THE LOOKOUT (USA 2007, ca 98 min, englische OV)

REGIE: Scott Frank
DARSTELLER: Joseph Gordon-Levitt, Jeff Daniels, Isla Fisher, Matthew Goode, Carla Gugino, Bruce McGill, Alberta Watson
DREHBUCH Scott Frank

LookoutStory: Chris war mal ein echter „Player“ an seiner Schule – bis er einen Unfall baute, der zwei seiner Freunde das Leben und seiner Freundin das Bein kostete. Er selbst hat seither massive Probleme mit dem Gedächtnis, und lebt lethargisch vor sich hin. Abends schrubbt er die Fußböden einer kleinen Bank in der Provinz. Genau das wollen ein paar Gangster ausnutzen, denn zur Ernte liegen dort im Tresorraum beträchtliche Summen. Chris läßt sich in das schmutzige Spiel hinein ziehen – aber gerade durch die ihm übertragene Verantwortung gewinnt er das Selbstvertrauen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Kritik: Ein gebrochener Charakter, der durch eine illegale Tat seine persönliche Erlösung findet – ein klassisches „film noir“ Thema wird in „The Lookout“ perfekt und sauber durchexerziert. Langsam, ohne unnötiges Brimborium, und mit schauspielerischen Bestleistungen bis in die Nebenrollen zeigt Scott Franks Krimidrama das amerikanische Erzählkino in Bestform.

Natürlich werden die Kritiker die Leistung von Gordon-Levitt herausstreichen – einem Darsteller, der jahrelang in der Sitcom „Hinter dem Mond gleich links“ herum alberte, und letztes Jahr mit dem Highschool-Film Noir „Brick“ wieder spektakulär auf sich aufmerksam machte. Und ja, Gordon-Levitt ist nicht weniger als sensationell. Aber dabei darf man Jeff Daniels ebenso wenig unter den Teppich kehren wie Matthew Goode, der seinem Bösewicht Gary eine extrem sympathische Seite gibt, die Chris mit Leichtigkeit verführt.

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Überhaupt liegt die Brillanz des Drehbuchs nicht nur im sauber durchdachten Plot, sondern vor allem in der Sorgfalt bei der Ausarbeitung der Charaktere. Hier wird auf alle Klischees verzichtet, wenn z.B. Chris’ reicher Vater mitnichten der herzlose Bastard ist, den 99 Prozent aller anderen Autoren aus ihm gemacht hätten.

„The Lookout“ ist kein schneller Film, und auch nicht fehlerfrei: Am Anfang dauert es einen Tacken zu lange, bis wir wirklich wissen, was vor sich geht, und in der einzigen wirklichen Action-Szene des Film scheint der Regisseur auf eine billige Videokamera aus dem Kaufhaus zurückgegriffen zu haben, was einen visuellen Stilbruch zur Folge hat, der auffällig schmerzt. Aber wenn man sich auf die Figuren und den Plot einläßt (und das macht einem „The Lookout“ wirklich einfach), dann wird man mit einer echten Perle belohnt.

http://www.youtube.com/watch?v=RFKRYBgjaYE

Die Tatsache, dass man auf dem FFF Filme wie "The Lookout" und "The Signal" an einem Abend hintereinander sehen kann, ist die beste Existenzberechtigung solcher Festivals.

Es ist bezeichnend, dass auch beim harten und verwöhnten FFF-Publikum „The Lookout“ für Begeisterungsstürme sorgte.

Dringlichkeit: Lohnt sich für einen exzellenten DVD-Abend

Positiv:
Darsteller, Story, Umsetzung

Negativ:
Sehr langsamer Einstieg, schwache Action-Sequenz

5belas1.jpgHört nicht auf mich:
“The LOOKOUT is a writer’s thriller. True, it’s cleanly and efficiently directed, and it showcases some crackerjack acting, but the reason it’s a real pleasure to watch is that a writer’s sensibility is the foundation everything is built on.” – LA Times



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[…] beeindruckt, der hier endgültig den “geek look” ablegt und sich massiv für weitere Hauptrollen […]

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[…] Hunter ♦ The Abandoned ♦ The Deaths of Ian Stone ♥ The Ferryman ♦ The Gravedancers ♥ The Lookout ♣ The Messengers ♥ The Signal […]