30
Jul 2007

Fantasy Filmfest 2007: The Abandoned

Themen: Fantasy Filmf. 07, Film, TV & Presse, Neues |

THE ABANDONED (Spanien 2006, 90 min, englische OV)

REGIE: Nacho Cerda
DARSTELLER: Anastasia Hille, Karel Roden, Valentin Ganev, Paraskeva Djukelova
DREHBUCH: Nacho Cerdà, Karim Hussain, Richard Stanley
PRODUZENTEN: Carlos Fernández, Julio Fernández

The AbandonedStory:
Die 41jährige Filmproduzentin Marie reist nach Russland, um endlich das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften (als Baby wurde sie in der Pampa ausgesetzt, und später adoptiert). Sie findet heraus, dass ihrer leiblichen Familie ein seit 40 Jahren verlassenes Haus gehörte, welches nun in ihre Besitz übergeht. Das Haus liegt scheinbar am Ende der Welt, auf allen Seiten umschlossen von Wasser. Dort trifft sie Nikolai, der behauptet, ihr ebenso verschollener Bruder zu sein. Schlimmer als der spontane Familienzuwachs sind aber die Zombie-Versionen von Marie und Nikolai, die immer wieder auftauchen – und die Tatsache, dass sich in dem Haus die Zeitebenen nach Lust und Laune zu überschneiden scheinen.

Kritik:
„The Abandoned“ fängt stark an, mit harschen Bildern russischer Landschaften, Schauspielern mit gelebten Gesichtern, und einer drückenden Atmosphäre von Isolation und Bedrohung. Man lehnt sich schnell gemütlich zurück in der Vorfreude, einen clever strukturierten „Grusler“ genießen zu können.

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Doch wie so viele Filme der aktuellen Welle kann „The Abandoned“ das Versprechen des guten Anfangs nicht einlösen, und verläuft sich immer mehr in beliebigen Suspense-Szenen, die anscheinend willkürlich aneinander gereiht werden. Marie und Nikolai verbringen fast die gesamte Laufzeit damit, besorgt in verrottende Räumlichkeiten zu stieren. Das kann mitunter ganz effektiv sein (die im Schein der Taschenlampe sichtbar werdenden Zeitebenen sind eine verdammt clevere Idee), aber irgendwann ermüdet der Zuschauer, der halt auch gerne mal wissen würde, was zum Teufel das alles eigentlich soll. Leider hat er den Regisseur da nicht auf seiner Seite, und am Ende gönnt sich „The Abandoned“ genau so wenig Auflösung wie das gros der aktuellen Japano-Grusler.

The Abandoned

Irgendwann ist der Streifen zu Ende, man kratzt sich am Kopf, und hakt es ab.

Ob man „The Abandoned“ mag, hängt sicher elementar davon ab, ob man seinen Horror eher „old school“ bevorzugt (also story-getrieben), oder doch eher ein Atmosphäre-Junkie ist. Ich bin Ersteres, und daher bekommt der Film eher den Daumen runter. In einem insgesamt schwächeren FFF-Programm wäre ich sicher gnädiger gewesen.

Dringlichkeit: Kann man sich auch schon mal auf DVD ausleihen

3belas.jpgPositiv:
Die Kamerarbeit, die Darsteller, das Produktionsdesign.

Negativ:
Das Plotting, die unnötig extremen Schockeffekte, das Voice Over am Ende.

Hört nicht auf mich:

“The Abandoned has been rather unceremoniously dumped into U. S. theaters sans previews by Lionsgate. A pity, since this is just the kind of offbeat genre piece that might have benefited from stroking buzz among serious genre aficionados. Those looking for formula slasher fare may be less appreciative, since the pic’s brand of arty, surreal Euro-horror is more beloved by cultists than teenage mallrats. Minimally plotted but beautifully atmospheric nightmare.” – Variety



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Peroy
Peroy
30. Juli, 2007 13:11

Das ist DER Film neben "Dead Silence", auf den ich mich am meisten freue… 8)

Peroy
Peroy
30. Juli, 2007 13:14

Dann musst du warten, bis der entweder regulär im Kino gelaufen ist oder ich die DVD gesehen habe, denn das FFF besuche ich nicht…

Peroy
Peroy
30. Juli, 2007 13:17

Da ich die letzten 15 Jahre auch nicht auf dem FFF war, tangiert mich das nur peripher…

Peroy
Peroy
28. April, 2012 18:26

Jetzt !) hab' ich ihn gesehen… muahahahaha… 😀

Peroy
Peroy
28. April, 2012 18:36

War vier Uhr nachts, bin drüber halb eingeschlafen. Muss ihn nochmal am Stück gucken…

Ich glaube er war gut.

Peroy
Peroy
28. April, 2012 18:51

Tja, das muss für’n Augenblick aber reichen… *pöh*

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