mm2013 Klein

diehard4USA 2007. Regie: Len Wiseman. Darsteller:  Bruce Willis, Timothy Olyphant, Justin Long, Maggie Q, Cliff Curtis u.a.

Offizielle Synopsis: Detective John McClane sieht sich mit einer neuen Form des Terrorismus konfrontiert. Die gesamte IT-Infrastruktur der USA, die Kommunikation, Transport und Stromversorgung regelt, wird zum Erliegen gebracht. Der Kopf hinter diesem Plan scheint alle Eventualitäten berücksichtigt zu haben. Doch er hat die Rechnung ohne McClane gemacht, einem Cop der alten Schule, der weiß, wie man die Pläne von Terroristen durchkreuzt.

Kritik: Bevor heute Nacht um 0.01 Uhr (Sperrfrist, gelle?) die Kritik zu „Die hard 5“ freigeschaltet wird, schließe ich noch schnell meine Lücke in der Franchise. „Die hard 4“ ist nämlich völlig an mir vorbeigegangen. Kein Trailer, kein Foto und keine Kritik hat mein Interesse erregen können. Ich hatte die DVD mal sechs Monate hier rum liegen, ohne den geringsten Drang zu verspüren, sie anzschauen. Dabei bin ich ein Die Hard-Fan der ersten Stunde: ich kann mich gut erinnern, wie es war, seinerzeit auf dem „Super Channel“-Kabelkanal in Düsseldorf die ersten Trailer zu sehen. Willis kannte ich nur aus „Moonlighting“, aber mannometer – die Action in „Stirb schwer“ (ich hatte keine Ahnung, was der Titel auf deutsch korrekt bedeuten sollte) sah mächtig fett aus. Und der Film löste die Versprechen der Trailer ein. Ein Klassiker des modernen Actionfilms.

„Die hard 2“ war deutlich größer, immer noch klasse, aber mir schon einen Tacken zu gewollt und mit dem Flughafen als Location schon zu groß. An „Die hard 3“ kann ich mich kaum noch erinnern. Jeremy Irons als Stasi-Agent, Samuel Jackson und irgendwas mit einer Schnitzeljagd in New York, oder? Ist nicht viel hängen geblieben.

Und nun „4.0“ (whatever that means).

Ich will mich da nicht allzulange dran abarbeiten, weil die meisten von euch ihn schon gesehen haben werden in knapp einer halben Stunde die nächste Kritik online gehen soll. Also: Mir hat er gefallen. Er hat den Spirit der alten „Die Hard“-Trilogie und zeigt McClane mal wieder als den Arbeiterklasse-Bullen im Kampf gegen die superreichen und ach so schlauen Terroristen, die ihn permanent unterschätzen. Nicht neu, aber wer will das schon?

Bruce Willis and Justin Long

Keine Frage: Man hat Len Wiseman ausreichend Geld in die Hand gegeben und der Regisseur mit der fragwürdigen Filmographie empfiehlt sich zu meiner Überraschung für künftige Top-Aufgaben: das ist stylisch, schnell, breitwandig und absolut flüssig choreographiert. Da können sich deutlich besser beleumundete Regisseure eine dicke Scheibe von abschneiden.

„Die hard 4.0“ ist die volle Packung: Action UND Humor, Spannung UND Spektakel. Natürlich kann man diskutieren, dass der Film mit zunehmender Laufzeit immer hanebüchener wird und im Showdown gefährlich an der Grenze zum „True Lies“-Territorium schlittert. Aber er tut es mir der richtigen ironischen Einstellung, ohne dabei distanziert auf den Zuschauer herab zu schauen. Es wurde ja auch viel diskutiert, dass ein „Die hard“-Film ohne R-Rating per se nichts taugen könne. Das ist natürlich Bullshit. Wer die Franchise daran definiert, ob McClane „motherfucker“ sagt oder wie viel Blut spritzt, der hat sie nicht verstanden.

Willis hat sichtlich Spaß daran, McClane noch mal aus der Versenkung zu holen und mit Justin Long ist auch der passende sympathische Sidekick an seiner Seite. Wer genau hinschaut, findet auch diverse Referenzen an „Die hard“ auf inhaltlicher Ebene – die inkompetenten Geheimdienst-Spacken, der externe Beamte, mit dem sich McLane über Funk anfreundet, die Geiselnahme eines Familienmitglieds etc.

Dem Genuss dienlich ist auch die Tatsache, dass der Film mordsschick aussieht – da lohnen sich HD und großer Bildschirm richtig.

Fazit: „Die hard“ als gelackter Mega-Actionfilm, elegant inszeniert, etwas humoriger, etwas weniger zynisch, aber mit dem Herz am rechten Fleck.

http://www.youtube.com/watch?v=M-E3bCim0hg

P.S.: Mir hätte es gefallen, wenn man die Zivilisation am Ende des Films im Arsch gelassen hätte und „Die hard 5“ ein postapokalyptischer Actionfilm geworden wäre.



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