Bei einer Diät ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel das Ziel – was manchmal etwas ermüdend sein kann. Hungern und sporteln sind für mich keine Werte an und für sich. Ich will damit etwas erreichen. Und in Ruhe sterben kann ich erst, wenn das Ziel erreicht ist.

Das bedingt natürlich, dass ich mein Ziel kenne. Konkret: 90 Kilo und darunter. Konzeptionell: eine Gewöhnung an Sport und vernünftige Ernährung, um das auch zu halten. Sollte mein Interesse am Jogging anhalten, gerne auch mal ein Stadtlauf.

Es ist sehr symbolisch, dass Facebook heute dieses Foto von vor vier Jahren ausgegraben hat:

Damals hatte ich das konkrete Ziel erreicht – ungefähr 88 Kilo. Man sieht’s an der Hose.

Aber konzeptionell habe ich 2013 völlig daneben gelegen, habe schleichend meine alten Ernährungs-Unsitten wieder eingeführt und alle Pläne für Sport stickum fallen gelassen. Das Ziel ist eben nicht statisch und das Leben kann einem problemlos die Medaille wieder aberkennen. Ich habe zwei Jahre „gebraucht“, um über 15 Kilo zu zu nehmen.

Seit gut zwei Monaten mühe ich mich jetzt wieder, verlorenen Boden gut zu machen. Einer der Gründe war das letzte Weihnachtsfest. Da hatte mir meine Frau zwei sehr schöne Hemden geschenkt – die leider nicht passten. Ich hatte ja das Presswurst-Problem schon erwähnt. Britta war sehr traurig, auch weil sie fürchtete, ich würde die zu schmalen Hemden als Vorwurf interpretieren. Das Gegenteil der war der Fall: Ich habe sie in den Arm genommen und ihr versprochen, bis zum nächsten Heiligabend in die Hemden zu passen. Shrink to fit mal andersrum.

Letzte Woche nutzte ich den Amazon Prime Day, um mir die neue Levi’s 501 CT zu bestellen. Was ich vom neuen Schnitt gelesen hatte, sagte mir sehr zu. Eine 501 hatte ich zuletzt 1997 in Los Angeles gekauft. Ich beschloss, mich etwas zu motivieren, in dem ich die Hose statt in Bundweite 38 in Bundweite 36 bestellte. Ein weiteres Kleidungsstück zum „hinein schrumpfen“.

Gestern morgen kam die Jeans per Post und ich wollte sie gleich mal anprobieren, um zu sehen, wie lange ich noch brauchen würde, bis sie bequem sitzt. Und weil ich gerade dabei war, holte ich auch noch eins von den engen Hemden aus dem Kleiderschrank.

Das Ergebnis:

Das Hemd passt – lässig. Die Jeans sitzt eng, aber bequem – das ist ja auch der Sinn des neuen Schnitts. Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt wirklich noch nicht gerechnet.

Ich darf jetzt einfach mal stolz wie Bolle sein, oder?

Überrascht hat mich die Passform meiner Kleidung auch deshalb, weil mein Körper derzeit nicht massiv Gewicht abbaut wie bei der ersten Diät, sondern vor allem umschichtet. Die Waage zeigt gerade mal acht Kilo weniger an als vor drei Monaten – das ging 2012 erheblich schneller. Aber tatsächlich habe ich am Oberkörper deutlich Masse verloren, während sich die Muskulatur in den Beinen langsam aufbaut.

Bis zu den gewünschten 90 Kilo sind es noch sieben oder acht Kilo. Meine Eitelkeit wünscht sich eine finale Bundweite von 34, gerade weil ich durch den Sport nicht bloss dünner werden will, sondern auch etwas muskulöser. Schlanker, aber auch ein wenig straffer ist das neue Ziel.

Letzte Woche hatte ich mal einen Durchhänger, da fühlte ich mich vier Tage lang regelrecht komatös und kraftlos. Das ist überwunden. Ich merke, dass ich im Alltag durchaus mehr Energie und Antrieb besitze. Bei Reportagen und auf Treppen bin ich nicht so schnell aus der Puste, generell kostet mich Bewegung weniger Überwindung.

Natürlich muss ich aufpassen. Wo ein Weg ist, sind auch Hindernisse. In den letzten Tagen hatte ich (besonders beim Autofahren) immer mal wieder Schmerzen an der rechten Ferse und im Knie. Meine Gelenke entwickeln sich halt nicht so schnell wie mein Ehrgeiz. Am Donnerstag fahre ich beruflich für acht Tage an die dänische Grenze – da muss ich Ernährung UND Sport in unbekannter Umgebung einbinden. Traditionell habe ich auf Reportagereise immer extrem umgesund gelebt. Und zwei Wochen nach der Rückkehr geht es nach Ibiza – auch dort kann und will ich mit dem Programm nicht aussetzen. Die LvA hat mir schon ein paar Laufstrecken auf den Balearen rausgesucht. Aber wer will schon laufen, wenn er in der Sonne am Pool liegen kann?!

Es bleibt also spannend.



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