Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei…

In den nächsten Wochen werde ich noch diverse Filme besprechen (Tournament, Largo Winch, Black Dynamite, OSS 117 – Rio ne repond pas, Bathory, Bronson, etc.), aber die „heiße Phase“ des FFF ist vorbei. Schön war’s mal wieder.

  • Schon komisch, wenn man erst einen Hauptdarsteller (Martin Feifel), dann den Regisseur (Martin Enlen) des eigenen historischen Zweiteilers „Dr. Hope“ beim Trashfilm-Besuch im Kino trifft
  • Es war erfreulich, mit Olaf, Florian, und Gregor ganz altes Fandom- und FFF-Gestein nach Jahren mal wieder zu treffen
  • Es gab einen FFF-Engel: ein bezauberndes junges Mädchen à la Winona Ryder, mit Zweifarben-Frisur, und seltsam Tim Burton-esken Tätowierungen am ganzen Oberkörper
  • Werbung für die „Watchman“-Blueray mit einem verkleideten „Rorschach“ – der Typ war sicher froh, dass man sein Gesicht nicht sehen konnte
  • Der Promo-Clip zu „Saw VI“ war wirklich beschissen, nicht durchdacht, und nervte schon nach der zweiten Sichtung – schlimmer als „Die Elyandt-Recherche“ 2008
  • Der neue „13th Street“-Clip war toll, hätte aus Rücksicht auf die Mehrfach-Besucher des FFF aber kürzer sein können
  • Einzige mir aufgefallene Blueray-Projektion „House of the Devil“ beweist wieder einmal: geht gut, auch im großen Kino
  • Der Spot für „Bioshock 2“ hat mich völlig kalt gelassen
  • Geringste Besucher-Dichte, die ich selbst miterlebt habe: „Giallo“ und „House of the Devil“
  • Ich hasse Menschen, die Nachos, Popcorn, Cola, UND Eis mit ins Kino bringen, und eine halbe Stunde lang neben mir mampfen – geht gefälligst vorher was essen!
  • Vom Publikum gewählt: 3. Platz „Round da way“, 2. Platz „Moon“, 1. Platz (knapp) „District 9“ – kann ich gut mit leben
  • Meine Top 3: „Thirst“, „Moon“, und „District 9“
  • Viele Filme („Red Cliff“, „Black Dynamite“, „Largo Winch“) laden zu der Frage ein, wie die Macher des FFF eigentlich den Begriff „Fantasy“ definieren
  • Zehn Minuten zwischen zwei Filmen mit ca. 5 Kilometer Entfernung der Kinos City – Cinema ist extrem unfair
  • Es war tatsächlich gut, die Filme früh auszuwählen, und dann keine weiteren Infos (inkl. Programmheft) zu konsumieren, weil es das Kinoerlebnis spürbar frischer macht
  • Geheimer König des Festivals: Larry Fessenden
  • Keine kluge Idee, sich mit mir auf eine Diskussion einzulassen, weil man auf meinen Platz hockt – „wie, hier gibt es Platzkarten?“
  • Der FFF-Vorspann wurde deutlich abgespeckt – danke dafür
  • Es war ein gutes Programm mit viel Abwechslung, und keinen fiesen Totalausfällen wie „36 pasos“ oder „Virus undead“ (zumindest habe ich keinen gesehen)
  • Wenn Ron Perlman beim FFF unvermeidlich ist, sollte das für Lena Headey auch gelten
  • Nächstes Jahr will ich wieder mit Kumpels gucken – vielleicht in Berlin. Und dann mache ich Video-Bewertungen
  • Mir fehlten heuer ein bisschen die guten, soliden, unironischen B-Movies aus unerwarteten Ländern (Belize? Kongo? Honduras?)
  • 2010 hätte ich München gerne wieder als ersten Festival-Ort


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Peroy
Peroy

„Es gab einen FFF-Engel: ein bezauberndes junges Mädchen à la Winona Ryder, mit Zweifarben-Frisur, und seltsam Tim Burton-esken Tätowierungen am ganzen Oberkörper“

Am GANZEN Oberkörper… ?

Lari
Lari

„Viele Filme (”Red Cliff”, “Black Dynamite”, “Largo Winch”) laden zu der Frage ein, wie die Macher des FFF eigentlich den Begriff “Fantasy” definieren“
Das FFF ist ja schon lange kein reines Fantasy-Fest mehr, deswegen ist ja jetzt auch der Untertitel („Festival für Horror, Science Fiction, Thriller Mystery und Gedöns“) weggefallen. In einem Interview auf f3a haben die Macher erklärt, nur deswegen beim Namen zu bleiben, weil der nun mal mittlerweile eine Marke ist.

„Keine kluge Idee, sich mit mir auf eine Diskussion einzulassen, weil man auf meinen Platz hockt – “wie, hier gibt es Platzkarten?”“
Lange Leitung meinerseits? Oder gibt es bei euch wirklich Platzkarten?

„Nächstes Jahr will ich wieder mit Kumpels gucken – vielleicht in Berlin.“
Mach das – Berlin war meine vierte Festivalstadt und hier war’s bislang am besten. Super Lage, Kinos nahe beieinander (hab nie irgendeinen Anfang verpasst), sehr angenehmes Publikum (Keine Goldkettchen-Prolls, keine Kellerloch-Nerds mit Hygieneproblemen).

Meine persönliche Highlightliste, ohne spezielle Reihenfolge:
District 9 + 13
Ip Man
Thirst
K-20
Black Dynamite
Bronson
Shinjuku Incident
Moon
OSS 117 2

Flops:
Giallo
Tell Tale
The House Of The Devil
Sexykiller
The Sky Crawlers
I Sell The Dead
Newsmakers

Alles in allem ein verdammt gutes Jahr. 8)

Lari
Lari

Na eben! Irgendwie ist es trotzdem immer eine runde Angelegenheit (aber gerade Blyck Dynamite ist doch eigentlich ein ultimativer Genrefilm).

Dr. Acula

Pah. Beste FFF-Stadt ist immer noch Nürnberg, auch mit dem besten Publikum! *prahl-angeb*

Ansonsten kann ich die Bemerkungen (soweit nicht speziell auf München bezogen) gut unterschreiben. Gegen den Bioshock-2-Trailer hatte ich allerdings nix – der zum ersten Teil mag aussagekräftiger gewesen sein, dafür ging er nach dem siebten Mal spätestens schwer auf den Senkel…

Gimpel
Gimpel

Es heißt „Blu-ray Disc“

http://de.wikipedia.org/wiki/Blu-ray_Disc

Gimpel
Gimpel

Gut, jedem das seine :p
Waren trotzdem wieder tolle Kritiken die du abgeliefert hast.
Besonders witzig fand ich diesbezüglich die pantomimischen Urteile!

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Soweit man das beim knappen Spaghetti-Top beurteilen konnte – ja.“

Tja, die Asozialen und Bekloppten sterben wohl nicht aus…

Marko

Torsten, wenn Du mal zur FFF-Zeit hier oben rumgurkst, sag Bescheid — denn stilecht schaut man das FFF natürlich in Hamburg, hier wurde es schließlich gegründet. (Und da es nur im Cinemaxx läuft, muss man hier auch nicht zwischen den Kinos hin und her hetzen.) Also. 😉

Gruß,
Marko

Xenaris
Xenaris

Der Trailer konnte auch nicht so lang sein, weil die Puppen, wie mir einer der Macher von Magna Mana erzählte, inzwischen auch einfach so oft benutzt und fertig sind, dass beim Dreh alle ständig beteten, dass nichts abfiel oder kaputt ging. Trotzdem: er ist knuffig geworden.

Thies
Thies

@Marko „Und da es nur im Cinemaxx läuft, muss man hier auch nicht zwischen den Kinos hin und her hetzen.“

Ha! Am Samstag hatte ich meinen Kampftag mit 5 Vorstellungen von 13-23 Uhr. Dazwischen immer gerade 5 Minuten Zeit um jedesmal von Saal 3 zum Saal 6 zu wetzen und dazwischen noch mal schnell aufs Klo zu rennen. Hab mir deswegen sogar das an die Vorstellung von „Blood Brothers“ anschliessende Interview mit dem Regissseur entgehen lassen.

Aber Platzkarten würde ich in Hamburg auch sehr begrüssen. Dann müsste ich keine Angst mehr haben, dass ich in Kino 3 auf den Stufen Platz nehmen muß, weil ich 5 Minuten zu spät bin (letztes Jahr bei „Midnight Meat Train“) oder mich 20 Minuten im Foyer einquetschen lassen, wie dieses Jahr vor dem Einlass zu „District 9“.

Heino
Heino

Hier in Kölle fand das schon immer (zumindest seit 1996) nur in einem Kino statt. Erst im Metropolis, ab 1997 dann im leider nicht mehr existenten Residenz und seit 2004 im Cinedom. Es gibt zwar keine Platzreservierungen, aber dafür auch keine nervigen Diskussionen (wer zuerst kommt….) und man hat zwischen den Filmen immer 20 Minuten Zeit. So muss das sein:-))

Tornhill
Tornhill

Mh…Auch auf die Gefahr hin, mein Image zu bestätigen. . . welche zwei Farben hatte die Frisur?

GrinsiKleinPo
GrinsiKleinPo

Ich tippe auf pink und Neongrün. 🙂

Lari
Lari

Das Residenz in Köln war furchtbar. Mir ist schleierhaft, wie man einem Kino ohne Klimaanlage nachtrauern kann, bei dem es später am Abend und bei ausverkauftem Haus gerne mal seitens der Veranstalter hochoffiziell gemessene 60° im Saal gab.

Perry

Da spart man sich den Saunagang 😉

OnkelFilmi

@Heino: Filmpalette nicht vergessen!

Und Platzkarten? Pfff. Dafür hat man doch Freunde 😉

@Lari: Ach was, das Residenz war toll. Man musste halt nur wissen, wo man sitzen konnte 😉
In meinem Fall hiess das immer – oben in der Loge. Da war es immer relativ leer (nur eine Handvoll Leute ausser meiner Clique, wie zB die Jungs von I-On und Legend), man hatte gute Sicht, und hatte auch relativ gute Luft da oben. Klar, warm war es da oben auch, aber bei weitem nicht so sehr wie auf dem Parkett, und für irgendwas mussten ja die ganzen INTROs und CHOICES gut sein, die im Foyer auslagen 😉 Für den Fall der Fälle hatte man(n) aber auch immer Pappteller dabei, die hielten länger. Und der obere Saal hatte ja eine Klimaanlage.

Das einzig blöde am Resi waren die Toiletten unten im Keller. Die entwickelten sich nämlich bei Hitze und nach 2-3 Filmen immer zum siebten Kreis der Hölle (Aber wenigstens konnten sich da die Leute noch benehmen, im Cinedom scheinen da immer wieder mal marodierende Horden von Höhlenmenschen zu hausen).

Vor allem war man im Resi wirklich „unter sich“. Klar, heute haben wir auch mehr oder weniger eine Etage für uns (man sieht das Mainstream-Volk während des FFFs da irgendwie kaum), aber das Flair stimmt einfach nicht mehr. Wenn beim Residenz Schluss war, blieben da immer ein paar Dutzend Leute stehen und palaverten teils noch 1-2 Stunden fröhlich vor sich hin – beim Cinedom ist meist schon nach ein paar Minuten Schicht im Schacht.

Aber das bedeutet natürlich nicht, daß man am Cinedom nicht auch ein paar lustige Sachen erleben kann. Dieses Jahr zB einen Türken, der vorn über gebeugt vorm Kino stand, während ihm ein Kumpel von hinten einen Finger in den Hals steckte und immer „Los, kotz, Mustafa, kotz!“ brüllte. Oder eine sturzbesoffene blonde Matrone, die telefonierend ihre Kreise um uns zog, und sich immer auf ihren fetten Hintern setzte. Und zugutzerletzt auch noch die aufgetakelte Discotussi, die plötzlich vor uns ihren Rock hoch- und im wahrsten Sinne des Wortes blank zog, um dann mit den Worten „Was guckt ihr so?“ in halber Freiluftkörperkultur einmal zur Kasse und zurück stolzierte, während ihr Kerl immer „Was machst Du da, da drin sind Leute!“ sagte, und ihre Freundin das ganze mit der Handykamera verewigte…