18
Jun 2021

Fantasy Filmfest Nights XL 2021 (2): THE OWNERS

Themen: FF Nights XL 2021, Film, TV & Presse, Neues |

UK, USA, Frankreich 2020. Regie: Julius Berg. Darsteller: Maisie Williams, Rita Tushingham, Sylvester McCoy, Jake Curran, Andrew Ellis, Ian Kenny

Offizielle Synopsis: Der Plan klang simpel: Der Landsitz der Huggins liegt gut versteckt, es gibt einen Safe voller Geld und der alte Arzt und seine Frau sind unterwegs. Perfekte Voraussetzungen für einen Einbruch, finden Nathan, Terry und Gaz. Terrys Freundin Mary ist zwar dagegen, folgt den Jungs dann aber doch zum Haus. Dort lässt sich der Tresor blöderweise nicht knacken und die Truppe beschließt, den Alten für die Herausgabe der Kombination ordentlich Angst einzujagen. Als das Paar zurückkehrt, wirkt es allerdings wenig eingeschüchtert. Vielmehr sind die beiden ein eingespieltes Team, das es faustdick hinter den Ohren hat. Und schon hat sich das Blatt für die Einbrecher mehr als ungünstig gewendet.

Kritik: Schon klar – die Inhaltsangabe klingt nach klassischen Home Invasion-Motiven, bei denen selbst die Umkehrung der Prämisse (der Täter wird zum Opfer) mittlerweile ausgelutscht ist. Sind die Huggins Sadisten? Satanisten? Vampire?

Tatsächlich ist die Antwort, die THE OWNERS auf diese Fragen gibt, gleichzeitig simpler und komplizierter. Richard und Ellen Huggins haben einfach gelernt, zu überleben – und allen widrigen Umständen zu trotzen. Mangelnde Körperkraft ersetzen sie durch Schläue und Menschenkenntnis. Und weil sie die Eindringlinge kennen, wissen sie auch, wo die Daumenschrauben anzusetzen sind.

Dabei verkneift sich THE OWNERS eine zu billige Schwarzweiß-Zeichnung. Weder sind die Einbrecher böse – noch das alte Ehepaar gut im traditionellen Sinne. Alle Beteiligten sind Produkte ihrer Herkunft, ihrer Geschichte, der Entscheidungen, die sie getroffen haben und noch treffen. Sie bezahlen nicht im karmischen Sinne für charakterliche Defizite, sondern für konkrete Transgressionen.

Das ist durchaus schlüssig erzählt, mit saftigen Figuren, hohem Tempo und vielen offenen Fragen, die erst nach und nach beantwortet werden. Hier wird aus gerade mal einer Location und einer Handvoll Darstellern launiges Entertainment gepresst. Andererseits kann man legitim einwenden, dass der Film es dabei irgendwann auch übertreibt und die Ebene der Glaubwürdigkeit schleichend, aber endgültig verlässt. Es kommt drauf an, wie weit man sich einlassen möchte.

Als FFF-Film ist Thriller-Kost wie THE OWNERS kein Highlight, sondern solide Dutzendware. In diesem Fall gibt es aber mindestens einen Punkt Bonus für das Casting des "lesser Doctors" Sylvester McCoy und der 60er-Ikone Rita Tishungham. Beide stürzen sich mit großer Freude und einer perfekten Balance aus Sentimentalität und Intensität in ihre Rollen.

Fazit: Ein in den Figuren gut beobachteter, unterhaltsamer, aber letztlich harmloser Home Invasion-Streifen, der in der zweiten Hälfte zunehmend in eine Farce abdriftet und vor allem Sylvester McCoy und Rita Tushingham großartige Seniorenrollen gönnt. 7 von 10 Punkten.

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