Ronald M. Hahn ist deutsches SF-Urgestein – wer das nicht weiß, kann es in der Wikipedia nachlesen. Hahn, Jansen, Alpers, Jeschke: als Nerd in den 70er und 80er Jahren war man mit den Namen genau so vertraut wie heute mit Whedon, Cameron und Eschbach. Bevor es das Internet gab, bevor Science Fiction-Filme 200 Millionen Dollar kosten durften, brachten sie uns die Unendlichkeit zwischen zwei Buchdeckeln nach Hause. Für mich waren besonders die Filmlexika, an denen Hahn mitarbeitete, unersetzlich. Andere deutsche Sekundärliteratur über Genrestreifen gab es damals kaum. Noch heute weiß ich zu vielen Filmen die pointierten Bewertungen, versuche immer noch einige Heuler zu finden, die das Autorenteam damals kunstvoll (wenn auch nicht immer fair – und schon gar nicht fehlerfrei) auseinander nahm.

Ich freute mich demnach ungemein, als Hahn hier in meinem Blog mal einen Kommentar abgab. Das brachte mich in Besitz seiner Email-Adresse und auf die Idee, ihn um ein Interview zu bitten, das meine über die Jahre gesammelten Fragen beantworten würde. Tatsächlich erklärte er sich dazu bereit und kurz darauf schickte ich ihm einen Batzen an Fragen.

Dann passierte nichts.

Nach ein paar Wochen fragte ich vorsichtig an, ob und wann ich mit den Antworten rechnen könne. Die Replik war knapp und klang gereizt: Er habe absolut keine Zeit, sich damit zu befassen. Überrascht und nicht wenig indigniert gab ich zurück, dass er doch dem Interview zugestimmt habe – und Zeit kein Faktor sei. Er könne sich von mir aus auch drei Monate Zeit lassen, um die halbe Stunde zu investieren. Hahn lenkte ein: Okay, das werde er wohl irgendwie schaffen.

Dann passierte nichts.

Monate vergingen, Jahreszeiten, und aus 2010 wurde 2011. Der Hahn krähte nicht. Ich schrieb noch einmal eine Email, ob ich jede Hoffnung nun ad acta legen müsse – es kam nicht einmal eine Antwort.

Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass ich Ronald M. Hahn meine Fragen geschickt habe und ich muss wohl davon ausgehen, dass dieses Interview nicht mehr zustande kommt. Das hindert mich aber nicht, an dieser Stelle zumindest die Fragen zu veröffentlichen, die ich Hahn gestellt habe.

Und Herr Hahn, falls Sie das hier lesen: Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen.

Nun aber ran an den Speck:

Herr Hahn, Sie sind in den 70ern in die SF-Branche als Autor und Editor eingestiegen, die damals noch eine Nische war, aber eine durchaus gesunde. Sie haben geschrieben, übersetzt, Anthologien zusammen gestellt, als Agent gearbeitet. Wäre so ein Berufsweg heute noch möglich?

Es gab eine Clique von Leuten, die praktisch im Alleingang für die deutsche SF „zuständig“ war, darunter Sie, Jeschke und Alpers. Wie gut kannte man sich untereinander, wie gut musste man sich kennen, um dabei zu sein?

War der kommerzielle Druck in den 70er/80er Jahren geringer? Wie konkret war das Feedback zu Verkaufszahlen und Einnahmen?

Wie viel redaktionelle Freiheit hatten Sie z.B. bei den Anthologien? Wer verhandelte die Rechte?

Wie sehen Sie die Entwicklung der SF zum Blockbuster-Genre durch „Star Wars“, „Matrix“, und „Avatar“? Geht da die „echte“ SF zugunsten des Spektakels verloren?

Sie haben eine recht typische Karriere über den Fan zum Editor und Heftchenautor, und vom Heftchenautor zum Romanschreiber gemacht. Haben Sie das Gefühl gehabt, aufgrund der Vorurteile gegenüber der Science Fiction an ein „Glasdach“ zu stoßen, dass Ihnen der Einstieg in die „anerkannte“ Literatur versagt blieb? Oder war das nie ihr Ziel?

Beneiden Sie mitunter Autoren wie Eschbach und Schätzing, denen es gelungen ist, mit ihren Büchern in den Mainstream zu schwimmen?

Sie haben auch eine ganze Menge Sekundärliteratur verfasst, über Donald Duck und Alfred Hitchcock, Perry Rhodan und Star Trek. Wie geht man das an? Hat man zuerst die Idee, und recherchiert dann nach, oder hat man einfach eine unglaubliche Menge an Material und fragt sich: „Was könnte ich daraus machen?“

Die meisten meiner älteren Leser werden Sie als Autor der diversen Filmlexika aus den 80er Jahren zum Thema Science Fiction, Horror, Fantasy, etc. kennen. Damals gab es ja für Fans in Deutschland praktisch keine anderen Quellen. Wie kamen diese Bücher zustande?

Warum erschienen die Lexika bei verschiedenen Verlagen?

Wer trug die Informationen für die Bücher zusammen? Wie kam man an die Credits (Stab, Laufzeit, etc.)? Wie kam man in der Prä-Video-Ära überhaupt an Filme?

So nostalgisch viele Fans (ich inklusive) angesichts der Lexika sind – man muss festhalten, dass sie oft sehr fehlerhaft sind. So wird „Buck Rogers“ bis heute als „Pilotfilm einer nicht realisierten TV-Serie“ geführt, obwohl die immerhin 37teilige Serie mehrfach auf RTL lief und auf DVD erhältlich ist. Warum wurde bei den Neuauflagen nie versucht, wenigstens die gröbsten Schnitzer zu bereinigen? Gerade das Internet erleichtert doch die Überprüfung von Stab und Verleih.

In den späteren erweiterten Auflagen der Lexika (insbesondere SF-Film) wurden die Kritiken (externe wie eigene) immer kürzer, oftmals fehlten sie ganz. Ging die Lust verloren? Oder fehlte schlicht der Platz?

Besonders das SF-Lexikon zeichnet sich durch eine Liebe zum „Klassiker“ aus, und verreißt mitunter böse ein paar „moderne“ Filme, die heute selber Klassiker sind, z.B. „Star Wars“. Auch gegen „The Last Starfighter“ wird geschossen, weil Videospiele angeblich „die Wermutbrüder von morgen“ heranziehen. Kommt man sich im Nachhinein manchmal zu streng vor? Möchte man manche Kritik rückblickend relativieren?

Sie haben auch am Buch „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ mitgearbeitet, das in meinen Augen deutlich kontroverser ist als „Kino, wie es keiner mag“, weil hier oft auf Filme eingetreten wird, die schlicht und ergreifend als B-Movies mit ihren begrenzten Möglichkeiten hadern. Haben Sie kein Herz für Trashfilme? Sollte man gerade als Genre-Fan nicht ein wenig mehr Ironie mitbringen?

Halten Sie solche Lexika in den Zeiten des Internets noch für notwendig und/oder sinnvoll?

In einem Interview mit meinem Freund Florian Breitsameter erzählten sie 2000, warum sie das legendäre Fanzine „Science Fiction Times“ 1997 doch nicht wieder auferstehen ließen. 2002 wurden Sie allerdings Herausgeber von „Nova“ – was hatte sich in der Zwischenzeit verändert?

Wie sehen Sie das Internet und die globale Infogesellschaft – zerfasert die Kultur? Übernehmen Blogs die Aufgaben von Fanzines? Ersetzt die Diskussion im Forum die Diskussion in der Kneipe?

SF gilt immer als Vordenker-Literatur, patzt aber erschreckend oft, wenn es auch nur darum geht, ein paar Jahre in die Zukunft zu blicken. So versprechen Autoren permanent Roboter und Aliens, verschlafen aber AIDS und Internet. Muss die Zunft sich vorwerfen lassen, den „Science“-Teil des Begriffes „Science Fiction“ zu vernachlässigen?

Ihre Romanreihe „T.N.T. Smith“ ist nach 12 Bänden ausgelaufen. Wenn Sie auf die gesamte Geschichte zurückblicken – sind Sie zufrieden?

Unter uns: Kann man mit einer Cover-Artwork, wie sie die „Smith“-Romane zierte, glücklich sein?

Sie schreiben mittlerweile fest für „Maddrax“ bei Bastei. Wie eng ist die Abstimmung mit der Redaktion und den anderen Autoren, was die Storylines angeht?

….

Sie haben in den 70ern schon Heftchen geschrieben, heute auch wieder – ein logischer Kreis, der sich schließt, oder sind die Zeiten für Romanautoren deutlich härter geworden?

Macht es noch Sinn, eigene Konzepte für Romanserien zu entwickeln, oder ist es ein Genre, das im Untergang begriffen ist?

Was sind Ihre aktuellen Projekte? Was würde Sie reizen?

Wie sehen Sie den aktuellen Zustand der deutschen SF – wird das Potential der Autoren jemals in nennenswerter kommerzieller Anerkennung münden?

Herr Hahn, vielen Dank für das Gespräch.



avatar
68 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
22 Comment authors
Howie MunsonJulianDMJPeroyGregor Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
XXX

Die Antworten auf diese Fragen hätten mich auch interessiert.

Anderl

Der letzte Satz ist aber böse… 🙂

milan8888
milan8888

Vorlander hatte wohl Recht: in der Branche bist du durch, niemand wird mehr mit dir arbeiten wollen 😉

Dietmar
Dietmar

Schlecht Fragen: Damit müsste man sich ja richtig auseinandersetzen! Und wenn man keine Zeit hat, dann geht das eben nicht …

Dietmar
Dietmar

Im Ernst: Vielleicht berühren die Fragen bei ihm ja schmerzhafte Stellen. Etwa: „Sie haben in den 70ern schon Heftchen geschrieben, heute auch wieder – ein logischer Kreis, der sich schließt, oder sind die Zeiten für Romanautoren deutlich härter geworden?“

Kritischer Journalismus? Tststs …

Burner
Burner

@ #6 und #7:
Ich vermute, es ist eine Mischung aus beidem. Mit solchen Fragen müßte man sich in der Tat richtig auseinandersetzen. Aber Herr Hahn kannte diesen Blog, und hätte von daher um die hohen Ansprüche des Machers wissen müssen, für den eine einfache Absage bzgl. eines Interviews sicherlich ok gewesen wäre. Aber erst zusagen, dann auf Nachfrage gereizt reagieren, wiederum zusagen und dem dann nichts mehr folgen lassen… Das macht die Sache unschön. Schade.

Baumi
Baumi

Ich könnte mir schon vorstellen, dass das (IMHO ebenso berechtigte wie unterhaltsame) Vorlander-Schlachtfest und die Selbstdemontage des Herrn Kammermeier bei einigen Leuten die Hemmschwelle höher gesetzt haben, sich dem Publikum hier zu stellen.
Nicht etwa, weil diese Dinge des Wortvogels Reputation geschadet hätten, sondern eher im Gegenteil: Unter den hier Mitlesenden tummeln sich einfach so viele Leute vom Fach, dass man kaum eine Chance hat, Unangenehmes zu beschönigen, und mit teils sehr kritischen Nachfragen rechnen muss. Das mag sich vielleicht nicht jeder antun. (Helmut Kohl wusste ja damals auch, wieso er sich nicht vom Spiegel interviewen lassen wollte.)

Ist natürlich Kaffeesatzleserei – kann genausogut sein, dass er einfach keine Zeit oder keinen Bock hatte.

Thomas Thiemeyer

Gute Fragen. Ein Interview, wie man es sich als Autor wünscht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum man so eine Gelegenheit ausschlägt, tippe aber auf private Probleme. Professionell ist so etwas jedenfalls nicht.
Schade. Mich hätten die Antworten interessiert.

doc knobel
doc knobel

Sehr schade, gerade weil ich seit den 80er Jahren den Heftroman-Sektor verfolge und die Beantwortung einiger dieser Fragen wirklich brennend interessant gewesen wäre. Sehr schade.

@Torsten: Wie wäre es alternativ mit einem Interview mit „Monster bzw. Mad Mike“ Michael Schönenbröcher? Der ist ja mittlerweile auch schon ewig dabei und ist – Stand meines Wissens – ein netter und auskunfstfreudiger Geselle.

Mencken
Mencken

Ist das zufällig der Ronald Hahn, der seinerzeit das „Lexikon des Horrorfilms“ (in dem alles, was expliziter als die frühen Hammer Werke war gleich als „perverse Blutorgie (mit faschistischen/menschenverachtenden/… Tendenzen) verurteilt wurde?
Falls ja, könnte ich mir die Zurückhaltung auch erklären, da ist ja selbst der katholische Filmdienst deutlich aufgeschlossener und liberaler gewesen.

G

Schade, als jemand der „Maddrax“ gerne liest, hätten mich die Antworten schon interessiert. Ich tippe mal darauf, dass dem Herrn die Fragen zu kritisch waren.
@Mencken: Laut Wikipedia ist er es. Seine Bücher kann man – bis auf Maddrax – ehrlicherweise ohnehin nur als die Art von Büchern bezeichnen, die man auf der Toilette deponiert, damit man beim K… was zu lesen hat, so zuverlässig sind die von ihm verbreiteten „Infos“ zu den FIlmen.

G

@Wortvogel: Ok, ich meinte auch nur die neueren Auflagen seiner Bücher. Da finde ich es nicht nur enttäuschend, dass die alten Fehler drin gelassen wurden, sondern schon ziemlich fahrlässig. Die Erstauflagen hab ich damit gar nicht gemeint.

XXX

Bücher wie das Horrorfilmlexikon waren aber durchaus auch ein Ärgernis. So schön es war, mal einen Überblick über das Genre und seine Filme zu erhalten, so unsäglichwar es, quasi gleich als irrer Axtmörder in spe abgetan zu werden, wenn man sich ,für Horrorfilme interessiert, die etwas deftiger sind. Aus heutiger Sicht hat das Ding wenigstens Unterhaltungswert, wenn man sich die Kritiken zu Gemüte führt. Eine kleine Auswahl davon gibt es hier: http://www.six-shooter.de/2009/10/wichtelhirne-kotztuten-und-milliarden-fliegen/

G

Ein weiteres Problem ist es, dass Hahn und Co offenbar nicht verstanden haben, was ein Lexikon ist. Da haben Bewertungen in meinen Augen nichts verloren und schon gar keine, die so sind, wie XXX sie beschreibt.

Blackadder

Vielleicht war es einfach jemand, der sich als Ronald M. Hahn ausgegeben hat, und dem diese Nummer dann zu groß wurde? Ich kann mich auch schnell „ronald.m.hahn.2010@web.de“ registrieren und hier posten…

XXX

Giesen ist auch einer von den Ewiggestrigen.

G

@Wortvogel: Warum sollte man das Buch dann Lexikon nennen? Da könnte man doch genauso gut „1000 Horrorfilme, die man gesehen haben muss“ draufschreiben, oder?

XXX

@G

Die Filmlexika, die mir so bekannt sind, haben alle auch Wertungen.

G

@XXX: Ja, aber wahrscheinlich keine, die so aus der Luft gegriffen sind, wie die vom Hahn sag ich mal.

XXX

Vor allem hab ich nirgendwo anders gesehen, dass die Leser attackiert werden.

G

Eben. Von daher ist es für mich nur legitim, wenn ich seine Bücher auf gut wienerisch „Häuslliteratur“ nenne.

Peroy
Peroy

Welcher von den Eumeln hat nochmal gesagt dass David Cronenberg aussieht wie Josef Goebbels, Hahn oder Jansen ?

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Na ja, ganz bestreiten kann man das ja nicht ;-)“

Das ist trotzdem unhöflich, Glatze McNazikopf…

XXX

„Welcher von den Eumeln hat nochmal gesagt dass David Cronenberg aussieht wie Josef Goebbels, Hahn oder Jansen ?“

Giesen. Und er verglich Cronenberg mit Himmler.

„Generell haben die Jungs ja gerne für ihre Kritiken auf fremde Expertisen zurück gegriffen.“

Das Problem waren die eigenverbrochenen Kritiken des Duos.

XXX

Wenn man Kritiken aus dem Katholischen Filmdienst nimmt, dann ist natürlich klar, was kommt. Ohne mir jetzt die Mühe zu machen, die Bücher durchzufieseln, glaube ich aber schon, dass die Fremdkritiken etwas weniger „blumig“ ausgefallen sind.

G

Irgendwie denke ich mir, dass Hahn vor allem deshalb das Interview verweigert hat, weil er die (nicht ganz unbegründete) Angst hatte, dass jeder Fehler in seinen Büchern hier von der Userschaft genauestens seziert worden wäre. Ist doch denkbar, oder?

XXX

Da er’s aber nicht alleine geschrieben hat, könnten ja Fehler von seinen Kompagnons begangen worden sein 😉

G

@Wortvogel: Sollte er schon. Die Frage ist, ob er das auch tut.

G

@Wortvogel: Das mag sein. Ich glaube auch nicht, dass Hahn (wenn dies denn sein Beweggrund war) vor deinen Fragen, sondern vielmehr vor der Userschaft hier den Schwanz eingezogen hat.

Dr. Acula

@G
Mag schon sein, aber mit der Bereitschaft zu ’nem Interview geht man ja keine Verpflichtung ein, Kommentare zu lesen und ggf. zu beantworten.

G

@Dr: Acula: Klar. Ist ohnehin alles nur Spekulation, obwohl ich mir keinen anderen Grund vorstellen kann (man liest die Kommentare in so nem Fall denke ich schon aus reiner Neugier mit).

G

@Wortvogel: Was wäre, wenn er hier erst reingelesen hat, NACHDEM er dem Interview seine Zustimmung gegeben hat? Und dass er seine Fehler in späteren Auflagen nicht korrigiert hat, zeugt zwar nicht unbedingt von Uneinsichtigkeit, sehr wohl aber von Faulheit, sich näher mit der Materie auseinander zu setzen (Wieso er dann das Interview ursprünglich wohl machen wollte, ist mir schleierhaft).

G

@Wortvogel: Ich frage mich halt, wieso ein Autor wie Hahn so – wie du sagst – herumeiert und offenbar nicht kapiert, dass er hier hervorragend die Werbetrommel für seine Veröffentlichungen schlagen könnte. Da fällt mir nur ein, dass es nicht am Interview an sich, sonder an etwas liegen muss, was nur indirekt damit zusammenhängt. Und da fällt mir nun einmal nur die Userschaft hier ein (bitte nicht falsch verstehen: Das spricht für mich FÜR das große Fachwissen einiger Leute hier und nicht gegen sie!!)

doc knobel
doc knobel

@wortvogel:
„Mit Monster-Mike hatte ich schon zu tun, der ist in der Tat sehr nett. Aber es geht mir eben auch vorrangig um Themen, mit denen er weniger zu tun hat (die Filmlexika, die “Troika” der SF-Experten der 70er).“

Ich fürchte, ich habe mich etwas unklar ausgedrückt. Ich wollte Schönenbröcher nun nicht als Hahn-Ersatz hochjubeln, weil ich mir schon dachte, dass es dir auch und besonders um Themen geht, mit denn er nichts zu tun hatte.
Wenn es nun aber mit Hahn – aus welchen Gründen auch immer – nicht klappt, und sich zu meiner Überraschung hier einige Heftromanleser tummeln, wäre ein Interview mit ihm doch für sich alleinstehend betrachtet sehr nett. Und da Mike ja schon ewig dabei ist, böten sich ja zahlreiche Fragen. Also kein“ statt Hahn eben Schönenbröcher“, sondern eher ein „trotzdem Schönenbröcher“, wenn du so magst. Solltest du das in Erwägung ziehen, vergesse die extrem gute Reihe „Vampira“ nicht, die war klasse. 🙂

Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr reizt mich das. Also flott, flott! Sonst hole ich Mike zu uns. 😉 Würde hier aber mehr Sinn machen, von daher…
War auch nur so ein Gedanke, dass es vielleicht durchaus für die Klientel hier interessant sein könnte.

doc knobel
doc knobel

Ich bin da auch nicht mehr wirklich drin, bin auch bei „Maddrax“ raus. Zudem haben wir da keine Kommentarfunktion bei uns, was ich bei so einem Interview durchaus als Nachteil empfände. Hm, mal schauen. Aber den Gedanken werde ich jetzt eh´ nicht mehr los. 😉

Callibso
Callibso
doc knobel
doc knobel

Oha, danke für den Tipp. Für mich jetzt nicht sooo wichtig, da ich die Serie komplett hier habe (Die Bücher interessierten mich jedoch nicht), aber falls es da zu einer Fortsetzung kommen sollte … why not?

DMJ

Wirklich schade, dass das Interview nicht zustande gekommen ist. – Bei all den wütenden Stunden, die mir Giesen, Hahn und Jansen schon bereitet haben, habe ich ihre Bücher doch im Schrank stehen und erinnere mich an Zeiten, an denen es wenig anderes gab.

Wertungen an sich finde ich in Filmlexika auch vollkommen in Ordnung und wenn es entsprechend aufgemacht ist, durchaus auch subjektive. Aber der aggressiv-beleidigende Stil, mit dem bis heute ja gern kanonisch anerkannte Filme als simple Fascho-Wichsvorlagen für Zurückgebliebene beschimpft werden (ohne, dass auf andere Ansichten eingegangen wird), disqualifizieren sie natürlich dennoch.

Schade auch, dass es mangels Vogel’schem Fachwissen (auch ich bin da schon länger raus) kein Schönenbröcher-Interview geben wird. Der Typ war früher (wegen „Dämonenland“) mein Held und auf der Leserpostseite von „Vampira“ wurde sogar mein erster Comic veröffentlicht.

SF-Fan

2000 gab Ronald M. Hahn guten Bekannten noch Interviews: http://www.sf-fan.de/rezensionen/interview-mit-ronald-m-hahn-2000.html

fandomobserver

Aktuell müßte man das Interview noch um die Frage ergänzen, warum es eigentlich nötig war, einen Titel im unitall-Verlag zu veröffentlichen. Auch darauf hat es nie eine substantielle Antwort gegeben.

trackback

[…] Torsten Dewi interviewt Ronald M. Hahn … […]

Mencken
Mencken

Besten Dank, sehr interessanter Link, der auch Hahns „eigenwillige“ Ansichten im Horrorfilmlexikon (Rest kenne ich nicht) in ganz neuem Licht erscheinen lässt.

Peroy
Peroy

„Stellt eure Fragen zusammen, ich frage bei Monster-Mike an, und dann bringen wir das Ergebnis hier.“

Okay, da hab‘ ich was…

Frag‘ ihn mal, ob er wirklich hinter dem Lobgehudel steht, mit dem er früher so manches Dämonenland-Heftchen dem Leser schmackhaft gemacht hat oder ob da nicht aus der Not geflunkert wurde. Zugegebenermaßen waren da welche dabei, die durchaus ordentlich gewesen sind und die man lesen konnte (schöne Sachen von Walker z.B.), aber ich erinnere mich da auch an himmelschreienden Schlunz, der im Vorwort jedoch angepriesen wurde wie geschnitten Brot. Da gab’s mal so ein Heft mit ’ner Werwolf-Geschichte, Name und Autor hab‘ ich vergessen… ich glaube #44, aber nagel mich nicht drauf fest… uiuiui, war das ein Gullymurks… 😉

XXX

Das war doch die Crux der Serie. Wenn man die besten Horrorheftromane aller Zeiten bringen will, nimmt die Qualität automatisch immer mehr ab, je höher die Nummern werden.

Peroy
Peroy

Es war aber keine stete qualitative Talfahrt, sondern ein munteres auf und ab…

Darum geht es mir aber auch gar nicht, ich will nur wissen, ob ihm bewusst war, dass da nicht alles Gold gewesen ist… 😉

DMJ

Das ist wirklich eine gute Frage und sollte Ansporn genug sein, noch mehr zusammen zu tragen (ich muss gestehen, dass mir bislang selbst keine eingefallen ist…ich wäre wohl ein mieser Interviewer).
Weil die Qualitätsspanne im DL war ja wirklich äußerst breit – von den beiden Alphonse Brutsche-Stories, die nun wirklich zum besten Horror gehören, den ich je gelesen habe, bis hin zu witz- und bisslosen Mischdingern aus Lovecraft und Jason Dark (mein Lowlight war Nr.42 „Der Fluch des Hauses Geston“). Besonders loben möchte ich auch, dass einmal ja sogar das Manuskript eines Amateurs (oder?) gebracht wurde – Nr. 145 „Im Zeichen des Wolfs“ – und meines Erachtens vollkommen zurecht.

Das wäre vielleicht noch eine zweite Frage: Angenommen, DL wäre bis heute weiter gelaufen, hätte er dann vermehrt nach solchem Nachwuchszeug Ausschau gehalten, oder immer weiter die alten Reihen abgegrast, bis der an sich hohe Qualitätsschnitt notgedrungen gesunken wäre?

Gregor

„von den beiden Alphonse Brutsche-Stories, die nun wirklich zum besten Horror gehören, den ich je gelesen habe“

Kannst du da mal nähere Angaben machen?

Peroy
Peroy

Hey, es war wirklich #44 !

http://www.gruselromane.de/daemonen-land/index.htm

Ha, mein Gehirn… 8)

DMJ

@Gregor:
Das waren die Nummern 66 „Totentanz“ und 123 „Tödliche Kälte“, beides stiller, melancholisch angehauchter Grusel (an sich ja nicht so mein Ding) einmal um jemanden, der seine tote Frau wiedererwecken will, doch nur eine seelenlose Hülle bekommt und der zweite um jemanden, der an einer Raststätte seine Familie aus den Augen verliert und versucht, nach Hause zu kommen, aber alles um ihn herum verändert und verwirrt sich ständig.

Besonders in ersterem (dem besseren der beiden – der zweite leidet zudem an dem inzwischen inflationär verbrauchten Schlusstwist) ist die Stimmung unbeschreiblich dicht und drückend, man fühlt wirklich mit den Protagonisten und das direkte Übernatürliche ist dann nur noch die letzte Steigerung einer vorher schon unerträglichen Welt.

Howie Munson
Howie Munson

*********SPOILER*********

um jemanden, der seine tote Frau wiedererwecken will, doch nur eine seelenlose Hülle bekommt

klingt nach Friedhof der Kuscheltiere* in kurz…

*********SPOILER*********
(ich verrat zwar nicht wirklich was und Film und Buch sind schon länger volljährig, aber schaden kann die Warnung ja nicht…)
*=Buchende ist ja offen, Filmende legt sich auf Interpretation fest.

Peroy
Peroy

„Tödliche Kälte“ hab‘ ich auch gelesen, fand ich nicht so prall…

DMJ

@Howie:
Eigentlich passiert das beschriebene schon gegen Mitte des Romans, aber besser eine Spoiler-Warnung zuviel, als eine zu wenig. 😉

Darum:

SPOILER

Anders als bei King ist hier besonders, dass die Untoten (es werden später mehr) nicht böse, sondern eben nur leer sind. Es geht keine Bedrohung von ihnen aus, nur frustriert und deprimiert es Held und Leser noch mehr, wenn sie lethargisch durchs Leben schleichen.

@Peroy:
Zugegeben, gegen „Totentanz“ fiel die „Kälte“ schon ziemlich ab und kam halt nicht zu irgendeinem Punkt, aber ich fand es doch ebenfalls ungeheuer stark und eindrucksvoll geschrieben.

Julian

Aaaah, ich habe vor zwei, drei Jahren nochmal „Das Raumschiff der Kinder“ herausgekramt, um es dem Nachwuchs hier in der Umgebung nahebringen zu können. Hab sogar die beiden Sammelbände auf eBay ergattern können. Und natürlich habe ich sie selbst nochmal gelesen und habe dabei meine frühesten Science Fiction-Berührungen nacherlebt. Super!

Dass er kein Interview geben mag, ist m.E. recht offensichtlich, warum auch immer. Schade, ich hätte es auch gern gelesen.

Howie Munson
Howie Munson

******SPOILER********

@DMJ: naja im Buch hofft ja der Mann darauf das es das eine mal doch gut geht und das Ende bleibt offen, nur der Film legt sich auch in dem Fall auf das naheliegende fest.

Aber unböse untote klingt dann doch eher nach eigenen Ideen, von daher bin ich dem unbekannten Werk nun positiver eingestellt.