Fantasy Filmfest 2026 (22): UNHOLY NIGHT


Kanada 2026

Regie: Michael Gabriele

Darsteller: Marc Bendavid, Shailene Garnett, Al Sapienza, Ron Lea, Toni Ellwand, Cristina Rosato, Jaqueline Robbins, Joe Pingue

Offizielle Synopsis: Als wäre der Weihnachtsabend in einer italienischen Großfamilie nicht anstrengend genug: Plötzlich steht Ginos vor Jahren verstorbene Nonna reichlich verwest in der Küche. Die tote Oma hat schlechte Laune, was der K.-o.-Schlag von Onkel Bruno mittels einer Bratpfanne belegt. Schließlich fehlt im Nudelwasser das Salz und die Jugend von heute hat vor nichts mehr Respekt.

Wer zum Teufel hat es gewagt, ihr Haus zu verkaufen? Ein paar Kämpfe und Leichen später kann Nonna Pina im Keller unschädlich gemacht werden. Zunächst. Denn sie ist nicht die einzige Untote, die sich an diesem Heiligen Abend aus dem Grab erhebt.

Kritik: UNHOLY NIGHT ist angetreten, das Chaos einer Familienfeier (siehe THE BEAR und MY BIG FAT GREEK WEDDING) mit ein paar "retornati" aufzumischen, einer italienisch-katholischen Version von Zombies. Die Retornati haben "unfinished business" und damit ist nicht einmal der Hunger auf Menschenfleisch gemeint.

Das ist… okay. Es ist die Sorte farblich blasser kanadischer Förderfilm, die an den Nachmittags-Slots unter der Woche zu erwarten ist. Dank des großen Cast und vieler hektischer Szenenwechsel bleiben uns auch lange deprimierende Gespräche oder vorsichtiges Tasten durch schlecht beleuchtete Gänge erspart. Regisseur Gabriele steigt flott ein und hält das Tempo über die vertretbaren 91 Minuten.

Das ändert aber nichts daran, dass UNHOLY NIGHT aus dem gleichen Genpool kommt wie DARK MATCH und SCARED SHITLESS, über den ich 2024 schrieb:

Das hier ist der sicher kanadischste Film des Festivals – alles sieht irgendwie amerikanisch aus, nur eben eine Spur billiger, blasser, kleiner und unambitionierter. Wie das Imitat eines amerikanischen B-Movies von Leuten, die nur eine grobe Vorstellung davon haben, wie man so etwas macht.

Wenn man sich vor Augen führt, dass hier primär TV-Stars und die Macher von Sketch- und Comedy-Serien am Werk waren, dann wird schnell klar, dass SCARED SHITLESS nie als tatsächlicher Horrorfilm gedacht war, sondern immer nur als gespielter Witz, der mühsam auf 76 Minuten gestreckt werden muss. Quality was never an option.

Letztlich kann man das auch für UNHOLY NIGHT sagen. Ein brauchbarer Zeitvertreib für Dauerkartenbesitzer – extra Geld für eine Karte lohnt er nicht.

Allerdings möchte ich hervorheben, dass UNHOLY NIGHT in einer bemerkenswert düsteren Sequenz sprichwörtlich zur Hölle fährt – und das ist visuelle über Gebühr einfallsreich und überzeugend dargestellt. Ich bin nicht mal sicher, wie die das technisch gemacht haben. Und dass die Zombies von innen heraus leuchten, ist ebenfalls ziemlich cool.

Fazit: Zombie-Weihnachskomödie mit vielen Klischees, ein paar Lachern, aber zu wenig tatsächlicher Story. Unter den kanadischen "Füllern" noch einer der konsumierbareren, weil wenigstens Bewegung in der Sache ist. Extra-Punkt für die beeindruckende Darstellung des Jenseits – 6 von 10 Punkten.

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Abwechslung muss sein – New York Bagels, die sich noch dazu im Kino leicht krümel- und geräuschfrei mampfen lassen:



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