USA 2009 / DCP / 110 MIN / Englische OV

REGIE Kerry Prior
DARSTELLER David Anders / Chris Wylde / Louise Griffiths / Jacy King / Clint Jung

Story (offizielle Synopsis): Joey und Bart sind echte Kumpel. Letzterer hat während eines Einsatzes im Irak eine Kugel in den Kopf bekommen – und jetzt ein fettes Problem: Nach seiner Überführung in die USA (und auch nach seiner Beerdigung) ist Bart einfach nicht so tot, wie er es sein sollte. Eines Nachts kehrt er als „Revenant“ zu seinem Kumpel Joey zurück. Klar, dass beide erstmal ordentlich „What the fuck?“ fluchen. Aber nach kurzer Zeit haben sich die zwei Chaoten in die Überlebensstrategien von Wiedergängern erfolgreich eingefummelt: 1. Tagsüber fällt der „Revenant“ in eine tiefe Schlafstarre! – 2. Gegen den eigenen Verfall benötigt der „Revenant“ menschliches Blut, denn jegliche andere Form von Nahrung löst ganz bösen Brechdurchfall aus! – und 3. Halte dein Geheimnis bloß vor deiner ehemaligen Verlobten gut versteckt!

Kritik:

Abteilung „Verdammt, die Vombies kommen!“

Mit den ausgewiesenen Horror-Komödien ist es auf dem Fantasy Film Fest immer so eine Sache. Es gibt durchaus Perlen wie „Tucker & Dale„, aber oft genug reicht es nach dem launigen Setup nur noch für ein paar halbgare Sketche, und die Angelegenheit zieht sich wie Kaugummi bis zum Nachspann. „The Revenant“ sah mir (wie der thematisch vergleichbare „Deadheads“) nach einer eher müden Produktion aus, die sich an „Shaun of the Dead“ ranhängen möchte. Aber was tut man nicht alles „der Vollständigkeit halber“?

Weit gefehlt! Zugegeben, „The Revenant“ ist wirklich billig. So billig, dass er auf der großen Leinwand nach Pixelmatsch aussieht und man bei den CGI-Effekten prima die einzelnen Bytes zählen kann. Den sollte man wirklich maximal auf DVD genießen, zumal die vielen Nachtszenen körniger als mein Frühstücksmüsli sind. Aber darüber hinaus: Respekt, Kerry Prior (der hier so ziemlich alles selber gemacht hat). „Revenant“ mangelt es nicht an Ideen – wenn der Film ein Problem hat, ist es ein „zuviel“ an schrägen Einfallen, die gegen jede Vernunft noch in die Laufzeit geprügelt werden.

„Revenant“ schafft das, was praktisch jeder deutschen Produktion, die ich durchleide, abgeht: Er baut ein simples Konstrukt auf (was, wenn dein bester Kumpel von den Toten aufersteht?) und verfolgt diese Idee dann konsequent bis zum (bitteren) Ende weiter. Da muss nicht mittendrin das Thema gewechselt oder verzweifelt nach neuen Antagonisten gesucht werden – einmal angeworfen, schnurrt die Narrative von „Revenant“ wie der aufgemotzte Camaro, mit dem unsere „Helden“ durch LA cruisen.

Außerdem hat „Revenant“ im Gegensatz zum gros der Konkurrenz ausreichend Action zu bieten und ergeht sich nicht nur in pseudo-witzigen Slacker-Dialogen.

Obwohl Joey und Bart zwei ziemliche Spacken sind (und Wylde aussieht wie David Spades misslungener Klon), respektieren wir ihre bedingungslose Freundschaft, auch als diese in Murder & Mayhem abgleitet. Es sind zwei überforderte Loser, denen man gerne zu schaut, auch wenn sie sich in die Scheiße reiten. Und am Schluss haben wir Mitleid mit ihnen, denn irgendwann fällt auch für sie die letzte Klappe.

Das einzig nennenswerte Problem, das irgendwann im zweiten Akt auffällt: Prior kann es nicht gut sein lassen. Immer wieder gibt es Abschlüsse, die zu versprechen scheinen – jetzt geht es aufs Ende zu! Stattdessen geht es weiter. Immer weiter. Noch eine Wendung, noch ein Twist, noch eine Aufblende nach der Abblende, die eigentlich zum Nachspann hätte führen müssen. Angesichts der für eine Comedy sowieso sehr üppigen Laufzeit wäre es vielleicht angeraten gewesen, im Finale noch mal zehn Minuten der Schere zu opfern – allerdings nicht den Epilog, der mit einer sehenswerten Idee des US-Militärs zu erfreuen weiß…

Fazit: Ein rüde und billige Zombie-Comedy mit viel Splatter und haufenweise witzigen Ideen, die leider nicht rechtzeitig erkennt, wann es Zeit für den Nachspann ist.



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Dietmar
Dietmar

🙁 Komm´ mit dem Lesen nicht hinterher.

Du hast ja ein Pensum!

TomHorn
TomHorn

Wirklich lustige Zomödien?
Immer her damit!

DMJ

Wohl mal einen Blick wert, im Bereich der Horrorkomödie gibt es ja bekanntlich äußerst viele Rohrkrepierer, so dass man die löblichen Ausnahmen besonders begrüßt.

heino
heino

Eigentlich ist das wie Stake Land – der ja als Vampirfilm verkauft, aber de facto ein Zombiefilm ist – eine Mogelpackung denn hier haben wir eine als Zomödie angespriesene Vampirkomödie. Die ist allerdings wirklich gut, sehr schön in der Charakterisierung und Handlung ausgearbeitet, konsequent durchdacht und keine Minute langweilig. Für mich die bisher grösste positive Überraschung.

Marcus
Marcus

@heino: wenigstens einer hatte Spaß…. 🙁

heino
heino

Ja, den hätteste besser nicht ausgelassen. Aber du musstest ja unbedingt nach einem würdigen Nachfolger für TLO suchen *hehe*

OnkelFilmi

DEADHEADS hat der Kleine ja auch schon ausfallen lassen, scheint wohl nicht gerne zu lachen…

heino
heino

Bei Deadheads gab`s ja auch nicht viel zu lachen……..

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[…] waren, mittlerweile aber nur noch ermüden. “Portrait of a Zombie“, “The Revenant“, “Fido“, “Deadheads“, “Retornados” – was mal als […]

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[…] Room ♥ Super ♦ The Divide ♦ The Last Death ♣ The Mortician 3D ♥ The Prey ♥ The Revenant ♥ The Valdemar Legacy ♣ Urban […]