Figuren, der inhärenten Spannung ihrer Konstellationen, die – wie erwähnt – in Filmen unseres Kulturkreises eher selten vorkommen. Wenn nicht gerade was Spannendes erzählt wird, guckt man einfach interessiert zu, wie in ein Schaufenster.

Fazit: Kein neuer Klassiker und für Freunde klassischer Spannungsdramaturgie vielleicht mitunter etwas zu gemächlich, aber wer auf ungewöhnliche Geisterfilme mit neuen Perspektiven steht, der kann hier ohne Not etwas südamerikanische Kinokultur genießen, ohne gleich in Kunst machen zu müssen. 7 von 10 Punkten.


Extremely Wicked, Shockingly Evil, And Vile

USA 2019. Regie: Joe Berlinger. Darsteller: Zac Efron, Lily Collins, Kaya Scodelario, Jeffrey Donovan, Angela Sarafyan, John Malkovich, Haley Joel Osment, Jim Parsons

Offizielle Synopsis: Ted Bundy ist neben Jeffrey Dahmer und John Wayne Gacy der wohl bekannteste Serienmörder der Neuzeit, und hat die Faszination absoluten Grauens so greifbar gemacht wie kein anderer: Er ist der All-American Mr. Nice Guy, der den Nachbarn beim Rasenmähen gutgelaunt zuwinkt. Er ist der, dem du ohne zu zögern die Hand deiner Tochter versprechen und niemals für möglich halten würdest, dass diese Hand eines Tages vielleicht in einem Müllsack am Ufer des Flusses gefunden wird. Und so glaubt auch Ted Bundys langjährige Freundin Elizabeth nicht im Traum daran, dass in ihrem Jugendschwarm ein bösartiges Monster verborgen liegt. Selbst als sich die Verdachtsmomente mehren, hält sie immer noch an Teds charmanten Ausreden fest. Bis ihr und dem ganzen Land eines Tages die Augen geöffnet werden und die Enthüllung einer sadistischen Saga von ungeheuerlichem Ausmaß den amerikanischen Traum in tiefes Rot taucht.

Kritik: Filme über echte Serienkiller – I’m not a fan. Vor zwei Jahren hatten wir ja bereits „Dahmer“, den ich nicht sehr befriedigend fand. Abgesehen davon, dass ich die Ermordung von Menschen ohne paranormale Elemente für eher öde halte, stört mich bei „true stories“ dann zusätzlich, dass Täter und Ende ja weidlich bekannt sind. Wir WISSEN, dass Ted Bundy ein Massenmörder der übelsten Sorte war, wir WISSEN, dass er erwischt wurde, wir WISSEN, dass er dafür auf dem elektrischen Stuhl endete. Was will man da noch erzählen?

Sehr viel, wie sich herausstellt. Joe Berlinger hat sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und tatsächlich einen Dreh gefunden, der den Stoff nochmal frisch macht: „Extremely wicked“ (der lange Titel ist ein Zitat aus der Urteilsverkündung) wird aus der Perspektive von Bundys Lebensgefährtin erzählt, die sich über erstes Misstrauen und sich konkretisierende Hinweise damit auseinander setzen muss, dass sie eigentlich kaum was über ihren Traummann weiß – und dass sie vielleicht die einzige Frau ist, die eine nähere Begegnung mit ihm überlebt hat.

Das wird extrem geschickt gebaut – selbst mit dem Wissen, dass Bundy schuldig war, sind die präsentierten Geschehnisse und Indizien so vage, dass man seinen Unschuldsbeteuerungen fast glauben MÖCHTE. In der zweiten Hälfte ertappt man sich dabei, dass man die „official story“ in Frage stellt. Haben Polizei und Staatsanwaltschaft Bundy doch reingelegt, ihm jede Menge Taten in die Schuhe geschoben, weil es bequemer war, als „ungelöst“ auf die Akte zu stempeln?

Nicht wenig Anteil am Erfolg dieser Erzählweise hat Zac Efron. Das ehemalige Teenie-Idol gibt hier eine nicht bloß gute, sondern herausragende Performance. Es gelingt ihm erschreckend mühelos, den Charme und die gleichzeitige Leere Ted Bundys, seinen Narziss und seine Geltungssucht, einfließen zu lassen. Der Zuschauer wird wie die Bundy-Groupies im Saal: klar ist er vermutlich ein Serienkiller – but he’s so dreamy!

Und gerade deshalb nehme ich „Extremely wicked“ seinen einzigen Fehltritt so übel, auch wenn er erst im Finale kommt und gerade mal 30 Sekunden dauert. Das so raffiniert aufgebaute Lügengebilde des Lebens von Ted Bundy wird auf der Zielgeraden dann doch demontiert – und damit die Fähigkeit des Films, uns Dinge glauben zu machen, von denen wir wissen, dass sie nicht wahr sind. Regisseur Berlinger verrät sein eigene größte Leistung – vielleicht, um sich keine posthume Kumpanei mit Bundy vorwerfen lassen zu müssen. Oder vielleicht, um uns aus der Bequemlichkeit der Narrative zu reißen. Aber bei mir hat das leider gar nicht funktioniert.

Fazit: Ein fettes Highlight im „true crime“-Genre, dem ich eigentlich gar nichts abgewinnen kann. Zac Efron zeigt Zähne. Verdiente 9 von 10 Punkten. 


The Curse of La Llorona

USA 2019. Regie: Michael Chaves. Darsteller: Linda Cardellini, Patricia Velasquez, Madeleine McGraw, Sean Patrick Thomas, John Marshall

Offizielle Synopsis: Für Sozialarbeiterin Anna wird ein schwieriger Fall zur ultimativen Belastungsprobe: Das Jugendamt will einer Frau, deren Kinder Spuren von Misshandlung aufweisen, das Sorgerecht entziehen. Doch bevor das Amt handeln kann, sind die Kinder tot, und Anna gerät in Erklärungsnot. Die verzweifelte Mutter schwört Anna bei ihrem Leben, sie habe ihren Spross nur vor „La Llorona“ – der „Weinenden“ – beschützen wollen, einem Geist, der aus Kummer und Rache aus dem Jenseits zurückkehrt, um die Kinder anderer Mütter zu holen. Je mehr Anna nachforscht und sich auf die Spuren der alten Legende begibt, umso gefährlicher wird die Situation bald für sie und ihre eigene Familie.

Kritik: Ich kann nicht mehr. Diese ganzen Blumhouse & Co.-Gruselfilmchen gehen mir echt auf die Nerven. Und wann immer ich denke „jetzt schau dir noch einen an, irgendwas muss ja dran sein“, möchte ich hinterher die Leinwand anschreien „NIX war da dran!“. Es gibt kaum eine Firma, deren Output mir mehr gefallen sollte, aber weniger gefällt – und das schließt Asylum ein.

Auch „The Curse of La Llorona“ ist ein so perfektes Beispiel für diese Masche, dass man eigentlich einen generischen Review schreiben könnte, der sich fünfmal im Jahr wieder verwenden lässt. Wie immer spielt der Film auf einem technisch akzeptablen Niveau, die Darsteller sind ordentlich, die Kameraarbeit flüssig und die Effekte überzeugend.

Aber jenseits der technischen Kompetenz herrscht halt totale kreative Dürre. Die ganze Story besteht aus Versatzstücken von Evil Dead, Poltergeist und Exorzist, jeder Schock und jede Suspense stammen aus dem „kleinen Handbuch für Gruselfilmer“. Da flackern die Glühbirnen, knarzen die Dielenböden, prasselt der Regen gegen das Fenster, während die Gardinen wehen. Und mit nerviger Regelmäßigkeit macht es BUH!! – wenn die titelgebende Fluchfigur zu schrillem Gekreische auf dem Soundtrack auftaucht.

Das ist kein Kino, das ist Geisterbahn. Und wie die Geisterbahn nimmt der Schrecken ab, je öfter man schon über diese Schienen gerattert ist.

Hinzu kommt, dass „The Curse of La Llorona“ sich wirklich gar keine Mühe gibt, jenseits der Pflichterfüllung etwas zu leisten. Der Fluch wird etabliert, der Fluch wir erklärt, der Fluch wird besiegt. Würden sich nicht alle Beteiligten (besonders die Kinder) wie die letzten Spacken verhalten, wäre der Film nicht nach 93 Minuten aus, sondern nach gnädigen 23.

Ich habe auch nicht ganz verstanden, warum der Film in den frühen 70ern spielen muss (eine Ära, die hier visuell nur mäßig glaubwürdig aufgearbeitet wird) – außer der gewollten Einbindung in die Annabelle-Filme hat das keine Rechtfertigung.

Fazit: 0815-Grusler der gelackten, aber auch inhaltsleeren Sorte. Für Blumhouse & Co.-Fans solide B-Ware, für Genrefans mit Anspruch leere Kalorien. 5 von 10 Punkte.


You might be the killer

USA 2018. Regie: Brett Simmons. Darsteller: Fran Kranz, Alyson Hannigan, Brittany S. Hall, Patrick R. Walker, Keith David, Bryan Price

Offizielle Synopsis: Sam ist Betreuer des Sommercamps „Clear Vista“ an einem einsam gelegenen See. Was kann da schon schief gehen? Nun, dass ein maskierter Killer auftaucht und sämtliche Teamleiter massakriert, zum Beispiel. Doch Sam weiß, wo er Hilfe bekommt! Wozu ist seine beste Freundin Chuck schließlich Verkäuferin in einem Nerdshop und kennt sämtliche Klischees des Slasher-Genres in- und auswendig? Als Telefonratgeberin beginnt sie Sam Stück für Stück durch die Gefahr zu lotsen.

Kritik: Ich bin ja durchaus ein Freund von Parodien, aber ein Feind von schlechten Parodien. Um ein Genre durch den Kakao zu ziehen, muss man es nicht nur verstanden haben – man muss seine Elemente passgenau auf den Kopf stellen können. Dazu braucht es Hirn und Bildung. Leider bringen viele Filmemacher nur Wurstigkeit mit, weil sei meinen, es sei leichter, sich über ein Genre lustig zu machen, als sich ernsthaft an Konkurrenz zu den Klassikern zu versuchen. Und wie neulich erst bei „Blood Fest“ kommt „You might be the killer“ nicht mal schadenfrei vom Startblock.

Klar ist die Grundidee launig – ein Ferienlager-Aufseher wird in eine typische Slasher-Narrative verwickelt und bittet per Telefon eine genregestählte Freundin, ihm die Spielregeln zu erklären. Aber „You might be the killer“ macht das mit dem Holzhammer, verwechselt Hysterie mit Humor und spielt sein mäßiges Blatt viel zu früh aus. Wenn der Titel nicht schon das verrät, was eigentlich ein Plottwist für den dritten Akt sein sollte, dann tun es die ersten zehn Minuten. Danach ist alles gesagt, was es zu sagen gibt – und der Rest dieser „Parodie“ dreht leer.

Es hilft nicht, dass der Film erkennbar billig herunter gekurbelt wurde, dass Alyson Hannigan für ihre vielleicht zwei Tage Drehzeit erschreckend wenig emotionalen Aufwand investiert, und dass der ganze Plot letztlich natürlich dumpfer Schrott ist und am Ende auch keine Auflösung erfährt. Was jenseits von Hannigan im Cast kreucht und fleucht, ist erkennbar Provinztheater und bleib so blass wie die Figuren, die wie ihre Vorbilder aus den Splatterfilmen nur Kanonenfutter sind – oder Machetenfutter, wie in diesem Fall.

Kräftiger Splatter und ein paar leidlich komische Insider-Gags bringen vielleicht ein wohlgestimmtes Festival-Publikum über die Mitternacht, aber für Heimseher lohnt es sich nicht mal, von der Couch aufzustehen, um die DVD einzulegen.

Fazit: Halbgarer und über weite Strecken unkomischer Versuch, aus einem seit 30 Jahren toten Genre noch irgendeine Form von Unterhaltung zu pressen. 3 von 10 Punkten.



avatar
4 Comment threads
1 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
5 Comment authors
ThiesRudi RatlosMattsWortvogelTeleprompter Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Teleprompter
Teleprompter

LA Llorona und Blumhouse ? Das wäre mir neu. Habe eigentlich überall gelesen, dass das ein inoffizieller Teil des Conjuring-Universums ist, und damit steckt da auch nicht der umtriebige Jason Blum dahinter, sondern der genauso eifrige James Wan.

Matts
Matts

Haha! Sieht ja ganz so aus, als hätte ich mir am ersten Tag gekonnt die Rosinen herausgepickt!
Ich bin von „Extremely wicked“ nicht ganz so begeistert wie der Wortvogel – aber auf Zac Efrons Performance lasse ich auch nichts kommen. Bei „The Witch“ kann ich dem Lob zu 100% zustimmen. Ich hoffe, der 2. Teil landet auch in Bälde beim FFF.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

The Witch klingt super – hab es leider total verpeilt, dass die Nights schon dieses Wochende waren :'(

Thies
Thies

Mit etwas Verspätung auch meine eingeschränkten Eindrücke der FFF-Nights. Hamburg durfte sich diesmal – wie zuvor bei den „White Nights“ in München – über ein geteiltes Festival-Wochenende freuen. Da ich mir im Ostergeschäft nicht mal eben frei nehmen konnte um den Tag im Kino zu verbringen hatte ich mich auf die Spätvorstellung beschränkt.

Der Tagesablauf in Hamburg war am Freitag der gleiche wie in Nürnberg und daher war mein Einstieg ins Wochenende „You might be the killer“. Im Gegensatz zum Wortvogel hat mich der Film durchaus bei Laune gehalten, aber das hat auch persönliche Gründe.

Ich hatte bis letztes Jahr noch nie einen Teil von „Freitag der 13.“ gesehen. Ich war mit knapp 10 Jahren natürlich zu jung für die ersten Folgen, aber als ich alt genug für die Videotheken wurde – und auch Zugriff auf einen eigenen VCR hatte – war mein Interesse an der Reihe eher gering. Daran war nicht nur das Überangebot an Filmen schuld, sondern auch mein Vorurteil gegenüber der Reihe das stark von dem Horrorfilm-Lexikon von Hahn und Jansen geprägt wurde, wo der erste Teil von den Autoren als „abartiger Schweinefilm“ verurteilt wurde und die einzige zitierte Kritik meinte der FIlm wäre „an Dümmlichkeit kaum zu überbieten.“ – Autsch!!!

Letztes Jahr hatte ich dann endlich Teil 1 & 2 gesehen und war doch sehr erstaunt wie stimmungsvoll diese in ihrem Aufbau gestaltet wurden. „Halloween“ – also das Original natürlich – wird immer mein liebster Slasher bleiben, aber das hatte weitaus mehr Stil und Grusel zu bieten als ich erwartet hatte. Und wie es der Zufall wollte hatte ich das Wochenende vor den FFF-Nights endlich mal Lust und Gelegenheit mein Wissen über die Reihe mit Teil 3 & 4 zu vertiefen. Der serielle Charakter trat bereits in Teil 3 stark in den Vordergrund, aber beide Teile besaßen immer noch genügend Kurzweil um über die „Creative Killings“ hinaus zu unterhalten.

Lange Vorrede zu einem kurzen Fazit: „You might be the killer“ fiel bei mir auf frischen Boden und hat genügend Drive aufgebaut um mich gut gelaunt über die Laufzeit zu retten. Nichts Nachhaltiges, nichts wirklich erinnernswertes, aber für einen Genre-Midnight-Snack mit genügend Feuer unterm Hintern. Wohlwollende 6/10

P.S: Was mir schon etwas sauer aufstößt ist, dass man 40 Jahre nach dem ersten „Friday“ und über 20 Jahre nach „Scream“ meint immer noch Genre-Klischees wie das „Final Girl“ groß und breit erklären zu müssen. Been there, done that – more than twice!