So, ich habe mich nun doch durchgerungen – vom 23. bis zum 28.8 bin ich in Berlin. Dank eines Last Minute-Angebots sogar noch mit Dauerkarte. Fünf Tage lang werde ich mir die volle Kante geben. Zwei Filme, die ich wegen des verkürzten Aufenthalts verpasse, hole ich kurz darauf in München nach („Game of Werwolves“ und „Baytown Outlaws“). Viele andere auf DVD.

Kommentator Magineer, der sich beneidenswert oft auf Film-Märkten herum treibt, verdanken wir einige prägnante Kurzkritiken, die auch mir die Auswahl deutlich erleichtert haben. Ich präsentiere sie hier noch mal zusammen gefasst und um ein paar Trailer ergänzt:

SIGHTSEERS
Schön schwarzer britischer Heimatfilm, auch für Leute, die von KILL LIST (wie ich) nicht so ganz überzeugt waren. Ohne seine beiden Hauptdarsteller wäre der Film nur halb so amüsant – die Dialoge sind herrlich lakonisch und wirken gerade, weil die Schauspieler ihre Charaktere so völlig „dead-pan“ verkörpern. Gewaltspitzen sind drin, durch den Kontext wirken die aber ziemlich pythonesk.

http://www.youtube.com/watch?v=T-5E9pcPQZQ

GRABBERS
Die Prämisse verspricht einiges, letztlich kann der Film seinen High-Concept-Ansatz aber nicht durchhalten. Für eine Horrorkomödie zünden entschieden zu wenige der recht flachen Witze, die Charakterentwicklung ist eher mau und die Effekte sehr selten und nicht übermäßig überzeugend. Dabei bietet die zweite Hälfte (im Pub) zwar eine dankbare Plattform für Over-the-Top-Spaß, aber selbst hier versemmelt der Regisseur jede Chance auf einen kleinen Kultstatus. Insgesamt ist GRABBERS somit nur ein harmloser Sonntagnachmittagsfilm, den ich mir als Zwölfjähriger vielleicht sogar gern reingezogen hätte …

DETENTION
Die erste Sichtung war über ein Jahr her, und bei der zweiten Sichtung ist man vielleicht milder – ich weiß es nicht. Jedenfalls mochte ich DETENTION beim zweiten Mal tatsächlich etwas lieber. Joseph Kahn lässt hier seinen Musikvideo-Erfahrungen freien Lauf: DETENTION ist Metakino der zweiten Generation, jede Sekunde vollgepackt mit unzähligen Verweisen und sich überlagernden Erzählebenen, die unmöglich beim ersten Mal zu fassen sind. Das ist anstrengend und in der ersten Hälfte ist DETENTION eine Art Highschool-Slasher auf ADS, bis Kahn alle Konventionen über Bord wirft und daraus einen knallbunten Remix von THE BREAKFAST CLUB, BACK TO THE FUTURE und DONNIE DARKO anrichtet, bei dem der Horror keine Rolle mehr spielt – und das, obwohl ein Nebencharakter sich als Fliegenmutant entpuppt und das Schulmaskottchen eigentlich ein entführter Bär vom Planeten Starclaw ist. Und eine Zeitmaschine! Das Hauptproblem des Films: Fraglos muss man sich auf DETENTION einlassen, und ich kann mir vorstellen, dass einige (wie ich zuerst) darauf nach 20 Minuten keine Lust mehr haben. Ich kann noch nicht mal versprechen, dass es sich für jeden lohnt, dem Film eine zweite Chance zu geben. Ach, macht das mit euch selber aus … 🙂

BLIND ALLEY
Für mich ärgerlicher Schrott, der vielversprechend anfängt, dann durch etliche Logiklöcher rutscht und hintenraus einen superbescheuerten Twist einbaut, der zumindest in dieser Inszenierung überhaupt nicht wirkt.

EXCISION
Kein Horror, sondern teilweise experimentelles Drama mit Hochglanz-Traumsequenzen (all die bösen Szenen, die im Trailer sind) und etwas unentschlossenem Plot, der auf eine Schlusspointe hinausläuft, die dann eigentlich keine mehr ist. Trotzdem gut, teilweise grandios geschauspielert und mit einigen klugen Dialogen – die Geschichte einer Außenseiterin, die ihr Umfeld immer mehr als Last und Bedrohung empfindet. Nichts wirklich Neues, aber kein schlechter FFF-Beitrag – nur die Gorehounds werden entäuscht sein.

COMEDOWN
Britischer Hoodie-Slasher mit einer Portion Sozialkritik und jeder Menge Problem-Teenagern, die natürlich auch während ihrer nächtlichen Exkursion im (nicht ganz so verlassenen) Abrißblock nur ans Saufen und Ficken denken, bis sie in ein paar Fallen und dann geradewegs in den letzten psychopathischen Mieter stolpern. Langweilig, weil ewig gar nichts passiert und sich ohnehin der Großteil der Szenen im gnädigen Dunkel verbirgt. Der Rest ist Dutzendware – Kitchensink-Gore, wie er so in den letzten Jahren schon viel zu oft aus UK kam.

PIRANHA 3DD
Muss man nichts mehr dazu sagen. Scheußlichste Zeitverschwendung, die aus einem (nun ja, zumindest annehmbaren) Partyfilm in der Fortsetzung ein müdes Billigdebakel zaubert, bei denen The Hoff, trotzdem er gar nichts zu tun hat, noch am besten wegkommt. Dümmliche Witze, irrsinnig schlecht getrickste Effekte, Plotholes galore und selbst das beim Vorgänger so zentrale Massaker ist so unglaublich langweilig gefilmt, wie man es von Untalent John Gulager gewohnt ist (ja, der selbe Gulager, der die Menscheit schon mit seinen drei FEAST-Filmen übel verarscht hat). Da nützt auch ein Minicameo von Gary Busey nix. Bester Filmsatz: „Josh cut off his penis because something came out of my vagina“. 🙁

STORAGE 24
Rücksturz in die 80er, nur weniger charmant. Draußen wird London von Aliens überrannt – aber wir bleiben natürlich den ganzen Film über im abgelegenen Lagerhaus, wo sich eins der Biester hinverirrt hat und mit einer Handvoll Eingeschlossener Katz und Maus spielt. Das Biest sieht übel aus, die problematische Dreiecksbeziehung interessiert uns mangels Sympathie für die Hauptcharaktere mal überhaupt nicht, und den Rest kann man abhaken. Hat Corman alles schon mal im ALIEN-Ripoff MUTANT viel besser gemacht – und da war es wenigstens ein Raumschiff. Yawn.

BLACK ROCK
Horrorfans werden den Film hassen. Ich selbst fand ihn okay, weil es mal ganz interessant ist, die Speerspitze der amerikanischen Mumblecore-Bewegung in einem Genreversuch zu sehen. In der künstlichen Umgebung eines Horrorfilms wirken die eher an die Realität angelehnten Impro-Dialoge irgendwie fehl am Platz (und passen mit ihrem Low-Budget Indie-Vibe eher nach Manhattan als in die Backwoods), und das Drehbuch gibt ansonsten nicht viel her. Das resultiert schon mal in unfreiwilligem Trash, der mir aber in dieser Version zumindest neu war. Der Rest ist Frauenpower nach Drehbuchvorgabe, was Fans nicht vom Hocker reißt. Der Rest riskiert mal einen Blick.

THE DAY
THE ROAD meets STAKELAND (minus die Vampire). Sehr niedrig budgetierter Endzeit-Indie, der gern größer sein möchte, sich aber nie entscheiden kann, was er mit seinen Figuren anstellen soll. Das resultiert im Abhaken gängiger Motive, die man für so einen Film eben braucht (die Belagerung, das Mad-Max-inspirierte Szenario, die verwahrlosten Antagonisten, das unschuldige Kind) – dabei bleiben die Charaktere genauso austauschbar, wie ihre kannibalischen Gegner, die genauso gut auch Vampire, Zombies oder Killerpandas sein könnten. THE DAY ist nichts, worüber man sich im Nachhinein lange ärgert, aber eben auch kein Verlust, falls man ihn verpasst.

THE DINOSAUR PROJECT
Found Footage, die 112. – zumindest ordentlich getrickst und mit entsprechendem Budget versehen, da mit StudioCanal einer von den Großen dahinter steht. Ansonsten das Übliche, diesmal im Dschungel: Forscherteam samt nervigem Blindpassagier/Teeniesohn verschwindet, die Videoaufnahmen findet man später – und ja, sie stoßen auf Saurier. Viele. Unter anderem einen ganz kleinen süßen, der sich mit dem Teeniesohn anfreundet und wie Lassie in jedem Notfall zur Stelle ist. Der Schluss ist Schweigen (Found Footage, you know). Familienunterhaltung und recht belanglos.

REPLICAS
Viele Vorschusslorbeeren, für mich aber nur ein weiterer Home Invasion-Film, die ja recht billig zu produzieren sind. Vorhersehbar geschauspielert und weder spannend noch shocking für alle, die das Szenario schon seit spätestens FUNNY GAMES oder dem LAST HOUSE-Remake nicht mehr überrascht hat.

THE TALL MAN
Ähnlich wie LIVID beim letzten Mal wohl der Spalter des Festivals. Wer seinerzeit nach INSIDE etwas ähnliches erwartete, wird wohl auch hier in Erwartung eines MARTYRS-Toppings reinspazieren und ziemlich enttäuscht werden. TALL MAN funktioniert anders, aber ähnlich wie bei MARTYRS ist auch hier eine grundlegende Unkenntnis des Films wichtig, bevor man ins Kino geht. Je weniger man über THE TALL MAN oder sein Genre weiß, umso besser, denn Laugier macht hier genau das, was er im davor inszenierten Tabubrecher eben auch schon so gemacht hat: Er fängt mit einem Film an, dessen ungefähren Verlauf man schon zu kennen glaubt, nur um im Laufe der Handlung einen völlig neuen Film zu erfinden, der wiederum in den Schlussminuten erneut die Richtung wechselt. Das macht den TALL MAN zu einem genauso überraschenden, wenn auch weit, weit weniger blutrünstigen Nachfolger. Am Ende allerdings mit vergleichbaren Löchern in der Geschichte – der Weg dahin ist aber faszinierend.

http://www.youtube.com/watch?v=s_QqA0sDMec

CHAINED
Lieben oder hassen. Okay, ich mag Frau Lynch nicht. Gar nicht. Und CHAINED lässt mich in der letzten Stunde absolut kalt, weil er im Prinzip gar nichts aus seiner zugegeben intensiven ersten halben Stunde mit hinübernimmt, sondern fortan auf der Stelle tritt, und das nichtmal annähernd so schockierend, wie man das annehmen möchte. Am Schluss rafft sich Lynch dann zu einer Pointe auf, die so bescheuert ist wie ihre Prämisse, und CHAINED entlässt uns gnädig in den Abspann. Im Rückblick bleibt nur ein Schulterzucken.

GOD BLESS AMERICA
Low-Budget-Mix aus FALLING DOWN und NATURAL BORN KILLERS von Ex-Police Academy-Comedian Bobcat Goldthwait. Der Film schießt mit seinen Botschaften ab und an etwas übers Ziel hinaus, bleibt im Großen und Ganzen jedoch unterhaltsam und lehnt sich im Ton ungefähr da an, wo seinerzeit John Waters‘ SERIAL MOM aufhörte. Will heißen, die gezeigte gesellschaftskritisch motivierte Gewalt ist eher satirisch und weniger schockierend gedacht – auch wenn eine zentrale Szene ein Massaker im Kinosaal zeigt, in der einige Leute erschossen werden, weil sie zu laut quatschen oder mit dem Handy filmen. Aber die haben’s halt verdient.

13 EERIE
Ganz erfrischend, wenn man auf Retro steht. Ein paar angehende Gerichtsmediziner stolpern am Ausbildungswochenende auf einer Insel in ein ehemaliges militärisches Testgelände, dessen Versuchsobjekte noch nicht weggeräumt worden. Selbige richten dann ein paar blutige Sauereien an, die vor allem deswegen bemerkenswert sind, weil der Regisseur dabei in jeder zweiten Szene Fulcis WOODOO zitiert (ja, der Holzsplitter! und ja, der Zoomeffekt! ja, das Makeup! und ja, Gedärmefresserei!) und das mit einigen modernen Spielereien aufpeppt, die erkennen lassen, dass die Produzenten von RESIDENT EVIL ihre Pfötchen mit im Spiel hatten. Netter Zeitvertreib unter Gleichgesinnten auf dem FFF, alleine wahrscheinlich weit weniger spaßig. Wäre in diesem Jahr mein guilty pleasure.

INBRED
UK-Comedy-Horror von der Stange. Jepp, die (CGI-gestützten) Effekte sind ziemlich hart. Jepp, der Humor ist so gewöhnungsbedürftig wie der dicke Yorkshire-Akzent. Jepp, die meisten gehen drauf. Und jepp, über die Story brauchen wir nicht zu reden. Alles in allem ein bisschen von 2000 MANIACS inspiriert, ohne die sich dabei auftuenden Möglichkeiten zu irgendwas jenseit der Genrekonventionen zu nutzen. Kann man mal mitnehmen, wenn man von splattriger Britcom noch nicht genug hat.

COCKNEYS VS ZOMBIES
Und noch mal britischer Comedy-Horror. Der Film hat eine coole Prämisse und lässt ein paar Bankräuber nur deswegen ihren Überfall durchziehen, weil Opa im Altersheim sonst der Rausschmiss droht. Mittendrin tun sich andere Probleme auf, weil ein neugieriger Bauarbeiter ja unbedingt das alte Pestgrab auf der Baustelle (1666, jawoll) aufmachen muss und alsbald das erste Opfer eines skelettierten Untoten wird. London wird in kürzester Zeit überrannt. Die Bankräuber und ihre Geißeln schlagen sich zum Altersheim durch, wo Opa und seine Rentnerkollegen (darunter eine reizende Honor Blackman) schon zur Gegenwehr ansetzen. Mit Krückstock, Rollstuhl und schwerer Artillerie (Maschinenpistolen in Seniorenhand stehen schon seit R.E.D. im Buch der coolen Gadgets) wird losgefetzt. COCKNEYS VS ZOMBIES wird leider nie ganz so toll wie man es sich wünscht, vor allem weil man einen großen Teil seiner Plotwendungen und Gags schon in tausend anderen Zombiekomödien ähnlich gesehen hat, aber auch wenn das Gesamtwerk nicht wirklich zündet, hat der Film einige durchaus hübsche Setpieces, die dafür sorgen, dass man sich zumindest nicht langweilt. Notorische Reflexnörgler wie Peroy natürlich ausgeschlossen. 😉

EVA
Das ist schon eine Weile her, ich hatte den Film vor einem Jahr bei der Premiere gesichtet, zusammen mit knapp 2.000 Zuschauern, denen der lokale Aspekt (EVA ist eine katalanische Produktion) als Statement fast wichtiger war als der Film an sich. Da ich mich nicht mehr an alles erinnern kann, schiebe ich die „Schuld“ daran mal auf die Glätte des Films, was man je nach Geschmack sicherlich auch als Pro-Argument werten kann. Daniel Brühl ist ein ziemlich begabter Robot-Bauer, der einen Kinderroboter entwickelt, der seine Emotionen aus einem realen Vorbild beziehen soll – in dem Fall muss seine Nichte herhalten. EVA ist teuer und glänzt mit tollem Production Design, fernab von den meisten US-Produktionen, die bei Zukunftsvisionen fast ausschließlich zwischen übersteril oder apokalyptisch-schmutzig unterscheiden. Bei den Spaniern wird daraus eine elegante Sci-Fi-Retroumgebung, die ein wenig damit versöhnt, dass EVA letztendlich nur Standardkost bietet und mit den existentiellen Fragen, die der Film stellt, im intelligenten Sci-Fi-Kino dieser Tage irgendwie um ein paar Jahre zu spät kommt.

http://www.youtube.com/watch?v=S7tlyp_lLeI

GAME OF WEREWOLVES
Auch noch ein Überbleibsel vom letzten Jahr. Damals hab ich nur ungefähr 20 Minuten mittendrin gesehen und will mir deshalb kein endgültiges Urteil anmaßen – aber GAME ist ein bisschen das spanische Äquivalent zum britischen Comedy-Horror-Trend, liebevoll und nicht allzu teuer gemacht, mit hübschen Querverweisen auf die 70er (die ja in Spanien unter dem Zeichen von Naschy/Waldemar und Konsorten stand) und witzig, ohne allzu peinlich zu wirken. Wer seinen Horror generell ernst bevorzugt, wird auch hier zu meckern haben, im FFF-Umfeld an einem sonnigen Nachmittag stell ich mir GAMES aber durchaus amüsant vor.

KILLER JOE
Friedkin hat bei mir einen Stein im Brett, obwohl er in den letzten 20 Jahren keinen nennenswerten Filme mehr gemacht hat und seine besten in Deutschland teilweise völlig unbekannt sind (SORCERER). KILLER JOE macht es einem nicht leicht und ist bewusst ein Stück abgedrehter als der Rest von Friedkins Filmographie, wenn mir mal BUG ausschließen. Das wiederum ist nicht ungewöhnlich, weil ausgerechnet Tracey Letts als Autor an beiden Werken beteiligt war und ansonsten wohl sehr oft BLUE VELVET gesehen hat: KILLER JOE ist einer von diesen mittlerweile wieder in Mode gekommenen Noir-Thrillern wie zuletzt Winterbottoms KILLER INSIDE ME und weidet sich zwischendrin manchmal schon sehr selbstgefällig an seiner hitzeflirrenden White-Trash-Ästhetik, aber dafür sind die Schauspieler über jeden Verdacht erhaben und spielen ihre abgedrehten Rollen so wunderbar straight, dass die schräge Gewaltorgie eben doch wieder alle Sympathien einheimsen kann. Für Fans der vorgenannten Film!
e sicherlich auf jeden Fall ein Muss und ansonsten ein Werk, dessen Genre auf dem FFF zuerst fehlplatziert scheint, aber sich im Nachhinein wohl doch als goldrichtige Entscheidung erweist.

THE KING OF PIGS
Anime-Hasser werden hier sicherlich auch nicht bekehrt, alle anderen sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren, denn THE KING OF PIGS bewegt sich fernab irgendwelcher Superhelden und SciFi-Szenarien auf realistischen Spuren. Markant gezeichnet und in düsterer Erzählstimme bringt der Film das Thema Gewalt an koreanischen Schulen auf den Tisch und schreckt dabei auch vor härteren Bildern nicht zurück (der Anfang ist ein Schocker!). Ein bisschen BULLY, ganz viel HERR DER FLIEGEN und perfekt auf seine Dramatik hin inszeniert – ich konnte leider die letzten 30 Minuten nicht mehr sehen, aber zum Nachholen stehe ich dieses Jahr beim FFF definitiv auf der Matte.

BAYTOWN DISCO
Heißt ja inzwischen BAYTOWN OUTLAWS. Ich habe den Film nicht sehen können, aber ein paar andere waren drin und eigentlich durchweg begeistert – ein bisschen bunt, jede Menge Action und schräge Sprüche, irgendwo zwischen Tarantino und dem überkandidelten Trash von BITCH SLAP angesiedelt (Zitat eines Kollegen: „BITCH SLAP in unterhaltsam und mit mehr Budget“). Die Besetzung soll toll sein, und alles in allem ist BAYTOWN in diesem Jahr wohl eins der U-Boote gewesen, die auf jedem Filmmarkt mal auftauchen können – Filme also, die vom Weltvertrieb nicht vorverkauft, sondern fast ohne Vorabinfo fertiggedreht, dann überraschend aus dem Nichts auf dem Markt angeboten werden und damit für sich selbst sprechen sollen (im letzten Jahr ist das mit DON’T BE AFRAID OF THE DARK so gewesen). Das ist natürlich immer ein Risiko, aber wenn der Film die Käufer anspricht, ist so u.U. auch deutlich mehr License Fee drin. Bei BAYTOWN ging die Rechnung scheinbar ganz gut auf, denn nach de!
m Screening startete der Bidding War schnell in die erste Runde und die gehandelten Summen waren schon bemerkenswert. Selbst kann ich logischerweise zu BAYTOWN noch keine persönliche Empfehlung abgeben, alles in allem sollte man dem Hörensagen nach als FFF-Besucher das Ding aber sicherlich auf dem Wunschzettel haben.

http://www.youtube.com/watch?v=xhxht2ldZko

THALE
Sehr indy, sehr poetisch, teils sperrig

GIRLS AGAINST BOYS
Quasi BAISE MOI ohne die Hardcore-Szenen und mit launigen Sprüchen, ziemlich brutal und kreuzblutig.

http://www.youtube.com/watch?v=35hqNjFcFng

WHEN THE LIGHTS WENT OUT
Standard-Haunted-House-Grusler nach MotW-Schema (also eher biedere TV-Ware)

http://www.youtube.com/watch?v=GYKz11JtD0A

DOOMSDAY BOOK
Eigenwillige SciFi, aber Jee-Woon Kim auf dem Regiestuhl, also was gibt’s da noch zu überlegen? Koreatypisch edel gefilmt.

THE WEE MAN
UK-Gangsterflick by the numbers. Kennen wir die nicht alle schon?

NO TELL MOTEL
Kollege nach 10 Minuten raus. Wahrscheinlich also nicht so überragend.

http://www.youtube.com/watch?v=As6KLfRMUHM

BEASTS OF THE SOUTHERN WILD
Vorschusslorbeeren galore. Finden auch alle toll. Schau ich mir definitiv an.

MORITURIS
Italo-Exploiter. Schweinebillig und auf retro gemacht, aber wohl immerhin saublutig. Was für die Ferkel hier. (Und ich weiß, dass ich gerade drei Nutztiere in zwei Sätzen erwähnt habe.) 😀

AFTER
Nette Prämisse, aber „fühlt sich an wie eine lange AKTE X-Folge“. Für manche ist das sicher eine Empfehlung.

V/H/S
Ein, zwei Episoden kamen gut an, ansonsten überwiegt bei denen, die ihn gesehen haben, die Anthologie-Müdigkeit.

http://www.youtube.com/watch?v=FNA9bV0DtDU

NIGHTFALL
Siehe DOOMSDAY BOOK. Als Thriller wohl immerhin ordentlich und bei den Hongkong-Chinesen macht man zumindest nichts falsch, wenn man seine Filme wenigstens in technischer Hinsicht perfekt bevorzugt.

http://www.youtube.com/watch?v=bICUXb-tor8

CLEANSKIN
Hat vielen gefallen. Kann natürlich auch am scheinbar recht amtlichen Rumgematsche liegen, das wohl äußerst kreativ und entsprechend fies ausgefallen ist.

http://www.youtube.com/watch?v=8dRZlLdO41E

STITCHES
Blutiger Slasher nach Schema F, mit dem man zurechtkommt, wenn man die Jokes versteht und kein Problem mit Clowns hat. Ich habe eins, also schau ich den Film nur unter Androhung von Gewalt. 😀



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Marcel
Marcel

Vielen Dank dafür. Bin schonmal auf die Wortvogel-Reviews gespannt.

lostNerd
lostNerd

„THE TALL MAN“ klingt interessant. Wenn der Gewaltgrad um einiges niedriger als bei „Martyrs“ ist, kann ich mir den wohl auch im Kino geben.
Martyrs würde ich mir ohne optionales Vorspulen nicht mehr antun.
Ansonsten stehen wohl „BAYTOWN DISCO“ und „The King of Pigs“ auf meiner Liste.

Karsten

Woot…..wo hast du denn die Dauerkarte noch her? Oo Als ich geschaut hab, war Berlin bereits ausverkauft. Da hat der Wortvogel bestimmt Connections spielen lassen 🙂 Ein paar Filme mag ich mir dennoch anschauen. Vielleicht trifft man sich.

flippah

dann sehen wir uns ja – ich mache extra Urlaub in Berlin. Wenn noch irgendwo ne Dauerkarte aufzutreiben ist, hätte ich die gern!

Magineer
Magineer

Oh, danke für die Adelung zum eigenen Beitrag. 😉 Ich bin gerührt. Viel Spaß in Berlin wirst du ja trotzdem noch haben. Bin auch gespannt auf deine eigenen Reviews.

(Meinen Gallagher/Gulager-Fehler im PIRANHA 3DD-Review hätteste aber noch fix ausbügeln können 😀 …)

@lostNerd:
Sei unbesorgt, der Intensitätsgrad von THE TALL MAN dürfte sich maximal bei einer FSK 16 einpendeln. Und das ist auch so gewollt.

Goran
Goran

Hmm, bin immer noch eher enttäuscht von der diesjährigen Auswahl, aber wenigstens haben mir diese Kurzkritiken ein oder zwei Filme doch etwas interessanter gemacht, als es die diesmal ja ausgesprochen lieblos geschriebenen Filmteaser auf dem Websidechen konnte.

Pogopuschel

Vielen Dank für diese Sneakreviews. Die meisten haben mich in meinem ersten Eindruck bestätigt, einige haben Tendenzen nach oben oder unten noch verstärk.

Nach erster Sichtung dieser Texte und der Trailer bin ich doch etwas enttäuscht. Bis auf »The Tall Man« (beim dem Regisseur muss der einfach ein Ereignis sein, auch wenn ich »Martyrs« kein zweites Mal sehen möchte, war da ein Meister seines Fachs am Werk) und »Beast of the Southern Wild« sehe ich hier noch kein wirkliches Highlight. Aber erfahrungsgemäß täuscht der erste Eindruck zumindest bei einem kleinen Teil der Filme.
Mir fehlt so etwas extremes und schräges wie »Ex-Drummer« oder »Rubber«. Viel zu viel konventionelle Filme. »Haunted House« in ultralangweiligen, einfachen Häuser (die rätselhaften und unheimlichen Häuser sollten doch die eigentliche Stärke solcher Filme sein) und viel zu viele Gangsterfilme und Thriller (auch wenn da jedes Jahr ein paar Gute dabei sind, vor allem aus Frankreich).
Was überhaupt nicht mehr sehen kann, sind Found-Footage Filme, Paranormal Activity Kopien, Zombiefilme, Home Invasion und Exorzismus Zeugs. Wobei mich der Trailer von Bornedals »The Possession« doch beeindrucken konnte.

Es wundert mich, dass die Foristen bei f3a.net alle von dem besten Programm seit Jahren schwärmen. Gerade die Leute, die sonst im Vorfeld immer so kritisch sind.

Filme die mich stark Interessieren:

Beasts of the Southern Wild
The Baytown Outlaws
The Tall Man

noch recht stark:
Crawl
Excision
Inbred
Killer Joe
The Possession
Thale

Dann gibt es noch ein paar die durchaus interessant sein könnten und einige, von denen es noch keine Trailer gibt.

Pogopuschel

Den besten Trailer hat übrigens „Crawl“. Ist mir ein Rätsel, warum so viele Filme nicht mal einen spannenden und gut gemachten Trailer auf die Reihe bekommen.

Magineer
Magineer

@Pogo:
Interessante Beobachtungen, aber ich denke, die von dir angemerkten Trends – sowohl innerhalb des Genres als auch in Bezug auf die weitere Öffnung des FFF für weniger „phantastische“ Filme – sind auch der allgemeinen Entwicklung zuzuschreiben. Letztendlich spielt das Festival eben nur einen aktuellen Querschnitt des derzeitigen Programms. Seit der Horror vor 15 Jahren in den Mainstream zurückgefunden hat, ist die vormalige Subkultur einfach nicht mehr die selbe.

Was Found Footage, Home Invasion und Zombies angeht – d’accord. Aber auch hier gilt, dass die Häufung dieser Motive nur den aktuellen Zustand des Filmmarktes widerspiegelt und das FFF, im Bestreben nach alternativen Angeboten, dann eben doch weit außerhalb der früheren Grenzen fischen muss. KILLER JOE und BEASTS sind dafür übrigens fantastische Beispiele. Es muss nicht immer konventionell sein. 😉

Peroy
Peroy

„Es gab nur sehr wenig Totalausfälle“

HAH !

Pogopuschel

Als ich die Texte zu Filmen wie »Survive Style 5+«, »Reefer Madness«, »Ex-Drummer«, »Tucker and Dale« und »Rubber« gelesen haben, wusste ich sofort, diesen durchgeknallten und abgedrehten Scheiß muss ich sehen. Dieses Gefühl fehlt mir dieses Jahr irgendwie. Filme die in diese Richtung gehen, habe ich bisher noch nicht entdecken können (vielleicht ein wenig »Excesion«). Das heißt natürlich nicht, dass es jetzt ein schlechter FFF Jahrgang wird. Ich habe auch jedes Jahr wieder mit den französischen und asiatischen Thrillern und Schwertkampffilmen meinen Spaß.
Konventionell heißt ja nicht »schlecht«, aber eben auch nicht außergewöhnlich. Kann gut sein, dass die Macher des Festivals nichts dafür können. Sie können auch nur nehmen, was auf dem Markt ist, aber das macht es ja für die Zuschauer nicht besser.
Aber ich will hier nicht das Programm des Festivals schlecht machen. Ich freue mich schon tierisch auf die Woche unter Gleichgesinnten in Berlin und hoffe, dass mich der ein oder andere Film positiv überraschen wird.

Magineer
Magineer

@Wortvogel:
Das ist sicherlich auch eine Frage der persönlichen Vorlieben, denke ich. Die Zombie- und Found-Footage-Fans (gibt’s die?) sind seit ein paar Jahren im siebten Himmel, die anderen müssen eben nach Perlen tauchen. Es ist sicherlich nicht das prickelndste Jahr für das FFF, aber der aktuelle Film-Jahrgang wird wohl auch nie zu den erlesensten Gourmetgenüssen zählen – rückblickend, versteht sich. Insofern, Augen zu und durch. Das letzte, was ich wollte, wäre es, den Leuten die Lust aufs Festival zu nehmen. Aber da ich dieses Jahr irgendwie nur die kleineren Beiträge gesehen hatte, konnte ich auch nur dazu was schreiben, und die waren eben vielfach konventionell. Von BEASTS z.B. erwarte ich nach wie vor was wirklich Tolles (wenn auch nicht gerade FFF-kompatibel). Für kleinere Stimuli zwischendrin sorgen THE TALL MAN und EXCISION, die dennoch spalten werden. Und wer nach Extravaganz sucht, kann beispielsweise mit SIGHTSEERS gar nichts falsch machen. Zu guter Letzt können die ganz Mutigen in DETENTION gehen, den ich im ersten Durchlauf einfach unfassbar scheiße fand, der aber auf den zweiten Blick enorm gewinnt – wenn man gewillt ist, dem Film diese Chance zu geben. But: Your mileage may vary, deswegen werde ich den Teufel tun und den Film empfehlen.

Fazit: Die Ausbeute mag dieses Jahr geringer sein, aber zu entdecken gibt es nach wie vor mehr als genug.

Pogopuschel

Meine Meinung zu den Filmen kann man hier nachlesen: http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=26&t=6637&start=15#p133313
Bei „Grabbers“ kann ich Magineer nur zustimmen, durch die FFF-Atmosphäre hat er aber ganz gut funktioniert, auch wenn er viel zu brav war.
Für „Werevolves“ gilt ähnliches, wobei er insgesamt etwas besser und liebevoller gemacht ist.

Thies
Thies

@Pogopuschel „Den besten Trailer hat übrigens “Crawl”. Ist mir ein Rätsel, warum so viele Filme nicht mal einen spannenden und gut gemachten Trailer auf die Reihe bekommen.“

Leider war das mal wieder eines der Beispiele in denen der Trailer mehr Spannung versprach als der Film halten konnte. „Crawl“ wirkte über weite Strecken mehr wie ein verfilmter Staring Contest als wie ein Thriller.

Pogopuschel

Das stimmt. Ich hatte nach dem Film folgendes bei SF-Fan dazu geschrieben:

Crawl
Ein kroatischer Killer taucht in der australischen Provinz auf, erledigt seinen Job und fährt wieder. Nur kommt er nicht weit. Eine drogenbedingte Unachtsamkeit führt zu einer Verkettung unglücklicher Umstände und Morden, bei denen einige Provinzler den Kürzeren ziehen.

Aus mir unerklärlichen Gründen scheinen die Filmemacher der Meinung zu sein, dass man seinen Film cooler und spannender macht, wenn man die Darsteller sich in Zeitlupe bewegen lässt, einzelne Geräusche (von Bewegungen) besonders hervorhebt und dies mit dramatischen Streichern unterlegt. Das mag funktionieren, wenn man es so kunstvoll hinbekommt, wie in »Amer«, aber hier nervt es nach 10 Minuten nur noch.
So wird eine Handlung von 20 Minuten auf 80 gestreckt. Und obwohl es »nur« 80 Minuten sind, will der Film einfach nicht enden. Dabei hat er gute Ansätze. Es gibt einige sehr gut gemachte Szenen, die Filmemacher haben eindeutig Talent, aber leider fehlt ihnen für einen guten Film eine ordentliche Story. Es hilft auch nicht, dass dem Zuschauer die Hinweise auf den weiteren Handlungsverlauf mit der Holzaxt präsentiert werden, so dass man genau weiß, was als Nächstes passiert.

Rex Kramer

Ich frage mich jedes Jahr, warum das Ding eigentlich FANTASY-Filmfest heißt, wenn doch 80% aller gezeigten Filme mehr oder minder ins HORROR Genre gehören.

heino
heino

„Sightseers“ war ein guter Einstieg. Schön schwarzhumorig und makaber, hat aber leichte Längen. Trotzdem der bester Eröffnungsfilm seit Sin City (eat that, Marcus *hehe*)

Pogopuschel

Der Eröffnungfilm war „Kiss Kiss Bang Bang“, „Sin City“ lief danach. Ändert aber nichts an deiner Aussage, obwohl ich „Severance“ sehr gut fand.

heino
heino

@Pogo:hast recht, das hatte ich verwechselt. Severance habe ich erst viel später gesehen, der macht aber tatsächlich Spass.

So, weiter im Text:

„Girls against boys“ oder Männer sind Schweine, der Film. Möchte gerne so hart und dreckig wie „Baise moi“ (den ich mies finde, der aber wenigstens einen klaren, wenn auch blöden, Standpunkt vertritt) wirken, ist aber so klinisch steril wie eine beliebige Folge von „Melrose place“ udn wärmt nur olle Kamellen auf, ohne eine einzige eigene Idee anzubieten. Am Ende verirrt er sich noch in „Weblich ledig jung sucht…“-Territorium, was ihm gar nicht gut bekommt, Der Fairneß halber sei angemerkt, dass Marcus ihn besser fand als ich.

„Killer Joe“ hat mich verstört zurückgelassen und ich weiß immer noch nicht, ob ich begeistert oder angeekelt sein soll, was vermutlich für Friedkins Können spricht, da er wohl genau diese Wirkung hervorrufen wollte. McConnaughey ist großartig, Thomas Haden Church und Gina Gershon sind es auch, nur Emile Hirsch grimassiert sich ab und an leicht zu Tode. Noch mehr als der Film hat mich allerdings verstört, dass es „Cineasten“ gibt, die über die Vergewaltigung einer geistig zurückgebliebenen und wohl auch (zumidnest im Film) minderjährigen Frau lachen können, obwohl die wirklich hochgradig unangenehm inszeniert ist.

„Detention“ ist, wie Filmi so schön sagte, die amerikanische Antwort auf Takashi Miike. Völlig irre und vordergründig zusammenhanglos, mit Unmengen visueller Spielereien und Insider Gags gespickt, einem Affentempo und extrem hohem Unterhaltungsfaktor. Das wird für mich wohl DER Spassfilm dieses Jahr, da könnte höchstens noch „Ace Attorney“ von Miike selbst irrer sein.

Peroy
Peroy

„Ich frage mich jedes Jahr, warum das Ding eigentlich FANTASY-Filmfest heißt, wenn doch 80% aller gezeigten Filme mehr oder minder ins HORROR Genre gehören.“

Wegen der Alliteration…

Howie Munson
Howie Munson

hmm also heißt es in 30 Jahren dann „HororHolographieHudelei“? *duck*

Thies
Thies

@Howie Garstiges Genre-Gekröse würde sich auch noch anbieten. 😉

heino
heino

„Game of werewolves“ (dämlicher Titel, eigentlich heißt er „Die Wölfe von Agra) ist eine sehr witzige spanische Werwolfkomödie, die hauptsächlich von den guten Dialogen und den Darstellern lebt. Die Werwölfe selbst sehen ziemlich nach einer durchschnittlichen Buffy-Folge aus und der Film ist etwas zu lang, aber sehr gutes Festival-Futter.

„God bless America“ ist der „Super“ dieses Jahres, sowohl die Handlung als auch die Figurenkonstellation betreffend (was im Film selbst auch noch karikiert wird). Im Gegensatz zu „Super“ gibt es aber keine Andeutung eines versöhnlichen Endes, da hat jemand seinen Frust über den Zustand der USA auf Zelluloid gekotzt. Sehr böse, sehr zynisch, sehr witzig.

„Chained“ ist durch den ungalublich bescheuerten Endtwist nichts anderes als die Kammerspielversion von Bill Paxtons „Frailty“. Julia Ormond beisst schon nach 3 min ins Gras, Jake Weber kommt immerhin in 2 Szenen vor und Vincent D`Onofrio darf hier mal wieder zeigen, dass er eine wesentlich größere Kinokarriere verdíent hätte. Von 2 völlig sinnfreien Szenen abgesehen funktionieren 90 % des Films außerordentlich gut, aber dann kommt besagter Endttwist und reißt den Streifen in den Abgrund. Schade drum.

heino
heino

„Baytown Outlaws“ war ein guter Abschlußfilm. Rasant, witzig, voller guter Action-Szenen und durchgeknallter Ideen und mit einem saucoolen Southern Rock-Soundtrack (ja, Marcus, „Freebird“ musste sein). Nur das Gehabe von Universal, die doch tatsächlich 2 Wachleute mit Infrarotscannern im Kinosaal postiert hatten, um die Leute auszusondern, die ihr Handy nicht ausgeschaltet hatten, war lächerlich. Als ob der Film hierzulande einen flächendeckenden Release bekommen würde…..

Thies
Thies

@heino Genau diese Prozedur mit Taschenkontrollen und Publikumsüberwachen wollte ich mir ersparen und hab mir in HH lieber den paralel laufenden „The Cat“ angesehen. Noch dazu wurde der Film auf Bitten des Cinemaxx in ein kleineres Kino verschoben, da man Saal 1 für die Vorpremiere von „The Expendables 2“ brauchte. 🙁

Marcus
Marcus

So, nachdem ich heute morgen ja schon das halbe Blog vollgespamt habe mit meinem Senf zu den FFF-Filmen, die ich gesehen habe – nun das FFF-Roundup.

Teil 1: Listen, Listen, Listen

Die Top 5:

1. Excision (10/10)
2. Violet & Daisy (10/10)
3. Ace Attorney (9/10)
4. The Suicide Shop 3D (9/10)
5. Compliance (9/10)

Die Flop 5:

1. Morituris (0/10)
2. VHS (1/10)
3. The Tall Man (2/10)
4. Wrath (3/10)
5. Beasts of the Southern Wild (4/10)

The Durchschnitt 5:

1. Black Rock
2. Inbred
3. 13 Eerie
4. Comedown
5. A Chinese Ghost Story

Alle 7/10, alle soweit okay, aber sie werden mir vermutlich kaum im Gedächtnis bleiben.

Die 5 besten Filme, die Torsten nicht besprochen hat (abzüglich der in den anderen Listen bereits genannten):

1. God bless America: nicht allzu clever, aber seeeehr witzig. (8/10)
2. The Hidden Face: je weniger man weiß, desto besser. (8/10)
3. Stitches: besser geht 80s-Retro-Horror nicht. (8/10)
4. The Aggression Scale: „Home Alone“, R-rated. (8/10)
5. Game of Werewolves. Charmante Grusel-Comedy. (8/10)

Marcus
Marcus

Mein FFF-Roundup, Teil 2: noch ’n paar Empfehlungen, zu denen Torsten nix gesagt hat…

„Cockneys vs. Zombies“: ein Britcom-Crowdpleaser vor dem Herrn. 8/10.

„Detention“: Herr im Himmel, was für ein durchgeknalltes Meta-Humor-Feuerwerk. ZAZ-Film für die Smartphone-Generation. 8/10.

„Sightseers“: schwarzhumorige Briten-Serienkiller-Groteske. Hiermit sei Ben Wheatley „Kill List“ verziehen. 8/10.

„Thale“: sehr nett, wenn man auf Tempo und Action zugunsten von Atmosphäre und nordischer Lakonie verzichten kann. 7/10.

„Girls against Boys“: braucht ewig lange, um in Schwung zu kommen, ein paar handwerkliche und inhaltliche Schnitzer, aber sonst ein schick gemachter, recht unterhaltsamer, charakterorientierter Rape & Revenge-Streifen. Nicole LaLiberte als irrer männerhassender Racheengel ist toll. 7/10. (eat that, heino :twisted:)

Marcus
Marcus

Mein FFF-Roundup, Teil 3: die ich-weiß-auch-nicht-Sektion….

„Killer Joe“: großartig gespielt und gefilmt, brüllkomisch – aber mit einem teilweise extrem menschenverachtenden „mean streak“, der neben der Vergewaltigung geistig zurückgebliebender Minderjähriger auch die Folter und sexuelle Demütigung von Gina Gershon’s Charakter lustig zu finden scheint. Wie heino schon schrieb – man findet den gut, obwohl man eigentlich dabei das Gefühl hat, dass das irgendwie fragwürdig ist. Da ich eh noch duschen wollte: 7/10.

Marcus
Marcus

Mein FFF-Roundup, Teil 3: die wir-raten-ab-Sektion. Seid eindringlich gewarnt vor:

„Morituris“: ich habe im entsprechenden Thread schonmal darüber abgekotzt, aber man kann es ruhig wiederholen. Amateurfilmgülle, an dem erzählerisch, darstellerisch und technisch wirklich gar nichts stimmt, mit einem „Sahnehäubchen“ aus stumpfem Frauenhass und (zumindest hier auf dem FFF) Kauderwelsch-Untertiteln als Maraschinokirsche auf dem Sahnehäubchen. Bah. 0/10.

„VHS“: stellt euch Oma Waltrauds 80sten Geburtstag vor, gefilmt anno 1985 auf Video, und so lange auf VHS-Band rumliegen gelassen. Gedreht von einem zappeligen pubertierenden Neffen 2. Grades. Und dann stellt euch das ganze als Horrorfilm mit größtenteils improvisiert wirkenden „shit. fuck. fuckin‘ shit. etc pp“-Dialogen aus dem Munde unsympathischer Arschgeigen vor. Und all das auf ’ner großen Leinwand. Ich bin nach einer halben Stunde gegangen, weil mir von dem grieseligen Kameragewackel übel wurde. Für die halbe Stunde gebe ich: 1/10.

„The Tall Man“: langweilig, scheiße gespielt von allen beteiligten, konfus und verwirrend erzählt, und mit einem x-fach verschachtelten Schlusstwist, der dermaßen hirnverbeult ist, dass ich mich frage, ob M. Night Shyamalan das Drehbuch unter Pseudonym verbrochen hat. Von vorne bis hinten absolut ärgerlich. 2/10.

„Wrath“: Backwoods-Horror die 235ste. Lahm, unlogisch, und dramaturgisch absolut amateurhaft. Die „Heldin“ trägt zum Handlungsverlauf nix bei, dafür folgen wir überflüssigerweise 20 Minuten lang der Jagd auf einen Typen, der bisher einfach nur dabei war, von dem ich mir nicht mal den Namen gemerkt hatte, und der am Ende doch stirbt. 3/10.

„Chained“: Vincent D’Onofrio ist toll und die anderen Darsteller nicht viel schlechter, aber das Ding ist zäh, unspannend und hat ein bescheuertes Ende. Der Film ist schlecht auf eine nicht sehr spektakuläre Weise: es lohnt sich einfach nicht. 5/10.

Peroy
Peroy

Ich glaube dir kein Wort. 🙂

Reini

@Marcus: Oha… du scheinst der Erste zu sein, der “ Beasts of the Southern Wild“ mies fand… was war daran aus deiner Sicht so schlecht?

Marcus
Marcus

@Peroy: na, damit ist meine Credibility hier ja gerade um 100% gestiegen. 😎

Will Tippin
Will Tippin

Dann mach ich das auch mal…

Persönliche Top10:
1. Baytown Outlaws
2. Stitches
3. Killer Joe
4. God Bless America
5. Grabbers
6. Sushi Girl
7. The Awakening
8. Beasts of the Southern Wild
9. Game of Werewolves
10. The Tall Man

Ehrenhafte Erwähnung:
Excision, Sightseers, Vamps, Ace Attorney, Nightfall, Violet & Daisy

In Stuttgart gut angekommen, selbst aber nicht gesehen:
Black Out, Cockneys vs Zombies, The Hidden Face

Da wir die richtigen Flops alle gemieden haben, waren alle gesehenen Filme mindestens ganz okay. Trotzdem hier mal eine subjektive „Flop“3, die von den 30 gesehenen Filmen am wenigsten gefallen haben.
„Flop“3:
1. Compliance (nach Vans Einstieg war’s mir schlicht zu blöd)
2. The Cat (japanischer 08/15-Horror)
3. King of Pigs (mäßige Animationen)

Guilty Pleasures:
After (war der Allgemeinheit zu abgedroschen, langweilig und kitschig)
Comedown (der Saal fand’s öde, ich mochte den Film irgendwie)
The Pact (fand ich spannend mit guter Auflösung, meine Freundin fand’s stinklangweilig, vorhersehbar und unlogisch)

WTF-Award:
Believe the Dance (Get Shorty), Doomsday Book

Bodycount:
1. Baytown Outlaws (>47 Leichen)
2. God Bless America (>30)
3. A Gang Story (22 + ein Hund)

Eine interessante Beobachtung außerdem: Die Leute sind zehn Minuten vor Ende in Scharen aus Piranha 3DD geflüchtet.

Will Tippin
Will Tippin

Zu Beast of the Southern Wild: Die Begeisterung meiner Freundin hat ihn in die Top10 gehievt. Aufgrund des allgemeinen Hypes wie wunderbar der Film ist, wollte ich ihn zwar auch super finden, so richtig warm geworden bin ich mit dem aber nicht.

Marcus
Marcus

@Reini: wie ich im „Beasts…“-Thread schon schrieb – der Film macht (mir zumindest) überhaupt keinen Spaß.

Sich den Film anzugucken, ist wie Hausaufgaben machen oder an der Uni in einer Vorlesung sitzen – nicht unbedingt uninteressant, aber es fühlt sich halt wie Arbeit an. Weil er seine rudimentäre Story so himmelelendiglich langsam und zähflüssig dahertröpfeln lässt, dass es verdammt schwer ist, nicht das Interesse zu verlieren. Weil es immer wieder Passagen gibt, in denen gefühlt gar nichts passiert. Weil er nie auf einen Punkt kommt. Und weil die länglichen, gefühlt nur aus altklugen Kalendersprüchlein bestehenden Voiceovers des kleinen Mädchens irgendwann nur noch nerven.

Im Grunde läuft es darauf hinaus – der Film ist einfach nicht unterhaltsam. Die tollen Bilder und Schauspieler, die er zweifellos hat, sind nicht genug, um den Eindruck zu verwischen, dass das hier ein Film ist, den man nicht wie einen normalen Film guckt – man sitzt emotional weitgehend unbeteiligt davor und betrachtet eine Abfolge von bewegten Bildern und wartet, dass er vorbei ist.

Peroy
Peroy

„Zu Beast of the Southern Wild: Die Begeisterung meiner Freundin hat ihn in die Top10 gehievt. Aufgrund des allgemeinen Hypes wie wunderbar der Film ist, wollte ich ihn zwar auch super finden, so richtig warm geworden bin ich mit dem aber nicht.“

PUSSY WHIPPED !

Marcus
Marcus

@Will Tippin:

„The Pact (fand ich spannend mit guter Auflösung, meine Freundin fand’s stinklangweilig, vorhersehbar und unlogisch)“

Seconded. Den habe ich oben vergessen zu erwähnen. 7/10

„The Cat (japanischer 08/15-Horror)“

Ach stimmt, den habe ich auch gesehen. Ich fand ihn eigentlich ganz nett (wenn man Asia-Horror denn mag – wenn nicht, ist der vermutlich ein Totalausfall), aber dass ich ihn sogar in meiner Durchschnittsliste nicht erwähnt habe, spricht Bände über seine Memorabilität… 7/10.

„Compliance (nach Vans Einstieg war’s mir schlicht zu blöd)“

Das würde ich auch so sehen… wenn nicht auch das wirklich passiert wäre. Man muss es so klar sagen – der Anrufer hatte großes Glück, dass (im Film wie in den echten Fällen) die Angerufenen alle Idioten waren.

Will Tippin
Will Tippin

3/5 und 5/5 gibt halt 4/5 = langt für Top10

Marcus
Marcus

Der Vollständigkeit halber…

„Baytown Outlaws“: der war unterhaltsam, nett inszeniert und gespielt. Aber mich nervte eine teilweise vorhandene aufgesetzt wirkende Coolness, die unangenehm an die diversen Tarantino-Wannabes aus den 90ern erinnert. Und man sollte seine Soundtrack-Ideen nicht bei Rob Zombie klauen („Freebird“ für eine Schießerei während einer Autofahrt? Ehrlich?). 7/10.

Will Tippin
Will Tippin

@Marcus: Die Compliance zugrunde liegenden Geschehnisse habe ich mich Verwunderung hinterher auch gelesen. Hätte ich das vorher gemacht, wären meine Gedanken wohl gewesen „woa, das ist echt passiert“. So hab ich ein wohl hörbares „ach come on!“ ausgestoßen. Wie im Thread zu Compliance geschrieben, kam mir das halt, in der Art wie Van und Becky dargestellt waren, zu weit hergeholt vor.

DMJ

@Peroy:
Glaub ihm zumindest in Sachen „Tall Man“.