… ich verlange kein Honorar dafür, dass ich die Paket-Verteilerstelle für das gesamte Haus bin, weil ich das Pech habe, meistens von zu Hause zu arbeiten. Obwohl unsere Nachbarn mit der Welt anscheinend nur über Amazon, Zalando, brand4friends und Dawanda in Verbindung treten. Mittlerweile kennen mich alle Paketboten, sie sind freundlich zu mir – einer meinte neulich, es wäre ihm total peinlich, wenn er ein Paket an mich nicht zustellen könnte, weil ich selber doch immer für andere da sei. Und der Typ vom vierten Stock hat uns Weihnachten eine Flasche Wein geschenkt, weil wir sein Zeug entgegen nehmen, wenn er beruflich unterwegs ist.

Das ist alles in Ordnung. Mache ich gerne. Keine Ursache.

Ich sehe sogar ein, dass es in der Natur der Sache liegt, dass es Tage gibt, ab denen NIEMAND da ist, um ein Paket entgegen zu nehmen. Tage, an denen ich 2 Kilometer zum Postamt fahren muss, obwohl ein anderes Postamt gerade mal 400 Meter von unserer Wohnung entfernt liegt.

Kommen wir nun zu der Sache, die ich NICHT in Ordnung finde.

Die LvA ist derzeit unter der Woche beruflich immer in der Republik unterwegs. Die bestellt ja selber gerne Sachen über das Internet. Letzten Montag hatte ich dann so einen Zettel im Kasten: DHL, Abholung, sieben Werktage, etc., pp. Wie nett: der Paketbote hat „sorry“ drauf geschrieben und ein trauriges Smiley (ein Saddy?). Passt schon, ich habe meinen Ausweis, ich habe den Reisepass der LvA, ich habe den Abholschein. Hole ich das Paket eben mal schnell beim Postamt ab.

Leider nein.

Die Dame hinter dem Tresen erklärt mir, dass ich eine ausgefüllte und unterschriebene Vollmacht brauche, um das Paket abzuholen. Ich sage ihr, dass das schwer möglich ist, weil die LvA derzeit anderswo arbeitet. Aber ich bin laut Personalausweis unter der selben Adresse gemeldet, ich habe den Abholschein aus dem Briefkasten, ich habe den Reisepass der Freundin – kann ja nicht so schwer sein, oder?

Computer says no.

Die Dame sagt, es brauche die Unterschrift der LvA. Die werde von DHL „abgeglichen“ (ich wüsste nicht, dass meine LvA jemals eine Unterschrift beim Paketdienst hinterlassen hätte, es ist ja keine Bank). Ich frage die Dame, wo ich die Unterschrift her nehmen soll. Sie lächelt: das ginge auch per Fax oder als Kopie. Es muss also nicht mal ein authentisches Dokument sein. Vermutlich ginge auch Comic Sans.

Ist es sinnvoll, eine Diskussion darüber anzufangen, dass ich daheim selber unterschreibe, wenn ich für die LvA ein Paket entgegen nehme? Dort bekommt der Paketbote auch keine Unterschrift von ihr, die er „abgleichen“ kann. Warum reicht meine Signatur daheim, aber nicht auf dem Postamt? Es ist diese Willkür, die mich ankotzt.

Eine Sekunde lang ziehe ich in Erwägung, aus purer Provokation vor den Augen der Post-Angestellten  die Vollmacht samt Unterschrift zu fälschen. Dann erinnere ich mich daran, dass ich 44 bin und die LvA es nicht gerne mag, wenn ich Tumult verursache.

Ich fahre nach Hause, schreibe auf dem Computer eine Vollmacht, scanne die Unterschrift der LvA von einem Brief, der hier rum liegt, und setze den Scan darunter. Rechtlich gesehen eine Fälschung. Ich pfeife drauf und fahre wieder zum Postamt. Eine andere Dame nimmt den Abholschein, meinen Ausweis, den Reisepass der LvA und die frisch ausgedruckte Vollmacht mit der gescannten Unterschrift entgegen. Auf die Vollmacht wirft sie nur einen kurzen Blick und gibt sie mir dann wieder zurück.

„Abgleichen“ my ass!

Ich ärgere mich über die Post und ihre sinnlosen Regeln, die sie selbst nicht einhält.

Ich bekomme das Paket. Dabei stelle ich fest, dass es sich um einen Kaffee-Vollautomaten von Jura handelt. Der Karton hat eine Kantenlänge von jeweils 60 Zentimetern und wiegt mehrere Kilo.

Jetzt ärgere ich mich, dass ich mit dem Motorroller zur Post gefahren bin.



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Kyr
Kyr

Ich ergänze: Ich sollte ein Einschreiben (für mich bestimmt) abholen.
Ich habe Benachrichtigungschein und Personalausweis. Tante hinter dem Schalter teilt mir mit, dass mein Ausweis abgelaufen sei. Ich frage, ob ich dadurch eine andere Person geworden bin, ob sie mich auf dem Bild erkennen würde. Das schon, aber der Ausweis sei nun mal abgelaufen.

Okay, ich verlasse das Postamt und frage einen vom „Holsten-Promotion-Team“, das sind die Typen, die an der U-Bahn-Station für den nöitgen Bierumsatz sorgen, ob er sich einen Fünfer verdienen will und ob er einen gülitgen Ausweis habe. Ja, habe er, wolle er.

Also auf dem Benachrichtigungsschein den Promoter als Bevollmächtigten eingetragen, unterschrieben, fertig. Tante hinter dem Schalter ist sichtlich zufrieden. Einschreiben wird ausgehändigt, Fünfer wechselt den Besitzer. Jetzt genügte meine Unterschrift. Vorher nicht.

comicfreak
comicfreak

*rofl*

..immerhin, mittlerweile bekommt ihr eure Pakete 😉

Wortvogel
Wortvogel

@ Kyr: Sensationell! Darauf muss man erst mal kommen!

Passagier
Passagier

„Computer says no.“

Made my day, thank you!

Wortvogel
Wortvogel

@ Passagier: Ich habe mich gefragt, ob das wer versteht 😉

Doc Knobel
Doc Knobel

Die Post … eines meiner Lieblingsthemen derzeit. DMeine derzeitige Lieblingsgeschichte. Vermieter X kündigt Mieter Y frist- und vertragsgerecht via Einschreiben. (Das man das auch persönlich oder via Einschreiben samt Rückantwort machen kann/sollte ist sicher korrekt, spielt aber für den Fall an sich aber keine Rolle).
Mieter Y sagt nun, dass er die Kündigung jedoch nicht erhalten hat und weigert sich, auszuziehen, obwohl der Vermieter ihm den Einschreibebeleg vorweisen kann. Also wendet er sich an die Post – kann ja wohl im digitalen Zeitalter nicht so schwer nicht sein, eine ordnungsgemäße Zustellung zu dokumentieren.

Scheinbar schon, denn die Post ruft eine Frist von 3-6 (!) Wochen aus, bevor sie belegn kann/will, ob sie nun korrekt gearbeitet hat, oder nicht. Natürlich wartet nun der neue Mieter auf die Wohnung, schließlich hat er seine alte Bleibe zum entsprechenden Termin gekündigt. Das ist alles unfassbar.

Exverlobter
Exverlobter

Das dämlichste was mir mal mit der Post passiert ist, war die Nichtzustellung eines WICHTIGEN Briefes.

Es ging um eine Kündigung meines Telekomanschlusses wegen eines Umzugs, und diese ging wegen der Inkompetenz der Post bei der Telekom nie ein. Warum ich weiß, dass es definitiv die Schuld der Post war? Weil ich am selben Taga einen Brief an meinen Vater geschickt hatte, der auch nicht bei ihm ankam.
Schuld war aber natürlich ich. Weil ich es ausnahmsweise mal nicht per Einschreiben verschickt hatte.
Jahrelang verschicke ich per Einschreiben, ohne das es nötig gewesen wäre, und dann verschicke ich einmal ohne und prompt sitzt man in der Scheiße. Perfektes Timing.

Prompt weigerte sich die Telekom mich aus meinem Vertrag zu entlassen, weil mein neu aufgesetztes Kündigungsschreiben leider erst nach der automatischen
Vertragsverlängerung einging.
Das ist doppeltes Pech. Ein knappes Jahr Telekom-Gebühren für rein gar nix.
Ich weiß nicht auf wen ich mehr Wut haben sollte. AUf die Post wegen Inkompetenz, oder die Telekom wegen
Vertrags-Konrinthenkackerei.

Peroy
Peroy

Naja, dass sie dir PRINZIPIELL ohne Vollmacht das Paket nicht geben wollten, ist ja eigentlich richtig…

Dass die Sicherheitsvorkehrungen dann im Anschluss aber so lax gehandhabt werden und die Vollmacht nicht überprüft wurde, ist scheisse. Ich hätte meinen Hut vor der Post gezogen, wenn du dein Paket NICHT bekommen hättest…

Wortvogel
Wortvogel

@ Peroy: Das hätte ich auch besser gefunden – oder wenigstens konsequent.

jojoschi
jojoschi

Generell ist es schon korrekt, dass man ohne Vollmacht das Paket nicht bekommt. Was allerdings unlogisch ist, ist die Tatsache, dass man wenn man zu Hause ist und für seinen Mitbewohner/Partner etc. ein Paket annimmt auch keine Vollmacht braucht. Eigentlich bräuchte man in beiden Fällen eine Vollmacht. Und eine Nachbarschaftszustellung wäre nach der Logik dann eigentlich auch nicht mehr drin.
Wenn man allerdings eine Nachbarschaftszustellung erlaubt (wie es bei der Post der Fall ist) müsste man eigentlich auch eine Abholung durch jede beliebige Person, die an derselben Adresse gemeldet ist, zulassen. Im Ergebnis ist es nichts anderes als bei der Nachbarschaftszustellung.

Karsten
Karsten

„Dann erinnere ich mich daran, dass ich 44 bin und die LvA es nicht gerne mag, wenn ich Tumult verursache.“

Cute 😉

Howie Munson
Howie Munson

Der Paketlieferant arbeitet halt nicht direkt bei der Post, sondern für einen Subsubsubsubunternehmen. (Post->DHL->DHL-Region->Unternehmer mit Transportern->Scheinselbständiger Zusteller/Vermittler)
Die am Schalter halten sich noch für Beamte oder wenigsten bomebnfest Angestellte die eben nie wegen „Kundenunzufriedenheit“ oder „zuwenige Pakete pro Tag“ gekündigt werden.

Und mittlerweile wär mir lieber, wenn die Auslieferer AUCH die Zeit dafür hätten, es genau zu nehmen.

Dr. Acula
Dr. Acula

Mir wäre es immer noch Recht, wenn Pakete, die ich an eine Packstation geliefert haben möchte, auch an einer Packstation ankommen, idealerweise an der, die ich angegeben habe. Und wenn sie’s schon nicht schaffen, an die Packstation zu liefern, die Pakete an die nächstgelegene Postfiliale zu liefern und nicht ans andere Ende der Stadt.

comicfreak
comicfreak

..hab letztens was bei einer Versandapotheke bestellt.
4 Tage später zufällig mit dem Zusteller geplauscht, als er fragte, ob mir mein Nachbar das Paket denn gebracht hätte..
Nein, natürlich hat er keine Benachrichtigung in meinen Briefkasten geworfen, war ja beim Nachbarn, da ist das nicht nötig..
Auf allen 6 Seiten des Pakets war ein gelber Aufkleber:
„ACHTUNG! MEDIKAMENTE! Keine Nachbarschaftszustellung!“
^^

Mencken
Mencken

@jojoschi: Nein, macht schon einen Unterschied, ob ich ein Paket an einer eindeutig zuzuordnenden Adresse abgebe oder jemandem im Postamt überreiche. Soweit macht die derzeitige Handhabung schon Sinn (und ist letztendlich ja auch nur auf Basis der Verlust- und Diebstahlsraten kalkuliert (die übrigens bei der deutschen Post im internationalen vergleich hervorragend sind)), schlecht ist allein, dass im Anschluss dann so lax gearbeitet wird, wie Peroy ja schon angemerkt hat.
Ich sehe dies aber immer als Zugeständnis an die Kunden, da wirklich strikte Handhabung doch sehr lästig sein würde, insofern regen mich solche Sachen dann auch nicht auf.

DC
DC

Genauso ist es! Auch als Ehepartner oder volljähriges Kind geht es nicht ohne die Vollmacht….
Übrigens machen sich die Paketboten auch oft nicht mal die Mühe den Namen des freundlichen Nachbarn richtig in ihre Wie-man-das-auch-immer-Nennt einzugeben und auf dem Benachrichtigungsschein zu schreiben. So war das in meinem Mehrfamilienhaus durchaus eine sehr große Herausforderung, mein Paket zu finden. .. Das lässt sich ja sicher noch ein kleines bisschen mit Stress und Unterbezahlung erklären, für den Vollmacht-Nonsense hingegen gibt es keine Entschuldigung. …

Der Karsten
Der Karsten

Bei uns macht meine Frau eher Tumult. Sie arbeitet noch nicht Vollzeit und ist dementsprechend mittags / nachmittags meistens zu Hause. Jetzt kommt der Zusteller fast immer, wenn unsere Tochter Mittagsschlaf hält und klingelt nicht 1 oder 2x.. nein.. 4 – 5x wird Sturm geschellt -> Kind plärrt. Der Typ hat letztens sowas von einer Abreibung bekommen.. und meine Frau schaltet die Klingel bis 14 Uhr ab. Sie ist nämlich auch genervt davon, immer alle Pakete der Nachbarn zu bekommen.

Mal davon abgesehen, dass man den Boten (egal ob DHL, GLS oder XYZ) immer sagen muss „Bitte legen Sie noch eine Erinnerungskarte in den Briefkasten“. Wir wissen auch nicht, wann alle unsere Nachbarn mal da sind..

Patrick
Patrick

Das Problem, lieber Wortvogel, ist: DHL ist in der Haftung, wenn das Paket an dich rausgegeben wird und die LvA morgen behauptet sie hätte es nicht bekommen. Dann muss DHL in Vorlage gehen.
Oder sogar Schadensersatz zahlen, wenn du das Paket geöffnet hättest und die LvA das nicht wollte.

Nehmen wir mal an, ihr hättet euch getrennt und du willst ihr ans Bein pinkeln… Oder du wärest nur der Sohn und die LvA in Wahrheit deine Mutter.

DHL hat ne riesen Verlustrate die letzten Jahre durch genau solche Fälle gehabt, nun schiebt man dem eben einen Riegel vor und das finde ich auch gut so.

DC
DC

@ Patrick: den grundsätzlichen Sinn zweifelt, glaube ich, ja auch kaum jemand an, nur die inkonsequente Ausführung. … Bei mir war nämlich nicht mehr nachzuvollziehen, wo das Paket gelandet ist. Das bedurfte das Durchklingeln gefühlter 50, realer 20 Haushalte an 3 oder 4 Tagen.

Wortvogel
Wortvogel

@ Patrick: Wie DC schon richtig anmerkt – es geht nicht um die Kontrollen. Die sind okay und richtig. Sie sind nur nicht konsequent. In der Wohnung könnte ich auch ein leichtfertig allein gelassener Handwerker sein, der sich das Paket von Amazon in den Lieferwagen wirft. Und das Feigenblatt Vollmacht ist – wie man gesehen hat – kaum ein wirksames Mittel, Missbrauch zu verhindern.

Ideal wäre, wenn die LvA im Postsystem hinterlegen könnte, dass ich ihre Post entgegen nehmen UND abholen darf. Dann würde das viel Arbeit ersparen. Auf beiden Seiten.

DC
DC

@wortvogel: es gab mal entsprechende Kärtchen im EC-Karten-Format bei der Post. Hat bei meiner Lebensgefährtin und mir gut geklappt.

Wortvogel
Wortvogel

@ DC: Guter Tipp! Könnten wir gerade brauchen.

G
G

In Österreich funktioniert das wesentlich unkomplizierter. Einfach mit dem Ausweis (dessen Nummer dann notiert wird) und dem Abholzettel zur Post und man kriegt das Paket anstandslos.

Marco
Marco

Oh man, habt ihr es gut in D! 🙂 Hier (USA) hinterlaesst die Post einen Zettel, dass man sich sein Paket abholen darf. Fall 1: Komme um 5.30 nach Hause, sehe Zettel (ausgefuellt 10 uhr morgens), checke online, Klasse Post bis 6 Uhr auf, fahre hin. Ja, ne, das heisst nicht am gleichen Tag, weil der Paketbus erst nach Feierabend wieder ins Postamt kommt. Ok, grunz, halt am naechsten morgen hin. Fall2: Komme um 5.30 nach Hause, sehe Zettel, habe Lektion gelernt und stoppe am Naechsten abend am Postamt. Warte 30 minuten um zu hoeren, dass sie mein Paket nicht finden koennen, und auch den Fahrer nicht erreichen koennen. Pech gehabt. Nur um dann nach Hause zu kommen und mein Paket vor der Tuer liegend zu finden! Ahhhh! Warum der fahrer sich entschlossen hat, am zweiten Tag das paket abzulegen, konnte mir aber niemand erklaeren.
UPS, FEDEX etc lassen Pakete uebrigens grundlegend vor der Tuer liegen. Mir wurscht, wenn es weg ist, ist es UPS/versenders Problem.

Lutz
Lutz

„Computer says no“ – Diese drei Worte reichen vollkommen aus, um mir den Vorgang bildlich vorzustellen… ich hoffe, die Dame sprach jedenfalls nicht in diesem desinteressierten nuscheligen Tonfall.

🙂

Tut mir leid, ich weiß, diese Leute haben ihre Vorschriften, aber trotzdem…. genau diese Menschen, die 6 Monate vorher noch über die Dickfelligkeit von Job-Center Mitarbeitern motzen sind es, die, kaum dass sie selbst irgendwo hinter nem Pult stehen, das gleiche Verhalten in x-facher Potenz an den Tag legen.

G
G

„“Computer says no” – Diese drei Worte reichen vollkommen aus, um mir den Vorgang bildlich vorzustellen… ich hoffe, die Dame sprach jedenfalls nicht in diesem desinteressierten nuscheligen Tonfall.“

Und ich hoffe, dass sie ein wenig besser ausgesehen hat. 😀

noergel
noergel

Carol Beer, freundlich wie immer, im Postamt?

Mieze
Mieze

… Du musstest eine Vollmacht auf dem Computer schreiben? .. früher waren dafür auf der Abholkarte diverse Kreuze und ne Linie zum unterschreiben, und fertig ..
Ich hatte bei der Post des öfteren Kunden, die mich gefragt haben, woran ich erkennen kann, daß derjenige welche da selbst auf der Karte unterschrieben hat. Man könnte die Karte ja auch auf der Straße gefunden haben. Da konnte ich dann auch nur mit den Schultern zucken und sagen, joah, ist halt zur rechtlichen Absicherung der Post. Muss halt reichen, Name und Ausweisnummer der abholenden Person werden ja erfasst. Zumindest bei einem versicherten Paket. Bei Briefen, Päckchen und Warensendungen natürlich nicht, da isses ja egal, wenn die wegkommen 😉

Chabneruk
Chabneruk

Ich hab meiner Freundin mal eine Vollmacht ausgestellt, unterschrieben und mit Personalausweis-Scan (das Paket war ab 18). Ging nicht. Die Frau hinter dem Schalter war sehr beamtlich (sprich unflexibel) und beflissen. Ich musste selbst auflaufen.

Hab mich dermaßen geärgert, vor allem weil das Paket zu einer Zeit hätte kommen sollen, wo wir zuhause waren. Wir fanden dann den „keiner anwesend“-Zettel im Briefkasten. Da hatte jemand bei DHL keinen Bock auf den dritten Stock…

Wortvogel
Wortvogel

@ Chabneruk: Das Problem hatten wir hier anfangs auch. Nachdem meine LvA mal gesehen hat, wie der Paketbote das Päckchen im Erdgeschoss abgegeben hat, ohne auch nur bei uns zu klingeln, ist sie ihm hinterher und hat ihn zur Rede gestellt. Da kann sie so biestig werden ich. Seitdem haben wir ein gutes Verhältnis zum DHL-Boten (und zu allen anderen auch).

Vor 15 Jahren wohnte ich in der Ysenburgstraße, da hatten wir einen Briefträger, der offensichtlich permanent besoffen war – der warf ständig Briefe in die falschen Briefkästen verwechselte Straßen (dann lagen bei uns Sendungen, bei denen nur die Hausnummer stimmte) und Personen. Es tat mir fast leid, aber nur fast: ich habe mich nach einer Weile SEHR drastisch beschwert, denn es kann ja gut sein, dass ich deswegen Briefe vom Finanzamt oder anderen Behörden nicht bekomme. Eine Woche später hatten wir einen neuen Briefboten.

Chabneruk
Chabneruk

Das Problem ist: Hier kriegste das kaum mit. Hermes macht das übrigens genauso. Neulich kam eine Sendung am Montag nicht an, der Bote hatte nichtmal die Tür öffnen lassen (per durchklingeln bei allen) sondern nur seinen Zettel durch den Zeitungsschlitz gesteckt.

Und wenn die Boten dann liefern, weiß man nicht, obs die selben sind, die dann vorher nicht geliefert haben. Auf Verdacht meckern will ich auch nicht – hoffe, ich erwische auch mal einen so wie deine Freundin.

hilti
hilti

UPS, FEDEX etc lassen Pakete uebrigens grundlegend vor der Tuer liegen. Mir wurscht, wenn es weg ist, ist es UPS/versenders Problem.

Besonders schön dann, wenn Upswieder mitnimmt, was Fedex geliefert hat.

MrFox
MrFox

Ich hatte auch ein DHL(-Express) Abenteuer vor vielen Jahren. Damals saßen wir in der Firma gerade an einem extrem wichtigen Coverdesign mit ganz dringenden Druckschluss. Die dazugehörigen Standfoto-Dias waren aus irgendeinem Grund zu spät angekommen und sehr knapp beim Dienstleister zum Scannen gelandet. Damit am Tag der Druckabgabe alles noch rechtzeitig verarbeitet werden konnte, schickte der Dienstleister die Dias samt DVD mit den gescannten Daten für viel Geld per DHL-Express an unsere Firma. Dort sollten sie bis mittags ankommen und dann bis nachmittags bearbeitet werden, alles stressig genug. (die Daten waren DAMALS zu groß für Internet-Übertragung und wir hatten keine ISDN-Datenleitung)
Punkt 18:00 Uhr war Abgabe der fertigen Designs per Upload. Soweit der Plan. Ich sitze also da und schaue Stunde für Stunde auf die Uhr. Das Tracking sagt: Lieferung kommt. Es ist 10 Uhr. Tracking sagt: Lieferung kommt. Es wird 11:00. Tracking sagt: Lieferung kommt. Es wird so langsam 12:00. Tracking sagt – Lieferung wurde abgegeben. Ich habe nichts bekommen, renne durch die Firma, frage überall. Nichts da, nichts gekommen, niemand hat den Expressmann gesehen. Ich kontrolliere die Garage des Chefs, manchmal legen Kurierdienste die Sachen an die unmöglichsten Orte, nur weil sie vor Betriebsbeginn schon da sind. Nichts…
Die DHL-Express-Hotline sagt, jemand hat mit „B.K.“ unterschrieben und die Sendung angenommen. Könnte allerdings schon so gegen 6:30 Uhr morgens gewesen sein. WTF? 6:30? Wer nimmt da eine Expresssendung an? Warum brauch das Tracking 6 Stunden um das zu merken? Ich kennen KEINEN der Nachbarn, niemand nimmt sonst irgendwas an, weil immer jemand in der Firma ist. Aber ich habe keine Wahl, renne von oben nach unten durch die Straße(n), vergleiche Namen und Klingelschilder. Nichts passt. Kein B.K. nirgendwo. Ich klingele trotzdem alle durch, die wenigsten sind da, niemand hat etwas angekommen, niemand kennt den ominösen „B.K.“ der jetzt zwar meine Diasscans hat aber nicht in der Lage ist, seinen vollen Namen zu schreiben. Es ist inzwischen 15:00 Uhr, ich schwitze und stehe verzweifelt am Eingang der Firma. Das Problem scheint unlösbar, denn in der Sendung sind AUCH die Dias, nochmal scannen, selbst abholen fahren – alles nicht drin. Ist die Sendung weg, müssen die Dias nochmal neu in den USA bestellt werden. Es heißt nicht umsonst „DEADline“.
Schließlich fällt mir auf, das der Briefkastendeckel ein bisschen absteht weil irgendwas großes drin liegt – und mir wird klar, ich habe ihn doch noch gefunden- den „B.K.“. Den Briefkasten hatte niemand geprüft, da der Briefträger die Post immer direkt im Büro persönlich abgab. Danke DHL-Express, wäre sonst auch zu langweilig gewesen.

DC
DC

@MrFox: sowas spart glatt das Fitnesscenter, schon in puncto Pulsschlag. ..

Gibt’s eigentlich solche Geschichten nicht gesammelt als ebook (als Taschenbuch vermutlich zu umfangreich…)? Wäre das nicht ein potentieller Bestseller? 😉

Marco
Marco

Besonders schön dann, wenn Upswieder mitnimmt, was Fedex geliefert hat.

ROFL. Das ist neu.

gerrit
gerrit

Einfach im nächstgelegenen Supermarkt nachfragen, ob die Post für einen annehmen, „c/o [Adresse korrekt erfassen]“ und alles wird gut. Zwischen 6 und 24 Uhr, das Zeitfenster verfehlt der ehrgeizigste Subsubsuppes nicht.

Marco
Marco

Einfach im nächstgelegenen Supermarkt nachfragen, ob die Post für einen annehmen

jaja, und dann meckert Bjorn im shopblogger blog wieder … 😉

Marc
Marc

@wortvogel

Zumindest Dein eines Problem laesst sich loesen: die Post bietet mittlerweile an, das man seine Filiale aussuchen kann, wo man Pakete abholt (habe z.B. eine gewaehlt die Nah an meiner Arbeit liegt und nicht nah an meinem zu Hause)

Dietmar
Dietmar

Vermutlich ginge auch Comic Sans.

😀

Ich weiß nicht: Ist doch schön, immer wieder mal daran erinnert zu werden, dass das mal eine Behörde war.

Diese Rechthaberei von „Amtsträgern“: Zu schön …

Nikolai
Nikolai

Mal über die Packstation nachgedacht?
Das ist meiner Meinung nach eine wunderbare Alternative.
Natürlich muss man immer noch zur Filiale, aber die Packstationen haben 24 Stunden am Tag geöffnet.
Da bin ich schon mal Nachts um 00:30 hin um ein Videospiel zu holen.

comicfreak
comicfreak

@ Nikolai

..frag mal Dr.Acula, was er schon bei Packstationen mitgemacht hat ^^

jojoschi
jojoschi

@Marc @Wortvogel: Stimmt, da kann man auch einen „Wunschnachbarn“ angeben, bei dem das Paket abgegeben werden soll. Theoretisch bekommt man vorher auch noch eine SMS/Mail und kann das dann noch ändern. Also z.B. wenn man doch zu Hause ist, kann man es dann doch noch nach Hause liefern lassen. Funktioniert allerdings nicht immer. Dann steht in der SMS nur „Ihr Paket kommt am xx.xx.“

Dr. Acula
Dr. Acula

@comicfreak
Die Packstation ist noch mal mein Untergang…

Nikolai
Nikolai

Negative Erfahrungen gibt es natürlich immer, das läßt sich nicht vermeiden.
Das ist für den Einzelnen auch sehr ärgerlich, aber bedeutet nicht, dass das ganze System versagt.

Dr. Acula
Dr. Acula

@Nikolai
Ich würde es tolerieren, wenn, sagen wir, von 100 Packstationsendungen 1 nicht klappt wie gewünscht. Wenn’s von 10 Sendungen 3 sind, wird’s ärgerlich.

DC
DC

@Nikolai: da müsste man mal statistisch auswerten, wie hoch die Fehlerquote des Systems ist. Vielleicht auch im Vergleich zu anderen Berufssparten….

Auch eine nette Geschichte: ich habe am 18. Dezember ein Päckchen (nie wieder, da zahle ich künftig lieber etwas mehr für versicherten Paketservice) an meine Schwester an eine Packstation (!) geschickt. Und dann kam das große Warten. Am 15. Januar habe ich mit wenig Hoffnung auf Erfolg einen Nachverfolgungsauftrag gestellt.
Am 22. kam am selben Tag ein Brief, dass leider mein Päckchen nicht aufgefunden werden konnte SOWIE eine SMS, dass ich ein Päckchen bei der Post abholen könne. Es stellte sich raus, dass es jenes Päckchen war, mit dem Hinweis, dass es nicht abgeholt wurde. Anbetracht der Tatsache, dass meine Schwester, sich per Mail und SMS benachrichtigen lässt, wenn etwas in der Packstation ist und man sonst alle 2 Tage daran erinnert wird, dass was da ist, ist das doch eine nette Verkettung unglücklicher Umständen…
Mal abgesehen von der zumindest häufigen Unfreundlichkeit der Schalterbeamtin….

Nikolai
Nikolai

„@Nikolai: da müsste man mal statistisch auswerten, wie hoch die Fehlerquote des Systems ist. Vielleicht auch im Vergleich zu anderen Berufssparten….“

Das wäre das Einzig aussagekräftige.
Denn auch hier findet eine selektive Wahrnehmung statt.

Man merkt sich nicht, wenn jemand erzählt, dass er mit der Packstation zufrieden ist.
Aber Storys über das klägliche versagen der Post, die merkt sich jeder.

reptile
reptile

Das Problem hatte ich tatsächlich noch nie. Ich zeige immer meinen Ausweis vor und die Dame notiert sich die Daten. Kein Problem.

Dietmar
Dietmar

Weil Reptilien Angst machen …

Der Karsten
Der Karsten

Naja.. gibt viele Reptilien. Vielleicht ist er ein Gecko oder Bartagame? 😉 Vor denen muss man nu wirklich keine Angst haben.

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