22
Jun 2011

Das Gewisse Etwas im Schönen Schein: "The Joy of Easy Listening" ist easy watching

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich bin ein Doku-Junkie – ob 13stündige Epen über den europäischen Stummfilm oder dreiteilige Ausflüge in die Geschichte des Lichts und seiner Wahrnehmung: her damit!

Ich werde allerdings mittlerweile des ewig gleichen Formats überdrüssig, das wir alle schon bis zum Erbrechen gesehen haben: Voice Over, ein paar Ausschnitte, historische Clips, aufgefüllt mit Stock Footage – und jede Menge "talking heads", die souverän plaudern. Oft würde ich mir eine etwas mutigere und eigenwilligere Herangehensweise wünschen.

Obwohl die BBC4-Doku "The Joy of Easy Listening" genau dem Format entspricht, ist sie wundervoll nostalgisch und angefüllt mir toller Musik aus vier Jahrzehnten. Burt Bacharach, James Last, Engelbert, The Carpenters, Richard Clayderman, Lighthouse Family – smooth, Baby! Und in hervorragender Qualität auf YouTube zu genießen.

Diese 90 Minuten vergehen wie im Flug – lehnt euch zurück, dreht das Licht runter, greift zum Cognac-Schwenker und lasst euch von der Lady die Brusthaare kraulen.

(Video leider mittlerweile nicht mehr verfügbar)



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Karsten
Karsten
22. Juni, 2011 09:31

Heißt das, du guckst 12 Stunden am Tag N-TV?? 🙂 Immerhin laufen da ja auch Dokus..
Werde mir die Doku heute abend, wenn ich zu Hause bin, mal reinziehen.

heino
heino
22. Juni, 2011 10:54

Heisst das, du hörst den Schmalkram auch wirklich, oder beschäftigst du dich nur im Rahmen dieser Sendungen damit?

Marcel
Marcel
22. Juni, 2011 11:02

Zum Thema Doku-Format könnte dir das vielleicht gefallen:
http://www.youtube.com/watch?v=x1bX3F7uTrg

Wortvogel
Wortvogel
22. Juni, 2011 15:43

@ heino: Ich lasse das ganz gerne bei mir als Hintergrundgeplätscher laufen. Nicht gerade Engelbert und Clayderman, aber Conniff, Bacharach und Carpenters.

Peroy
Peroy
22. Juni, 2011 17:20

"Obwohl die BBC4-Doku “The Joy of Easy Listening” genau dem Format entspricht, ist sie wundervoll nostalgisch und angefüllt mir toller Musik aus vier Jahrzehnten. Burt Bacharach, James Last, Engelbert, The Carpenters, Richard Clayderman, Lighthouse Family – smooth, Baby!"
Ich hoffe, ich werde nie so alt wie du…

Comicfreak
Comicfreak
22. Juni, 2011 18:07

..komisch, dass "anderswo" liebevolle Hommagen kein Problem sind, das gleiche Format in D aber distanziert-ironisch-gebrochen präsentiert würde in der Sprechweise von Claus Kleber, und im ersten Frame wäre eine ins Schlauchtop geschossene Janine Kunze, die "oh-mein-Gott-die-Frisur-geht-wohl-gar-nicht" schreit, gefolgt von diesem Typen, der mal Grönemeyer gecovert hat und jetzt Kindersendungen lieblos (=cool [nicht]) wegmoderiert, der erklärt, weshalb die alten Hits keine Kunst sind und dass das alles so pfui-bäh alte-Leute-Zeuch ist..

DMJ
22. Juni, 2011 20:13

@Comicfreak:
Oja, das ist mir auch schon aufgefallen. Nostalgiesendungen sind meistens tatsächlich vor allem Distanzierungen von ihrem Objekt, wobei meist nichtmal was konkretes vorgebracht wird, sondern einfach nur pro forma dumm gelacht wird. So nach dem Motto: "Oooooh, 'Miami Vice'! Höhö…die Anzüge, nicht? Und die Haare!" – So fucking what? Worauf wollt ihr hinaus?!?
Beim "Raumpatrouille Orion"-Kinofilm hat es die Nummer ja bis ins Bonusmaterial geschafft, wo Elke Heidenreich abfällig belächelt, wie in der Serie "die mutigen Deutschen" angeblich die Welt retten würden.

DMJ
22. Juni, 2011 20:14

@Comicfreak:
Oja, das ist mir auch schon aufgefallen. Nostalgiesendungen sind meistens tatsächlich vor allem Distanzierungen von ihrem Objekt, wobei meist nichtmal was konkretes vorgebracht wird, sondern einfach nur pro forma dumm gelacht wird. So nach dem Motto: "Oooooh, 'Miami Vice'! Höhö…die Anzüge, nicht? Und die Haare!" – So fucking what? Worauf wollt ihr hinaus?!?
Beim "Raumpatrouille Orion"-Kinofilm hat es die Nummer ja bis ins Bonusmaterial geschafft, wo Elke Heidenreich abfällig belächelt, wie in der Serie "die mutigen Deutschen" angeblich die Welt retten würden…"die Deutschen" wohlgemerkt, in einer Serie, deren verdammt nochmal zweiter Satz ist, dass die Nationalstaaten abgeschafft wurden.

Dr. Acula
22. Juni, 2011 20:36

@DMJ
Und, nicht zu vergessen, von der Orion-Besatzung niemand einen deutschen Namen trägt…

DMJ
22. Juni, 2011 21:14

Das noch dazu! Irgendwo warf mal wer ein, dass es internationale Figuren sein sollten und verwies auf den Versuch, mit Atan etwas (pseudo)asiatisches an Bord zu haben, aber jemand anderes war sich nicht zu blöde, darauf hinzuweisen, dass er aber doch von einem weißen Deutschen gespielt würde. °_°
(Mein Doppelpost entsprang übrigens technischen Problemen und nicht meinem Nachdruck. ;))

CthIngo
CthIngo
23. Juni, 2011 07:30

Doku-Junkie – dann kennst du hoffentlich Ken Burns' famoses "The Civil War"? Nur etwas weniger als 13h. Keine einzige Guido-Knoppige Spielszene, und trotzdem (grade deswegen?) die beste und umfassendste Geschichtsdoku die ich je gesehen habe. Und vor allem: kein Hitler!!1elf 🙂

Wortvogel
Wortvogel
23. Juni, 2011 09:35

@ CthIngo: Sowieso. Ich warte auf die ultimative Ken Burns-Box. Dann habe ich drei Jahre lang zu tun. Man muss sich nur mal klar machen, dass der Effekt, auf einem Standbild langsam mit der Kamera herum zu fahren (habe ich bei meinen FFF 2010-Reviews auch gemacht), "einen Ken Burns machen" genannt wird. So heißt es bei iMovie tatsächlich.

heino
heino
23. Juni, 2011 21:26

Das sollte übrigens "Schmalzkram" heißen, ich kaufe ein Z……..
Viel kann ich zu dem Thema nicht beitragen, höchstens noch die Anmerkung, dass "Goodbye to love" von den Carpenters das vermutlich bizarrste und unpassendste Gitarrensolo der gesamten Musikgeschichte zu bieten hat. Da war der Sessiongitarrist vermutlich auf einem Acid-Trip und dachte, er würde mit Hendrix Monterey aufmischen…..

Wortvogel
Wortvogel
23. Juni, 2011 21:54

@ heino: In der Doku sagt jemand korrekterweise, "Rainy days and mondays" wäre DER Song für valium-bedröhnte Hausfrauen 🙂
Ich habe seinerzeit in San Diego die großartige CD "I wish I were a Carpenter" gekauft – sensationelle Coverversionen:
http://www.amazon.com/If-Were-Carpenter-Various-Artists/dp/B000005IL6
"Yesterday once more" von Redd Kross ist großes Tennis. Und "Top of the World" von Shonen Knife erst!

Marcus
Marcus
23. Juni, 2011 22:37

@heino: oh ja, das "Goodbye to love"-Gitarrensolo. Besonders schön ist ja, wie es erst vergleichsweise normal anfängt, dann wie irre losgniedelt und ganz abrupt abgewürgt wird, nur um dann ein bisschen später auf einmal wieder loszugehen. Großes Tennis.
Ich stelle mir dabei immer bildlich vor, wie der Aufnahmeleiter, der gerade eingedöst war, plötzlich hochschreckt ("Was zum Geier macht der Irre da?!"), zum Mischpult stürzt und den entsprechenden Regler runterdreht; der (in der Tat völlig dichte) Gitarrist würgt dann sein Instrument noch ein bisschen weiter, bis er merkt, dass ihn keiner mehr hört, und dann gestikuliert er wütend, dass man ihn gefälligst wieder zuschalten soll. Irgendwann zieht er dann in seinem Drogenrausch eine Knarre, zielt auf den Aufnahmeleiter, der dann, um sein Leben fürchtend, den Regler genauso abrupt wieder hochzieht, und unser Gitarrenheld gniedelt selig weiter, während Karen Carpenter wahrscheinlich schon heimgegangen ist. 😀

Marcus
Marcus
23. Juni, 2011 22:42

Und für alle, die das nicht kennen:
http://www.youtube.com/watch?v=HeaGeYp8h-Q
Live kommt das zwar nicht ganz so wahnwitzig rüber wie in der Studioversion, aber die ist auf Youtube leider dem Gema-Terror zum Opfer gefallen. 🙁

Wortvogel
Wortvogel
23. Juni, 2011 23:00

@ Marcus: Noch schräger war ja "Calling occupants of interplanetary craft", ein Song, der wohl für eine UFO-Tagung geschrieben wurde, genau wie Hot Chocolates "No doubt about it"…