Ich weiß, Medienkritik hat hier in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Das ist auch eine Frage des Alters – meines, nicht des Blogs. Ich bin über 50 und lese einfach weniger Quellen, die mich aufregen. Das ist Seelenpflege. Ich suche den Ärger nicht mehr, sondern lasse mich nur noch (und immer seltener) von ihm kalt erwischen.

Warum sollte ich bento lesen? Warum die Post von Wagner, die News von Politically Incorrect oder die Twitter-Streams der AfD? Was davon zu halten ist, ward und wird bewiesen, es bedarf meiner Aufklärung wahrlich nicht mehr.

Es gibt Ausnahmen. Wenn ich (wie täglich, auch nach 25 Jahren Internet) bei SPon die Startseite runterscrolle, dann kann ich zwei Dinge mit Sicherheit annehmen:

  • Plärrt eine Titelzeile auch bei bester wirtschaftlicher Lage, demnächst würde bestimmt alles ganz schlimm kommen, dann steckt Thomas Fricke dahinter
  • Klingt ein Anreißer extrem bescheuert und noch dazu aufrührerisch falsch, entstammt er dem Laptop von Margarete Stokowski

Die Stokowski ist ein mediales Phänomen, ein journalistischer Stolperstein. Hier mal eine Auswahl aus den Einleitungen der Autorin:

  • „Noch immer werden von Frauen Tugenden wie Dankbarkeit und Demut erwartet. Geht’s noch?“
  • „Zu viel weibliche Sexualität, zu viele Vulven – das fürchten rechte wie auch linke Intellektuelle.“
  • „Angeblich weigern sich linke Feministinnen, die Frauenfeindlichkeit geflüchteter muslimischer Männer zum Thema zu machen.“
  • „Männlichkeit ist so zerbrechlich, dass sie permanent symbolhaft gestützt werden muss.“
  • „Wenn Aussehen auf Intelligenz trifft, überfordert das viele Männer.“
  • „Klar werden auch Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt – diskriminiert aber werden sie nicht.“
  • „Männer fühlen sich von Frauen bedroht und jammern über Verunsicherung.“
  • „In der Werbung gelten Brüste als das beste Verkaufsargument – aber die Brust der einzelnen Frau muss immer noch durch unbequeme BHs optimiert werden.“
  • „Was haben Plastikmüll und reaktionäre Rollenvorstellungen gemeinsam? Beide sind schlecht für die Welt.“
  • „Journalistinnen und Journalisten wundern sich in Texten häufig, dass Frauen „trotz ihrer zierlichen Figur“ Erfolg haben.“
  • „Es geht nicht anders. Wir müssen über Penisse reden und alles, was damit zusammenhängt.“
  • „Wer sagt eigentlich, Gott sei ein Mann? Steht so im Vaterunser, klar. Aber Gott hat im Christentum kein Geschlecht.“
  • „Es muss normal werden, dass Frauen die Hälfte der wichtigen Jobs machen.“
  • „Die moderne Feministin denkt zu viel darüber nach, ob ihr Busen zu klein oder der Hintern zu dick ist.“

Ehrlich gesagt warte ich immer noch auf den Knall, dass die Stokowski von Anfang an als realsatirisches Projekt der SPon-Altherrenriege zur Entlarvung des „third wave feminism“ geplant war und gar nicht wirklich existiert. Seit der unappetitlichen öffentlichen Schämung des Buchgeschäfts Lehmkuhl sinken aber die Chancen.

Letzte Woche hat sie dann auch endlich aufgehört, irgendein Argument vertreten zu wollen, sondern gleich mal ihre Spielregeln aufgestellt, wie der Mann denn so zu sein habe, der vor den Augen der Feministin Gnade findet (denn Wohlwollen ist eigentlich ausgeschlossen, weil Penis):

Ich lasse mal die offensichtliche Gegenfrage aus: Warum sollte ich Feminist sein wollen? Oder die Unterstellung, dass sich gar nicht so viele Männer die Frage stellen, Stokowski aber einen Strohmann braucht, an dem sie ihre Thesen entzünden kann. Und letztlich kümmere ich mich an dieser Stelle auch nicht darum, dass sich Stokowski für die Idee und einen Teil der Thesen ausgerechnet bei Vice hat inspirieren lassen.

Ich halt viel davon, Texte Absatz für Absatz zu analysieren. So befreit man sich des Vorwurfs der Rosinenpickerei und der Verzerrung (für letztere gerade ein besonders schön-scheißes Beispiel bei SPon). Gehen wir die Anleitung, wie man ein properer Feminist wird, also einzeln durch. Es ist gar nicht alles falsch – vieles ist auch nur albern oder schlicht selbstverständlich.

1. Erwarten Sie keine kostenlose Nachhilfe von Frauen in Sachen Feminismus. Informieren Sie sich selbst, das Internet ist voll und die Bibliotheken auch.

Eigentlich gilt: Wer was will, muss es begründen. Oder: Wer ein Anliegen hat, sollte andere davon überzeugen. Wir sehen: Für den Feminismus gilt das nicht (mehr). Die Argumentation „steht im Internet, guck halt selber nach“ hört man üblicherweise von depperten Verschwörungstheoretikern. Nicht zu vergessen: Es liegt ein gewisser Zauber darin, einen Artikel mit Nachhilfe in Sachen Feminismus damit zu beginnen, dass man diese Nachhilfe verweigert.

2. Lesen Sie Bücher von Frauen, sehen Sie Filme von Frauen, hören Sie Musik von Frauen.

Hier sind wir beim Anspruch, dass Frauen Gehör jenseits aller Fragen von Qualität, Geschmack oder persönlicher Präferenz verdienen. Was aber, wenn ich die Musik von Frauen (nicht per se, aber aktuell) scheiße finde? Was, wenn ich lieber den neuen Film von Woody Allen als den von Kathryn Bigelow sehen möchte? Pech gehabt! Für alle von mir zu konsumierenden Medien gilt: ich schaue/lese/höre, was mich interessiert. Wenn das von Männern ist – okay. Wenn das von Frauen ist – auch. Aber das Geschlecht beeinflusst nicht meine Auswahl. Mit Ausnahmen:

3. Behaupten Sie nie wieder, Frauen hätten nichts Großes erfunden und informieren Sie sich stattdessen darüber, was Ihnen bisher entgangen ist.

Strohmann-Argument – ich habe das nie behauptet. Ich kenne persönlich auch keinen Mann (oder gar Frau?), der so argumentiert. Fakt ist aber: die schiere Dominanz des Mannes über weite Strecken der Kulturgeschichte hat dafür gesorgt, dass in der Tat die Masse der Erfindungen und Entdeckungen Männern zu zu schreiben ist. Das schmälert weder die Leistung von Astrid Lindgren noch die von Marie Curie.

4. Lesen Sie weiter, auch wenn Sie ungern belehrt werden, vielleicht kommt am Ende raus, dass Sie längst Feminist sind.

Sehr, SEHR unwahrscheinlich.

5. Fragen Sie sich, ob es eine Frau gibt, die Ihr Vorbild ist. Wenn Ihnen nur Ihre eigene Großmutter einfällt, fragen Sie sich, warum das so ist.

Und was ist, wenn mir spontan viele Frauen einfallen, die Vorbilder sind? Was, wenn ich über eine sogar einen ZDF-Zweiteiler geschrieben habe?

6. Lassen Sie Frauen ausreden.

Nur Frauen? Männer nicht? Weil – man wirft mir generell vor, zu hastig zu unterbrechen. Und nach Stokowski sind Frauen anscheinend nicht in der Lage, sich einen angemessenen Gesprächsteil auch zu erkämpfen.

7. Unterbrechen Sie Männer, die Frauen unterbrechen.

Ist das nicht unhöflich, so oder so?

8. Glauben Sie Frauen, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Neulich gab es ein Video, das viral ging: Eine Frau trug in einem Club ein „smart dress“, das die Menge der Berührungen maß, die unerlaubt auf ihrem Körper landeten. Viele Männer reagierten geschockt auf die Vielzahl der Übergriffe. Sie hätten das auch einfacher haben können, mit Zuhören.

Ich habe mir den Spaß gemacht, das Video mal zu schauen – und es ist erwartungsgemäß lachhaft (produziert von einer Werbeagentur, was bei Stokowski keinerlei Skepsis zu schüren scheint). Das Kleid registriert jede Berührung in einer brechvollen Disko in Brasilien – Oberarm, Schulter, Hüfte, etc. Daraus „Übergriffe“ zu folgern, lässt mich vorschlagen, mit dem Kleid mal in den Kölner Karneval oder zu einem Spiel von Bayern München zu gehen.

Davon abgehen weise ich die Unterstellung zurück, es müsse Männern schwer fallen, Frauen zu glauben. Schwer zu glauben ist nur, was schwer zu glauben ist. Das hat Kontext. Und auch wenn es ermüdend klingt: sollte ich Männern nicht AUCH glauben? Haben Frauen eine inhärent höhere Glaubwürdigkeit (verdient)?

9. Geben Sie Frauen keine unerbetenen Ratschläge und vor allem keine, die Sie bei Männern unangemessen fänden.

Ich glaube, Stokowski macht sich keine Vorstellung, wie oft Frauen (gerne!) von „unerbetenen“ Ratschlägen und Hilfeleistungen profitieren. Aber gut: künftig können die Frauen neben ihren geplatzten Reifen und an der Ubahn-Rolltreppe mit dem Kinderwagen versauern. Man will sich ja nicht aufdrängen…

Mir fällt übrigens KEIN Ratschlag ein, den ich bei einem Mann unangemessen fände, der nicht explizit die Rolle der Frau in der Gesellschaft mit einbezieht.

10. Fangen Sie keine Sätze an mit „Ich könnte dein/ Ihr Vater sein,…“.

Na ja, „Ich könnte deine Mutter sein“ passt ja auch nicht. Darüber hinaus ist das eine Frage des Alters, nicht des Geschlechts. Ich finde hierzu auch kein Beispiel, also:

11. Beenden Sie auch keine Sätze so.

Denkt euch hier das Cruise-GIF einfach nochmal.

12. Kommentieren oder berühren Sie die Körper oder Kleidung von Frauen nicht, wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel haben, ob das gerade unangemessen ist. Unangemessen ist es in den meisten beruflichen Situationen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, und bei Frauen, die nicht so aussehen, als wären sie an einem Gespräch interessiert (Kopfhörer sind ein guter Hinweis dafür). Wenn Sie denken, dass Sie dann ja gar nichts Nettes mehr sagen können, denken Sie noch mal nach.

Der Tod der sozialen Interaktion, so sieht er aus. Die spannendsten Projekt, die tollsten Frauen, die besten Freunde – alles wäre mir entgangen, wenn ich mich an diese Faustregel gehalten hätte. Ich würde sogar sagen, dass diverse meiner Ex-Freundinnen es bereuen würden, wenn ich die von Stokowski angelegte Messlatte nicht ignoriert hätte. Ich vermute: Frauen wären entsetzt, wenn sich Männer pauschal so verhalten würden. „Einfach anquatschen“ ist eben ungleich „einfach Arschloch sein“.

13. Sagen Sie Frauen mit kurzen Haaren oder Fingernägeln nicht, dass Sie lieber lange Haare oder Fingernägel mögen. Die ahnen das schon. Sagen Sie geschminkten Frauen nicht, dass Sie lieber ungeschminkte mögen.

Übersetzt: Sagen Sie einer Frau nie, dass ihr Geschmack nicht exakt Ihrem entspricht. Halten Sie einfach die Klappe, eigene Meinungen sind unerwünscht.

Spannend finde ich hier, dass Stokowski sich komplett an Äußerlichkeiten aufhängt. Demnach darf ich also sagen „sorry, aber ich mag lieber Frauen ohne Abitur“?

14. Laufen Sie nachts nicht dicht hinter fremden Frauen her, auch wenn Sie den gleichen Weg haben. Gehen Sie langsamer oder auf der anderen Straßenseite. Wirklich.

Yeah… nein. Oder um es bayrisch zu sagen: bist deppert?

Ich wollte das so stehen lassen, aber bevor es Debatten gibt: Ich unterwerfe mich nicht dem Generalverdacht, jeder Mann sei ein potenzieller Vergewaltiger und übernehme deshalb auch kein aufgezwungenes „Nicht-Vergewaltiger-Verhalten“.

15. Bezahlen Sie Frauen für ihre Arbeit, mindestens so viel wie Männer.

Sowieso.

16. Geben Sie Ihrer Tochter mindestens so viel Taschengeld wie Ihrem Sohn im selben Alter.

Habe keine. Davon ab: sowieso. Macht das irgendwer NICHT?! Ich habe mich da mal eingelesen – gesichert ist die Faktenlage wohl nicht. Aber wenn es dann einen echten „gender pay gap“ gibt, ist der natürlich scheiße.

17. „Helfen“ Sie Ihrer Partnerin nicht im Haushalt: Machen Sie einfach die Hälfte.

Ich unterstelle mal, dass Stokowski noch nie langfristig einen gemeinsamen Haushalt geführt hat. „Die Hälfte“ ist in 99 Prozent der Fälle Quatsch. Weil in Partnerschaften oft einer mehr außerhalb arbeitet als der andere, einer mehr Zeit hat, einer andere Präferenzen. So arbeite ich viel von Zuhause, während meine Frau im Büro ist. Da ergibt sich automatisch, dass ich viele Haushaltsaufgaben erledige (einkaufen, Müll, spülen, Katzenklo, etc.). Es macht schlicht keinen Sinn, so etwas 50:50 aufteilen zu wollen. Aber genau das ist ja einer der Fehler in Stokowskis Weltsicht: 50:50 ist nicht „gerecht“, es ist nur „gleich verteilt“. Menschliches Miteinander ist ungleich komplexer.

18. Denken Sie nicht, dass Sie schon Feminist sind, weil Sie nett zu Ihren weiblichen Familienangehörigen sind.

Wieder so eine absurde Strohmann-Behauptung: wer denkt denn so?!

19. Fordern Sie Frauen, die nicht lächeln, niemals zum Lächeln auf.

Männer hingegen schon? Was mache ich bei meinen Reportagen, wenn ich für das Bild ein Lächeln brauche? Darf ich dann nix sagen? Und gibt es nicht genug Situationen, in denen der Satz „lächel doch mal“ einen melancholischen Menschen tatsächlich aus den trüben Gedanken reißt?

20. Oder, wenn Sie es bei Frauen nicht lassen können: Fordern Sie auch mal Männer, die nicht lächeln, zum Lächeln auf, und fühlen Sie mal, wie bescheuert das ist.

Ist mir oft genug passiert. Daran ist nichts bescheuert.

21. Wann immer Sie unsicher sind, ob Sie etwas Sexistisches sagen oder tun, machen Sie die einfachste Sexismusprobe, die es gibt: Vertauschen Sie im Kopf die Geschlechterrollen und schauen Sie, ob es merkwürdig wird. Wenn Sie gerade über eine Frau sagen wollten, dass sie wahrscheinlich so anstrengend ist, weil sie keine Kinder hat, fragen Sie sich, ob Sie über einen Mann auch so reden würden.

Probate Methode, aber auch irgendwie selbstverständlich. Scheitert nur da, wo es um tatsächlich geschlechterspezifische Unterschiede geht. Die Frage „Sind Sie so pissig, weil Sie mit Ihren Schwangerschaftshormonen nicht umgehen können?“ klingt bei einem Mann halt… genau genommen witzig.

22. Wenn Sie ein Baby kriegen, nehmen Sie mehr als die zwei Monate Elternzeit. Wenn Sie nur die zwei Monate nehmen: Fahren Sie nicht zwei Monate nach Thailand. Und schreiben Sie während der zwei Monate kein Buch/ Blog darüber, was für ein neuer Mensch Sie in dieser Zeit geworden sind.

Teils, teils. Ja, mich kotzen auch die Männer an, die ihre Vaterschaft als „Heureka!“-Erleuchtung feiern und meinen, sie müssten Bücher drüber schreiben, wie doof sie sich angestellt haben und dass es doch alles wert ist am Ende. Männer haben den lachhaft einfacheren Job in Sachen Kinderkriegen. Und mich kotzt auch die Phrase „wir kriegen ein Kind“ an – „meine Frau kriegt ein Kind“ und „wir werden ein Kind haben“ sind die einzig fairen Beschreibungen dafür .

Dennoch muss ich Stokowski erneut ermahnen, dass unendlich viele Paare unendlich viele Modelle leben. Und in vielen von denen mag es durchaus feministisch und fair sein, eben doch keine Vater-Elternzeit zu nehmen. Ich mache hier nicht mal das Wespennest auf, dass Frauen biologisch geeicht sind, die Mutterschaft sehr eifersüchtig zu verteidigen.

23. Sagen Sie lieber nicht, dass Sie so richtig verstanden haben, wie viel Ungerechtigkeit es noch gibt, seit Sie eine Tochter haben. Also, sagen Sie das ruhig, aber seien Sie sich bewusst, dass Sie damit sagen, dass Sie sich nie richtig mit Ihrer Mutter, Frau, Schwester, ihren Freundinnen und Bekannten beschäftigt haben.

Satz 1 bedingt Satz 2. Was ist da die Erkenntnis? Viel problematischer finde ich hier die mangelnde Rücksichtnahme auf die Tatsache, dass ich sehr viel Einfluss darauf habe, wie meine Tochter mit Ungerechtigkeit umgeht. Das konnte ich bei meiner Mutter und meiner Großmutter (die in ganz anderen Zeiten und mit ganz anderen Regeln leben mussten) nicht.

24. Informieren Sie sich über Menstruation, PMS, Schwangerschaft, postnatale Depression, Verhütung, Geschlechtskrankheiten, Toxisches Schocksyndrom und Anzeichen von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Frauen. 

Habe ich. Musste ich aber nicht. Sah ich mich auch nicht verpflichtet zu. Ignoranz ist kein Menschenrecht, aber Bildung auch keine Bürgerpflicht. Wenn’s die Partnerin nicht stört, ist es vergleichsweise wurscht. Ich empfehle Stokowski hier ihren eigenen 21.

25. Falls Sie etwas mehr Zeit haben: Werden Sie Entbindungspfleger.

Nochmal Tom Cruise. Und natürlich: Ist Stokowski Entbindungspflegerin?

26. Lachen Sie nicht mit, wenn Ihre Kolleginnen oder Freunde frauenfeindliche Witze machen. Merken Sie sich den Satz „find ich nicht lustig“. Falls Sie es doch lustig finden: Interessant, dass Sie bis hierher gelesen haben. Bleiben Sie dran.

Es gibt unfassbar männerfeindliche Witze. Und unfassbar frauenfeindliche Witze. Und schwulenfeindliche Witze. Und kaninchenfeindliche Witze. Und mantafeindliche Witze. Was man lustig findet oder nicht (und lustig finden darf oder nicht), ist eine Frage der Situation, der Örtlichkeit, der Gesellschaft und des Kontexts. Und ja, Frau Stokowski, mitunter kann ein frauenfeindlicher Witz verdammt lustig sein.

27. Ungefähr jede dritte Frau in Deutschland wird am Arbeitsplatz belästigt. Schützen Sie keine Täter, auch wenn die ansonsten sogenannte nette Kollegen sind. Die allermeisten Sexualstraftäter sind, wenn sie nicht gerade übergriffig sind, ganz normale, „nette“ Typen.

Selbstverständlich. Ich verstecke auch keine Bankräuber und decke keine Mörder.

28. Wenn Sie Belästigung oder andere Übergriffe beobachten, gehen Sie dagegen vor. Tun Sie das, ohne für die Betroffenen zusätzlich belastend zu werden. Nicht jede Geschichte braucht einen Helden.

Mache ich. Aber das „ohne für die Betroffenen zusätzlich belastend zu werden“ hätte eine zusätzliche Erklärung verdient. Wie verhindere ich das?

29. Erklären Sie Feministinnen nicht, dass es eigentlich „Humanismus“ heißen müsste und nicht „Feminismus“.

Wenn’s doch so ist. Hören die nur nicht gerne.

30. Geben Sie zu, wenn Sie von etwas keine Ahnung haben. Das ist pures Gold.

Das ist bei Stokowski schon wieder Realsatire.

31. Nennen Sie erwachsene Frauen nicht „Mädchen“ oder „Mädels“, oder alternativ: Nennen Sie erwachsene Männer auch „Jungs“. Aber lieber das Erste.

Ich nenne erwachsene Frauen „Mädels“ und erwachsene Männer „Jungs“ im gleichen, absolut geschlechter-unabhängigen Kontext: Wenn ich eine Hackordnung etablieren und jemanden zurechtweisen will. Meist sehr effektiv. Man weist damit auf ein kindisches Verhalten in der Gruppe hin („Mädels, nun streitet euch mal nicht um den letzten Einkaufswagen, da hinten bringt der Mitarbeiter gerade einen neuen Schub“).

32. Sehen Sie Frauen nicht als Vertreterinnen einer Spezies. Wenn Ihnen eine Feministin nicht passt, sagen Sie nicht: „Wegen Ihnen kann ich Feminismus nicht mehr ernst nehmen.“ Das ist nur peinlich.

Das ist so eine Vorneverteidigung oder? Damit ich am Ende dieses Beitrags nicht schreiben kann „Stokowski, wegen Ihnen kann ich Feminismus nicht mehr ernst nehmen“. Muss so sein.

33. Erwarten Sie keine eindeutigen, endgültigen Antworten auf Ihre Fragen, denn Feminismus ist eine extrem vielfältige Bewegung und es gibt darin die unterschiedlichsten Positionen.

Was Stokowski nicht abhält, denkbar eindeutige, endgültige Verhaltensregeln auszustellen. Um es mit Admiral Akbar zu sagen:

34. Nennen Sie nie wieder eine Frau hysterisch, oder alternativ: Nennen Sie Männer auch so. Informieren Sie sich über den Ursprung des Begriffs „Hysterie“.

Als jemand, der das Wort hysterisch nur im humorigen Kontext verwendet, möchte ich an dieser Stelle Loriot zitieren:

Unsere Sprache wird leider immer unschöner – trotz durchaus wachsenden Vokabulars. Wer trägt die Verantwortung? Nicht nur das Fernsehen, das schließlich dafür sorgte, dass eine eher bürgerliche Sprache heute auch in einfacheren gesellschaftlichen Kreisen gesprochen wird. Dort ist heute die Gattin, die früher „zappelig“ war, „hysterisch“.

35. Wenn Frauen etwas kritisieren, nennen Sie sie nicht überempfindlich. Wenn Sie Feministinnen anstrengend finden, fragen Sie sich, warum genau.

Ich habe seit 35 Punkten eine genaue Vorstellung davon, warum ich Stokowski anstrengend finde. Aber wie halten Sie das denn so, Frau S.? Wenn Sie ein Mann kritisiert, gehen Sie dann auch erstmal in sich, um nicht überempfindlich zu reagieren?

36. Daten Sie auch Frauen, die mehr verdienen als Sie.

Hätte ich das anders gehalten, wären meine 90er Jahre sehr einsam gewesen. Mehr noch: ich habe „so eine“ geheiratet. Beim Daten selber war die Frage nach der Gehaltsabrechnung allerdings oft ein Abtörner.

37. Machen Sie nicht bei Konferenzen oder Podiumsdiskussionen mit, zu denen nur Männer eingeladen werden. Schlagen Sie Frauen vor, zitieren Sie Expertinnen. Nutzen Sie Ihre Privilegien, um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

Och jo, kann man. Sollte man vielleicht. Ist jetzt nicht so meine Baustelle. Es unterschlägt, dass es auch Konferenzen geben mag, bei denen Frauen eher fehl am Platze sind. Und es unterschlägt, dass Frauen vom Schlage Stokowski sehr gerne Konferenzen organisieren, bei denen Männer sogar aktiv ausgeschlossen werden. Und das finden sie dann voll okay.

38. Werden Sie nicht wütend (hysterisch), wenn Sie auf Ihre Privilegien angesprochen werden.

Ist mir noch nie passiert.

39. Erwarten Sie keinen Applaus, erwarten Sie Streit und Kritik. Wenn Sie glauben, dass Sie für Ihren Einsatz für Gleichberechtigung mehr Anerkennung verdienen als eine Frau, lassen Sie es lieber gleich.

Ich versuche mir gerade einen Mann vorzustellen, der glaubt, für seinen Einsatz für Gleichberechtigung mehr Anerkennung zu verdienen als eine Frau. Ich kenne keinen und es wirft die Frage auf: was für Männer kennt Stokowski?

40. Bedanken Sie sich bei Feministinnen für ihre Arbeit. Männern, die an veralteten Geschlechterrollen festhalten, drohen mehr psychische Probleme, hat eine Studie 2016 gezeigt. Toxische Männlichkeit ist heilbar. Schützen Sie sich! Dankeschön!

Ich bedanke mich bei den Frauen, die für Frauen gleiche Rechte durchgesetzt haben. Ich bedanke mich bei Frauen, die respektieren, dass biologische Unterschiede auch Grundlage unterschiedlicher Lebensentwürfe sein können. Ich bedanke mich bei Frauen, die aufhören, der Bevorzugung des einen Geschlechts die Bevorzugung des anderen Geschlechts gegenüber zu stellen. Das war’s dann aber auch schon. „Feministinnen“ sind für mich nicht per se dankenswert – schon gar nicht das, was sich heutzutage Feministinnen nennt.

Da „Feministin“ kein geschützter Begriff ist, stelle ich mir das ausnehmend drollig vor: Ich treffe eine Frau, es entwickelt sich Smalltalk. Sie so: „Ich bin übrigens Feministin“. Ich so: „Oh, danke!“

Puhhh… ehrlich gesagt: die konkrete Bearbeitung der Handlungsanweisungen hat sie noch mal deutlich doofer wirken lassen als die erste Lektüre. Und sagt sehr viel über die Welt aus, wie Margarete Stokowski sie sieht. Es ist nicht meine Welt.

Stokowski will dem Feminismus die Stange halten (hö hö, grunzt der Chauvi), dabei ist sie sein exemplarisches Problem: besoffen von der eigenen Mission, unfähig zur Introspektion, aus auf Kampf, nicht auf Kompromiss. Sie will im Krieg der Geschlechter nicht den Frieden, sie will möglichst viele Orden. Und die gibt es nur, so lange der Krieg andauert. Ihr Stuss bringt niemanden voran – sichert aber immerhin die Redakteursstelle beim SPIEGEL. Damit ist Stokowski eigentlich eher bento-Material: Das Thema ist immer die eigene Befindlichkeit.

Es sei aber lobend erwähnt: Der oben erwähnte Vice-Artikel war ungleich schlimmer.



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Comicfreak
Comicfreak

..Ich wusste, warum ich den Artikel nicht gelesen habe

Dietmar

Man sollte auch mal seinen Ahnungen vertrauen.

So eine Grütze, die sie da verzapft!

Erectus
Erectus

Treffliche Replik. Nicht auszudenken, wenn Stokowski als erster Mensch Superkräfte manifestierte. Eine milde Form von Hitzeblick etwa. Schmilzt vielleicht nicht Stahl, lässt aber Testikel platzen und reicht zur Machtübernahme. Stunde Null der letzten Generation, in der Männer noch frei herumlaufen. Fortan Leinenzwang. Gruselige Person, die aber – spricht man mit Frauen um die 30 – nicht repräsentativ ist (so jedenfalls mein Eindruck). Die sind non-krawallig smart, kämpfen selbstbewusst für Erfolg und Anerkennung, haben Shaming und Blaming gar nicht nötig. Quote lässt bei denen Würgreflex aus.

MS ist gut darin, mit dauerhaftem Attitüden-Grollen fast belustigt so eine Art „Voice of a Generation“ vorzugaukeln – für eine Welt, die es in der geschilderten Form schlicht nicht gibt. Schickt man sie in den Ring mit etwa einer Schwarzer, verkommt das schnell zu Peterson vs. Zizek. Aber: definitiv ein Symptom. Sollte man im Auge behalten.

Dietmar

Schmilzt vielleicht nicht Stahl, lässt aber Testikel platzen

Danke für den Lacher! Großartig!

Dietmar

spricht man mit Frauen um die 30

Deckt sich mit meinen Beobachtungen und ich war in meinem vorigem und bin im jetzigen Beruf so sehr von Frauen umgeben, dass ich unter 20 Leuten meist der einzige Mann bin.

Dietmar

Stokowski will dem Feminismus die Stange halten (hö hö, grunzt der Chauvi)

😀 Das ist lustig! Ich habe mich heute per WhatsApp bei meinem Abi-Freund beklagt, dass meine Frau mir nicht beim Eier-Ausblasen geholfen hat. Ich fand´s lustig. Er fand´s lustig. Und (!): Meike fand´s lustig. Scheiße, wa´, Frau Stokowski?

Mir fällt zu fast jedem Punkt sofort etwas ein.

Beispiel Komplimente: Als ich noch Instrumentallehrer war machte ich den fälligen Hausbesuch bei Marie, einer intelligenten, witzigen, irrsinnig netten und ausgesprochen hübschen Schülerin. Sie war gerade 16 oder 17, hatte sich für eine Feier fertig gemacht. Ich klingele, sie macht auf, wir begrüßen uns herzlich und ich sage, dass sie umwerfend aussieht. Sie: „Ich weiß. Aber für eine andere Zielgruppe.“ Manchmal ist ein Kompliment unter Freunden eben genau das. Und ich, als alter Sack, freue mich über Komplimente. Tun Frauen auch.

Neues Beispiel: Eine unserer Lehramtsanwärterinnen habe ich ansatzlos in mein Herz geschlossen. Die ist so aufrichtig, nett, lustig, lebensfroh, konzentriert und, ja, hübsch, dass ich denke, als Vater würde ich platzen vor Stolz. Sie hat einen Unterrichtsbesuch vor sich und sich dafür, nicht übertrieben aber doch, besonders attraktiv fertig gemacht (sie hat sowieso einen pragmatisch/eleganten Kleidungsstil, den ich sehr schön und für sie passend finde). Und da habe ich doch gleich mal gegen zwei Stokowski-Regeln gleichzeitig verstoßen: „Darf ich Dir mit fast großväterlichen Abstand unaufdringlich sagen, dass Du wirklich toll aussiehst?“ Strahlendes Lächeln: „Oh danke! Das hört man doch gerne!“ (Randbemerkung: Sie sagte wirklich „man“. Unterdrückung!)

Ich verteile Komplimente. Gerne. Ich finde Frauen toll. Und das sage ich auch. Frauen, die ich nicht toll finde, denen sage ich dazu nichts. Und jetzt kommt der Knaller: Die meisten Frauen, die ich kenne, finde ich toll.

Chauvie, ich.

Dietmar

Mist: Bearbeitungsfunktion funktioniert nicht. Fehler sind ärgerlich, aber jetzt nun einmal da.

Dietmar

Ach, eines fällt mir noch ein: Ich habe Zizek (kenne ich nicht) vs. Peterson nicht gesehen. Ich halte Peterson aber für einen popanzigen Pseudointellektuellen, der sich auf Gebieten tummelt, für die er keine Expertise besitzt, und dort herum demagogisiert.

Thomas Liesner
Thomas Liesner

Was hast du denn von Peterson direkt bisher gehört/gelesen? Ich halte ihn im positiven Sinne für sehr authentisch, seine Positionen sind normalerweise recht durchdacht und er hat eigentlich nie behauptet, alles zu wissen oder zu allem eine Meinung haben zu müssen. Dass er weder im linken noch im sehr rechten Lager beliebt ist, halte ich nicht für negativ, eher im Gegenteil.

Dietmar

Ja, habe ich. Aber bevor ich mich erkläre, lasse ich einen Besseren zu Wort kommen: https://www.youtube.com/watch?v=AwXAB6cICG0

Dietmar

„Ja, habe ich“ *kopfpatsch* Ich habe die Diskussion zwischen ihm und Sam Harris und einige Teile von Auftritten/Vorträgen von ihm gesehen.

Dietmar

Da haben wir schon zwei Punkte: „cultural marxism“ und „new religion“. Was ich bisher von ihm hörte, war mehr Wortgeklingel als präzise Diskussion. Mir fällt, ohne dass ich sie jetzt auffinden könnte, eine Situation ein, in der ein Student eine vernünftige Frage stellte und er ausweichend, überheblich, mit viel theatralischen Pausen Strohmänner baute und abfackelte.

Ich habe, wenn ich alles zusammenfasse und grob abschätze, etwa zwei Stunden von ihm, direkt von ihm, und vielleicht eine Stunde über ihn gehört. Das waren genug Chancen.

Hitchens, Dawkins, Harris, Pakman und andere brauchten nicht so viele Anläufe, um mich zu überzeugen. Und seien wir mal ehrlich: Darum geht es doch. Mich zu überzeugen *weltmachtgelächter*

Dietmar

Oha, ich sehe gerade, ich habe mich äußerst grob verschätzt: Die Debatte mit Sam Harris ging schon über vier Stunden und ich habe sie ganz gehört und dann noch einiges Anderes von Peterson! Und ich habe eine weitere Gruseligkeit von ihm gefunden, die ihn in Richtung Dänken rückt: https://www.youtube.com/watch?v=iIfLTQAKKfg

Ehrlich: Wer solch einen Quark ernsthaft meint, intellektuell vertreten zu können, leidet an Depak-Chopra-Verwirrung.

Dietmar

„Däniken“ sollte das heißen.

Dietmar

Waaahh, echt, Torsten, Du bist schuld: Jetzt gucke ich tatsächlich nochmal die Harris-Peterson-Debatte von vorne, stelle fest, dass es vier Teile sind, von denen ich nur zwei sah (also acht (!) Stunden! Bist du deppert?!) und was sagt Peterson nach einigem anderen Herumgeeier (kann ich/man nicht anders ausdrücken): Er sagt nach etwa 41 Minuten, dass man religiöse Texte nicht ablehnen darf, weil sie immer in einem kohärenten (!) (das sagt er wörtlich!) Zusammenhang stünden! Die Bibel! Kohärent! Nichts davon ablehnbar! Es wäre also nicht erlaubt, einzelne Sätze oder Abschnitte herauszunehmen und zu kritisieren. Das sei wie in dramaturgischen Grundlagen des Drehbuchschreibens (sagt er, nicht ich): Wenn ein Gewehr in einer Szene auf dem Tisch liege, dann müsse es auch später verwendet werden. Religiöse Texte (alle!) hätten die gleiche Kohärenz (dabei sind diese Fälle so unterschiedlich, wie sie nur sein können).

Alle Religionen hätten einen gemeinsamen Kern der Wahrheit (frei übersetzt)!

Der hält so etwas für Argumentation! Nein, tut mir leid, das ist entsetzlich. Harris trägt seine Gedanken geordnet frei vor, Peterson ergeht sich ständig in einem pseudointellektuellen und gestenreichen Suchen nach dem passenden Wort, reflektiert mit reichhaltigen Denkpausen permanent darauf, ob er sich da wohl richtig ausdrücke, spült weich bis zum Geht-Nicht-Mehr und liefert dann am Ende erbärmlich dünne Gedanken.

(Zum Cathy-Newman-Interview: Ich mag es ja, wenn unvorbereitete oder dem Interviewpartner nicht gewachsene Journalisten einen auf die Mütze bekommen. Aber das ist Schwer- gegen Fliegengewicht und zählt nicht als Leistungsnachweis Petersons Intellektualität.)

Dietmar

Ich werd´ zum Troll! Tut mir leid!

Peterson: „This notion that redemption is to be found in truthful speech is actually embodied in christian mythology, let´s say, as a personality and not as an idea. It´s something that you embody and act out, it´s not just an idea. And that´s why there is an emphasis of the embodiement of the word in flesh.“

Das muss man sacken lassen: Erlösung ist im Christentum nicht nur eine Idee, sondern gegründet in wahrhaftiger Rede, verkörpert im Fleisch (Jesu) als Verwirklichung des Wortes, das man ausführt.

Das ist reinstes religiös-esoterisches, pseudointellektuelles Gerede. Er sagt das an der Stelle eindeutig nicht (!) als Analyse oder Zustandsbeschreibung sondern (festhalten!) als Antwort darauf, dass Harris Objektivität in der Moral als Grundlage nehmen will, worauf Peterson hiermit und zuvor damit antwortete, dass es keine Objektivität gäbe, sondern nur beliebige und gleichwertige Interpretationen der Realität.

Ich halte noch etwa eine halbe Stunde durch, dann muss ich schlafen. Keine Sorge: Ich werde nicht weiter von der Debatte berichten 😉

Dietmar

Und schon wieder wortbrüchig geworden: Harris sagt, Peterson glaube an Gott. Darauf dieser: „I act as if he exists.“ Auch Harris würde sich verhalten, als würde Gott existieren. Würde er sich wie ein Atheist verhalten, was Harris ist, würde er sehr wahrscheinlich ein Mörder sein. Es tut mir leid, Peterson ist nicht nur pseudointellektuell, unaufrichtig und scheinheilig: Der ist ein veritables Arschloch.

Dietmar

Und, verdammt nochmal, jetzt behauptet er doch tatsächlich, dass sexuelle Aufklärung nicht funktioniert und der einzige Weg für gesundes Sexualverhalten ist, dass der Glaube an Gott von Pornografie fernhält! Ich erfinde diesen Scheiß nicht!

Der Mann ist ekelhaft unerträglich. Keine Ahnung, was andere in ihm sehen.

Wenn der religiös lobhudelt, flippen seine Fans im Publikum aus. Als Harris für ein valides Argument Applaus bekommt, wendet sich Peterson an das Publikum und beschwert sich bei ihnen! Ständig fällt er Harris ins Wort. Ich könnte stundenlang schreiben.

Was

für

ein

Arschloch!

comicfreak
comicfreak

..ich freue mich, dass du auch ohne fb den Adrenalinspiegel oben halten kannst 😀

Dietmar

Hahaha! Danke! 😀

Grumpy Old Fart

Diese „xx Punkte“-Listen von Feministinnen gibt es ja nun recht regelmäßig alle paar Monate mal, und zu dieser Übung gehört auch genauso regelmäßig, dass dann praktisch alle MRM-Blogs brav über das Stöckchen springen, und diese Liste dann aufgreifen, polemisieren, ironisieren oder sonstwie verwursten, und in dieser Regelmäßigkeit ist das dann so öde und langweilig, wie es die Vorlagen auch sind.

Mit dieser „Vorbelastung“ bin ich dann entsprechend auch vorsichtig an diesen Beitrag herangegangen, wohl wissend, dass der Wortvogel eigentlich nicht zu diesen üblichen Verdächtigen gehört. Und es hat sich gelohnt: ruhig, unaufgeregt und präzise gegenargumentiert, sehr lesenswert – vielen Dank!

Was ich jetzt liebend gerne lesen würde, wäre eine Replik von Frau Stokowski auf diesen Blogeintrag – aber auf die werde ich wohl lange warten müssen.

Thomas Liesner
Thomas Liesner

Zwei Punkte in der Liste sind wieder sehr typisch für den aktuellen Feminismus: Zahlen sie Frauen MINDESTENS gleichviel wie Männern und geben sie Mädchen MINDESTENS gleichviel Taschengeld wie Jungs. Mehr ist auf jeden Fall ok, da die Männer ja noch die nächsten 1000 Jahre ihre Erbschuld abzuarbeiten haben…

Mencken
Mencken

Ja, beim MINDESTENS musste ich auch lachen. Glaube aber, dass da eher schlüssige Arbeit ursächlich ist und kein Glaube an Erbschuld o.ä.

Thomas Liesner
Thomas Liesner

Dann hast du ihre Kolumne noch zu selten gelesen. Als glühende Feministin glaubt sie weiterhin an Gender Pay Gap, an das Patriarchat, an systematische Benachteiligung und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts etc – da ist das mindestens kein Unfall, sondern fester Glaube, um wenigstens etwas Gerechtigkeit zu erhalten. Gilt natürlich nur für weisse Männer, wir sind schliesslich im intersektionellen Feminismus und keine Rassisten, Benachteiligungen von Frauen in arabischen Ländern sind kulturell zu akzeptieren.

invincible warrior
invincible warrior

Die Dame ist wohl echt vom Fach, wenn die mit Nr 25 – Werden Sie Entbindungspfleger daherkommt. Meine Schwester ist Hebamme geworden und hatte EINEN Entbindungspfleger mit im Kurs, da hatte ich mal mit dem geredet wie das so ist und ich musste danach echt zugeben, falls ein Mann einen Schnellkurs Sexismus erleben will, soll er eben dies werden.
1. Er musste sich immer rechtfertigen, wieso er als Mann denn Entbindungspfleger werden will und keinen „echten“ Job gewählt hat
2. Frauen haben sich AKTIV gegen ihn entschieden, weil sie für das nicht von einem Mann machen lassen wollen.
3. Ärzte behandeln Entbindungspfleger eh schon eher herabwürdigend, aber männliche Entbindungspfleger werden nicht einmal ernst genommen.
4. Es ist sau schwer einen Job zu bekommen, weil Frauen definitiv bevorzugt werden.

Aber Sexismus gibts ja zum Glück nur in eine Richtung…

Tante Jay
Tante Jay

Zu 28. kann ich, glaube ich, was beitragen.

Es wird angenommen, dass Männer nicht erwünscht sind, um zu trösten, Händchen zu halten, wenn eine Frau gerade einen Überfall eines Mannes erdulden musste. D.h. retten darf man, danach aber bitte gehörigen Abstand halten, um nicht noch weiter zu „triggern“.

Kurz checken, ob sie medizinisch okay ist und dann „space“ lassen. Egal, ob sie weint und man sie in den Arm nehmen möchte, weil das ja ein weiterer Übergriff ist.

Du hast das schon korrekt erkannt: Das ist das Ende der sozialen Interaktion.

Matts
Matts

Ich sage jetzt mal: Wir brauchen den Feminismus – aber nicht solche Feministinnen.

Alf Bravo
Alf Bravo

Frau Stokowski hat sich doch schon in der Debatte mit Svenja Flaßpöhler zum Thema Feminismus & #meetoo dermaßen bis auf die Knochen blamiert, da wird vermutlich auch in Zukunft nichts Ernstzunehmendes kommen (können).
resonanzraum #5 – Svenja Flaßpöhler vs. Margarete Stokowski