Angie Tribeca

Ich finde Rashida Jones durchaus sympathisch, mag ihre Webvideos ebenso wie ihre Rolle in „Parks and Recreation“. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie eine eigene Serie geschrieben bekommt. „Angie Tribeca“ ist das Ergebnis dieser Bemühungen, produziert vom Kabelsender TBS und ausgestrahlt als Marathon von 10 Episoden (eine zweite Staffel ist auch schon gelaufen). Drollig ist dabei die Idee, dass man sich – wenn man so viel Zeit nicht investieren will – die Episoden auch als „hyper binge“ zusammen fassen lassen kann. Hier der „hyper binge“ der zweiten Staffel:

Das ist „Sledge Hammer“ und „Naked Gun“ mit einer weiblichen Hauptdarstellerin. Kein Gag zu doof, keine Pointe zu flach. Es fliegen Torten, wirklich alles muss wortwörtlich genommen werden, jede Figur ist Karikatur. Und es funktioniert… in Maßen. Weil sich auch der Humor weiterentwickelt hat und der Slapstick von „Angie Tribeca“ meist nur zu einem Grinsen als zu einem lauten Lacher reizt. Ich bewundere den Aufwand, bewundere die Latte an bekannten Gaststars, bewundere das komödiantische Timing von Rashida Jones – aber als gesamtes Package wirkt das etwas bemüht.

Das Hauptproblem ist aber die direkte Konkurrenz: „Brooklyn Nine-Nine“ zeigt Woche für Woche, dass man das gleiche Konzept auch ungleich frecher und frischer umsetzen kann.

Wrecked

„Wrecked“ ist ebenfalls vom „Angie Tribeca“-Sender TBS und beruft sich ebenfalls auf bekannte Vorbilder. In diesem Fall lautet das Konzept simpel: „Lost“ als Comedy. Klingt komisch? Ist aber so. Aus dem Drama eines Flugzeugabsturzes auf einer tropischen Insel, aus dem Schicksal Toter und Verletzter zieht „Wrecked“ seine Pointen, findet es rasend komisch, wenn jemand brennend durchs Bild taumelt oder von einem Wrackteil erschlagen wird.

Ich sag’s ungern – das ist tatsächlich lustig. Kein brüllender Schenkelklopfer, aber besonders in Gesellschaft ist die rüde Rotzigkeit der Serie unterhaltsam, weil wie bei weiland „Airplane!“ so ziemlich alle Klischees von „Lost“ und anderen Katastrophenfilmen pubertär auf den Kopf gestellt werden. Dazu trägt auch der engagiert Cast bei und die angemessen aufwändige Gestaltung der Serie.

Ich weiß nicht, ob „Lost“-Fans einen Mehrwert haben oder eher empört abwinken werden, aber als Sitcom für Zwischendurch bekommt „Wrecked“ meinen Daumen hoch – genau genommen funktioniert als Doppelpack dazu sogar „Angie Tribeca“ prima. Weil Fernsehen ruhig mal albern sein darf.



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Nummer Neun

Angie Tribeca hatte mich auch nicht überzeugt. Einige Gags waren gut, aber insgesamt wirkte es zu gewollt, ein aktuelles Die nackte Kanone zu machen. Die zweite Staffel werde ich mir deshalb sparen.

Wrecked kenne ich noch nicht, aber das scheint bei dir ja besser angekommen zu sein.

Oibert
Oibert

Ich amüsiere mich über beide recht gut. Manchmal brauch ich einfach dumme Unterhaltung, da sinde beide perfekt dafür