Eben hat jemand auf Facebook das hier gepostet:

Wow, da kommen Erinnerungen auf. Ich glaube, es gibt niemanden, der nicht massive Nostalgie für die Langnese-Tafeln der Kindheit pflegt. Der Trip zum Kiosk, die paar Groschen vom Taschengeld… like ice in the sunshine, indeed:

Ich habe über die 70er und 80er erlebt, wie sich die Tafel verändert hat. Hier ein paar der Sachen, die mir spontan einfallen:

  • Berry wurde auf Mini Milk-Format verkleinert
  • Trendsorten wie Ko Kos fielen weg, andere wie Jonny kamen dazu
  • Cornetto bekam neue Varianten
  • Die Magnum-Invasion begann

Ich habe als Kind immer Berry gelutscht, nach der Umstellung des Formats dann Dolimiti – schlicht weil es „das meiste Eis fürs Geld“ war. Es ist vielleicht heute schwer vorstellbar, aber schon die 50 Pfennig von Dolomiti zu Cornetto waren für mein begrenztes Budget ein Problem.

Kam ich mal an einen Kiosk ohne Langnese, aber mit Schöller, kaufte ich aus den gleichen Gründen Himmi Jimmi für 30 Pfennig: wenig Geld, viel Schleck.

Mich hat immer fasziniert, wie viele Leute „Brauner Bär“ als ihr Lieblingseis der 70er und 80er bezeichnen. Ich fand gerade den harten Kern ziemlich eklig. Und „Happen“ ging auch nicht: billige Styropor-Waffel und dann auch noch Fürst Pückler – hat IRGENDWER auf dieser Welt jemals gerne diese drei Sorten gefuttert? Wenn wir davon eine Box zu Hause hatten, gab es immer ein Wettrennen zwischen mir und meinem Bruder, wer zuerst Vanille und dann Schokolade löffeln konnte. Erdbeere war für Loser!

Als ich eigenes Geld zu verdienen begann, wurde in der Prä-Magnum-Ära Super Cornetto Walnuss die Waffel, mit der man Dates begeistern konnte. Das signalisierte: der ist nicht arm und nicht knickrig, der investiert in seine Romanzen.

Eis am Stiel und in der Waffel ist heute viel edler in der Präsentation und der Bandbreite. In den 70ern stand bei den preiswerteren Sorten ja auch immer „Einfacheiskrem“ dabei. Das war es auch, da muss man sich nichts vormachen. Aber für einen Fünfjährigen war das egal. Jedes Eis war ein gutes Eis.

War ich eigentlich der Einzige, der sich im Kino als Gewinner sah, wenn er im Eiskonfekt eins der innen dunklen Stücke erwischte? Die waren irgendwie der Jackpot und viel leckerer als die hellen.

Seit den 90ern habe ich eigene Kühlschränke und damit eigentlich immer auch Eis im Tiefkühlfach. Langweiligerweise ist Magnum (oder eine generische Version davon) ein Standard. In den letzten Monaten habe ich allerdings immer häufiger zu Cookie Dough Eis gegriffen – auch hier ist die Invasion des US-Geschmacks zu bemerken.

Langnese drängte über die Jahre ja auch verstärkt in die Supermärkte – massiv als höherwertig gepusht hat man damals die Hausmarke „Gino Ginelli“, die es auch schon lange nicht mehr gibt und deren Werbespot 80er pur war:

Einen interessanten Artikel zum Thema gibt es hier.

Ich finde es übrigens sehr schade, dass Langnese selbst die alten Eistafeln nicht in hoher Auflösung und chronologisch geordnet zum Download anbietet.

Was sind eure Erinnerungen? Was waren/sind eure Lieblingssorten?

Nogger dir einen!



avatar
14 Comment threads
15 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
20 Comment authors
DietmarmmgerritmmSigur Ros Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste
Benachrichtige mich zu:
Uli
Uli

Als Kind dachte ich jahrelang Viennetta sei das mit Abstand geilste Eis überhaupt, was sicher nicht unwesentlich an seiner Größe lag. Heute würde mir die „Klassik“ Variante vermutlich nur noch ein herzhaftes Gähnen entlocken.

Jake
Jake

Ach wie schön. „Mini Milk“ (gab’s auch mit ekligem Erdbeergeschmack), „Split“ und „Ed von Schleck“ (letzteres nicht auf dem Plakat – gab’s glaube ich erst in den Achtzigern) hatte ich als Kind am liebsten. Besagter „Happen“ war eigentlich wirklich eklig, vor allem diese kartonartige Waffel. Als kleiner Pimpf war ich da allerdings nicht so wählerisch. Habe jedenfalls noch deutlich in Erinnerung, wie ich immer genüsslich mit der Zungenspitze seitlich zwischen den Waffeln das schon leicht geschmolzene Eis weggeschleckt habe. Und die Werbespots waren sowieso Kult, liefen ja auch immer im Kino.

milan8888

Grünofant sieht „interessant“ aus…

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Ed von Schleck und Flutschfinger 😀 Letzteres – in Kombination mit dem Kaktus-Dingens, was wie ein angefaulter Penis aussieht – hatte schon immer was leicht perverses XD
Heute gibt’s von Langnese eigentlich nix mehr daheim, selbst Magnum ist zu profan – gegen Häagen Dasz stinken die eh alle ab, besonders das Matcha-Eis ist göttlich (leider zumeist nur in Asien zu bekommen :'( )

Tante Jay
Tante Jay

Häagen Dasz Baileys. Jedesmal wenn ich das hier sehe, lege ich mir einen Vorrat an.

gerrit
gerrit

Wo gibt es Häagen Dasz Bailey’s noch?? Uns hat der Vertreter erzählt, wir wären quasi der einzige Laden, wo das liefe, darum gäbe es das gar nicht mehr. Grumpf. Ab davon: Ben & Jerry ftw, besser geht es nicht. Nostalgisch werd ich bei Eis nicht, ich bevorzuge Eisdielen bzw. insbesondere „Das Eislabor“.

Sigur Ros
Sigur Ros

Ja, Ben & Jerry’s mag ich auch sehr – interessant zu sehen, wie auch hier die Amerikanisierung nicht Halt macht und US-Hersteller wie B&J und Häagen-Dasz mittlerweile lang etablierte einheimische Marken wie Langnese und Schöller verdrängen. Selbst manche Tankstellen haben mittlerweile B&J-Eistruhen. Aber ich muss sagen, vor allem Ben & Jerry’s schmeckt eben einfach klasse.

gerrit
gerrit

Verglichen mit dem teuersten Eis sind B&J super preiswert 😉

sergej
sergej

https://www.youtube.com/watch?v=rog8ou-ZepE

Cuja Mara Split

Calippo
Das Eis in der „Tüte“ mit den Händen schmelzen lassen und dann das Eis-Wasser-Gemisch trinken.

Cornetto, am liebsten Bottermelk-Zitronem, schön säuerlich.

Andreas
Andreas

Meine Lieblingssorte von Langnese war immer Sky. Mit Luftschokoladenkern. Ich habe nie verstanden, warum ausgerechnet dieses Eis aus dem Sortiment genommen wurde. Bei uns im Supermarkt war es immer die erste Sorte, die ausverkauft war. Es hatte die perfekte Größe und für die Perversen gab’s auch Sky Kokos und Sky Erdbeere. ;-))

Henry
Henry

Da schließe ich mich mal an. Sky war auch meine Lieblingssorte. Aber nur das Original mit Vanilleeis. Die Luftschokolade in der Mitte war der echt lecker. Muss es so bis mitte, zweite Hälfte der 90’er gegeben haben. Mit dem, vom Konzept her, in eine ähliche Richtung gehenden Nogger kann ich bis jetzt nix anfangen. Dann mochte ich auch sehr gerne Tritti. Ich erinnere nicht mehr, ob das von Langnese oder Schöller war. Auf jeden Fall war es ein billiges (war auf der Eistafel immer ganz unten) Wassereis mit Erdbeergeschmack. Auf der Packung war ein Dinosaurier mit einer überdimensionalen Zunge.

Comicfreak
Comicfreak

.. Na toll, ich hatte das völlig verdrängt und jetzt könnte ich vor spucke im Mund gar nichts sagen

heino
heino

Mein Favorit war immer Cujamara Split, dicht gefolgt von Cornetto Nuss und Brauner Bär (das ich heute nicht mehr ausstehen kann). Grundsätzlich habe ich aber jedes Eis gegessen, außer es war mit Mokka-Geschmack.

Was Magnum angeht, übertreibt Langnese auch massiv. Ich habe vor einigen Jahren mal in meinem Stammkiosk gefragt, warum die meinen Magnum-Favoriten (Haselnuss, falls es jemanden interessiert) nicht mehr bestellten und bekam als Antwort zu hören, dass Langnese die Kiosk-Betreiber und auch Supermärkte nötigt, 9 Sorten gleichzeitig zu führen und deshalb nicht für alle Platz sein.

In Barcelona habe ich übrigens wegen der dort exorbitant hohen Preise in Eisdielen mal das mir hier nie begegnete Magnum Frac gegessen. Das war echt eklig.

Marcus
Marcus

Bei Magnum stehe ich auf die eine Sorte, die sie gerade immer im Kino haben, die mit Salted Caramel.

Wenn es die nicht gibt, bin ich Traditionalist. Gib mir ein Magnum Mandel oder irgendeine Cornetto-Variante.

Tante Jay
Tante Jay

Lustigerweise hab ich als Kind „Brauner Bär“ geliebt. Gerade den Kern fand ich klasse. Viel mehr schleck zum Zunge kleben.

Ansonsten Cola-Pop und Split! 🙂

Teilzeitinvestor

Biggest bang for the buck war in den 80ern dieses Wassereis mit zwei Stielen, gabs in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen für, ich glaube, 40 Pfennig. Konnte man auch in der Mitte durchbrechen und hatte dann quasi zwei Eis zum Preis von einem.

Oder Balla, war auch value for money, weils unter dem Eis am Boden des Plastiktrichters noch eine Kaugummikugel gab.

Dass Happen bei euch so schlecht abschneidet verwundert mich, das war auch erstaunlich viel Eis fürs Geld (eine Mark?). Aber stimmt schon, eine der drei Eissorten aß man immer nur widerwillig mit, bei mir wars Schokolade.

Mit steigendem Taschengeldbudget bin ich dann später auch konsequenterweise zu Ed von Schleck gewechselt, da war nur noch Erdbeer Vanille und kein überflüssiges Schoko mehr drin, und das in diesem geilen Plastikschieber. Ich bin vermutlich für den einen oder anderen Kubikmeter Plastikmüll verantwortlich, der jetzt noch in den Ozeanen rumschwimmt. Aber das war es wert.

Philipp Seeger
Philipp Seeger

Mein Lieblingseis war immer Samoa von Schöller. Ich stehe bis heute total auf Pistazieneis.

CthIngo
CthIngo

Himmi Jimmi war Schöller? Herrje dann war das wohl die Hausmarke unserer kleinen Dorfkneipe (~70 Einwohner), und nicht Langnese. Und geschleckt wurde es dann im Bushäuschen gegenüber. Gute alte Zeit.

Dr. Acula

Bah. Langnese. Ich war in der Gelati-Motta-Fraktion…
Aber nix gegen Fürst Pückler, du Prolet!

Chris
Chris

Calippo Fizz ist ein geniales Eis gewesen. Mit winzigen „Kohlensäurekugeln“ hat das wunderbar auf der Zunge gebitzelt.
Im Kino war Eiskonfekt ein Muss, heute kann ich es nicht mehr ausstehen ..
Da mein Opa bei Dr. Oetker angestellt war, hatten wir natürlich verstärkt Bezug zu deren Eis. Vor allem dem Düsenjäger, der heute wohl politisch nicht mehr korrekt wäre.

Dietmar

Da kann ich überhaupt nicht mitreden. Und das hat folgenden Grund: In unserer Gegend fuhr ein alter, kleiner Mann, er war immer alt und klein und wurde „Letto“ genannt (nicht „Herr Letto“ oder so; seinen richtigen Namen kenne ich nicht), mit einem hellgrauen Opel Kadett B durch die Städte und Dörfer. Der Kofferraumdeckel war entfernt und im Kofferraum selbst mit weißen Sperrholz-Platten in Eigenbauweise ein Kühlkasten eingesetzt. Vier runde Eisbehälter waren durch kreisrund passende Aussparungen in den Kasten eingelassen. Ich erinnere mich an die Sorten Schokolade, Vanille, Erdbeere und Zitrone, manchmal gab es auch Waldmeister oder Nuss statt einer der anderen Sorten. Er fuhr tatsächlich im Sommer durch die Straßen der Orte in unserer Heideregion und das hatte zur Folge, dass sein Erscheinen extrem selten war, aber mit allergrößter Begeisterung von uns begrüßt wurde. Wir sind ausgetickt vor Freude, wenn er mal vor unserem Haus im Wald hielt!

Geld war extrem klamm bei uns (meine Mutter war immer zu stolz/bescheiden/rechtschaffen, um staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen oder alle Rentenansprüche geltend zu machen). Aber war Letto da (jetzt fällt mir ein, ich glaube, sie sagte tatsächlich „Herr Letto“) gab es für uns Eis in der Waffel (er hatte Pappbecher und Waffeln in dafür vorgesehene Fächern seines Kastens).

Das Eis war himmlisch! Waren wir im Dorf auf dem Schützenfest oder so oder in der Gaststätte, wagten wir nicht, um Eis zu bitten (da gab es Langnese), weil Geld eben knapp war. Ich aber mochte das auch nicht: Mein Schwager wollte uns mal etwas Besonderes gönnen und kaufte uns jeweils ein Cornetto. Ja, okay, sah ähnlich so aus wie „richtiges“ Eis von Letto – aber ich fand es widerlich. So widerlich, dass ich es bis heute nicht anrühre. War ein richtiger Schock für mich und ich kann mich an den Sonntag in der Fähr-Kneipe von Trudchen Dunker noch gut erinnern, wie ich mir das Cornetto buchstäblich reingequält habe, weil mir klar war, dass mein Schwager mir eine Freude machen wollte. Brav „Mhm, lecker!“ oder so murmelnd kämpfte ich mich mit Cornetto Erdbeer ab. Das war noch vor Monis Hochzeit, ich war also etwa sechs Jahre alt.

In Walsrode auf dem Schützenfest, so sagt Meike, war er immer eine der Attraktionen und alle liebten sein Eis.

Also galt es, auf Letto zu warten. Der etwa alle drei Jahre auch mal vor unserem Haus hielt. Das letzte Mal, als ich bereits berufstätig war. Es war ein schöner Sommer, Wochenende, Letto fuhr vor und ich dachte, das gibt´s doch nicht. Ich kaufte mir Waldmeister. Fand ich immer toll. Letto fuhr den gleichen Kadett B. Mit dem selbstgebauten Kühlkasten, der heutigen Lebensmittel-Standards wohl widersprechen würde. Gesprochen haben wir nie irgend etwas. Meine Mutter hat. Das tat sie mit jedem und tut sie heute noch (sie kann nicht einmal an der Dicounter-Kasse einfach nur bezahlen, ohne irgendwelche Scherzchen mit der Kassiererin; oder noch lieber dem Kassierer.) Dann fuhr Letto wieder und ich sah ihn das letzte Mal.

Ich habe mehrere Sorten probiert und fand alles entsetzlich. Nur Domino fand Gnade unter meinem unbestechlichen Gaumen. Schuld daran ist ein kleiner, alter Mann mit einem hellgrauen B-Kadett.