10
Sep 2023

Fantasy Filmfest 2023, Tag 4, Film 2: RESTORE POINT

Themen: Fantasy Filmf. 23, Film, TV & Presse |

Tschechische Republik/ Slowakei / Polen / Serbien 2023. Regie: Robert Hloz. Darsteller: Andrea Mohylová, Matěj Hádek, Václav Neužil, Milan Ondrík

Offizielle Synopsis: Europa, Mitte des 21. Jahrhunderts: In einer Gesellschaft, in der der Tod seinen Schrecken verloren hat, müssen die Menschen nur noch daran denken, ihren Körper alle 48 Stunden zwischenzuspeichern, um im Fall eines tödlichen Unfalls oder Gewaltakts wieder ins Leben zurückkehren zu können. Nur die Rebellengruppe „River of Life“ kämpft unbeirrt gegen die in ihren Augen unethische Technologie. Als der leitende Forscher des „Restoration Institute“ einem Mordanschlag zum Opfer fällt und ausgerechnet von ihm kein Backup existiert, übernimmt die Polizistin Em den Fall – und findet sich schnell im tödlichen Gewirr einer mächtigen Verschwörung wieder.

Kritik: Oberflächlich ist RESTORE POINT dem gestrigen MARS EXPRESS sehr ähnlich – beide spielen in einer Zukunft, die aktuelle Techniken extrapoliert. In beiden Fällen geht es um Fragen der Menschlichkeit in einer hochtechnisierten Welt, um die Chance auf ewiges Leben, um “backups”. Dort ermittelt die blonde Pferdeschwanz-Trägerin Aline, hier ermittelt die blonde Pferdeschwanz-Trägerin Em Trochinowska.

Beide Filme teilen auch diverse Schwächen. Die Story steht so sehr im Mittelpunkt, dass die Befindlichkeiten der Figuren niemals ausreichend Platz haben. Was treibt Em an? Welche Anforderungen stellt die “schöne neue Welt” an die einfachen Menschen? Was macht es aus einer Person, wenn sie nach ihrem Tod einfach wiederhergestellt werden kann? Für all das ist keine Zeit, weil ein Mord aufgeklärt und eine Verschwörung entlarvt werden muss.

Im Fall von RESTORE POINT kommt hinzu, dass der Film nur daraus zu bestehen scheint, dass Em von einem elend langen Gespräch zum nächsten fährt. Es entwickelt sich keine Dynamik, alles ist Dialog, wieder und wieder zu den gleichen Themen. Mit 107 Minuten ist der Film einfach zu lang für den Mangel an spannenden Figuren und überzeugenden Twists.

Auf der Haben-Seite – ein paar sehr überzeugende digitale Großbauten und technische Gimmicks, die uns tatsächlich glauben lassen, dass wir uns im Zentral-Europa von 2041 befinden. Aber es ist zu wenig.

Fazit: Eher futuristischer Krimi als Science Fiction, der mit endlosen Gesprächen über Tod und Wiedergeburt das Wohlwollen des Zuschauers verspielt. 5 von 10 Punkten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

1 Kommentar
Älteste
Neueste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Matts
Matts
21. September, 2023 13:17

Einigen der Kritikpunkte würde ich zustimmen. Der Film hat in der Tat einige Längen und drückt sich am Ende meiner Meinung auch um eine eindeutige Aussage zu dem ganzen Dilemma um die Restore Point Technologie. Rückblickend betrachtet scheint mit die Story und die ganze Prämisse auch nicht so 100%ig stimmig. Nach der Beschreibung hatte ich eine Cyberpunk-Story im Stil von ALTERED CARBON erwartet. Stattdessen ist wohl streitbar, ob das hier überhaupt Cyberpunk ist…
Auf der anderen Seite sieht das Ganze schon echt schick aus. Und als jemand der schon seit Jahren in Tschechien lebt, freue ich mich definitiv, wenn von dort mehr Genre-Filme kommen. Deshalb würde ich noch mindestens einen Punkt drauflegen.