09
Sep 2022

Fantasy Filmfest 2022, Tag 2, Film 2: SWALLOWED

Themen: Fantasy Filmf. 22, Film, TV & Presse, Neues |

USA 2020. Regie: Carter Smith. Darsteller: Mark Patton, Cooper Koch, Jose Colon, Jena Malone

Offizielle Synopsis: Benjamin ist ein aufstrebender Pornostar in L.A.. Sein bester Kumpel Don hat eine Idee für etwas Startkapital: Sie transportieren Päckchen über die amerikanische Grenze und kassieren ab. Gesagt, getan. Doch war nie geplant, die ominösen Päckchen zu schlucken. Und niemand hätte mit dem aggressiven Redneck rechnen können, der auf dem Rastplatz eine Kettenreaktion auslöst. Schon gar nicht damit, dass die Nacht in einer Jagdhütte endet, mit Bauchkrämpfen und den drastischen Wiederbeschaffungsmethoden eines Druglords mit Autoritätsproblem. Die Freunde kämpfen um ihr Leben, gegen einen unberechenbaren Feind von außen – und einen noch viel Schlimmeren von innen.

Kritik: Carter Smith ist nicht zum ersten Mal beim Filmfest vertreten – 2014 habe ich seinen Film JAMIE MARKS IS DEAD als einen der drögsten Beiträge der Festivalgeschichte verrissen.

Ich muss das Fass jetzt aufmachen, weil es vermutlich sonst keiner tut und es sich wiederholen wird: SWALLOWED ist “queer horror” und wäre vermutlich eine Tür weiter beim aktuellen Queer Film Festival München besser aufgehoben gewesen. Wie in NEXT EXIT interessiert sich der Regisseur null für die tatsächlichen Genre-Elemente. Er fokussiert sich auf die homosexuelle Anziehungskraft des Protagonisten, auf die Unmoral der Fleischeslust und darauf, wie man einem Mann ein paar Kondome mit ungesunden Inhalten schmerzhaft aus dem After pulen kann.

Das ist weder besonders interessant noch besonders appetitlich – und dass die “Drogen” nun aus einer alien-esken Art Käfer bestehen, hat für die Handlung wie üblich null Folgen. Es ist eine Nebelkerze, um den Film irgendwie für Genre-Festivals tauglich zu lügen.

Zeitweise war ich fatal an die Phase erinnert, in der der schwule Genre-Regisseur David deCoteau Filme über junge Männer drehte, die primär Unterwäsche rumlaufen:

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Zugegeben, Carter Smith inszeniert nicht mehr so unfassbar träge und die Darsteller hängen sich deutlich rein. Jena Malone ist herausragend. Aber letztlich dürfte SWALLOWED weder Horrorfans noch die LGBTQ-Bewegung wirklich begeistern und die Sinnfrage darf durchaus gestellt werden.

Fazit: “gay horror” mit begrenztem Aufwand und Leuten, die Käferlarven in ihre Unterhose scheißen. Hier sollte jeder seine persönlichen Maßstäbe prüfen, bevor er eine Kinokarte kauft. 3 von 10 Punkten.

Der Frankster meint: “Die erste schwere Prüfung des Festivals. Ich kann mich nicht erinnern wann ich mich bei einem Film dermaßen gelangweilt habe.”
(Anmerkung: Frank hat JAMIE MARKS nicht gesehen)

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comicfreak
9. September, 2022 17:17

Was hätte man mit der Zeit und dem Budget machen können…

Goran
Goran
10. September, 2022 13:50

Ich bin hier gnädiger, die Darsteller machen’s, wobei ich wirklich nicht weiss, wo Jena Malone hier herausragend war, aber sei’s drum.

Trotz aller harten Kritik fand ich den bei Weitem nicht unempfehlbar schlecht. Tiefes gelb.

Der Film steht sich aber auch mit Zeitverschwendung regelmäßig selbst im Weg und frei schwingende Pimmel sehen auch selten ästethisch aus.

Darüberhinaus ist der Schnitt mehr als einmal voll daran Szenen und Momente komplett zu ruinieren.
Besonders der Auftritt einer Figur im späteren Teil des Films ist so abrupt, dass man denkt, der Cutter hat da mal eine ganze Einführung vergessen. Ist vermutlich aber nicht gedreht worden.

Dem Fetischpublikum ist’s sicher zu wenig Fetisch und die Handlung trägt nicht weit und trotzdem war ich hier noch entertaint.

Und mal wieder die Frage: Warum läuft das hier?

Last edited 27 Tage zuvor by Goran
Thies
Thies
16. September, 2022 02:18

Der läuft morgen, bzw. heute als dritter Film und nach Deinem Fazit werde ich da wohl eine Pause einlegen. Vielleicht schaue ich mal nach was die vor kurzem eröffnete “Five Guys”-Filiale am Jungfernstieg taugt.

Edit: sehe gerade, dass ich im falschen Zeitplaner unterwegs war. Er läuft in Hamburg am Samstag als letzter Film. Auch gut, bin ich halt etwas früher zuhause.

Last edited 21 Tage zuvor by Thies