30
Aug 2023

Krankenakte Wortvogel

Themen: Neues |

Disclaimer: Beschreibung unappetitlicher medizinischer Prozeduren voraus!

Ich hatte es angedeutet: Hier war es still, aber wer letzte Woche auf Facebook vorbeigeschaut hat, konnte ein medizinisches Drama fast in Echtzeit miterleben. Dies ist die “extended version” meines Protokolls dort.

Es fängt ganz harmlos an:

8. August: Ganz selten, wenn meine Nase relativ trocken ist, höre ich beim Ausatmen ein leises Pfeifen im rechten Nasenflügel. Das ist kein großes Problem – es sei denn, es ist 3 Uhr nachts und das Pfeifen macht jeden Schlaf unmöglich. So stelle ich mir die chinesische Wasserfolter vor.

Ich kann nicht ahnen, dass hier “Gefahr in Verzug” besteht. Am nächsten Abend sage ich der LvA beim gemeinsamen fernsehen: “Ich werde krank. Ich kann es spüren. Mein Gesicht ist zu warm und mein Körper zu kalt. Außerdem muss ich zuviel husten.”

Der Hals macht in der Folge weiter dicht und mit den Atemproblemen werden die Nächte immer unangenehmer. Dank meiner Nasen-OP bin ich aber guter Kunde einer HNO-Praxis in der Nähe, wo ich drei Tage später vorstellig werde.

11. August: O-Ton HNO-Ärztin: “Ahhh, da haben wir es ja schon – Hals knallrot und Eiterlinien links und rechts. Gratulation zur eitrigen Seitenstrang-Angina.”
Ich mixe mir jetzt erstmal einen leckeren Medikamente-Cocktail und halte vorerst die Klappe.

Nun sollten diese recht konkreten Medikamente ausreichen, die Angina windelweich zu kloppen und ihre Mutter zu beleidigen. Sie geben sich auch wacker ran. Dass sie dabei andere Schleusentore öffnen, ist mir nicht klar. Ich merke nur, dass sich die Symptome verlagern – und verschlimmern.

13. August: Kleines, notwendig kurzes Update. Mir geht’s beschissen. Leichte Verbesserung im Hals, dafür nun Scheißerei, Kotzerei, -10 Energie, Übelkeit, totaler Hirnmatsch. Seriously, what the?

Trotzdem bleibe ich tapfer. Mama raised no pussy. Jede leichte temporäre Besserung deute ich zur Wende um. Was soll ich sonst auch machen?

13. August: Nach horriblen 24 Stunden, die ich in einer Art Wachkoma verbracht habe, habe ich erstmals wieder eine halbe Scheibe Toast essen können. Die Tabletten sind diesmal auch drin geblieben. Baby steps. Danke für die vielen Besserungswünsche.

Allein, es soll nicht sein. Ich komme mir vor wie ein Bürogebäude, in dem der Hausmeister nach Feierabend nach und nach alles abschaltet: Klimaanlage, Licht, Fahrstuhl, Server. Ich kann nichts mehr essen, mag nichts mehr trinken – weil der Körper alles nur noch zwischenspeichert, aber nicht mehr verarbeitet oder loswird. Und wenn man bei 32 Grad Außentemperatur eine Weile lang nicht mehr trinkt, geht das allgemeine Wohlgefühl schnell in den Keller. Milde ausgedrückt.

15. August: Update nach vier Tagen ohne Internet, Essen oder Besuch des Weißen Throns: Seitenstrangangina mit bakterieller Superinfektion ist eher nicht zu empfehlen. Take my word for it.

Das ist ein Irrtum. Ein zweiter Besuch in der HNO-Praxis belehrt mich, dass die Angina längst ausgeheilt ist. Ich lerne aber, dass im Kontext mit einer solchen Krankheit gerne bakterielle Superinfektionen in den Körper einziehen. Das liegt allerdings außerhalb der Expertise der HNO-Ärztin.

Am 16. August habe ich seit fünf Tagen nichts mehr gegessen, nur maximal ein Glas pro Tag getrunken. Besuche im Bad waren – um im medizinischen Jargon zu bleiben – nicht produktiv. Geschlafen habe ich auch nicht mehr. Es geht mir hundelend und die rechte Schulter schmerzt. Ich halte so lange durch, wie es irgend geht. Und am 16. August um 5 Uhr früh entscheide ich: es geht nicht mehr.

16. August: Ab in die Notaufnahme. Ich melde mich. Hoffentlich.

Vorab: Nicht nur der deutschen Schulmedizin, auch den beteiligten Ärzten, Schwestern und Pflegern kann ich nur ein höchstes Lob aussprechen. Ich werde sofort aufgenommen, Ich heule, als ich meine Schmerzen beschreibe – aus Verzweiflung, aus Müdigkeit, aus Hilflosigkeit. Bluttest werden gemacht, Herz und Kreislauf geprüft. Der Ultraschall zeigt: Meine Blase ist bis zum Bersten gefüllt. Da hilft nur ein Blasenkatheter – etwas, das ich immer mit totkranken alten Menschen assoziiert habe. Die Prozedur ist wahrlich nicht angenehm, aber effektiv: 1,5 Liter werde ich fast schlagartig los. Trotzdem muss der Katheter drin bleiben, mindestens bis Freitag. Darüber hinaus hofft der Arzt, dass es zu einer Art Domino-Effekt kommt, der auch meine anderen Symptome abklingen lässt.

16. August: Wieder zu Hause. Katheter ist das Zauberwort des Tages. Fühle mich immer noch wie nasse Wellpappe. Den Rest muss erstmal die Zeit zeigen. Aber das Team vom Krankenhaus Neuperlach war super.

Leider nein. Die Blase presst nicht mehr, aber ich habe das Gefühl, dass der Rest meiner Systeme immer weiter runterfährt. Ich fühle mich wie im Nebel. Einmal versuche ich, bei McDonalds ein Nugget-Menü zu essen, um etwas Kalorien in den Körper zu zwingen. Ich schaffe eine halbe kleine Pommes und drei Nuggets.

17. August: Neuer Tag, neues Glück. Die Chance, dank Katheter endlich wieder eine Nacht durschlafen zu können, wird mir von den massiven Schulterschmerzen gleich wieder genommen, die ich der unbequemen Rumwälzerei verdanke. Also ab 3 Uhr wieder dumpf im Sessel sitzen und in die Gegend starren. Ich bin die Schmerzen so leid, die Energielosigkeit, die Hilfebedürftigkeit. Morgen steht der Termin beim Urologen an. Traum wäre: Nach der Entfernung des Katheters pendelt sich alles wieder ein.

Zwei Tage nach dem ersten Krankenhaus-Besuch ist klar – die Sache ist noch lange nicht durch. Ich kann nicht mehr und brauche jetzt Spezialisten.

18. August: Nächstes Krankenhaus. Tests, Medikamente, Warten. Am Tropf. Erstmals “Wasser marsch!” seit einer Woche. Der Arzt ist zufrieden: “Läuft doch”. Viel schlafen, viel trinken. “Ihre Innereien sind gerade eine trockene Semmel”. Heute morgen um 3 Uhr war ich bereit, mir die Kugel zu geben, hatte aber keine. What a difference 10 hours make. Danke für die netten Wünsche und Grüße, sie haben mir wirklich geholfen.

Es ist wie so oft: Die kleinen Fortschritte lassen mich an einen großen Durchbruch glauben, der momentan noch ausbleibt. Ja klar, kein Katheter mehr. Endlich wieder pinkeln. Mehr Flüssigkeit dank Infusion. Aber auch die dadurch eintretende Besserung ist eine Illusion. Mittlerweile häufen sich die begleitenden Symptome.

19. August: Teile des “unteren Systems” scheinen sehr mühsam wieder anzulaufen. Zeit, mal die begleitenden, aber nicht direkt davon ausgelösten Nebenwirkungen zu listen.
Muskelschmerzen: Dank des unwirschen Hin- und Herrollens lebe ich von Voltaren-Creme und Ibuprofen 600. An mehr als drei Stunden Schlaf ist nicht zu denken – und den nehme ich, wann immer der Körper ihn erlaubt.
Doppelsichtigkeit: Zwischen 50cm und 3 Meter sehe ich doppelt. Fernsehen ist praktisch nicht drin und vor dem Computer muss ich ein Auge zukneifen. Ich hoffe schwer, das gibt sich wieder.
Geschmackssinn: Meine Zunge ist dick belegt und schmeckt, was sie will. Was geht? Toast und Wurst, Eier, Kaffee. Coca Cola, Orangensaft und Erdbeeren in Joghurt hingegen schmecken wie ungenießbare Suppen aus Chemie-Zucker.
Balance: Immer och off. Nach dem Aufstehen erstmal zehn Sekunden stabilisieren. Oft auch während leichter Gänge kurz innehalten, wenn der Körper auf einmal zur Seite schwankt. Umgefallen, als ich sitzend (!) im Bad meine Shorts anziehen wollte.
Zeitgefühl: Komplett im Eimer. Ich denke am späten Vormittag, es müsste Nacht sein. Dafür fehlen komplette Tage der letzten Woche. Minuten ziehen sich wie Uwe Boll-Filme.
Temperatur: Ich nehme die Hitze draußen schon wahr. Aber meine Füße wirken eiskalt, obwohl sie es nicht sind.
Die Ärzte wissen immer noch nicht, was ich habe/hatte – dennoch muss ich weiter dringend davon abraten. Es ist nicht sexy.

Zuhause sitze ich fast nur noch lethargisch im Sessel, vermeide jede Bewegung. Ich kann nichts mehr, ich will nichts mehr. Ganz besonders fies: Durch die Sehstörung und den Nebel im Kopf kann ich weder ins Internet noch fernsehen. Minuten wie Stunden, Stunden wie Tage, besonders nachts.

20. August: Glück und Leid liegen nahe beieinander. Wenn du nach einer weiteren zermürbenden Nacht ohne Schlaf (Schulterprobleme, remember?) ins Badezimmer kriechst und zu deiner eigenen Überraschung seit 10 Tagen das erste Mal “produktiv hockst” – nur um wegen der Anstrengung einen Kreislaufkollaps zu bekommen, vom Klo zu fallen und mit dem Kopf auf die Fliesen zu schlagen. Im Kosmos von Walter Moers habe ich mich immer als Das Kleine Arschloch gesehen – mittlerweile bin ich wohl Der Alte Sack.

Es ist nicht so lustig, wie ich es klingen lasse. Besonders die LvA tut mir leid. An ihr bleibt alles hängen – ihr eigener Job, der Haushalt, meine Betreuung. Ich bin ja auch nicht gerade eine Stimmungsgranate.

21. August: The gift that keeps on giving: Im Kopf erstmals wieder relativ klar. Dafür erneut nicht geschlafen. Nicht der Rücken plagt mich, nein – seit 21.00 Uhr gestern Abend schmerzen beide Nieren wie die Hölle. Wieder eine Nacht dumpf auf dem Sofa gesessen und auf den Morgen gewartet. Nun also zum Hausarzt (Rücken einrenken) und dann wieder in die Klinik. Ich wäre dafür, dass die mich an einen Tropf legen und dann per Schmerzmittel für 48 Stunden auspusten. Ich muss einfach mal schlafen. Nur. Schlafen. Ich kann nicht mehr.

Hausarzt fällt aus. Verdienter Betriebsurlaub. Ich bekomme von der Klinik zusätzlich Tizanidin und Novalgin verschreiben. Die beiden Schmerzmittel sollen mein System ausreichend überlisten, damit ich einschlafen kann, bevor der Schmerz andere Pläne anmeldet. Leider wird dabei unterschätzt, dass mein Körper bereits so geschwächt ist, dass er auf die Medikamente zu eifrig anspricht.

22. August: Ich möchte euch nicht langweilen, aber es hört ja auch einfach nicht auf. Seit gestern morgen geht es mir mental deutlich besser, ich bin klar und etwas energiegeladener. Dafür massieren sich Muskelschmerzen. Zwei neue Medikamente, die das in den Griff bekommen sollen, zeigen potente Wirkung: Am Abend nach einer Folge MISS MAISEL stehe ich auf, schwanke, werde besinnungslos und komme erst auf dem Boden wieder zu mir – kurioserweise in prächtigster Laune.

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Erkenntnis: Das Laborieren an den Symptomen muss ein Ende haben. Voraussichtlich lasse ich mich gegen Mittag in die Klinik einweisen, damit man viele Nadeln und Schläuche in mich stecken kann. Es ist bezeichnend, dass mir das mittlerweile auch schon egal ist.

Warten auf Besserung macht keinen Sinn mehr. Ich bin seit zwei Wochen krank und halte das nicht mehr lange durch. Ich melde mich erneut bei der Isarklinik und lasse mir ein Zimmer reservieren. Die LvA fährt mich hin, führt mich am Arm rein.

22. August: Okay, ich gebe auf. Meine Heimstatt für die nächsten drei Tage.

Ich wohne wie in einem besseren Hotel. Einziger Haken: große Fenster auf zwei Seiten. Das Zimmer heizt sich über Tag brutal auf. Der Chef der Urologie schaut sich meine Werte an, hört meine Klagen. Er meint: “Da holen wir erstmal den Korken raus”. Ich weiß, was das heißt – und es ist eine weitere meiner Horrorvorstellungen.

23. August: Aktive, ermüdende, schmerzhafte, erkenntnisreiche, zähe 24 Stunden. Ich habe ein tolles Krankenzimmer mit Terrasse (!). Gestern gleich MRT des gesamten Bauchbereichs. Blutbild. Tropf mit Nährlösung. Ich erspare euch die Beschreibung des Klistiers. Runde eins ging, Runde zwei war die Hölle. Es ist hilfreich, dass man auf Krankenhaus-Toiletten keine Schusswaffen in Griffweite hat. Nachdem man nun die Zugänge freigeprügelt hat, wird heute massiv durchgespült. Morgen dann Magen/Darm-Spiegelung. Mein Blut ist dick wie Sirup. Ich werde vermutlich deutlich schwächer aus dem Krankenhaus kommen, als ich rein bin. Dann kommt der Wiederaufbau. Das Positive: Keine Hinweise auf ein größeres Drama (Krebs). Die Aufräumarbeiten nutzt man nun bis morgen zu einem gründlichen Checkup.
tl;dr – Ich werde es voraussichtlich überstehen.

Rückblickend muss ich sagen: Das ist alles noch harmlos ausgedrückt. Ich möchte den 23. August zu einer der schlimmsten Nächte meines Lebens küren. Wer sitzt schon gerne auf dem Krankenhaus-Klo und schreit vor Schmerzen?

Das “dicke Blut” ist ein so typisches wie ärgerliches Symptom. Der massive Mangel an Flüssigkeit macht den Lebenssaft zäher. Das bedeutet in der Folge, dass sich Venen schwerer finden und Blut schwerer abzapfen lässt. Als jemand, der Nadeln verabscheut, waren die Entnahmen der Blutproben damit besonders unerfreulich.

Aber der Weg ist das Ziel. Nach der Blase ist nun auch der Rest wieder “nach unten offen” und damit steht einer Magen/Darm-Spiegelung nichts im Wege, für die ich noch mal einen Liter ekliges Abführmittel saufen muss.

24. August: Selbstmitleid-Selfie. Nochmal geduscht, frische Klamotten. Irgendwann in den nächsten zwei Stunden holen sie mich ab. Dann gibt’s erstmal fett Propofol in die Vene – das Zeug, das Michael Jackson umgebracht hat. Den Rest wird man sehen.

Um es mit Spliff zu sagen (danke, Flocki): Propofol ist ein geiles Zeug, ich bin schon lull und lall. Ich merke nicht mal, dass ich einschlafe – und als ich relativ frisch “wie sieht’s aus?” murmele, bin ich schon wieder im Aufwachraum.

24. August: Noch/wieder da.

Nachbesprechung mit dem Onkel Doktor. Darm sieht gut aus, keine Anzeichen für Krankheiten, Blutungen oder gar Krebs. Speiseröhre und Magen sind leicht entzündet, aber das mag den letzten zwei Wochen geschuldet sein. Er verschreibt mir etwas, das ich schon allein deswegen begeistert schlucke, weil ich mich dann wie auf der Enterprise fühle: einen Protonenpumpenhemmer. Der reguliert die Magensäure.

Der erste erkennbare Effekt der Behandlungen: Ich bekomme Krankenhauskost ans Bett, die ich tatsächlich mit Heißhunger esse.

Es schaut noch der Orthopäde des Hauses vorbei und mobilisiert Schulter und Rücken. Es knirscht im Gebälk. Vielleicht hilft das.

Und damit wieder heim. Weiterhin sehr schwach auf den Beinen – kein Wunder, nun ist im Körper ja endgültig nichts mehr drin, wovon er zehren kann. Aber ich merke auch: es hat sich was getan. Die Körperklempner haben ordentlich WD 40 in die Innereien gesprüht. Das System muss bloß wieder anspringen.

Zuhause setze ich mich in meinen Fernsehsessel und schlafe augenblicklich ein. Drei Stunden wie im Koma. Die erste längere Schlafphase seit über zwei Wochen.

25. August: Ich hoffe, dass wir das Krankheits-Protokoll heute beenden können. Ich bin wieder daheim, noch schwach, aber es tut (fast) nichts mehr weh und vor allem: die Reste dessen, was reingeht, kommen auch wieder aus. Ein paar Unwägbarkeiten müssen noch medikamentös reguliert werden (Magensäure), und ein vergleichsweise geringer Einsatz bei einem Sommersturm gestern Nacht hat zu einer bizarren Heißhungerattacke geführt. Der Tank ist halt noch leer, die Batterien entladen. Das wird auch länger dauern, als ich hinzunehmen bereit bin. Was heute aber zählt: Euer Zuspruch hat wirklich geholfen, gerade in den endlosen Stunden, in denen ich mit Schmerzen im dunklen Zimmer gesessen und vor mich hin gelitten habe. Danke euch allen.

Heute ist der 28. August. Nach fast drei Wochen bin ich das erste Mal symptomfrei. Ich kann schlafen, ich kann essen – und alles andere, was der Körper täglich so muss. Es ist… wie ein Segen. Man weiß erst, was die “body machine” leistet, wenn sie es mal nicht mehr leistet. Ich habe mich noch nie so alt und hilflos und ausgeliefert gefühlt. Die mangelnde konkrete Diagnose hat in den langen durchwachten Nächten massive Ängste geschürt, gegen die ich mich vorher immun gewähnt hätte.

Die Frage, was genau ich hatte, bleibt letztlich frustrierend unbeantwortet, weil die Ärzte überzeugt sind, dass Angina, bakterielle Infektion, die Antibiotika und vielleicht noch eine minimale Lebensmittelvergiftung zu so etwas wie einem “perfect storm” geführt haben, der mein gesamtes System erschüttert und dann abgeschaltet hat. A series of unfortunate events.

Shit happens – especially when it doesn’t.

Schluss mit Schmerzmitteln, Schluss mit Abführmitteln, Schluss mit Halsspray und Antibiotika – vorerst nur noch das hier:

Und damit bedanke ich mich noch einmal bei den vielen Leuten, die mir gute Besserung gewünscht und mich teilweise auch per Messenger kontaktiert haben. Ich danke den Ärzten und ihren Helfern – Schulmedizin for the win! Am meisten danke ich aber wieder mal der LvA. Es gehört zu den wenigen Lebenstipps, die ich weitergeben kann: die richtige Frau heiraten zahlt sich aus. In guten wie in schlechten Zeiten.

An meinen Körper geht die strenge Warnung: lass das künftig! Pfui!



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Endstille
Endstille
30. August, 2023 09:04

<3 alles Gute Dir!
Möge unsere body machine weiterhin jeden Tag ihre fast perfekte Arbeit durchführen

Dirk
Dirk
30. August, 2023 09:21

Nachträglich nochmal alles Gute, hoffentlich kommt das nicht wieder.

Zwei Zustimmungen: Propofol ist wirklich geil, und das Abführmittel für die Darmspiegelung (oder große Hafenrundfahrt, wie ein Freund es nennt) ist wirklich eklig. Vor allem in den Mengen, in denen man das in sich reinkippen muss. Angeblich gibt es das auch in nicht-eklig, hab ich aber noch nicht gehabt.

heino
heino
30. August, 2023 09:22

Schön, dass es dir wieder besser geht. Das sind äußerst unschöne Erfahrungen, die niemand braucht. Ich wurde erst letztes Jahr – ausgerechnet über meinen Geburtstag – durch eine vergleichsweise harmlose Blasenentzündung daran erinnert, wie schnell man zusammenbrechen kann, wenn der Körper nicht ordentlich funktioniert. Sowas senkt die Vorfreude auf die zweite Lebenshälfte massiv

heino
heino
30. August, 2023 09:44
Reply to  Torsten Dewi

Das habe ich vielleicht falsch ausgedrückt. Natürlich denke ich auch nicht, dass sowas jetzt ständig passiert. Aber man wird halt mit dem Alter auch anfälliger und Sachen, die man in jungen Jahren einfach weggesteckt hätte, können dann schon echt üble Auswirkungen haben.

MinkyMietze
MinkyMietze
30. August, 2023 12:16
Reply to  Torsten Dewi

Apropos nachladen: War letztes Jahr auch länger im Krankenhaus etc.pp. Dort meinte meine Physiotherapeutin: Ihr Körper braucht für einen Tag flachliegen 7 Tage Wiederaufbau. Und ja: Schulmedizin rulz! Alles Gute

heino
heino
31. August, 2023 06:26
Reply to  Torsten Dewi

Yep, Werkseinstellung “Dauermüde”

heino
heino
1. September, 2023 06:49
Reply to  Torsten Dewi

Geht mir ähnlich. Besonders schlimm war das, als ich im Schichtdienst gearbeitet habe, das hat mich komplett aus der Bahn geworfen

el flojo
30. August, 2023 10:56

Puh, was ne Scheiße. Dann mal weiter alles Gute und endlich mal wieder Alltag.

Matts
Matts
30. August, 2023 15:41

Ich bin happy für dich, dass diese Tortur vorbei ist.
Und ich drücke die Daumen, dass so ein “perfect storm” nur einmal im leben vorkommt.

Edin Basic
Edin Basic
30. August, 2023 18:42

Erst mal alles Gute.
Wenn es nicht zu persönlich ist.Wie viel Gewicht hast du während dieser Leidensphase verloren?

Sven
Sven
30. August, 2023 19:29

Dann auch von mir weiterhin alles Gute.
Vor der nächsten Spiegelung: Movieprep mit Zitronengeschmack. Ist nach einem Liter (zu trinken innerhalb einer Stunde) auch eklig, sofort nach dem Runterwürgen einen kleinen Schluck Espresso – hebt den widerlichen Nachgeschmack auf.
Beim trinken nicht atmen, so geht das dann besser. Habe seit 9 Jahren jährlich eine DS, da wird man zum Profi… Das Propofol betrachte ich dann immer als Belohnung für die 2 Liter (auf einen Nachmittag und den nächsten Morgen verteilt), die ich runterkriegen muss:-)

Comicfreak
30. August, 2023 20:08

Ich bin froh, daß es dir letztendlich wieder besser geht.
Bleib weiter gesund.

Goran
Goran
30. August, 2023 22:52

Was für eine Horrorstory. Wünsche Dir jetzt eine schnelle Genesung.

Bärbel
Bärbel
30. August, 2023 22:58

Ohman, was ein Trip!

Ich wünsche weiterhin beste Genesung und dass ja nix zurück bleibt.

S-Man
S-Man
31. August, 2023 09:26

Oh wow, ih-bäääh. Ich wäre vermutlich deutlich mehr Memme gewesen und wäre gleich beim ersten Mal im KH geblieben.

Ich hatte letztes Jahr erstmalig nach 20 Jahren wieder das Vergnügen. Nachdem man 7 Jahre lang (!) Zahnschmerzen bei mir behandelt hatte (inkl. Ziehen eines gesunden Zahns!) und der Bumms nach jeder Behandlung eigentlich nur schlimmer wurde bin ich dann mal in die stationäre Neurologie überwiesen worden, um festzustellen, dass es eine “einfache” Pille auch richten konnen. Ich steh auch auf diesen Medizinscheiß! Sicherlich nicht alles das Gelbe vom Ei, gar keine Frage, aber dennoch ist schon krass, was alles so kaputt sein kann an Dingen von denen man nicht mal wusste, dass sie exisitieren und zu was nütze sein sollen. Und noch krasser, dass wir über Leute verfügen, die dabei abgehen, sowas zu untersuchen!

Btw., die letzte Darmspiegelung war bei mir auch spannend. Die Vorher-Prozedur war angenehm einfach, und kann ich jedem empfehlen: Hab mich den Abend vorher einfach ins Gästehaus der KH-Amulanz einmietet, hab da mein Gesöff zu mir genommen (nix, mit 1l, ich musste 9l saufen!; war aber auch nicht so gaaaanz schlimm geschmacklich). Und als das Durchwischen begann und nicht aufhören wollte, hab ich mich darauf verlegt, einfach 2h nicht mehr von der Schüssel aufzustehen, mir ein Tablet ins Bad gestellt, ne Serie gebinged und einfach locker gelassen. Mit so einem Privatbad hat es so seine Vorteile.
Die Prozedur selbst war dank der beeindruckenden Schlaf-Keule ziemlich entspannt, das Aufwachen weniger, weil da war der Schlauch noch nicht ganz fertig mit seiner Aufgabe. Merke: Nächstes Mal, mehr von dem Zeuch anfordern!

Maximilian Frömter
Maximilian Frömter
31. August, 2023 10:18

Alles Gute! Schön, daß Du wieder ganz “da” bist.

takeshi
takeshi
31. August, 2023 10:54

Alles Gute auch von mir, derzeit mit einem “Astronautenstiefel” am rechten Bein vor dem Rechenknecht sitzend.
Ich habe es vorige Woche Montag geschafft, beim Mähen im Garten mit dem rechten Fuß in ein kleines Loch abzurutschen und umzuknicken.
Hm, Fuß verstaucht, Bänder überdehnt, dachte ich. Also wieder aufgerappelt, den Rasenmäher verstaut und nach hause geradelt.
Dort dann die letzten Tage immer weitestgehend das Bein hochgelegt, zwischenzeitlich gekühlt. Beim Laufen schmerzten dann immer die ersten paar Schritte, danach ging es wieder mit flottem Humpeln zum Einkauf und andere Wege erledigen.
Als die Schwellung und die Blutergüsse gestern immer noch nicht abgeklungen waren, bin ich zum Hausarzt und wurde gleich zum Chirurgen weitergereicht.
Der hat den Fuß geröntgt und dann den Kopf geschüttelt und konnte nicht fassen, was ich so in der Woche alles unternommen hatte. Denn die Diagnose lautete: Weber-B-Fraktur des rechten Sprunggelenks.
Nächste Station Krankenhaus-Notaufnahme: der Arzt dort schaute ebenso erstaunt auf das Röntgenbild und teilte mir dann mit: Eine OP nach einer Woche macht die Sache nicht besser. Die Belastungsprobe unter Vollbelastung ist erfolgt. Deshalb “nur” der Stiefel.
Anyway – auch von mir gute Besserung und Guten Appetit. 🙂

Solus
Solus
1. September, 2023 06:46

Oje, das tut mir alles sehr leid. Solche schlimmen Symptome und gruselige Behandlungen haben wir ja bestimmt alle schon erlebt, aber in der Menge auf einmal ist das natürlich schon ein dickes Brett. Weiterhin gute Besserung.

Jörn
Jörn
1. September, 2023 22:15

Puh, ey. Das klingt alles absolut fürchterlich. Wir kennen uns nicht, ich lese hier aber seit vielen Jahren immer mal wieder sehr gerne mit. Das war auch bei diesem Krankheitsbericht nicht anders – ich weiß, wie komisch das klingt, soll aber ein Kompliment sein. Anyway: Gute Genesung weiterhin!

Reini
Reini
1. September, 2023 23:26

…habe das jetzt erst mitbekommen – nachträglich alles Gute!