Anfang der 90er Jahre stand das deutsche Privatfernsehen noch auf sehr wackeligen Füßen. Ausländische Serien und Spielfilme dominierten das Programm, ein paar Klassiker, erste Versuche in Sachen Shows und Sport, Bumsfilme in der Spätschiene. Bei Eigenproduktionen orientierte man sich besonders bei RTL vorsichtig an global bewährten Hits: „Tutti Frutti“ kam aus Italien, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ hatten die Australier erfunden, „Hilfe, meine Familie spinnt!“ war eine deutsche Version von „Eine schrecklich nette Familie“.

Kein Wunder, dass mit „RTL Samstag Nacht“ 1993 versucht wurde, das Konzept von „Saturday Night Live“ auf den deutschen Markt zu übertragen. Ein Haufen junger „not yet ready for primetime“ Comedians, Gäste und Show-Einlagen, Running Gags und Live-Publikum sollten auf einem sonst eher quotenschwachen Sendeplatz preiswert Kult produzieren.

Ich war (ihr wisst es) damals beim GONG – und dagegen. „Saturday Night Live“ kannte ich aus diversen Zusammenschnitten, die in den 80ern in Deutschland auf Video erschienen waren – das war Kult, das war heilig, und deutscher Humor sowieso die Pest. Die Pressefotos sahen auch nicht gerade aus, als wären hier Perlentaucher am Werk:

148537-3x2-originalDoch oho und aha: Nach einem holperigen Start machte sich die Sendung. Die Comedians fanden ihre Nischen und die dazu passenden Formate: Wigald Boning als Gonzo-Clown, der völlig in seiner Figur verschwand. Olli Dittrich das genaue Gegenteil, ein begnadeter „in Rollen Schlüpfer“ für perfekte Miniaturen. Mirco Nontschew als gummigesichtige Mischung aus Didi Hallervorden und Louis de Funes. Später kam noch der geborene Performer Tommy Krappweis dazu.

Es gab auch Ausfälle: Esther Schweins war fraglos sehr schön – und genau deswegen gecastet worden. Ihr komödiantisches Timing war dagegen begrenzt und mit späteren Aufgaben als Moderatorin und Schauspielerin war sie deutlich besser bedient. Stefan Jürgens war zwar ein solider Darsteller, aber selten mehr als der „straight man“ für die etwas extrovertierten Kollegen. Und Tanja Schumann hatte zwar Begabung, fand aber nie die Rollen und Sketche, die ihr entgegen kamen.

Trotzdem: Im Laufe der Jahre gelangen „RTL Samstag Nacht“ Dauerbrenner und Sprüche, die tatsächlich Kult wurden: „Bleiben Sie dran, ich pfeif auf Sie“, „Kentucky schreit ficken“, „Neues vom Spocht“, „Karl Ranseier ist tot“.

Fünf Staffeln schaffte „RTL Samstag Nacht“ – das Original aus den USA startete 1976 und läuft übrigens immer noch. Auch Preise wurden eingeheimst: der Bayr. Fernsehpreis, der Goldene Löwe und der Bambi.

Nun trug es sich zu, dass ich nach mehr als 15 Jahren mal wieder sehen wollte, was mich in den 90ern so widerwillig begeistert hatte. Also besorgte ich mir die Box mit dem angeblich „Besten aus 5 Staffeln„:

Das Problem: Die DVD-Box enthält das Gegenteil vom Besten – und der Grund dafür ist schmerzhaft.

Adleraugen hatten schon in den 90ern gemerkt, dass im Nachspann der Show nicht nur deutsche Autoren genannt wurden, sondern auch britische Sketch-Formate, von denen RTL ein paar Gags lizenziert hatte, z.B. „Hale & Pace“. Das ist auch nicht ehrenrührig. Nur leider waren die Sketche nur für eine Ausstrahlung eingekauft worden und damit für die DVD nicht verfügbar. Gleiches gilt für die Auftritte der musikalischen Gäste, die auf DVD auf breiter Front durch Abwesenheit glänzen.

Was der Käufer bekommt, ist eine Art Konzentrat – „RTL Samstag Nacht“ reduziert auf den genuinen deutschen Kern, zu dem die Macher damals fähig waren und an dem die Produktionsfirma auch heute noch die Rechte hält. Keine Hilfestellung durch eingekaufte Gags, keine kultigen 90er-Hits.

Wir substanziell dieser Kern ist, kann man schon daran erkennen, dass manche der Sendungen, die seinerzeit netto über 60 Minuten liefen, auf DVD plötzlich auf knapp 22 Minuten geschrumpft sind. Das macht die Box-Sets für Sammler, die ihre Lieblings-Shows gerne in voller Länge genießen würden, unbrauchbar.

Schaut man diese „german content“-Schnipselshows heute noch einmal, schwankt man zwischen ungläubigem Entsetzen, rotohrigem Fremdschämen und blanker Wut. Bevor die Comedians ihre eigenen Nischen fanden und mit soliden wiederkehrenden Sketchen besetzten, mussten sie teilweise erbärmliche Non-Gags abspulen, für die man heute selbst bei YouTube nur „Daumen runter“-Bewertungen bekäme.

Das  fängt schon bei den wöchentlichen „Gästen“ an. Auch so eine Idee, die von „Saturday Night Live“ übernommen wird, ohne sich zu überlegen, wie das funktionieren soll. Statt die Schauspieler und Musiker in die Produktion der Sendungen einzubinden und ihnen Material auf den Leib zu schneidern, reicht es „RTL Samstag Nacht“ aus, dass die Gäste mal schnell ihr neues Projekt promoten und dann bei ein oder zwei Sketchen die Nase in die Kamera halten.

Bestes Beispiel: Gert Haucke. Der Schauspieler und Schriftsteller macht gar nicht erst den Versuch, das Intro der Sendung als etwas anderes zu sehen als eine Verkaufsplattform für sein neues Buch – und man lässt ihn:

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Das riecht unangenehm nach „Wetten dass…?!“, wo die Promis einen Clip aus ihrem neuen Film zeigen, schnell noch erzählen, wie super alles am Set war, und dann „leider wieder weg müssen“…

Und dann diese Gags. Oh Gott, diese Gags.

Da ist z.B. die Surferin, die endlich die passende Binde gefunden hat:

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Oder „Gaywatch“:

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Wer sich noch an die Krawall-Talkshow „Der heiße Stuhl“ erinnert, kann sich an dieser Parodie mit dem Penis von Udo Jürgens erfreuen:

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Mein persönliches Feindbild ist aber „em ti wie“, was wohl eine Parodie auf MTV sein soll, primär aber beweist, dass das Budget fürs grafische Design von „RTL Samstag Nacht“ bei 3 DM lag. Warum das Original humoristisch nachbauen, wenn der Praktikant mit dem Edding umgehen kann?

Screenshot 2015-07-09 20.25.15Genau genommen wird auch nicht der Musiksender parodiert, sondern eine seiner Moderatorinnen. Wobei der Begriff Parodie in diesem Fall nur dazu dient, etwaige Klageandrohungen von Kristiane Backer abzuschmettern. Man muss die Brünette mit dem begrenzten Sprachschatz, die mittlerweile zum Islam konvertiert ist, nicht mögen. Als Moderatorin war sie bestenfalls eine solide Ansagerin. Aber was „RTL Samstag Nacht“ in Tateinheit mit Esther Schweins daraus macht, ist eine Frechheit:

Parodie lebt von der Genauigkeit der Beobachtung und hier ist wirklich ALLES falsch: Die tussigen Klamotten, das affige Gehabe, die kieksige Sprache. Und „Kristiane Kacker“? Ein Brüller. Ich hätte erwartet, dass IRGENDWER in der Produktion sagt: „Kinders, das ist nicht nur völlig daneben, sondern auch völlig unkomisch“. Aber es musste ja Sendezeit gefüllt werden.

Dass das DEUTLICH besser geht, bewies nur wenige Jahre später die „Wochenshow“:

Wie gesagt: Es wird besser im Laufe der Staffeln. Viel Müll kommt in die Tonne, kleine Perlen werden immer weiter poliert, bis „Neues vom Spocht“ oder „Zwei Stühle – eine Meinung“ als komödiantische Kleinode gelten können. Aber in jeder Sendung so elend viel Füllmaterial, ungut gestreckte Witze ohne Pointe, bei denen das Publikum nur dank „Applaus“-Licht wie der sprichwörtliche pawlowsche Hund klatscht. Es schmerzt.

„Bleiben Sie dran – ich pfeif auf Sie“ klingt plötzlich nicht mehr nach Running Gag, sondern nach Zuschauerverachtung.

So ernüchtert und enttäuscht die Wiederbegegnung mit einer der Kult-Shows der 90er. Die Kürzung der Episoden um das Lizenzmaterial unterstreicht nur die Dürftigkeit der deutschen Autoren, die mit schlechten Witzen Comedians zuarbeiten, die sie nicht verstehen und deren Stärken sie nicht zu nutzen wissen.

Da lobe ich mir „Wochenshow“ und „Switch“.



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Dietmar

Der Sendung verzeihe ich alles. Einfach deshalb, weil mich die Gastauftritte von Michelle Courtemanche vor Lachen zerrissen haben.

sergej
sergej

Auf dem ersten Bild sieht Stefan Jürgens aus, wie man sich seine Switch-Parodie vorstellen könnte.
Und die Sache mit den fehlenden Rechten, das hat RTL aber nicht gefickt eingeschädelt.

DMJ

Interessant, die Sache mit den Rechten! Ab und an sah ich im Nachtprogramm von SRTL Zusammenschnitte und wunderte mich auch, warum es keine ganzen Wiederholungen waren. Nun weiß ich es.

Die Sendung steht natürlich noch immer bei mir auf ganz hohem nostalgischem Sockel, aber die Probleme sind schon da. Gerade die Gäste waren in der Regel vollkommen überflüssig und austauschbar. Wenn es Stand-up-Comedians waren, hielten die halt ihren Vortrag, aber in den Sketchen brauchte man sie selten (von Perlen, wie dem Treffen Beckenbauers mit seinem Double mal abgesehen). Ansonsten waren Boning und Dittrich tatsächlich die beiden großen Talente der Show, an die die anderen oft recht deutlich nicht heranreichten.
Ob ich das, mir damals natürlich EXTREM UND RADIKAL vorkommende „Far Out“ heute noch gut fände, weiß ich nicht zu sagen.

Gibt es direkt Running-Gags oder Unterformate, die komplett aus dem Auslang kommen, entsprechend nicht wiederholt werden?

Achim
Achim

Em Ti Wies greatest HÄTS, das konnte ich auch nicht ausstehen, das war einfach nur so schlecht, dass es nur schlecht war.

Ich kann mich erinnern, es könnte die erste Ausgabe gewesen sein, misslungener Versuch der Parodie einer Volksmusiksendung mit Carolin Reiber. Tanja Schumann, ohnehin die am wenigsten talentierte der Gruppe, zog auf einem Wägelchen das Rollende R hinter sich her, hammer! Oder eben nicht. Da dachte ich, dass es irgendwie an die mehr oder minder gelungenen Sketche der Familienabende des Sportvereines erinnerte.

Letztendlich war RTLSN aber doch grandios.

McCluskey
McCluskey

Ich besitze die Box ebenfalls und habe mich innerhalb eines Jahres durch die 29 DVDs geschaut, manchmal durchaus gequält. Daher an dieser Stelle mal ein etwas ausführlicheres Fazit.

Zum Cast gehörten ja noch anfangs die mir völlig entfallene Sabine Aulmann und in der letzten Staffel der ebenfalls äußerst blasse Marc Weigel. Die Stabilität der heute noch bekannten Crew war ja auch der größte Unterschied zum US-Original und wie man aus dem spärlichen Bonusmaterial der Box heraushören kann, sieht man das heute eher als Fehlentscheidung an.

Zum Comedy-Inhalt: Weitestgehende Zustimmung. Nur finde ich persönlich Wigald Boning vom ersten bis zum letzten Moment furchtbar unlustig, auch bei „Zwei Stühle, eine Meinung“ ist er ja bis auf wenige Ausnahmen eher Stichwortgeber von Olli Dittrich, der völlig zu Recht die größte Nach-Karriere gemacht hat, wenn man mal die Produzenten- und Buchautoren-Erfolge von Tommy Krappweis vernachlässigt. Bei Boning musste ich aber eigentlich immer wegen akuter Fremdschämgefahr „vorspulen“, allein sein immer gleiches debil-grinsendes Winkewinke-Reinkommen macht mich aggressiv.

Als Kristiane Kacker war Esther Schweins wirkliich unterirdisch, als Verona Feldbusch fand ich sie jedoch eigentlich recht gut. Immerhin hatte Letztere wie auch die immer furchtbar hochgenommene Margarethe Schreinemakers die Größe und Selbstironie, selbst als Gast in die Sendung zu kommen. Jürgens war bei „Kentucky schreit ficken“ perfekt, auch vielbesser als Olli Dittrich, der mit der Sprechweise dieses Formats hörbar seine Schwierigkeiten hatte.

Insgesamt immer schlimm: Wigalds Welt, Straßenumfrage, EM Tie Wie, Schweins und Schumann als singende Nonnen. Meistens unlustig: Die News. Für mich fast immer sehr gut: Zwei Stühle, eine Meinung, Neues vom Spocht, Kentucky schreit ficken, Märchen-Man und eigenartigerweise auch Far Out. Beste Folge: Die letzte, da wurde noch mal richtig Vollgas gegeben.

Die Gäste: Wirklich sinnlos von Anfang an war es wirklich immer dann, wenn RTL mal fix Werbung für einen neuen hauseigenen Film oder eine neue Serie machen wollte. Bei den als Comedy-Acts eingekauften Gästen war auch mehr Schatten als Licht. Gaby Köster und Jochen Busse fand ich ja schon immer ganz, ganz schlimm, dagegen kann ich die alten Sachen von Rüdiger Hoffmann immer noch sehr gut unterhalten sehen. Und Michel Courtemanche ist Gott! So tragisch, was ihm danach widerfahren ist. Erstaunlich witzig und dabei völlig branchenfremd fand ich eigenartigerweise jemand völlig anderen: DJ Bobo.

In den ersten Staffeln waren noch deutlich mehr Musikauftritte (meistens aus deutschen Landen) enthalten als später. Aber überraschenderweise ist als wohl größter Hit aller enthaltenen Songs der 97’er Auftritt von Depeche Mode mit „It’s No Good“ dabei.

PS: Kleine Korrektur zum ersten Artikelabsatz: „GZSZ“ hatte eine australische Vorlage und die deutsche Adaption der Bundy-saga ging man erst an, nachdem man schon eine geraume Weile das Original gesendet hatte – kein Wunder, dass das mit Pauken und Trompeten unterging, wie auch das parallel versuchte deutsche „Wer ist hier der Boss?“

Sigur Ros
Sigur Ros

Tja, wie das mit nostalgischen Erinnerungen so ist – oft sind sie eben doch deutlich beschönigt. Aber auch andere damalige Comedysendungen wie Wochenshow, Bullyparade, etc. hatten ihre Höhen und Tiefen, und vieles davon ist auch nicht gut gealtert und würde heute auch nicht mehr funktionieren. Aber insgesamt war die damalige Zeit Mitte der 90er bis kurz nach der Jahrtausendwende ein goldenes Zeitalter, das gezeigt hat, was der deutsche Humor und das deutsche Privatfernsehen zu leisten imstande sind. Viele Schauspieler, Comedians und auch Autoren haben mit diesen Sendungen ihren Durchbruch geschafft und veritable Karrieren aufgebaut. Heute, wo solche Sendungen fehlen, ist es kein Wunder, dass eben auch der Nachwuchs fehlt und die Mario Barths und Cindy aus Marzahns die Bühne kampflos erobern.

McCluskey
McCluskey

Noch ein kleiner Nachtrag. Es ist schon seltsam, dass man sich nach fast 20 Jahren an einzelne Sketche erinnert, weil man sie auf den DVDs vermisst. Bei beiden nachfolgenden Beispielen würde ich eher nicht vermuten, dass die Urheberschaft im angelsächsischen Raum liegt, weswegen es durchaus andere Gründe haben kann, wenn etwas fehlt.

Beispiel Nummer Eins, eine Parodie auf einen damals aktuellen TV-Werbespot der so nicht mehr existierenden Fotoapparatemarke KONICA. Im Spot tritt Tennisprofi Michael Stich ins Bild, aus dem Off ertönt eine (Kinder?)Stimme: „Guck mal – KONICA!“ Stich blickt sich um, Auslösergeräusch, Bild friert ein. Fertig. Bei Samstag Nacht erscheint Olli Dittrich im Tennisoutfit, die Stimme ruft:“Guck mal – PUNICA!“ und Dittrich bekommt eine satte Dusche mit Orangensaft. Vielleicht wurde der Spot nicht auf DVD genommen, weil den ohne Kenntnis der Vorlage keiner so recht versteht.

Beispiel Nummer Zwei, einer der besseren Sketche aus der „Derrick“-Serie. Zu finden hier:

http://www.myvideo.de/watch/5954016/Harry_Ja_Stefan

Auch nicht auf den DVDs drauf.

Bei den gemeinsamen Nontschew-Jürgens-Sketchen bin ich nach wie vor überzeugt, dass Ersterer mit seiner DDR-Sozialisation alte Sketche des Duos Herricht und Preil aus den 70ern als Vorlage anschleppte. Klar ist das Schema „Weißclown & dummer August“ uralt, aber die Ähnlichkeiten sind doch frappierend, siehe z.B. hier:

https://www.youtube.com/watch?v=KBumpmBJp1s

Nontschew fand ich vom Timing her immer perfekt, allerdings nagelt seine Art ihn relativ starr fest, vielleicht ist es deshalb mit der großen Anschlusskarriere auch nie so recht etwas geworden. Aber „Wetter, Wetter, Wetter“ war schon sehr gut.

Da hier noch die anderen Comedyformate angesprochen wurden: Wenn ich mich recht erinnere, lief die „Bullyparade“ bis zum „Schuh des Manitu“ eher schlecht als recht, erst danach schien das in der öffentlichen Wahrnehmung der Brüller schlechthin zu sein. Und auch die „Wochenshow“ hat meines Wissens eine ganze Weile geackert, bis es das kultige Ding wurde.

Sigur Ros
Sigur Ros

@McCluskey: Die Bullyparade schien zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung erst so richtig aufzutauchen und geschätzt zu werden nach dem sensationellen Erfolg von Schuh des Manitu. Da ich die Sendung auch erst über den Film kennen gelernt habe, kann ich nicht beurteilen, wie gut sie vorher war, aber mMn war sie schon sehr gut und weitaus besser als das meiste, was Bully & Co. in ihren Filmen gemacht haben.
Die Wochenshow hatte ähnlich wie RTL Samstag Nacht einen holprigen Start und wurde erst in der Besetzung, für die sie heute am besten in Erinnerung ist (Lück/Engelke/Pastewka/Profitlich), richtig gut. Nach dem Ausstieg von Engelke, Pastewka und Profitlich ging es dann auch schnell wieder bergab, die Umbesetzungen danach taten der Show nicht gut, und bald darauf war dann ja auch Schluss.

McCluskey
McCluskey

In die „Bullyparade“ habe ich wohl schon dem Film einmal reingeschaut, fand den damals aber noch mit langen Haaren rumlaufenden und mit einem etwas bemüht an Helge Schneider orientierten Sprachstil agierenden Bully nicht besonders gut. Das mochte aber auch eher an den Gags als an den Akteuren liegen, denn gerade Rick Kavanian ist wirklich bis heute für mich ein absoluter Könner seines Fachs.

Mal abseits davon noch ein kleiner Lesetip, wenn einem diverse verblichene TV-„Perlen“, speziell aus den 90ern, entfallen sind:

http://www.quotenmeter.de/c/12/fernsehfriedhof

Echte Gruselparade…

sergej
sergej

“ für die sie heute am besten in Erinnerung ist (Lück/Engelke/Pastewka/Profitlich), richtig gut.“
Ersetze Profitlich durch Rima.

Achim
Achim

Lück war und ist ein sehr schlechter Parodist echter Personen.
Sein Peter Maffay und der Typ vom Kaffeekränzchen sind einfach nur schlecht.
Lück ist brillant, wenn er Typen darstellt, die auf keiner wahren Person beruhen.
@sergej

Dietmar

@Achim: Ich finde Lück überhaupt nicht lustig. Habe ich nie lustig gefunden. Als Anchorman hat der mich richtig genervt.

comicfreak
comicfreak

Lück ist grausam, und der Bullyparade konnte ich anfangs auch nichts abgewinnen.

Trotzdem durften damals(tm) solche Formate auf Sendung bleiben, bis sie sich und ihr Publikum gefunden hatten.

Achim
Achim

@Dietmar:
„Komm ich jetzt inn Fernsehn?“
Wenn ich das mal geschaut habe, insgesamt habe ich die Wochenshow kaum gesehen, konnte ich mich immer beömmeln.
Sein viel zu tuntiger Ralph Morgenstern wird nur selten unterboten, naja, Matze Knop schafft das mit seinm grottigen Franz Beckenbauer ohne Problem, aber Matze Knop ist frei von Talent für das, was er macht.
Oli Dittrich war damals schon genial als Franz Beckenbauer, so genau, man wundert sich, dass man lachte, statt den für den echten zu halten.
„Ja der Jappapapa …“ (J wie in Jean (franz.))
Und der echte FB sprach Jean Pierre Papin genau so aus.

Wo wir bei der Bullyparade sind, kürzlich den Schuh des Manitu wieder gesehen, hatte mich gewundert, dass da doch so viele krepierte Gags drin waren.

Und für solche Formate sollte sich Tele5 mal Sendeplatz frei machen, vielleicht 5-Jahres-Verträge, wenn sie nach drei Jahren ihr Publikum gefunden haben, zack, mit Ablösesumme wie im Fußi abgeben.

invincible warrior
invincible warrior

Die ersten Staffeln Bullyparade hatten mich null interessiert, aber irgendwann bin ich da reingekommen. Allerdings empfand ich das olle Traumschifff immer als schwächste Gagschiene (ok, Lissi war schlimmer). Die Winnetouverarsche war immerhin normalerweise grundsolide. Aber den Bully habe ich eh nie richtig gemocht (als Produzent/Regisseur ist er besser), hatte es eher wegen Tramitz geguckt.

McCluskey
McCluskey

Ich bin damals auch bei „Schuh des Manitu“ im Kino gewesen und fand das dort durchaus lustig. Dann erste TV-Ausstrahlung angesehen und ich dürfte kein einziges Mal gelacht haben. Einweg-Gags? Das funktioniert beim „Traumschiff“ irgendwie besser. Und wenn es Jens Maul ist… 😀

Lothar
Lothar

Nachdem die Thematik zur Bullyparade gewechselt hat:

Der Sprachstil von Bully war „schon immer“ so, z.B. bei „Langemann und die Morningcrew“, wie sie bei Gong und Energy lief.

Das Traumschiff kann man wohl nur lustig finden, wenn man eingefleischter (aber nicht religöser) Star-Trek-Fan ist. Den Film fand ich furchtbar.

Michael Rauch
Michael Rauch

Da scheint aber jemand das Casting verkackt zu haben oder Hugo Egon Balder hat ihm die Ex ausgespannt…

Dietmar

Ich frage mich: Da setzt sich jemand ernsthaft hin und hält solche Kommentare für eine gute Idee?

Nachts um drei.

Als wäre die Zeit stehen geblieben, irgendwann als Trollerei was ganz Tolles war.