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Sep 2020

Fantasy Filmfest 2020 (3): INHERITANCE

Themen: Fantasy Filmf. 20, Film, TV & Presse, Neues |

USA 2020. Regie: Vaughn Stein. Darsteller: Lily Collins, Connie Nielsen, Simon Pegg, Chace Crawford, Patrick Warburton

Offizielle Synopsis: Die ehrgeizige Staatsanwältin Lauren Monroe steckt mitten in ihrem größten Fall, als ihr Vater, ein bedeutender Finanzmogul, unerwartet stirbt. Sein Testament hinterlässt fast den gesamten Besitz ihrem Bruder, einem Abgeordneten mitten im Wahlkampf. Lauren selbst wird mit einer kleinen Summe abgespeist. Doch der Notar steckt ihr noch einen Umschlag zu – darin ein USB-Stick mit merkwürdigen Anweisungen und ein Schlüssel. Die Spur führt die junge Frau zu einem Bunker, und was sie dort findet, lässt ihr den Atem stocken: In einem unterirdischen Gefängnis hält ihr Vater hier einen Mann gefangen. Er ist in Ketten gelegt und völlig verwahrlost. Offenbar wird er schon seit vielen Jahren versteckt. Aber wieso? Was hat der Mann getan oder Laurens Vater zu verbergen?

Kritik: Auch diese Sorte Film ist auf dem Fantasy Filmfest nicht selten zu finden – der Edelthriller, in dem sich arrivierte Schauspieler in exquisiten Locations bekriegen. Als passendes Beispiel fällt mir da gerade COLUMBUS CIRCLE ein. Das ist selten transgressiv oder innovativ, aber wenigstens gut gemacht. Ein Flakon Chanel No.5 zum üblichen Dosenbier im Programm.

Und in der Tat legt INHERITANCE anständig vor: Aufnahmen in Manhattan und einer Luxusvilla mit Blick auf Downtown, arrivierte Darsteller wie Lily Collins, Simon Pegg und Patrick Warburton – die Familie Monroe ist ein Macht-Clan wie seinerzeit die Kennedys und ein dunkles Geheimnis muss ausgerechnet von der aufrechten Lauren erst entdeckt und dann bewahrt werden.

Nur leider addieren sich die Einzelteile nicht ordentlich und was als spannende Idee für ein Psycho-Duell zwischen Lauren und dem Gefangenen beginnt, plätschert zu lange vergleichsweise konfliktfrei vor sich hin, bevor ein radikaler Twist den Film zum Ende raus reißen soll – was überhaupt nicht funktioniert, weil es unglaubwürdig konstruiert und noch dazu holperig inszeniert wirkt. Man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor den Anfang für ein Drehbuch hatte, aber nie ein befriedigendes Ende.

Am Ende bleibt ein Thriller light, den man sich prima mit der Freundin angucken kann und der technisch nichts falsch macht, sich aber inhaltlich bis zum Bandscheibenvorfall überhebt.

Fazit: Edler Psychothriller, dem leider zu seiner spannenden Ausgangsidee die passende Auflösung fehlt und der deshalb im Finale böse zerfasert. Schön, Simon Pegg mal wieder in einer Charakterrolle zu sehen. 5 von 10.

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Matts
Matts
18. September, 2020 19:44

Da gehe ich mit. Simon Pegg macht hier einen echt guten Job – aber am Ende hab ich mir gedacht: "Wie jetzt, das soll alles gewesen sein?"