All Cheerleaders dieUSA 2013. Regie: Lucky Mckee, Chris Siverton. Darsteller: Caitlin Stasey, Sianoa Smit-McPhee, Brooke Butler, Thomas Williamson

Synopsis: Crazy Wicca Bullshit: Lucky McKees aktueller Mädchenalptraum fängt unschuldig an, abgesehen vielleicht vom Genickbruch einer Cheerleaderin, festgehalten auf Video von Maddy. Sie dreht eine Doku über die selbsternannten Bitches, hat ihre nerdige Ex-Geliebte Leena abgeschüttelt und ist neben der strahlenden Vortänzerin Tracy nun das It-Girl der Schule. Doch das neue Selbstbewußtsein der eigentlich nur als Jock-Matratzen gedachten Mädels führt erst zur Katastrophe, dann zum gnadenlosen Geschlechterkampf an der Highschool. Wie gut, dass die Girls mit Leena auch magische Kräfte auf ihrer Seite haben, die dem groben Machismo der Sportler mehr als gewachsen sind…

Kritik: Man sollte eigentlich meinen, dass ein Film über lesbische sexy Zombie-Cheerleader nur schwer zu vergeigen ist. Das Duo Lucky Mckee und Chris Siverton hat sich zur Aufgabe gemacht, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Step right up!

„All Cheerleaders die“ geht gleich vom Intro an in die Hose – und das nicht auf eine gute, porno-eske Art. Maddy filmt eine Doku über Cheerleaderin Lexi – warum? Keine Ahnung. Vermutlich irgendein Schulprojekt. Wird auch nie wieder erwähnt. Lexi stirbt bei einer Cheerleading-Übung. Maddy will sich nun an Lexis Freund rächen – warum? Auch nicht klar. Sie verrät es aber der Webcam ihres Macbooks – für ein Videotagebuch? Weiß kein Mensch. Maddy schafft es stressfrei, in den Cheerleader-Corps aufgenommen zu werden – mit welchen Hintergedanken? Bleibt im Nebel.

Und das sind nur die ersten sieben Minuten.

Der Rest sind Saufgelage, Schlägereien, happige Vergewaltigungen und dümmlicher Softsex, der uns einen „boob shot“ gönnt, der schmerzhaft offensichtlich nachträglich in den Film geschnitten wurde, um wenigstens IRGENDWAS in Sachen T&A präsentieren zu können. Es lässt sich an dieser Stelle schwer vermitteln, wie hanebüchen es ist, wenn in eine jugendfreie Pimperszene plötzlich kontextfrei, falsch beleuchtet und statisch dieser Shot zwei Sekunden lang eingeblendet wird:

boobs

Wäre der Film darüber hinaus auch nur einen Tacken smarter, würde ich unterstellen, dass es sich nicht um einen besonders auffälligen Fall von grober Pflichterfüllung in Sachen Tittenquote handelt, sondern um einen beeindruckenden filmischen Kommentar zu genau diesem Thema. Andererseits – näh, nie im Leben.

Und dann diese Figuren. Himmel, diese Figuren!

Man muss sich schon Mühe geben, einen Film zu schustern, dessen gesamter Cast derart arschlöchrig ist, dass man einem Highschool-Massaker das Wort redet, um diese Spacken loszuwerden. In der Welt von „All Cheerleaders die“ gibt es keine Kinder, keine Erwachsenen – nur pubertäres amoralisches Pack, das sich durch Geld und Aussehen den Status „fickbar“ verdienen will. Pimpern und gepimpert werden ist das höchste Glück auf Erden.

Es gibt hier keine Protagonisten, weil das unterstellen würde, dass wir jemanden auf unserer Seite haben, dessen Konflikte zu unseren Konflikten werden. Einen Held, einen Antiheld, irgendwen. „All Cheerleaders die“ besteht aber nur aus Antagonisten – die Personen auf der Leinwand sind verachtenswerte Minusexistenzen, denen wir lange vor dem Schluss in toto die Pest an den Hals wünschen.

Ihr merkt es: Ein Film, der mich wütend gemacht hat.

An keiner Stelle macht „All Cheerleaders die“ auch nur den Versuch, einen roten Faden in die Geschehnisse auf der Leinwand einzuführen. Dafür verwendet er den Großteil seiner Laufzeit damit, sich in Gewalt gegen Frauen zu suhlen, während er sie vordergründig anprangert. Er ist besoffen von einer bizarren „Die saublöde Schlampe hat es nicht verdient, respektlos behandelt zu werden“-Attitüde, die auf psychologisch tiefgehendere Probleme der Macher schließen lässt.

Wenn der Film dann nach der Hälfte in Comic-Trash abrutscht und mit leuchtenden Zaubersteinchen an „The Craft“ erinnert, hat man wenigstens noch mal die Gelegenheit, ihn auszulachen.

runterFazit: Ein wirrer, dummer, zynischer und zugleich eierloser Teenhorror, bevölkert von Arschlöchern und Schlampen, mit denen man nicht das Kino teilen möchte. Gebt mir ein D! Gebt mir ein R! Gebt mir ein E! Gebt mir ein C! Gebt mir ein K!

Der Trailer ist ausnahmsweise mal eine ziemlich treffende Repräsentation des Film – wer sich hiernach denkt „Wow, muss ich sehen!“, dem ist nicht zu helfen:



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Dieter
Dieter

Hmm… der Film scheint der blanke Horror zu sein.

Aber einen Satz verstehe ich nicht: „Die saublöde Schlampe hat es nicht verdient, respektlos behandelt zu werden”-Attitüde“[…]. Respektlos = respektvoll? Oder stehe ich komplett auf dem Schlauch.

Thies
Thies

Der Trailer wirkt in der Tat abschreckend und schreit in großen Lettern: „TRASH“, weshalb mich hier nicht mal die Beteiligung von Lucky McKee zum Kauf einer Karte verlocken kann.

Peroy
Peroy

Wann kommen die Lesben… und sind sie heiß?

DJ Doena

Ist aber ein sehr schönes paar natürliche und symetrische Brüste.

noyse
noyse

@Dieter in diesem Kontext sehen: „Dafür verwendet er den Großteil seiner Laufzeit damit, sich in Gewalt gegen Frauen zu suhlen, während er sie vordergründig anprangert.“ dann erschliesst sich der Sinn 😉

Peroy
Peroy

Was ja per se nix schlechtes sein muss… 8)

Dieter
Dieter

@noyse: Auch dann habe ich ein Problem, das zu verstehen. Aber gut, ich stehe auf dem Schlauch. Und wahrscheinlich ist es der Film gar nicht wert, so mit Nachdenken bedacht zu werden. :‘-)

DMJ

Er meint (wie ich es verstehe), der Film empört sich darüber, dass seine Frauen schlecht behandelt werden, präsentiert diese aber so, dass man ihnen nichts anderes wünscht und scheint die Misshandlung dann noch verdächtig zu genießen.

Derartige Botschaft-Inszenierungsscheren sieht man häufiger. 😉

Reini

Wow, muss ich sehen!

….Scherz beiseite – ich hielt Lucky McKee immer für ’nen Guten, aber das hier schaut mal richtig übel aus. 🙁

Marcus
Marcus

Was passiert, wenn man einen eigentlich geistig gesunden Menschen 12 Tage ins Kino einsperrt? Ersieht zum Beispiel einen Film, der nun wirklich nach keinem vernünftigen Maßstab auch nur ansatzweise als „gut“ bewertet werden kann, und amüsiert sich prächtig.

8/10. Es tut mir leid.

Peroy
Peroy

Der war super.

heino
heino

Ich schaue ihn gerade an. Himmel, ist das ne Grütze……

Peroy
Peroy

Für den Film muss man schön, intelligent und wohlriechend sein.

heino
heino

Also das Gegenteil von dir?:-)

Peroy
Peroy

Nein.

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[…] Sins ♣ All Cheerleaders die ♦ Among the Living ♣ Beneath ♣ Beneath (Fessenden) ♥ Blue Ruin ♣ Cannibal […]

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[…] kann man solche Filme gut machen und schlecht. Gut wie in „Heathers“ und schlecht wie in „All cheerleaders die“. Irgendwo dazwischen, aber eindeutig mehr in Richtung „Heathers“ tendierend, findet sich […]