14
Juli 2026

2 Cent: F*** you, Milune

Themen: 2 Cent, Film, TV & Presse |

Drehen wir heute den Spieß mal um: Ich verteidige die katholische Kirche gegen die LGBTQIA-Bewegung. Zeichen und Wunder!

In kurz: Die mir unbekannte (wohl lesbische) Schweizer Popsängerin Milune hat in einer Regensburger Kirche ein Musikvideo gedreht, in dem sie ihre sexuelle Orientierung u.a. mit der Zeile "You believe in Jesus, I believe in Pussy" feiert.

Drehgenehmigung? Wohl keine. Erlaubnis des Pfarrers? Wohl keine. Scham und Anstand? Wohl keine.

Lassen wir mal raus, dass das nach provoziertem PR-Stunt riecht. Dass alle Beteiligten wussten, dass so eine Aktion nicht ohne Kontroverse bleibt – und dass ich mit diesem Beitrag die Sache noch befördere.

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(nicht das besagte Video)

Es ist mir dennoch wichtig zu sagen, was ich bereits im Titel ausgedrückt habe:

F*** you, Milune.

Ich bin wahrlich kein Freund der organisierten Religion und habe mich schon ausgiebig über deren seltsame Riten und Abläufe lustig gemacht – aber der Raum der Kirche ist der Raum der Kirche. Du bist dort Gast. Du hättest deine blasphemischen Zeilen vor der Kirche singen können oder im Studio-Set einer Kirche. Es ist eine freie Welt.

In einer tatsächlichen Kirche hast du damit nichts verloren.

Die Kirche mag widerlich, verlogen, homophob, korrupt, überflüssig und hirntot sein. Das ändert aber nichts. Vielleicht bist du auch widerlich, verlogen, heterophob, korrupt, überflüssig und hirntot – trotzdem komme ich nicht in deine Wohnung und scheiße auf den Teppich. Und ich lasse mein Management nicht hinterher erklären, dass ich keine Ahnung hatte, dass das nicht okay ist.

Dem Video ist der Satz voran gestellt:

Dieses Video soll keine bestimmte Person oder Weltanschauung herabwürdigen.

Ist das nur Hohn oder schon blanke Feigheit als Vorneverteidigung?

Diese "provokante" Performance der eigenen Sexualität ist nichts von dem, was sie sein will. Sie ist wischi-waschi, feige, durch und durch kommerziell und unehrlich. Es bedient leider ein rechtspopulistisches Klischee, aber: in einer Moschee hätte ich dieses Video für mutiger gehalten. "You believe in Mohammed, I believe in Pussy" war aber keine Option, gell? Das hätte ja womöglich mehr als PR-tauglichen Protest provoziert.

Es scheint ein Wettrennen zu sein. Je weniger die Bewegung unterdrückt wird, desto aggressiver und invasiver muss sie werden, um die gewünschte Ablehnung zu provozieren, über die sie sich anscheinend definiert. Die Akzeptanz der Bevölkerung ist für viele LGBTQIA-Verfechter kein Ziel – sie ist der blanke Horror. Man würde den Außenseiter-Status verlieren. Man wäre nicht mehr "special".

So kommt es, dass Teilnehmer von schwulen Kreuzfahrten mit 2000 Homosexuellen in der Türkei und Ägypten an Land gehen wollen, nur um auf TikTok und Instagram lauthals "Unterdrückung!" zu schreien, wenn arabische und islamische Länder sie nicht in ihren Häfen anlegen lassen:

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Da hilft auch die fleißige Teilnahme an "gays for Palestine"-Demos nicht…

Pride Month. CSD. Unterstütze ich prinzipiell alles. Kann ich mir aber echt nicht mehr angucken, ohne mit den Augen zu rollen. Ich habe die schrille Hysterie dieser Bewegung so unfassbar satt. Diese permanente Nerverei in maximaler Lautstärke und das geheuchelte Entsetzen, wenn mal jemand sagt "das nervt". Das nervt.

Provokation ist kein nachhaltiger Lifestyle und Empörung keine konstruktive Emotion. Wer seine Rechte lautstark einfordert, darf die Rechte Anderer nicht klein reden. Und dazu gehört auch – doch doch – die katholische Kirche.



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38 Kommentare
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14. Juli, 2026 13:44

Da fällt mir spontan das Hosen Video in der Wallfahrtskirche zu Eisgekühlter Bommerlunder ein. Fandest Du das auch unpassend?

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/tote-hosen-musikvideo-eisgekuehlter-bommerlunder-jesenwang-bayern-kirche-skandal-li.3503690

14. Juli, 2026 19:42
Reply to  Torsten Dewi

Ich bin nicht sicher, wo die Grenze ist. Wenn der Pfarrer (oder wer auch immer das Ding leitet) es erlaubt? Wenn ja, wie kann ein einzelner Mensch sich erlauben, egal wie nahe er Gott zu sein glaubt, diese Entscheidung für die Mitglieder seiner Gemeinde treffen zu dürfen? Wir haben beispielsweise Kirchen, wo Nosferatu gezeigt wird. Oder Fußballspiele mit Orgelbegleitung. Für mich kann es alles beleidigend sein, aber im Grunde ist für mich eine Kirche erstmal nur eine überteure Immobilie der sowieso schon gering geschätzten… Kirche. Dass sie religiösen Menschen etwas bedeutet, symbolhaft, unbestritten, aber wer darf über sie – und damit auch die gläubigen Menschen dort – entscheiden, was entwürdigend ist oder nicht. Wenn es ok ist, Nosferatu mit Erlaubnis vorzuführen, wäre das Hosenvideo damals mit Erlaubnis ok gewesen? Wenn ja, wo ist der Unterschied zwischen ein einzelner Mensch hat Ja gesagt und ohne, was spielt das für eine Rolle für die Gläubigen?Wenn die sich dabei schlecht fühlen, fühlen sie sich besser, wenn man ihnen sagt, der Pfarrer hat aber zugestimmt? Für mich ist diese Beleidigungssache sehr subjektiv, die Grenze ist ziemlich schwammig.

Um das klarzustellen: Ich habe dazu tatsächlich keine Meinung und stehe auch als Hardcore-Hosenfan nicht unbedingt auf deren Seite in dem Fall. Ich sehe auch, dass es scheiße ist, Religionen bzw. Gläubige grundlos lächerlich zu machen. Für mich ist nur das Symbol Kirchengebäude heutzutage nicht mehr klar unantastbar – die gesellschaftlich akzeptierten Grenzen über das, was ok dort ist und was nicht, das scheint verschoben. Das Mädel hier hat diese unklare Grenze klar übertreten, keine Frage, aber ich weiß nicht, wer diese Grenze setzen darf – und verschieben darf. Ist ein Sauflied wirklich nicht ok? Was macht das schlechter als die Übertragung eines Fußballevents oder eines Vampirfilms?

Marcus
14. Juli, 2026 14:09

In der Tat finde ich Provokation, bei der man schon im Voraus sicher weiß, dass sie keine negativen Konsequenzen für einen selbst haben wird, auch immer recht peinlich.

14. Juli, 2026 14:56

So ärgerlich das sich anfühlt, wo Du recht hast … denn es ist wirklich auffällig, dass derartige Aktionen nur gegen religiöse Institutionen stattfinden, deren berechenbare (harmlose) Reaktionen gleich vorteilhaft mit in die eigene Promotion eingebaut werden können. Beim Judentum und dem Islam fällt das "harmlos" ja weg. Ich fand das ehrlich gesagt auch schon bei Madonna in ihrer "Like a prayer"-Video-Phase zu vorherberechnet-risikoarm.

Blitzeis
14. Juli, 2026 15:13

Ein Eindruck aus meinem, zu einem nicht unerheblichen Teil nicht heterosexuellen Freundeskreis: Derartige Aktionen, und auch die Außendarstellung des lauteren Teils der Community auf Paraden und zu vergleichbaren Anlässen spiegelt kaum noch das wieder, dass die leisere Mehrheit mitzutragen bereit ist.

Einfacher, aber weniger politisch korrekt formuliert: Ich kenn etliche Schwule und ein paar Lesben, und niemand davon würde am CSD teilnehmen, niemand würde dieses Musikvideo gutheißen. Im Gegenteil. All das wird als peinlich empfunden.

Vielleicht ist DAS das Positive: Die Zeiten, in denen man sich unter einer Flagge versammelt hat, weil man gemeinsam gegen Diskriminierung war, sind vorbei. Vielleicht, weil auch einfach die Diskriminierung weniger geworden ist. Viele freuen sich darüber und leben glücklich und zufrieden in unserer Gesellschaft. Und anderen ist das Anecken halt ein wichtiger Teil der Identität geworden, und es muss immer wilder, immer unkontrollierter rumgezappelt werden, um überhaupt noch anzuecken.

"You believe in Jesus, I believe in pussy" ist ja übrigens noch nicht mal eine in irgendeinem Universum stimmige Provokation. Es ist einfach nur pubertärer Quatsch.

Endstille
14. Juli, 2026 15:41

toll geschrieben, danke 🙂

ganz wichtig an alle anderen, das video aus dem verlauf löschen…
ich hab mich immer gewundert,
wie youtube mit seinem algorithmus auf so schwachsinnige musikvorschläge für mich kam…
bis mir einfiel, daß ich die videos beim wortvogel ja immer anklicke 😀

14. Juli, 2026 17:29

Das ist wohl etwas, was kaum jemand versteht. »Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des andern beginnt.« Das gilt für religiöse Ereiferungen ebenso wie beim Drang, die Öffentlichkeit über die eigenen Sexualität zu informieren. 

Jeder und jede bitte in den eigenen vier Wänden. 

Pushi
15. Juli, 2026 05:28
Reply to  Torsten Dewi

Kirchen sind nun aber mal kein Privatgrund, sondern öffentlich-rechtlich.

Stephan
15. Juli, 2026 08:59
Reply to  Pushi

Das ist nicht zutreffend. Dass die Kirchen (als Institution) Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, bedeutet nicht, dass Kirchengebäude "öffentlicher Grund" wären oder kein Hausrecht bestünde. Vielmehr wird das Hausrecht regelmäßig von der jeweiligen Kirchengemeinde (oder der Diözese) bzw. den hierfür Verantwortlichen (etwa dem Pfarrer) ausgeübt.

Der öffentlich-rechtliche Status der Kirche ist daher kein Argument gegen das Bestehen eines Hausrechts, sondern betrifft eine andere rechtliche Fragestellung.

Ob und in welchem Umfang das Hausrecht im Einzelfall rechtmäßig ausgeübt wurde, wäre eine davon zu trennende Frage (die sich hier aber nicht stellt). Aus dem öffentlich-rechtlichen Status der Kirche folgt jedenfalls nicht, dass ein solches Hausrecht von vornherein nicht bestünde.

Pushi
15. Juli, 2026 12:43
Reply to  Stephan

Natürlich sind Kirchen öffentliche Gebäude. Und den Rest habe ich nicht behauptet.

Stephan
15. Juli, 2026 15:17
Reply to  Pushi

Ich will nicht beckmesserisch sein, aber der Begriff „öffentliches Gebäude“ ist juristisch einfach zu unscharf. Entscheidend ist, ob ein Gebäude im Eigentum einer öffentlichen Hand oder einer anderen juristischen Person steht, ob es der Allgemeinheit zugänglich ist und wer dort das Hausrecht ausübt. Das sind unterschiedliche Kategorien.

Ein Kirchengebäude ist regelmäßig der Allgemeinheit zugänglich – insbesondere für Gottesdienste, zum Gebet oder zur Besichtigung (wenn dabei auf den religiösen Charakter Rücksicht genommen wird). Daraus folgt aber gerade nicht, dass dort kein Hausrecht bestünde. Im Gegenteil: Auch in öffentlich zugänglichen Gebäuden wird das Hausrecht durch den Eigentümer (oder einen berechtigten Besitzer) ausgeübt. Wer sein Gebäude für die Öffentlichkeit öffnet, verzichtet dadurch nicht auf sein Hausrecht. Dass die Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert ist, ändert daran nichts. Öffentlich zugänglich bedeutet eben nicht: ohne Hausrecht.

Pushi
15. Juli, 2026 16:11
Reply to  Stephan

Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet. Mir ist etwas unklar, wozu dieser Exkurs nötig war.

15. Juli, 2026 13:38
Reply to  Torsten Dewi

Von Homosexuell war nicht die Rede, jedenfalls nicht als einzige Präferenz. Ich denke, dass jedwede Zurschaustellung der eigenen Sexualität in der Öffentlichkeit nichts verloren hat, zumindest dann nicht, wenn sie über ein gewisses Maß hinausgeht. 

EmserPastille
15. Juli, 2026 21:30
Reply to  Torsten Dewi

Da würde ich gegenhalten. Bei Heterosexuellen wird ein "Wir sind jetzt zusammen :-)" halt nicht als Äußerung über Sexualität gewertet, bei Homosexuellen schon.

Auch würde mir, wenn ich meine Frau küsse, wohl nicht zugerufen, ich solle meine Sexualität nicht zu Schau stellen. Mein schwuler bester Freund hört das immer noch oft und in letzter Zeit auch wieder öfter.

Feivel
14. Juli, 2026 18:44

Ich sehe den CSD eher als Fetisch-Event, das eigentlich (fast) gar nichts mit Homosexualität zu tun hat. Klar gibt es da einen großen Überlapp beider Gruppen (bedingt durch die im Durchschnitt höhere Promiskuität unter schwulen Männern). Das empfinde ich insofern als kritisch, weil durch die fortlaufende Buchstabenerweiterung, die inhaltlich durch gar nichts gerechtfertigt ist (was hat ein Asexueller mit Homosexuellen gemein? Wo wurde jemand asexuelles jemals in seinen Rechten eingeschränkt? Das Beispiel A wähle ich, um hier nicht die Diskussion ums T anzustoßen), die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Events sinkt – und droht, Schwulenrechte mit in die Tiefe zu reißen. Und das ist richtig mies für alle Schwulen, die einfach nur ihr Leben leben wollen, ohne auf einer Bumms-Kreuzfahrt nach Ägypten zu tuckern.
Zur Sängerin: Ich kannte sie nicht, aber sie kopiert von der Ästhetik ja mMn eindeutig die Provokations-Nudel Ikkimel. Bin fast vom Stuhl gefallen, als ich dann in die so seicht und mit dünner Stimme vorgetragenen Baladen reingehört habe. Das war unerwartet.

Last edited 1 Monat zuvor by Feivel
Stephan
14. Juli, 2026 18:55

An dieser Stelle einmal ein Lob (ich weiß nicht, ob Dir das etwas bedeutet – aber wer wird nicht gerne gelobt?).

Ich stimme mit so manchen Deiner politischen und gesellschaftlichen Ansichten, die Du hier und an anderer Stelle äußerst, nicht überein. Ich lese sie trotzdem gerne, weil ich es immer wieder erfrischend finde, jemanden zu lesen, der eben nicht meiner Meinung ist. Das zwingt mich gelegentlich dazu, auch die eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. Die ständige Selbstaffirmation innerhalb der eigenen Blase mag zwar angenehm sein – der Erkenntnisgewinn ist aber überschaubar.

Hier vertrittst Du eine Position, die man eher aus einem "anderen politischen Lager" erwarten würde. Und Du verteidigst dabei die Rechte einer Institution, der Du persönlich (anders als ich) kritisch gegenüberstehst. Erfrischend, in Zeiten wo alle nur auf die Zustimmung der eigenen Blase geifern.

Chapeau, Monsieur Dewi!

Basilisk
14. Juli, 2026 20:21

Freuen dürfte all das hauptsächlich diejenigen, die Munition suchen für Hetze gegen Andersfühlende.

Denen ist schon die fast sprichwörtliche Hundemaske auf dem CSD ein Fest. Die Ressentiments gegen die vielbuchstabige Community, die säen mittlerweile deren schrillste Repräsentanten leider selbst.

Sehr zum Leidwesen all derer, denen Normalität und Legitimität ein Anliegen waren.

Arne
14. Juli, 2026 23:09

Ich kann die Argumentation zum "Fallbeispiel" absolut nachvollziehen. Die Verallgemeinerung, die dann im zweiten Teil geschieht, halte ich sowohl im weltweiten Blick (du sprichst ja selbst Länder an, in denen Homosexualität kaum legal gelebt werden kann), aber auch mit der deutschen Brille (queerfeindliche Straftaten steigen seit einigen Jahren) für ziemlich hanebüchen. Der Beitrag klingt doch sehr nach jetzt lasst mich mal mit diesem anstrengenden Queergenerve in Ruhe aus der bequemen Heteroperspektive, die die real stattfindende Diskriminierung nicht erleben muss.

Mike
15. Juli, 2026 00:12

Ich finde, dass Provokationen dieser Art in Gotteshäusern – unabhängig von Konfession oder Religion – völlig unangebracht sind.

Niemand muss den Glauben anderer Menschen teilen. Man darf Religion kritisieren und sich auch satirisch mit ihr auseinandersetzen. Aber ein Gotteshaus ist für viele Menschen ein heiliger Ort. Ein Mindestmaß an Respekt sollte selbstverständlich sein.

Was ich außerdem schade finde: Solche Aktionen helfen der Akzeptanz homosexueller oder queerer Menschen aus meiner Sicht überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich kenne mehrere homosexuelle Menschen, die über solche Inszenierungen nur den Kopf schütteln, weil sie wissen, dass am Ende nicht die Künstlerin die gesellschaftlichen Reaktionen ausbaden muss, sondern die Community insgesamt.

Gerade weil die politische Akzeptanz in den vergangenen Jahren an vielen Stellen gewachsen ist, wirken gezielte Provokationen an religiösen Orten eher wie PR-Stunts als wie ernst gemeinter Aktivismus. Sie liefern denjenigen Munition, die ohnehin gegen LGBTQ+-Menschen Stimmung machen wollen, und erschweren einen respektvollen Dialog.

Deshalb schrieb ich oben auch ganz bewusst von „gewachsener politischer Akzeptanz“, die gesellschaftliche Akzeptanz geht nämlich längst schon wieder in die andere Richtung.
Wie einige von euch schon geschrieben haben, viele rollen inzwischen längst mit den Augen, weil man es nicht mehr hören und sehen möchte.

Das beste Beispiel war für mich die Performance im Paderborner Dom im Mai 2025, bei der halbnackte „Künstler“ mit in Windeln gewickelten Tiefkühlhühnern vor dem Altar tanzten. Die Empörung war so groß, dass sich selbst das Domkapitel und die Mitveranstalter öffentlich von der Aktion distanzierten und bedauerten, religiöse Gefühle verletzt zu haben.

Meinungs- und Kunstfreiheit sind wichtige Güter, Meinungs- und Kunstfreiheit enden ja aber nicht, wenn man Respekt vor Orten zeigt, die anderen Menschen heilig sind, dies sollte stattdessen ebenfalls Teil einer offenen Gesellschaft sein.

Respekt zu fordern, aber selbst maximal respektlos zu sein, passt eben nicht gut zusammen.

Andy
15. Juli, 2026 06:45

Selbst als Schwuler, geht mir dies tierisch auf den Sack, wenn man das laute, schrille und immer mehr extreme Ausarten kritisiert, wird man als intolerant und sogar als Nazi bezeichnet. Eine Demo ist es schon lange nicht mehr, wozu noch eine Demo? Ich fühle mich da nicht mehr angesprochen oder als Mitglied einer Szene. Wir dürfen heiraten, wir haben alle Rechte und Pflichten, wir werden nicht mehr von der Polizei verfolgt, die Krankenkassen zahlen das Prep, damit wir wieder ohne Kondom Sex haben können. Meiner Meinung nach, wäre es an der Zeit, auf einer der großen Paraden (Berlin, Köln) ein Danke an unsere Gesellschaft zu richten.

Blinklicht
15. Juli, 2026 10:55
Reply to  Andy

Ich, als nicht Schwuler, widerspreche.

Ihr habt HIER und JETZT alle Rechte und Pflichten. Und an ein paar, global gesehen sehr wenigen, anderen Orten. Und selbst hier ist das alles nicht gänzlich außer Gefahr, oder? Eine Partei, für die eine Familie aus Vater, Mutter, Kind und Hund besteht, bekommt in Teilen des Landes mehr Stimmen als alle anderen. Und selbst wenn es ein Narrativ dieser von mir verachteten Partei wiederholt: Wir haben es hier in Deutschland in zunehmendem Maße auch mindestens mit einer Religion zu tun, in der Homosexualität eben wirklich noch geächtet ist und verfolgt wird.

Ich sähe weiterhin Grund genug für Demonstrationen. Für andere Menschen. An anderen Orten. Und für die Zukunft hier.

Was ist wirklich nicht weiß ist, ob die Gestaltung dieser Paraden diesem Ziel zuträglich ist. Oder ob man das mit etwas weniger Extremen besser erreichen könnte. Und ob es aber dann nicht schon bedenklich wäre, im vorauseilenden Gehorsam den Feinden der Freiheit gegenüber schön massentauglich aufzutreten.

Jede Demonstration, so hehr ihre Ziele sein mögen, läuft Gefahr, unterwandert zu werden. Einfach, weil Menschen am ehesten Interesse an ihren eigenen Zielen haben. Und sei es, anderen ihren nackten Arsch zu zeigen.

Zu "Milune": Die kann halt so gar nix. Hauptqualifikation scheint zu sein, dass sie lesbisch ist. Und da das nicht mehr reicht, um irgendwen zu interessieren, musste vulgär provoziert werden. Pussy, hihihi. Als Verantwortlicher dieser Kirche müsste ich lange nachdenken, ob ich ihr den Erfolg einer Anzeige gönnen würde.

dermax
15. Juli, 2026 12:42

Ich stelle mal provozierend in den Raum:
"trotzdem komme ich nicht in deine Wohnung und scheiße auf den Teppich"
Die Kirche hat jahrhundertelang genau das gemacht bzw ist das mit dem Teppich in dem Fall eine himmelschreiende Untertreibung, was auf das Konto dieses Vereins geht. Und bis heute finanziert jeder von uns die Kirche.
Da sollte "das nervt" das kleinere Übel sein.

dermax
15. Juli, 2026 13:38
Reply to  Torsten Dewi

Verdammt, stimmt…

17. Juli, 2026 12:45

it’s totally okay. deeper things are happening in the world as we speak. protect QUEER ART and not the Church. the church did many bad things in the past, including making people scared just to get money by them. cope with it