Fantasy Filmfest 2026 (21): THE FOX
Regie: Dario Russo
Darsteller und Stimmen: Jai Courtney, Emily Browning, Damon Herriman, Claudia Doumit, Olivia Colman, Sam Neill u.a.
Offizielle Synopsis: Australien ist für seine gefährliche Tierwelt bekannt, doch ausgerechnet ein Fuchs bringt Nicks Leben aus dem Gleichgewicht. Beim Abendessen im Pub hält der konfliktscheue Jäger um die Hand seiner Freundin Kori an. Sie sagt Ja, obwohl sie zweifelt und längst eine Affäre mit ihrem Chef Derek angezettelt hat. Doch Nick ignoriert alle Warnzeichen, bis er auf der Jagd nach einem Hühnerdieb einem sprechenden Fuchs begegnet.
Der kennt verblüffenderweise nicht nur Koris Geheimnis, sondern hat auch eine verlockend simple Lösung für Nicks Probleme parat. Doch kann man einem schlauen Fuchs trauen oder hat die vorlaute Elster recht?
Kritik: Es gibt Filme, die kommen aus dem Nichts und blasen einen weg. Einfach, weil sie absolut einzigartig sind, sich konsequent einer schrägen Idee verpflichten, und diese mit einer größtmöglichen Hinwendung zum Zuschauer präsentieren. High concept und high value. Man ist noch nicht aus dem Kino raus und murmelt schon "instant classic".
THE FOX – ihr ahnt es – ist so einer.
Die Idee ist nur solange bescheuert, bis man sich wie die Hauptfiguren darauf einlässt: Tiere können reden und entsprechen ihren angedichteten Charakterzügen (Füchse lügen, Elstern tratschen, Hunde sind Idioten, Katzen hecken immer was aus). Kaum hat man das akzeptiert, erfahren wir, dass es ein magisches Loch im Wald gibt, das Menschen von Grund auf verändern kann. Gut, da gehen wir dann auch mal mit. Aber das ist immer noch erst der Anfang…
THE FOX stapelt die Absurditäten, ohne sie jemals absurd erscheinen zu lassen. Die Maxime "it is what it is" beschreibt nicht nur die Wurstigkeit der Charaktere, sondern auch die Reaktion auf die unvorhersehbaren Absonderlichkeiten. Die präsentierten Brüche mit der Realität werden in die Realität integriert, so gut es geht. Man will sich den Abend im Pub nicht versauen lassen.
Das ist rasend komisch, empörend frech, sehr mutig, und mischt im Laufe von 90 straffen Minuten auch noch mehr kluge Gedanken über Sinn und Unsinn monogamer Langzeitbeziehungen unter, als möglich sein sollte. Und das alles ausnahmsweise mal ohne "Moral", ohne klare Festlegung einer erwünschten Erkenntnis.
Klar, der hier ist ein "dark horse", ein Außenseiter. Aber das Festival hat oft genug bewiesen, dass gerade die Joker im Programm das beste Entertainment bieten: BEASTS OF THE SOUTHERN WILD, HUNT FOR THE WILDERPEOPLE, und FREAKS OUT hatte wahrscheinlich vorab auch niemand auf der "dance card".
Props an Emily Browning, die keine Probleme damit hat, die Hälfte des Films komplett nackt durch die Gegend zu hüpfen – und für die Damen wäscht Jai Courtney besoffen seinen Dödel im Waschbecken…
Die Stimme vom Sam Neill – he will be missed:
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Ich merke es – es kippt. Das Festival schafft zum Ende hin womöglich doch noch mal so viele Highlights, dass ich zähneknirschend Absolution erteile…
Fazit: Eine großartige Parabel auf die Müdigkeit moderner Beziehungen, erzählt als tierische Fabel in einem STEPFORD WIVES-Konstrukt. Smarter, witziger und unterhaltsamer, als wir es es verdienen. 10 von 10 Punkten.
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BILD DES TAGES
Wie Kino: Architektur muss nicht schön sein, um spannend zu sein:

Hui, den muss ich sehen. Alleine schon als langjähriger Fan der guten Emily.
Das ist wieder einer dieser Filme, die ich zwar für hochkreativ halte, und die bei mir sicher auch für ein paar Lacher gut sind, auf die ich aber irgendwie so gar keinen Bock habe und ich mich frage was solche reinrassigen Komödien auf dem FFF zu suchen haben. "The Fox" sollte sicherlich in Kürze überall verfügbar sein. Lieber wären mir seltenere Beiträge aus Spanien, Frankreich und dem asiatischen Raum, die nach dem FFF oft auf Nimmer Wiedersehen verschwanden und dem Filmfest seine Berechtigung gaben.
Es ist ein Film, in dem Tiere sich in Menschen verwandeln und magische Löcher im Wald existieren – wie viel mehr Fantasy willst du?!
Danke, da bin ich jetzt gespannt drauf, auch wenn der Teaser außer "WTF?" keinen kohärenteren Gedanken zulässt (könnte der Plan sein).
Das war hier in Nürnberg bisher hörbar der größte Crowdpleaser (unter den Vorstellungen die ich besucht habe) – und ich hatte genausoviel Spass wie alle anderen. Zu diesem Thema hat es es auch gut gepasst, dass die ganzen sprechenden Tiere Puppen sind und keine CGI-Konstrukte.
Sam Neill hätte es mit seiner letzten Rolle definitiv schlechter treffen können, als hier die sarkastische Petze zu sein!
In München wohl auch Publikumssieger.