doghouseposter

England 2009. Regie: Jake West. Darsteller: Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Christina Cole, Emily Booth u.a.

Story: Sechs intellektuell nicht gerade üppig ausgestattete Londoner Kumpel mieten einen Kleinbus, um nach Moodley zu fahren. Dort soll es viermal soviel Frauen wie Männer geben, und die Jungs erhoffen sich ein alkohol- und sexgeschwängertes Wochenende, um ihren „inneren Proll“ wiederzufinden. Die verheißungsvolle Geschlechterratio wird allerdings zum Bumerang, als sich herausstellt, dass alle Frauen in Moodley gerade dabei sind, sich in männerfressende Zombies zu verwandeln.

Kritik: Jake West (der beim Screening auch anwesend war) ist ein sympathischer Rowdy-Filmer. Er macht Bier-Filme, Spass-Granaten für den schnellen Konsum zwischendurch, ohne Nach-, aber dafür auch ohne Nebenwirkungen. Dämliche Typen, geile Weiber, Splatter und dumme Sprüche sind seine Markenzeichen. Das war schon bei seinem Erstling „Razor Blade Smile“ so, und bei seinem 2005er FFF-Kracher „Evil Aliens“ auch. Was Jake West dreht, ist ideales Festival-Futter ohne nennenswerten Anspruch, aber mit Verfallsdatum.

Nimmt man das als Maßstab, ist „Doghouse“ ein guter Film, sogar Wests bester. Zwar ist die Handlung auch diesmal nicht wirklich raffiniert gebaut, und die Dramaturgie beschränkt sich auf episodisches Gerenne von einer Location zur nächsten, aber wenigstens geht West nicht nach der Hälfte die Puste aus, wie das bei „Evil Aliens“ der Fall war (der Film degenerierte nach einem launigen Anfang zur hirnlosen Farce). „Doghouse“ hält sein Tempo, seine Stimmung, und seinen Rhythmus. Die Gags rangieren dabei von herrlich grenzdebil bis schmerzhaft grenzdebil.

doghouse

Technisch kann sich West, dank eines soliden Budgets, richtig austoben. Die Effekte sind gut umgesetzt, es explodiert hier und da mal was, und am Ende darf ganz Moody zerlegt werden, was West dann auch mit sichtlicher Spielfreude tut.

Als US-Film würde „Doghouse“ nicht funktionieren, weil ein Großteil der Guckfreude darauf basiert, dass die Helden echte britische „blokes“ sind: sympathisch, aber versoffen, und hart an der Grenze zum Losertum. Diese Art Männerfreundschaft gibt es außerhalb Englands nur in Kreisklassen-Fußballvereinen. Man verkumpelt sich sofort und gerne mit den Protagonisten.

Die Frage, ob „Doghouse“ ein „guter“ Film im klassischen Sinne ist, steht auf einem anderen Blatt. Er hat für meinen Geschmack einfach zu wenig Ambitionen, ihm fehlt das durchgehende Thema („Männer müssen Männer sein“ ist ein wenig dünn), und am Ende wird die Geschichte auch nicht wirklich „zugemacht“. Fun-Splatter macht Spass, ermüdet dann aber doch irgendwann.

Sagen wir es einfach mal so: als britische Horror-Komödie kommt „Doghouse“ nie an „Shaun of the Dead“ ran, ist aber auch nicht so strunzdumm und substanzlos wie „Lesbian Vampire Killer„. Gelangweilt habe ich mich keine Sekunde. Wenn man ihn nicht auf dem Festival genießen kann, muss man sich für den DVD-Konsum Freunde und ungesunde Snacks ins Haus holen.

Wortvogels pantomimisches Urteil:

hurra1



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Marko

Die Kritik kann ich unterschreiben. Lustiger Film!

Gruß,
Marko

Peroy
Peroy

“ Jake West (der beim Screening auch anwesend war) ist ein sympathischer Rowdy-Filmer. Er macht Bier-Filme, Spass-Granaten für den schnellen Konsum zwischendurch, ohne Nach-, aber dafür auch ohne Nebenwirkungen. Dämliche Typen, geile Weiber, Splatter und dumme Sprüche sind seine Markenzeichen. Das war schon bei seinem Erstling “Razor Blade Smile” so, und bei seinem 2005er FFF-Kracher “Evil Aliens” auch. Was Jake West dreht, ist ideales Festival-Futter ohne nennenswerten Anspruch, aber mit Verfallsdatum.“

Ich finde er dreht Scheisse. „Evil Aliens“ war absolut dämlicher, wertloser Splatter-Trash, „Razor Blade Smile“ so’n Vampir-Gepupe und sein DVD-Sequel „Pumpkinhead – Asche zu Asche“ hab‘ ich hier rumliegen und vor lauter Angst immer noch nicht geguckt… trotzdem glaube ich, dass „Doghouse“ was werden könnte, denn der Trailer ist spitze, Danny Dyer rockt immer und die Handlung klingt wie ein Remake von „Flesh Eating Mothers“. Also gebe ich ihm noch eine Chance… 8)

Da hat der West dem Alverts doch was voraus…

Heino
Heino

von dem ist Razor Blade Smile? Den hab ich hier noch irgendwo rumliegen, der hätte mit einem anständigen Budget glatt was werden können. Was Doghouse angeht, warte ich lieber auf die DVD

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[…] und substanzlos wie “Lesbian Vampire Killer“. Gelangweilt habe ich mich keine Sekunde. ” (Wortvogel) “Bei dieser Art Film erwartet man ja nicht wirklich eine durchdachte Story, aber […]

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[…] “FAQ” ist eine seltsame Produktion, und wird nicht gänzlich falsch als “Dr. Who meets Shaun of the Dead” beschrieben. Ganz so erfolgreich wie diese beiden Vorbilder ist er zwar nicht, aber dafür hat er deutlich mehr Hirn als “Evil Aliens” oder “Doghouse“. […]

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[…] Dynamite ♦ Bronson ♥ Carriers ♥ Case 39 ♥ District 9 ♥ Doghouse ♦ Final Destination 3D ♣ Giallo ♣ I sell the Dead ♣ In the Electric Mist […]