USA/AUSTRALIEN 2010 / 35 MM / 99 MIN /ENGLISCHE OV

REGIE TROY NIXEY
DARSTELLER KATIE HOLMES / GUY PEARCE / BAILEE MADISON / ALAN DALE

Story (offizielle Synopsis): Blackwood Manor hat eine dunkle Geschichte. Düster thront das riesige viktorianische Anwesen inmitten der Wälder von Rhode Island und trotzt seit Jahren dem Zahn der Zeit. Für die kleine Sally beginnt hier ein neues Leben. Die Mutter hat sie kurzerhand zu ihrem dort lebenden Vater verfrachtet, dem ehrgeizigen Architekten Alex, der mit seiner neuen Freundin Kim das wertvolle Gemäuer von Grund auf restaurieren will. Natürlich hat Sally wenig Lust auf ihre „neue Mom“, da kann sich die junge Kim noch so sehr bemühen. Und auch ihren ohnehin recht gleichgültigen Dad straft sie mit Missachtung. Viel lieber durchstreift das Mädchen allein die unzähligen Räume und den verwilderten Garten von Blackwood Manor. Was sie dort findet, mag ihr zunächst niemand glauben. Doch als sich die unerklärlichen Ereignisse mehren, beginnt die misstrauische Kim zu recherchieren und stößt auf ein entsetzliches Geheimnis aus der Vergangenheit, dessen Spuren bis in die heutige Zeit reichen.

Kritik:

Zu den vielen Dingen, die ich nicht leiden kann, gehören Produktionen, die sich mehr über den Produzenten als über den Regisseur oder den Autor verkaufen. Außerdem ist „Don’t be afraid of the dark“ wohl das Remake eines Streifens, den ich auch noch nicht gesehen habe. Aber es soll mir egal sein – es zählt ja bekanntermaßen das, was am Ende dabei raus kommt. Guillermo del Toro hin oder her.

Wie sich am Cast von Guy Pearce und Katie Holmes schon ablesen lässt – radikaler Indie-Horror ist hier nicht zu erwarten. Stattdessen ein üppig ausgestatteter „Haunted House“-Gruselfilm im Stil von „Amityville Horror“ und „Das Omen“, der über weite Strecken Klischees durchkaut, die einen nur deshalb nicht gähnen lassen, weil sie in den 80ern aus der Mode kamen und deshalb heute nicht mehr so präsent sind.

Das heißt nicht, dass die alten Schauermechanismen nicht mehr funktionieren würden: DBAOTD kann durchaus eine wohlige Gänsehaut erzeugen, spielt gekonnt mit den Monstern unter dem Bett und in den Schatten. Das Haus, scheinbar endlos und nie wirklich hell, ist eigener Charaktere, eine grimmige Trutzburg gegen die Moderne.

Aber irgendwann im zweiten Akt wird deutlich, dass man das alles doch schon zu oft gesehen hat, dass die Steigerung der Bedrohung zu gemächlich vonstatten geht, und dass die cleveren Kreaturen einfach zu wenig plausiblen Antrieb haben, um als „big bad“ zu überzeugen. Sicher, die winzigen Rattenmenschen sind ein ganz neues Element – aber ihr Verhalten unterscheidet sich nicht nennenswert von dem, was auch ein Wald & Wiesen-Geist tun würde. Die Innovation blieb nach dem Design irgendwann stecken. Und man erlaube es mir zu sagen: Irgendwie sehen die Dinger sowieso wie Charles Bands „Subspecies“ aus…

Gute schauspielerische Leistungen von Holmes und Pearce, ein bemühter Geigen-Score von Beltrami und schier endlose Kamerafahrten machen DBAOTD letztlich leicht verdaulich, aber eine Delikatesse wird aus diesem Mainstream-Mahl nicht mehr. Nennen wir es einen sehr teuren Burger aus besten Zutaten. Schmeckt gut, bleibt aber ein Burger.

Man darf sich aber durchaus über das komplett sinnfreie Ende wundern – ich spoiler das hier mal: Wenn meine Zukünftige von kleinen Monstern in ein Erdloch geschleift wird, dann mache ich nicht den Deckel drauf und sage sinngemäß „na, das war es dann wohl“! Hinter her klettern? Polizei rufen? Exorzisten? Wie wollen die überhaupt erklären, was mit Kim passiert ist? Total daneben. Würde mich nicht wundern, wenn da auf DVD ein „original ending“ auftaucht…

Fazit: Aufwändiges Gruselspiel im klassischen Stil, das über seine clever getricksten Kreaturen wenig Neues zu bieten hat und deshalb allenfalls einen vergnüglichen Schauerabend im Kino mit der Freundin verspricht.



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Marko

… aber das mit Abstand beste Filmplakat bisher. Das ist mal ein Hingucker!

ali
ali

Ja, Plakat und der Titel ist das beste dran…

heino
heino

Ich liebe Spukhaus-Filme und die Klischees sind kein Problem, solange sie gut inszeniert sind. Leider hat das seit dem ersten „Poltergeist“ keiner mehr richtig hinbekommen, insofen setze ich jetzt mal meine Hoffnungen hierauf:-)

heino
heino

Ich fand den Streifen sehr gelungen. Die eine oder andere Länge hat mich nicht allzu sehr gestört, dafür war er zu gut inszeniert. Aber das Ende war wirklich etwas dümmlich, das hätte man besser auflösen können.

Marcus
Marcus

Atmosphärischer, souverän inszenierter Gruselstreifen mit deutlichem Del Toro-Touch. Nicht weltbewegend, aber wem der Grundtenor zusagt, der wird hier nicht enttäuscht.

Gut guckbar. 7/10

Aber, Torsten: „“Haunted House”-Gruselfilm im Stil von “Amityville Horror” und “Das Omen”“?

„Das Omen“? SEEEEEHR weit hergeholter Vergleich.

Peroy
Peroy
Peroy
Peroy
Thies
Thies
Dr. Acula

Heute gesehen und für durchschnittlich befunden ( http://www.badmovies.de/soap/client.php/Don%27t_Be_Afraid_of_the_Dark – shameless plug). Zum Ende: ja, ich hatte eigentlich erwartet, dass sie das Haus niederbrennen o.ä. Naja, man kann nicht alles haben.

heino
heino

„Ach ja: Nach dem Screening meinte einige Besucher, das kleine Mädchen verhalte sich untypisch erwachsen – z.B. mit dem Bad in dem großen dunklen Badezimmer. Das erklärt sich natürlich, wenn das von einer erwachsenen Person im Original abgeleitet wurde…“

So einen Quark können aber auch nur Leute reden, die noch nicht viel Umgang mit Kindern in dem Alter haben. Das Mädchen war ja so ca. 8 oder 9 und offensichtlich ein Scheidungskind, das ist mit Sicherheit daran gewöhnt, sehr vieles allein machen zu müssen.

Peroy
Peroy

„So einen Quark können aber auch nur Leute reden, die noch nicht viel Umgang mit Kindern in dem Alter haben. Das Mädchen war ja so ca. 8 oder 9 und offensichtlich ein Scheidungskind, das ist mit Sicherheit daran gewöhnt, sehr vieles allein machen zu müssen.“

So ein Quark können aber auch nur Leute reden, die selbst keine Scheidungskinder gewesen sind…

(Ganz abgesehen davon, ich denke, es geht nicht darum, dass sie sich selbst ein Bad einlässt, sondern dass sie das in einem dunklen Zimmer im Monsterhaus macht…)

heino
heino

„So ein Quark können aber auch nur Leute reden, die selbst keine Scheidungskinder gewesen sind…“

Und damit liegst du mal wieder voll daneben.

„@ Heino: Das ist in mehrerer Hinsicht Quatsch. Zuerst einmal steht es dir nicht zu, alle Leute abzuqualifizieren, die dieser Meinung sind. Zweitens IST die Rolle von einer erwachsenen Frau auf ein kleines Mädchen abgeleitet worden. Drittens würde ich das Mädchen auf maximal sechs oder sieben schätzen (auch wenn die Darstellerin älter ist). Und schließlich: schau dir die Szene nochmal an. Ich habe sechs Jahre lang als Babysitter gearbeitet: Kein Mädchen, das ich kenne, hätte in diesem Raum, in dieser Wanne, und bei dieser Vorgeschichte alleine baden wollen.“

Und was soll mir das jetzt sagen? Erstens kann ich von meinen eigenen Erfahrungen und denen meiner Geschwister ausgehen, denn wir waren Scheidungskinder. Zweitens nimmst du das Alter des Kindes auch nur an, also ist das wohl kaum ein Argument dafür, dass du mehr im Recht wärest als ich. Und drittens habe ich mehr als 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit Kindern, da ich sehr viele Cousins/Cousinen und einen Neffen habe, bei denen ich regelmässig die Aufsicht war, also kannst du mir da auch nicht viel erzählen. Und da du selber auch immer wieder gerne verallgemeinerst, lasse ich mich dafür von dir auch nicht abkanzeln.

heino
heino

Es bleibt dabei, dass die Rolle von einer erwachsenen Frau auf ein Kinder runtergeschrieben wurde und auch andere Relikte des 1973er-Skripts nie wirklich angepasst wurden (die Polaroid-Kamera).

„Sorry, du kannst immer noch nicht behaupten, dass DEINE Erfahrung als Scheidungskind bedeutet, dass du die Meinung mehrerer Leute auf dem FFF, das Kind sei teilweise sehr unrealistisch “unkindlich” gewesen, irrelevant sei.

Es steht dir allenfalls die Aussage zu, dass DU das Verhalten des Kindes realistisch findest.“

Punkt 1 kann ich nicht beurteilen, das Original kenne ich nicht, also kann ich auch nicht vergleichen. Dass eine Frau auf ein Kind „runterschreibt“, finde ich aber unproblematisch, da ja auch Männer Frauenrollen schreiben und umgekehrt. Da sagt ja auch keiner, das ginge nicht, weil Männer eben keine Frauen seien bzw. halt andersrum. Das ist mit dem nötigen Einfühlungsvermögen wohl kaum ein Problem.

Punkt 2 habe ich nie behauptet, das liest du in mein Post rein. Und meine Erfahrungen habe ich erst ins Spiel gebrahct, nachdem Peroy und du mich von der Seite angegangen seid und vor allem du deine Erfahrungen als Massstab herangezogen hast.

Ich will auch gar nicht mit dir streiten. Ich war gestern aus privaten Gründen etwas angefressen und eure heftigen Reaktionen haben mich auf dem falschen Fuss erwischt. Ich denke immer noch, dass ihr die Rolle des Mädchens zu engstirnig seht, aber für den Tonfall entschuldige ich mich. Friede auf Erden?:-)

John

Da die Behauptung von mir kam (Nachklapp, ja…): ich persönlich finde weniger direkt ihr Handeln als die Art und Weise, wie das Drehbuch sie darstellt und ihre Dialoge kindesuntypisch – die Figur und die Situationen in die sie gerät, wirken, als wäre das Mädchen im Skript mal eine Teenagerin gewesen. Scheidungskind hin oder her.

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