OBSERVANCE

media-title-ObserAustralien 2015

REGIE

Joseph Sims-Dennett

DARSTELLER

Lindsay Farris, Stephanie King, Tom O’Sullivan, John Jarratt, Benedict Hardie, Brendan Cowell

Offizielle Synopsis: Noch traumatisiert vom plötzlichen Tod seines kleinen Sohnes nimmt Privatdetektiv Parker einen neuen Auftrag an. Um eine junge Frau in ihrer Wohnung zu überwachen, nistet er sich im heruntergekommenen Apartmentkomplex gegenüber ein. Zuerst scheint der Job leicht verdientes Geld. Bald jedoch mehren sich die Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Parkers Beobachtungsobjekt empfängt bedrohlichen Besuch, sein Auftraggeber erpresst ihn geradezu, die Überwachung bis auf Weiteres zu verlängern und das schäbige Quartier entwickelt ein mysteriöses Eigenleben. Als er erschöpft beginnt, in fiebrigen Träumen zu halluzinieren, muss er erkennen, dass eine dunkle Präsenz das Haus in seinem Würgegriff hält. Dann bricht der Wahnsinn über ihn herein…

Kritik: Eigentlich hätte ich den hier als Double Feature mit ONE & TWO besprechen sollen. Dann hätte ich nämlich schreiben können: siehe oben. OBSERVANCE ist wieder einer dieser „künstlerischen“ Filme, die es als unter ihrem Niveau empfinden, ihrem Publikum eine Geschichte zu erzählen. Sperrigkeit ist gut, Unterhaltung ist pfui.

Und so sehen wir hier einen Typen sehr ausführlich in einer versifften Wohnung rumsitzen und aus dem Fenster gucken. Wir bekommen Backstory, die nie wirklich wichtig wird: so steht im Programmheft, dass Parkers Sohn vor kurzem starb. Im Film kann man sich das bestenfalls zusammenreimen (so wird etwa ständig zu Flashbacks eines unwirklich aussehenden Strands geschnitten, wo der Unfall wohl passiert sein soll), und irgendwie wichtig für den Handlungsverlauf oder auch nur zum Verständnis der Filmfigur ist das nicht.

Wenn mal was passiert, wirkt es meistens nicht wie etwas, was normale Menschen machen würden: die angemessene Reaktion auf „ich hab heute morgen schwarzen Schleim ausgekotzt“ ist offenbar „ich ruf meinen Schwager an und lass mir ein paar Grippemedikamente bringen“, und einen Einbrecher in der eigenen Wohnung sieht und hört man selbst dann nicht, wenn man zur Tür reinkommt und derselbe direkt an der Wand daneben steht, nicht mal von der Tür verdeckt oder ähnliches – in der realen Welt wäre das nur mit unsichtbaren Scheuklappen und Taubheit erklärbar.

Und die Erklärung für alles? Tja, da muss man sich mit ein paar dunklen Andeutungen begnügen, was hier eventuell los sein könnte. Auserzählt oder irgendwie verständlich gemacht wird es nicht. Und das, was man sich zusammenreimen kann, ist nicht mal besonders originell oder spannend. Nur auf dem Weg dahin hat der Film zwei oder drei durchaus gelungene unheimliche Szenen zu bieten, das will ich nicht verschweigen.

Fazit: Das hier ist KUNST!!! Und wer es nicht mag, hat es nach Meinung der Macher vermutlich einfach nur nicht verstanden. Ich muss demnach sagen: ich hab es nicht verstanden. Ich denke, wir verstehen uns. 5/10.

Marcus Heine



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DocAcula

0/10. -3957/10. Alles. Aber nicht 5/10. Knurr.

John
John

Ah mei, da gab es schlimmeres auf dem Festival dieses Jahr. Tale of Tales z.B. Oder Midnight After.

Marcus
Marcus

John, ich hab mit genug Mitstreitern hier in Köln gesprochen. Deine obige Meinung ist, sagen wir, zumindest mal originell. 🙂

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