USA/JAPAN 2011 / 81 MIN / ENGLISCHE OV

REGIE SHINJI ARAMAKI
STIMMEN LUCI CHRISTIAN / DAVID MATRANGA / JUSTIN DORAN / DAVID WALD / ANDREW LOVE

Offizielle Synopsis: Fort Casey, ein abgelegener Außenposten der Föderation, wird von den Bugs angegriffen. Das Team des Angriffsschiffs Alesia wird abkommandiert, um das dort stationierte Starship John A. Warden zu unterstützen und bei der Evakuierung von Fort Casey zu helfen. Carl Jenkins, der für das Ministerium für paranormale Kriegsführung arbeitet, begibt sich aber noch vor dem Zusammenkunft der beiden Raumschiffe mit der Warden auf eine geheime Mission und wird seitdem vermisst. Die kampferprobten Trooper sind nun mit einer Rettungsmission konfrontiert, die weit düsterere Konsequenzen haben könnte, als sie sich je vorstellen konnten.

Kritik: Mir tut „Starship Troopers“ ein wenig leid. Mit drei Filmen, einer immerhin 40teiligen CGI-Serie und jetzt noch einem CGI-DVD-Streifen ist eigentlich genug Material da, um ein Fandom wie bei Stargate oder Battlestar Galactica zu rechtfertigen. Leider ist SST wie eher RoboCop: man hat einen gewissen Respekt vor Teilen der Franchise, aber für echte Begeisterung sind die einzelnen, zu sehr voneinander isolierten Projekte nicht homogen genug. Im Zweifelsfall greift man in beiden Fällen doch lieber zum Original-Film, kurioserweise in beiden Fällen von Paul Verhoeven.

Kurz zu meiner eigenen Einschätzung von SST: Der Kinofilm war klasse und hätte einen deutlich größeren Erfolg (und damit anständige Kino-Sequels) verdient gehabt. Teil 2 war eine sehr billig hingeschusterte Angelegenheit, die man am besten gleich wieder vergessen sollte. Meine Meinung zu „Starship Troopers: Marauders“ kann man hier nachlesen. Eine Sonderstellung nimmt die Serie „Starship Troopers: Roughnecks“ ein, die ich über große Strecken hervorragend und ihrer Zeit weit voraus fand. Zusammen mit „Hypernauts“ gehört sie zu den kleinen verlorenen SF-Perlen der 90er.

Und nun ein CGI-DVD-Sequel zum ersten Kinofilm? Vom „Appleseed“-Regisseur? Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Schau mer mal.

Die Story reißt keine großen Bäume aus. Sie ist so vage und in der ersten halben Stunde so sehr auf Bug-Ballereien fokussiert, dass man erst weit im zweiten Akt halbwegs versteht, worum es eigentlich geht. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt kann man dann auch die schwer gepanzerten Trooper unterscheiden, ohne ständig auf ihre Namensschilder zu peilen. Bis dahin sind sie austauschbares Käferfutter in Dosen.

Darüber hinaus mangelt es SST:I massiv an einem Protagonisten. Statt gleich auf Rico, Ibanez und Jenkins zu setzen, bleiben wir den Großteil der Laufzeit bei einem neuen Trupp, der uns herzlich egal ist, weil er erwartungs- und pflichtgemäß über die Laufzeit ausgedünnt wird.

Echte Empathie kommt für die Figuren nie auf, weil sie nicht nur den ältesten und lahmsten Kriegsfilm-Klischees entsprechen, sondern obendrein noch erschütternd schlecht animiert sind. Maskenhafte Anime-Gesichter viel zu schöner Menschen, deren Haare Seidentüchern gleich ums Haupt fallen. Hier eine Narbe, da eine Augenfarbe – mehr wird uns zur Unterscheidung nicht gegönnt. Das erinnert an Videospiel-Zwischensequenzen und den gefloppten „Final Fantasy“-Kinofilm, als hätte sich die Technik in den letzten zehn Jahren keinen Deut verbessert. Nirgendwo ist das besser zu sehen als bei unserem Helden-Trio aus Verhoevens Film. Aus rechtlichen Gründen dürfen Rico, Ibanez und Jenkins nämlich nicht aussehen wie van Dien, Richards und Harris, was zusätzlich zu den generischen Stimmen jede emotionale Rückkopplung zum Original unmöglich macht und die Defizite des Figurendesigns noch betont.

Wenigstens der Mangel an Duschszenen, den ich am dritten Film kritisiert hatte, wird in „Invasion“ behoben:

CGI-T&A FTW!

Die Barbie-eske Gestaltung ist umso ärgerlicher, da die Welt der Trooper um die staksigen und leblosen Figuren herum wirklich erstaunlich gut realisiert wird: es gibt fette Weltraumaction, großartige Schlachten, Bug-Gore, Explosionen und Bullet Time-CGI en masse. Immer wieder lösen einzelne, mitunter kleine Szenen Begeisterung aus, verschmelzen Grafik, Ausschnitt und Timing zu einer perfekten Miniatur inmitten endloser Feuergefechte.

Und wenn SST:I dann endlich klickt, irgendwann nach einer Stunde, dann stellt sich auch solider Spass an der Zerstörung von Mensch und Material ein. Man kann sich tatsächlich drauf einlassen (großer Bildschirm und fette Boxen sind hier ein eindeutiges Plus) und das Popcorn schmeckt gleich doppelt so gut, wenn die Bugs in Zeitlupe und zu Hunderten niedergemäht werden. Dass es dabei um das Schicksal der Erde geht, dass Jenkins mal wieder einen perfiden Plan mit einem Riesen-Bug hat? Geschenkt. Das geht im fröhlichen Schlachtfest komplett unter.

Gutes Storytelling? Nein. Gute Unterhaltung? Doch doch.

Fazit: Actiongeladene, entspannt dämliche Hardware-SF, die das Troopers-Universum um ein weiteres sehenswertes Kuriosum ergänzt, auch wenn das Figurendesign und die Mimik schwere Defizite haben. Militaristen wird das Höschen feucht – wer allerdings intellektuellen Diskurs statt schwerer Geschütze sucht, ist hier falsch.

Dieser Trailer ist sehr repräsentativ – genau so müsst ihr euch das 90 Minuten lag vorstellen:

http://www.youtube.com/watch?v=P3823VO9gG8



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Filmkritik: Starship Troopers: Traitor of Mars - Wortvogel - 100 % Torsten DewiFantasy Filmfest Masterliste (1) | Wortvogel – 100 % Torsten DewiHowie MunsonExverlobterPeroy Recent comment authors
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heino
heino

Gut, nach der Review und dem Trailer werd eich mir das Geld auf dem FFF sparen und den eventuell mal auf DVD ansehen. Aber ehrlich gesagt reicht mir der erste Film, alles danach war bestenfalls ansehbar.

K. Lauer

Hmm…wieder mal endlos Rechenzeit verschwendet. Dabei gäbs soviel sinnvolles, was man damit machen könnte, z.B. einen CGI-Film, der im „Blade Runner“ Universum spielt. Laut Roys Endmonolog besteht dieses ja nicht nur aus Groß-LA…das wär mal was. CGI-Replicants FTW!

Exverlobter
Exverlobter

„CGI-T&A FTW!“

Kann das jemand übersetzen?

Tyler
Tyler

@Exverlobter
Computer-Generated Imagery Titten & Arsch For The Win!

Exverlobter
Exverlobter

Danke

Peroy
Peroy

„“CGI-T&A FTW!”

Kann das jemand übersetzen?“

Was bist du denn für’n Noob ? Kommt als König der Nerds angeschissen und kann dann nicht mal Akronyme lesen, sogar die muss man ihm vorkauen. TOGTFO! Motherfucker… >:(

Exverlobter
Exverlobter

Ein paar Sachen kenn ich schon,
Lol, Thx solche Sachen halt

Howie Munson
Howie Munson

T&A werden wohl oft durch Erzeugnisse von C&A zu sehr verhüllt…

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[…] ♥ Excision ♥ Grabbers ♣ Morituris ♣ Piranha 3DD ♣ Portrait of a Zombie ♦ Starship Troopers Invasion ♣ Storage 24 ♥ Thale ♥ The Awakening ♣ The Dinosaur Project ♣ The Flying Swords of […]

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[…] of Mars“ der offiziell fünfte Film und der zweite reine CGI-Streifen der Serie nach „Invasion“. Meine Meinung zu den einzelnen Bestandteilen der Franchise könnt ihr ebenda […]