redirectedGB/Litauen 2014. Regie: Emilis Velyis. Darsteller: Vinnie Jones, Scot Williams, Gil Darnell, Oliver Jackson, Anthony Strachan

Offizielle Synopsis: Eigentlich wollte Michael seiner Freundin heute einen Heiratsantrag machen. Doch seine drei besten Kumpel plädieren lautstark für eine Herrenpartie. Dumm nur, dass bereits der Auftakt des Abends mit einem Überfall auf ein illegales Casino und einem hektischen Anschlussflug nach Malaysia beginnt – als Michael schließlich in einem Hotelbett erwacht, findet er sich allerdings im tiefsten Litauen wieder. Von seinen Freunden vorerst keine Spur, dafür jede Menge Geldscheine und ein paar angepisste Gangster aus der Heimat. Die wollen ihre Kohle zurück, gehen dafür skrupellos über Leichen, haben ihre Rechnung aber leider ohne die berüchtigte litauische Unterwelt gemacht. Es entbrennt eine wilde Hatz durch verfallene Stadtviertel, osteuropäische Wälder und rustikale Bauerndörfer, in deren Verlauf Gangster, Polizisten, Hinterwäldler und die vier glücklosen Freunde von einem saublutigen Dilemma ins nächste stolpern.

Kritik: Hier kann ich es mir relativ kurz machen, weil „Redirected“ weder ein wirklicher Genrefilm ist, noch nennenswerte neue Elemente mitbringt. Es geht halt mal wieder um britische Unterweltspacken, die sich gegenseitig reinlegen, hauen, und gerne auch mal über den Haufen schießen. Natürlich spielt Vinnie Jones des ganz harten Kerl und wirkliche „redeeming social values“ sucht man vergebens.

Vom britischen Gangsterdrama der letzten 20 Jahre hebt sich „Redirected“ primär damit ab, dass er nicht nur auf absurden Humor setzt, sondern direkt auf Comedy. Zentrum ist eine „I wasn’t even supposed to be here today“-Plotte mit einem Haufen „fish out of water“-Gags, wenn die Protagonisten in Litauen landen – einem Land, in dem die Stiernacken noch spackiger und die blonden Schlampen noch durchtriebener sind als in England.

Das hat Tenpo, das hat Witz, das ist angemessen brutal und ständig in Bewegung – man hat halt nur das Gefühl, eher ein Bestof the Subgenres zu sehen als einen eigenständigen Film. Und man kommt auch gerne mal durcheinander, wer in dem großen Cast gerade was und warum macht. Was endgültig den Daumen in die Schieflage drückt, ist das abrupte Ende, das nach einer Nötigung des Publikums stinkt: „Los, jetzt geht mal hin und verlangt nach einem Sequel, damit ihr erfahrt, wie es weitergeht.“

Ehrlich? Ich habe mich prächtig unterhalten, würde so etwas außerhalb des Festivals aber nicht anschauen.

mitteFazit: „Lock, stock & 2 smoking barrels“ meets „Hangover“ – rasant, witzig, rüde. Ein Männerfilm, bei dem man halt akzeptieren muss, dass man alle Elemente schon dutzendfach anderswo gesehen hat.

https://www.youtube.com/watch?v=TSAMhY0jCdQ



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noyse
noyse

der steht auf jeden Fall auf meiner Liste … auch die bewertung bei imdb ist ganz ordentlich 😉

Marcus
Marcus

What he said. Ich hab mich amüsiert, aber an Tag 12 des FFF wäre ich für feingeistige Kost auch kaum noch aufnahmefähig gewesen. 7/10.

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