USA 2012 / 83 MIN / ENGLISCHE OV

REGIE JOHN GULAGER
DARSTELLER KATRINA BOWDEN / DANIELLE PANABAKER / DAVID HASSELHOFF / CHRISTOPHER LLOYD / VING RHAMES / CHRIS ZYLKA / GARY BUSEY / DAVID KOECHNER

Offizielle Synopsis: Diesmal haben es die gefräßigen Piranhas auf das Freizeitbad Big Wet abgesehen. Allen Warnungen seiner Stieftochter Maddy, ihres Zeichens Meeresbiologin, zum Trotz will der schmierige Unternehmer Chet sein Schwimmparadies mit großem Trara eröffnen. Zu viel Geld steckt bereits im Adult Pool, in dem sich barbusige Models räkeln (ja, in 3D), und auch das Engagement von David Hasselhoff war bestimmt kostspielig. Die Katastrophe ist natürlich unvermeidlich – wobei ihr entscheiden dürft, was gemeint ist: Ein Festmahl an panischen Badegästen oder die Selbstdemontage eines Whiskey trinkenden Hasselhoff, der sich selbst und noch einmal den Rettungsschwimmer geben darf.

Kritik: Wann ist ein Genre tot? Wenn es etabliert genug ist, um parodiert zu werden? Oder wenn die Parodie allein nicht mehr ausreicht und die Macher deshalb willkürliche Szenen von nackten Statistinnen zwischen die tatsächliche Handlung schneidet?

„Piranha 3DD“ ist der zynische Versuch, sich in der Zielgruppe zum Bodensatz vorzuarbeiten. Guck, nackte Weiber! Schau, der Piranha hat dem Typen in den Schwanz gebissen! Geil, der Dicke hat einen Piranha im Arsch! Kopf ab! Rad ab! Hut ab! Bart ab! Sketch up!

Eine Story wird nicht mal mehr versucht, die Biester mit den Rasiermesserbeißern fallen diesmal halt über einen Wasser-Park her, in dem seit neustem Stripper als Bademeisterinnen arbeiten. Und David Hasselhoff schaut als Gaststar vorbei. Was augenscheinlich schon ein Gag ist, weil sich das Skript darüber hinaus keinerlei Mühe macht, diese Tatsache irgendwie inhaltlich zu verwerten.

Wirklich leid können einem die Überreste des eigentlichen Genres tun, die sich zwischen den Albernheiten verstecken. Es gibt ein, zwei gar nicht mal so schlechte (weil gänzlich unkomisch inszenierte) Attacken der Fische, mit Katrina Bowden und Danielle Panabaker schämen sich zwei talentierte Schauspielerinnen (natürlich voll bekleidet) für ihre missratene Rollenwahl und die Gaststar-Riege von Christopher Lloyd, Ving Rhames und Gary Busey hat sich den jeweiligen Drehtag sicher gut vergolden lassen.

Die filmische Bankrotterklärung, die „Piranha 3DD“ darstellt, ist eigentlich nur von Stonern, debilen Freizeitsäufern und Vollpfosten zu unterschreiben, deren Maßstab für einen Horrorfilm Blut & Titten ist.

Fazit: Eine willkürliche Anordnung von Mini-Sketchen und Splatter-Attacken rund um das Thema Piranhas. Mich treibt die Angst um, dass eine Generation aufwächst, die tatsächlich glauben könnte, Filme wie „Piranha 3DD“ hätten irgendwas mit Horror, Comedy oder Sex zu tun.

Der Trailer verkauft genau die Sorte Film, die „Piranha 3DD“ eben nicht mehr ist:



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reptile
reptile

Ich mochte den ersten Teil, ein perfekter Dosenbier Partyfilm, was ja auch mal sein muss.

Rex Kramer

Ja, der erste war herrlich grenzdebil. Allerdings war er so ziemlich an der Unterkante dessen, was ich meinem armen geschundenen Hirn zumuten möchte. Daher habe ich mir geschworen, 3DD nur dann eine Chance zu geben, wenn er das Niveau nicht noch weiter runterschraubt (was er ja anscheinend tut) 😉

Gregor

„“Piranha 3DD” ist der zynische Versuch, sich in der Zielgruppe zum Bodensatz vorzuarbeiten.“

Ein wunderschöner Satz.

Howie Munson
Howie Munson

Zum Clip wurde ja schon einiges in den Kommentaren zum Avenger-Trailer gesagt…

Da es nicht erwähnt wurde, nehm ich an das The Hoff nicht singt…

heino
heino

Ach verdammt, der hätte mein Guilty pleasure sein sollen:-(

Marcus
Marcus

@heino: wenn er gut wäre, wär’s ja kein Guilty pleasure, oder?

heino
heino

Sicher, aber deshalb muss er ja nicht so dermassen schlecht sein. Zumindest ein gewisses Maß an Unterhaltungswert sollte der Streifen schon haben

reptile
reptile

Oh man. Teil 1 war ja recht launig und auch größtenteils witzig.
Teil 2 wäre gern witzig, ist es aber nicht.

Thies
Thies

Sogar wenn man versucht das Niveau-Limbo des Films mitzumachen um ihn als reine Partygranate (á la „Hatchet“) zu betrachten, überwiegen irgendwann die Mängel, so dass zum Ausgleich schon lebenbedrohliche Mengen an Dosenbier nötig wären. Das finale Massaker ist im Gegensatz zum ersten Teil derart dilettantisch geschnitten, dass man komplett den Überblick über das Geschehen verliert. Und die Musikauswahl ist ein schlechter Scherz: Geigen- und Chor-Gejauchze während die Piranhas draufgehen? WTF!?!

Aber trotzdem: der Satz “Josh cut off his penis because something came out of my vagina” sollte zu einem ähnlich unsterblichen Zitat wie „Here’s looking at you, kid“ werden. 😀

Marcus
Marcus

The Hoff war das einzige an dem Film, dass wirklich funktionierte. Und man kann trefflich drüber streiten, ob es eine gute Idee ist, die Patzer am Set in den Abspann zu schneiden, wenn diese Montage mehr gute Gags hat als der Film selber. Selten eine so dünne Story gesehen.

Und trotzdem – schreibt es der FFF-Dementia zu, aber: 6/10.

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[…] Southern Wild ♣ Columbus Circle ♥ Compliance ♥ Excision ♥ Grabbers ♣ Morituris ♣ Piranha 3DD ♣ Portrait of a Zombie ♦ Starship Troopers Invasion ♣ Storage 24 ♥ Thale ♥ The […]