Go Goa GoneIndien 2013. Regie: Krishna Dk, Raj Nidimoru. Darsteller: Saif Ali Khan, Kunal Khemu, Vir Das, Anand Tiwari, Puja Gupta

Offizielle Synopsis: Freundin weg. Job weg. Geld haben sie sowieso noch nie gehabt. In dieser ausweglosen Situation gibt es für die Kiffer-Kumpel Hardik und Luv nur eines: Paaaarrrrrtttttyyyyy!!!!! Am besten auf einer abgeschiedenen Tropeninsel mit vielen süßen Babes, bunten Pillen, der Russenmafia – und Zombies. Wir haben es ja schon immer gewusst: Techno + Drogen = Hirntote. Jetzt kommen auch noch Untote dazu.

Kritik: „Erkan & Stefan gegen die Untoten“ – ungefähr das haben sich die Inder als Maßstab genommen, um gänzlich untypisch für die lokale Filmindustrie mal einen Fun-Gruselfilm ohne jeglichen Liebeskitsch zu drehen. Dem Vernehmen nach war der Streifen 2013 in Indien ein absoluter Renner im Kino. Ich rechne das aber eher mal der Tatsache an, dass „Go Goa Gone“ Neuland ist und viele Besucher nicht nur wegen des Genres, sondern auch wegen der fast schon provokanten Preisung von Hasch, Alkohol und Spontansex gelockt hat. Wobei Spontansex sich natürlich in Ankündigungen und Nacherzählungen erschöpft – tatsächlich zu sehen gibt es nix.

Subtrahiert man die Tatsache, dass es sich um einen für Indien sehr ungewöhnlichen Film handelt, stolpert man schnell darüber, dass „Go Goa Gone“ für den Rest der Welt eine Ansammlung sattsam bekannter Klischees darstellt. Freunde reisen zum Rave, eine Zombie-Epidemie bricht aus, den Rest der Laufzeit verbringt man kreischend und rennend. Die Regisseure haben dem Muster absolut nichts hinzu zu fügen.

Die Zombie sind von der langsam schlurfenden Sorte, das bisschen CGI-Splatter fast schon kindergartentauglich und der Bodycount bei den Protagonisten pendelt sich bei 0 ein – man will ja niemandem den Spaß verderben. Horror lite.

Ist „Go Goa Gone“ dann wenigstens lustig? Sagen wir mal so – er hält sich wacker auf halber Strecke zwischen „Shaun of the Dead“ und „Blubberella“. Ich musste nur einmal wirklich grinsen, als einer unserer Helden sich fragt, wo die Zombies herkommen, und sein Kumpel im Brustton der Überzeugung ausruft „Globalisierung!“.

mitteFazit: „Die drei Stooges“ treffen „House of the Dead“ in einem knallbunten, albernen, aber letztlich doch sehr soften Grundkurs in Sachen Bollywood-Zombiefilm. Echter Horror bleibt uns erspart, aber auch die typischen Gesangs- und Tanzszenen.

P.S.: Drollig ist, dass der Fokus auf das Kiffen der Protagonisten bedingt, dass vor Filmstart in vier verschiedenen Clips vor den Gefahren des Rauchens gewarnt werden muss. Da verstehen die vom Subkontinent keinen Spass!



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Marcus
Marcus

Um es mit den Protagonisten zu sagen: What do we know, what have we learned?

Dass die Inder die einschlägigen Zombie-Comedies, die seit Jahren auf dem FFF laufen, gesehen haben, und einigermaßen kompetent nachbauen können.

Dass es so gut wie keinen Kulturschock hier gibt: dass es diesmal Inder sind, daraus macht der Film fast nichts.

Dass es nicht nur MAKKHI ist: Inder scheinen tatsächlich auch unter sich wahllos zwischen Hindi und Englisch zu wechseln, wenn sie reden.

Dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist. 😉

Für zwischendurch ist das durchaus unterhaltsam, aber ich hatte, verwöhnt von MAKKHI, mehr Wahnwitz erwartet. 6/10.

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