28
Jan 2024

Dafuq did I just read?

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Es ist ein Fehler, den ich einsehe und dennoch immer wieder wiederhole – man sollte sich von pseudo-seriösen “Nachrichten”-Quellen fernhalten, die ihre Inhalte entweder von Praktikanten oder KI-Schreibmaschinen verfassen lassen.

Aber wenn ich so etwas lese, dann triggert es mich und ich klicke eben doch:

Als echter Babyboomer geht mir die Generation Z natürlich genau so auf den Sack wie die Millennials. Ich suhle mich im Vorurteil, dass das alles weinerliche Faulpelze ohne Affektkontrolle sind, deren größter Traum es ist, als Influenzer mit dem Privatjet nach Dubai zu fliegen, und die sämtliche Probleme der Welt auf die vorhergehende Generation schieben. Und so hoffte ich, dass der Artikel meinem Groll neue Nahrung geben würde.

Weit gefehlt. Der Artikel ist verquaster Quatsch, dem keine erkennbare These zu Grunde liegt und der am Ende auch keine Erkenntnis bietet. Er plätschert vor sich hin und ist dann einfach irgendwann vorbei.

Gehen wir das mal Absatz für Absatz durch…

Teilzeitnehmerin berichtet: Warum ich nicht bereit bin, auch nur eine Stunde länger zu arbeiten

Okay, hier wird vermeintlich der Tenor gesetzt. Kombiniert mit dem Titel lautet dieser: Die Generation Z möchte nicht viel arbeiten und hält schon eine Stunde mehr für den sicheren Absturz in den Burnout.

Faul, arbeitsscheu, realitätsfern – die Arbeitsmoral der Generation Z steht in der Kritik. Doch was bietet die Gesellschaft denn jenen, die sich für Job und Karriere opfern? Also außer höheren Steuern, Sozialbeiträgen und einem schlechten Gewissen.

Nun dreht sich scheinbar der Wind. Hier wird Empathie für die Arbeitseinstellung der Generation Z suggeriert. Leider mit einem gänzlich falschen Vergleich: das Gegenteil von “faul, arbeitsscheu, realitätsfern” ist ja nicht “sich für Job und Karriere opfern”. Das wäre “fleißig und pragmatisch sein”.

Wer mehr arbeitet, trägt zum Wohlstand des Sozialstaates bei. Wenn alle mehr arbeiten, geht es Deutschland gut. Nur: Wer ist Deutschland?

Wieder eine wirre Wende, die ich nicht mitmachen möchte. Zum Wohlstand des Sozialstaates kann man auf viele Arten beitragen – wie wir gleich auch sehen werden. Sich “für Job und Karriere opfern” ist eine Nachkriegsmentalität, die selbst meine Generation schon lange vor dem Auftauchen der Generationen X, Y und Z ad acta gelegt hat. Und was soll die steile These “Wenn alle mehr arbeiten, geht es Deutschland gut”? Das ist von keiner Realität gedeckt. Im Gegenteil. Die neuen Arbeitsmodelle (Homeoffice, Workation, 4 Tage-Woche) sehen eher eine Reduzierung der individuellen Arbeitszeit als hilfreich an.

Nun werden völlig planlos vier Beispiele gebracht, die wohl irgendwie “Deutschland” sein sollen – was immer das in diesem Kontext auch heißt.

Die Mutter mit der zweijährigen Tochter, die nur 20 Stunden arbeiten kann, obwohl sie in ihrem Job aufgeht, weil sie keinen Kitaplatz bekommt. Die Gemeinde sagt: „Schön für Sie, dass es ein Recht auf einen Platz gibt, dann verklagen Sie uns doch.“

Was hat dieser Artikel auf einmal mit dem Recht auf Kitaplätze zu tun?!

Der Dachdecker, der Jahrzehnte auf dem Dach geschuftet hat, bis der Rücken nicht mehr mitmacht und sich jetzt mit Nebenjobs zu seiner Erwerbsminderungsrente was hinzuverdienen muss.

Der Manager, der gerne ein paar Stunden pro Woche weiterarbeiten würde, aber das Rentenalter erreicht hat und in seiner Firma jetzt von jüngeren Kollegen ersetzt wird

Was soll das? Was geht hier ab? Warum liegt da Stroh?

Der Migrant, der vielleicht einen Doktortitel hat oder auch nicht, und gerne irgendeine Art von Job machen würde, um zum Wohlstand der Republik beizutragen, aber nicht arbeiten darf, weil er sein Abi-, Grundschulzeugnis oder seine Geburtsurkunde nicht vorlegen kann.

Ich würde unterstellen, dass es sich hierbei um wirren KI-Quatsch handelt, aber keine KI würde einen solchen Quatsch ausspucken. Die künstliche Intelligenz mag nicht immer intelligent sein, aber so dämlich ist sie nun auch wieder nicht.

Nach diesen seltsamen Schleifen kommen wir nun aber endlich zum Kern der “Story”, dem Situationsbericht einer anonymisierten Generation Zettlerin, deren tatsächliche Existenz ich glauben kann oder nicht.

Louisa Wagner* ist Marketingmanagerin bei einem mittelständischen Maschinenzulieferer in Bayern. Sie ist 37 Jahre alt, hat keine Kinder und arbeitet trotzdem 80 Prozent, 32 Stunden in der Woche. Sie hat also einen Tag zusätzlich frei. Das sagt sie zu dieser Debatte:

BBBRRRRTTTTT!!! Buzzer! Mit 37 Jahren ist “Louisa Wagner” keine Angehörige der Generation Z – nach KEINER Auslegung des Begriffes. Sie ist ein Millennial, was alles aushebelt, was der Artikel zu beweisen angetreten ist.

Ich verstehe auch nicht ganz, mit welcher Berechtigung “Louisa” hier als Teilzeitlerin präsentiert wird. Sie arbeitet 32 Stunden – was nur bei einer behaupteten 40 Stunden-Woche 80 Prozent bedeutet. Tatsächlich arbeiten die Deutschen statistisch gesehen nicht mal mehr 35 Stunden:

34,7 Stunden betrug die gewöhnliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen in Deutschland 2022. 

Demnach arbeitet “Louisa” de facto Vollzeit – und wir könnten hier schon den Deckel zumachen, denn ich würde von ihr auch nicht verlangen, mehr zu arbeiten. Aber lassen wir sie erstmal selber (?) sprechen:

Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass es nicht allen, die arbeiten wollen, leicht gemacht wird. Stattdessen sollen diejenigen, die eigentlich nicht wollen, mehr arbeiten. Das ist irgendwie paradox.

Wer sagt das? Wer macht es Leuten, die arbeiten wollen, unangemessen schwer? Wer verlangt, dass diejenigen, die das nicht wollen, mehr arbeiten?

Ich gehöre zur zweiten Gruppe: Ich könnte zwar, will aber nicht. Ich arbeite Teilzeit und bin nicht bereit, auch nur eine Stunde mehr zu arbeiten. Das hat gute Gründe:

Wie wir gesehen haben – “Louisa” arbeitet praktisch Vollzeit. Und bevor sie erklärt, warum sie nicht mehr arbeiten möchte, würde ich gerne mal hören, wer das denn überhaupt von ihr verlangt.

1. Ehrenamt ist keine freie Zeit
Ich bin bei der freiwilligen Feuerwehr in einer durchschnittlichen Kleinstadt. Wenn ich mir eine Nacht mit einer Vermisstensuche um die Ohren hauen würde, müsste ich trotzdem am nächsten Tag meine Lohnarbeit verrichten. Wenn ich meinen Arbeitsplatz fluchtartig für einen Garagenbrand verlasse, arbeite ich die versäumten Stunden wieder rein. (…) Wir können nicht die 42-Stunden-Woche fordern und uns gleichzeitig darüber aufregen, dass es zu wenige Trainer beim Jugendfußball gibt oder die Rettungscrew ein bisschen verärgert schaut, weil sie mal wieder um 4 Uhr nachts einen rausgerutschten Katheter ins Krankenhaus bringen soll.“

Das ist absolut korrekt und ich würde “Louisa” sofort beipflichten – wenn sie mir verraten würde, wer ihr dieses Modell madig machen will.

2. Die Rente ist mir zu unsicher
Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. „Wenn ich in Rente bin, mache ich eine Kreuzfahrt, meinen Segelschein, eine Weltreise.“ Solche Sprüche fallen wohl auf jeder Familienfeier. Niemand weiß, ob er das Rentenalter überhaupt erreicht, ob er dann noch fit genug ist, um sich solche Wünsche zu erfüllen und ob er genug Geld dafür hat. (…) Mir ist bewusst, dass dies ein Privileg ist, das vielen anderen allein aus finanziellen Gründen verwehrt bleibt. Aber das darf kein Grund sein, mir mehr Arbeit aufzubürden.

Hier bin ich schon wieder raus. Das Argument gegen “mehr Arbeit” (und damit mehr Rente) ist demnach, dass man später vielleicht wenig Rente hat? Wenn “Louisa” Angst um ihre Altersvorsorge hat, wäre es dann nicht angebracht, auch selbst nach mehr Arbeit zu suchen? Wobei selbst das natürlich Kappes ist, denn sie arbeitet ja schon praktisch Vollzeit.

3. Ich trage trotzdem zum Sozialstaat bei
Ich zahle gut für den Sozialstaat. Über 1000 Euro Steuern und Sozialversicherungsbeiträge verschwinden jeden Monat von meinem Gehaltszettel. Ich zahle Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung und Einkommenssteuer. Und natürlich Mehrwertsteuer auf jeden meiner Einkäufe. Und die Beiträge steigen ständig, mal ist es der Rentenbeitrag, dann der Pflegebeitrag, dann der Krankenkassenbeitrag. Gleichzeitig soll das Rentenniveau sinken, das Geld in der Pflege reicht trotzdem nicht aus und wenn ich einen Termin beim Facharzt brauche, warte ich auch mal ein Jahr. Es fühlt sich nicht so an, als hätte ich viel davon, den Staat mit meinem Geld zu unterstützen.

Das ist mir generell etwas zu einseitig argumentiert, aber wieder: Wenn immer alles teurer wird und “Louisa” sich Sorgen macht, wie sie rumkommt, dann sollte sie vielleicht mehr arbeiten. Das hier ist vorsichtiger formulierter Stammtisch: “Wir arbeiten uns die Buckel krumm und ham doch nix davon!”

Teilzeit zu arbeiten und dann im Rahmen von Vertrauensarbeitszeit mehr Stunden zu leisten, lohnt sich für mich nicht. Ein Ausgleich muss sein. Zumal ich aus schmerzlicher Erfahrung weiß, dass es nicht einfach ist, langgediente Arbeitnehmer zu ersetzen, aber auch nicht unmöglich. Mich ins Burnout zu schuften, schadet also nur mir.

Das ist nicht ganz richtig. Ein Mitarbeiter, der wegen Burnout ausfällt, schadet auch seinem Arbeitgeber (wegfallende Arbeitsleistung), der Krankenversicherung (zusätzliche Kosten) und dem Staat (wegfallende Steuereinnahmen). Die Tatsache, dass die jammernde “Louisa” den Schaden nur bei sich selbst sieht, klingt deutlicher nach Generation Z als ihr Passalter.

4. Meine Netto-Arbeitszeit ist beinahe gleich
Ich weiß nicht, ob ich produktiver wäre, wenn ich Vollzeit arbeiten würde. Es gibt verschiedene Studien, die sagen, dass Mütter, die Teilzeit arbeiten, produktiver sind. Und das kann ich gut nachvollziehen. Auch wenn ich keine Mutter bin, bekommt mein Arbeitgeber jeden Tag mehr Nettoarbeitszeit von mir als bei einer 40-Stunden-Woche.

Der Artikel heißt “Warum ich nicht bereit bin, auch nur eine Stunde länger zu arbeiten”!!! Wenn “Louisa” tatsächlich mehr Nettoarbeitszeit einbringt als bei einer 40 Stunden-Woche, WO IST DANN DAS PROBLEM?! Sie ist fleißig, zahlt Steuern, scheint mit der Situation zufrieden. Weder ihr Chef noch der Staat drängen sie zu einer höheren Taktung. Was ist hier die Aussage?!

Außerdem kann ich mich besser erholen. Deshalb gebe ich an meinen Arbeitstagen mehr Gas. Ich arbeite konzentrierter und schaffe mehr an einem Tag. Ich würde sagen, meine Kollegen merken kaum, dass ich Teilzeit arbeite, außer dass ich freitags nicht erreichbar bin. Aber da bin ich nicht die Einzige!

Will sie einen Orden? Sie muss am (üblicherweise ja schon stundenreduzierten) Freitag nicht antreten. Das ist keine Teilzeit, wie ich sie verstehe. Und sie leistet die Arbeit einer Vollzeitstelle. Hat das hier irgendwo noch einen Konflikt, an dem der Artikel sich aufhängen und an dem er irgendwas exemplarisch dokumentieren könnte?!

Was tut „Deutschland“ also dafür, dass es sich für mich lohnt, mehr zu arbeiten,  also für den Arbeitnehmer ganz persönlich: Kaffee, Wasser und Snacks vom Arbeitgeber, ein bisschen Rente, ein bisschen Pflege, ein bisschen Krankenversicherung.

Wieder dieses obskure “Deutschland”? Arbeitet sie für dieses “Deutschland”? Ist “Deutschland” ihr Chef? Hat das “Deutschland” ihr mit Kündigung gedroht, wenn sie nicht auch freitags kommt? Natürlich nicht, aber ich vermute mal , dem nicht namentlich genannten Autor des Artikels war vage bewusst, dass er weder dem Arbeitgeber noch dem Staat die Verantwortung für eine eingebildete Forderung nach Mehrarbeit in die Schuhe schieben kann. Also “Deutschland”.

Was habe ich für mich, wenn ich weniger arbeite? Mehr Zeit für meine Familie, meine Freunde, mein Haustier, ich kann neue Leidenschaften entdecken und alte pflegen, ich kann Sprachen lernen oder ganz unproduktiv einen Kitschroman lesen. Damit es mir gut geht“.

Schön für “Louisa”. Soll sie so machen. Niemand verlangt was anderes. Keiner zeigt mit dem Finger auf sie. Ein produktives Mitglied der Gesellschaft. Bravo, “Louisa”!

Allerdings, und das muss erlaubt sein: Könnte “Louisa” nicht auch was Wertigeres lesen als einen “Kitschroman”? Das bestätigt doch nur wieder die Klischees. Kierkegaard, Spinoza, Nietzsche – es gibt so viel zu entdecken!

Und das war’s dann auch schon. Keine abschließende Einordnung, kein Resümee. Wäre ja auch schwierig, diese Nullnummer kompakt zusammenzufassen.

Alter Falter. Wenn man bedenkt, dass der Focus mal angetreten war, um sich neben dem SPIEGEL als das zweite seriöse Nachrichtenmagazin der Republik zu etablieren…

Bonusrunde!

Ich bin ein wenig genervt, weil ich den Signal-Messenger im Grunde für nur zwei Leute nutze und die App permanent im Hintergrund läuft. Also dachte ich mir: Lass das Teil doch einfach im Browser als diskretes Tab stehen. Schnell gegoogelt – wo versteckt sich das Web-Interface von Signal?

Ein Artikel von T-Online verspricht eine Lösung:

Doch schon im ersten Absatz wird fleißig zurückgerudert:

Aber ist auch der Signal-Messenger via Web-Browser verwendbar?

Kein Wunder, denn der nächste Satz lautet:

Im Gegensatz zu anderen beliebten Messenger-Apps wie Telegram oder WhatsApp verfügt der auf Sicherheit getrimmte Messenger Signal bisher über keinerlei Web-Anwendung (…)

Alternativ empfiehlt der Artikel, die Apps zu nutzen.

Fazit: Die Überschrift ist eine Lüge, die lediglich Leute ködern soll, die anderweitig keine Lösung für das Problem finden – weil es keine gibt.



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noyse
28. Januar, 2024 18:19

Die von dir recherchierte Wochenarbeitszeit finde ich etwas befremdlich. meiner eigenen empirischen Erkenntnisse im Freundes- und Bekanntenkreis zufolge bewegen sich die WAZ bei Vollzeit bei 40h – es gibt niemanden der 35h oder weniger als vollzeit arbeitet. weniger als 40h sind praktisch immer Teilzeit – da, wo sie gearbeitet werden. vielleicht ist das im ÖD anders- keine Ahnung weil ich da keine Erkenntnisse habe.

S-Man
S-Man
28. Januar, 2024 18:56
Reply to  Torsten Dewi

Hm, naja, ich wollte gerade ähnliches Schreiben. Du argumentierst mit 34,7h Schnitt als Vollzeit. Das stimmt eben so nicht, wie du eben selbst schriebst. Vollzeit liegt je Unternehmen zwischen 38 und 40h (Ausnahmen bestätigen die Regel). Alles drunter gilt als Teilzeit. Insbesondere 32h, was einen Verlust von 20% Arbeitskraft auf der einen bzw. 20% Gehalt auf der anderen Seite zur Folge hat (40h zugrunde gelegt). Ob die netto genauso viel schaffen wie Vollzeitler, das ist ein ganz anderes Thema und viel diskutiert. Fakt ist, am Ende stehen 20% weniger Gehalt und einen Tag weniger Verfügbarkeit zubuche.

Die 34,7h entstehen durch genau diese Leute, die eben TEILzeit arbeiten. Du kannst also nicht damit argumentieren, dass der Schnitt Vollzeit bedeutet, wenn der Schnitt primär durch Teilzeitler entsteht. Es wäre nur sinnvoll, wenn der Schnitt an allen Vollzeitlern ausgerichtet wäre, aber das steht da nicht – und würde ziemlich sicher nicht stimmen. Sinnvoller wäre es, wenn da stehen würde, dass “im Schnitt alle Deutschen 39h als Vollzeit angelegt haben”.

Für mich steht am Ende die Frage, wenn du 32h nicht als Teilzeit akzeptierst, ab wann gilt für dich Teilzeit? Und wenn – Gedankenspiel – plötzlich alle Menschen auf die Hälfte ihres Gehalts verzichten würden, der Schnitt dadurch gegen 50%, also 20 Wochenstunden rutschen würde, wäre dann nach deiner Logik nicht auch plötzlich die 20 das neue Vollzeit? Ich frage als 34-von-38h-Teilzeitler 😉

S-Man
S-Man
28. Januar, 2024 20:38
Reply to  Torsten Dewi

Das habe ich verstanden und gehe ich voll mit. Ich finde nur deine “Sie ist nicht Teilzeit” unpassend

noyse
28. Januar, 2024 21:16
Reply to  Torsten Dewi

da gehe ich auch mit dir, keine Frage. Halbtags kenne ich auch noch. Nur genau dieses Teil oder Vollzeit ist ja auch ein Teil deiner Argumentation, um zu zeigen, dass nicht klar ist was eigentlich das Problem ist. Im Übrigen gilt glaub ich in den ganzen Statistiken das Vollzeit und Teilzeit das ist was die Befragten denken, was sie arbeiten. Da dürfte bei den Gen Z schon 4 Wochenstunden als Vollzeit angegeben werden 😛

Marko
28. Januar, 2024 21:50

Ich kann diese Unterteilung in Generationen nicht nachvollziehen. Ich habe einen 18jährigen Sohn und jobbedingt zusätzlich viel Kontakt zu Leuten zwischen 20 und 25. Keiner erfüllt da das Klischee, das ich ständig über die “Gen Z” lesen muss, die regen sich im Gegenteil ziemlich genau über die gleichen Sachen auf wie ich mit meinen 52 Jahren. Es gibt für mich schlicht keine “Gen Z”, die mich nervt, nur Idioten in allen Altersgruppen: AfDeppen, beispielsweise, oder rücksichtslose Autofahrer, oder lernresistente Wissenschaftsleugner, Impfgegner, religiöse Extremisten, all sowas halt. Ich bin tatsächlich ziemlich erstaunt, wie das für viele Leute eher mit der Generation zu tun hat, anstatt mit Bildung und guter Erziehung.

Zum Bonus: Nutzt du die Signal-App auf dem Smartphone oder am Rechner? Für Windows gibt es da eine recht gute, die mir auch nichts von der Performance klaut. Ich weiß aber nicht, wie das auf anderen Systemen ist.

Flusskiesel
29. Januar, 2024 10:26

Die ,,Diskussion” in den Medien, dass die ,,jungen Leute” angeblich nicht mehr arbeiten wollten, ist einfach nur eine Chimäre, zeigt aber gut die Wachstumslogik des Kapitalismus:
Wenn jemand die von ihm verlangte Arbeit statt in 5 in 4 Tagen schafft und sich dann in der restlichen Zeit auf die ,,faule” (sic!) Haut legt, dann greift sofort der Reflex ,,dann kann man doch auch noch *mehr* Arbeiten!!”.
Da lohnt sich ein Blick rüber nach China, wo die Regierung sehr empfindlich auf die ,,Liegen-Bleiben”-Bewegung reagiert. In dieser Bewegung geht es darum, nur so viel zu Arbeiten, wie man zum Leben braucht und nicht, um sich teure Statussymbole zu kaufen.

Übrigens: Das mit der freiwilligen Feuerwehr ist übrigens Quatsch. Man wird für Einsätze freigestellt – das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Robert
Robert
29. Januar, 2024 11:08

Danke für die Zeit, diesen Artikel zu schreiben. Er ist lesenswert. Ich stimme zu.

PurpleDragon
PurpleDragon
29. Januar, 2024 14:14

Ich glaube, den Punkt 2. Rente hast du falsch verstanden. Klingt für mich mehr nach Carpe Diem, ich will meine Hobbies jetzt ausleben und nicht erst wenn ich in Rente bin, weil ich dann vielleicht nicht mehr lebe oder nicht genug Geld habe.

Ansonsten dachte ich bei der Überschrift erst, das ganze würde in Richtung “Quiet Quitting” gehen, also der Vorwurf, dass Mitarbeiter, die nur ihre Sollarbeitszeit leisten und keine Überstunden machen, sich bereits geistig aus dem Unternehmen verabschiedet haben. Aber das gibt der restliche Text ja auch nicht her.

Last edited 27 Tage zuvor by PurpleDragon